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Camp Challenge 2012 - live

Und zurück - auf der Mörderpiste

Camp Challenge 2012 Foto: Kathrin & Hans-Hermann Kern / „Phoenix on tour“ 15 Bilder

120 Kilometer über Asphalt. Das klingt angenehm. Nicht aber wenn die Schlaglöcher den Durchmesser und die Tiefe ausgewachsener Meteoritenkrater haben. Die Camp Challenge Wohnmobile im Stresstest.

Sonntag, 15. April 2012

17. Etappe: Gorongosa Nationalpark - Chimoio 120 Km

Die Camp Challenge La Stradas im Stresstest
 
Für uns behütete Bundesbürger, die wir uns schon gewaltig aufregen, wenn die A7 wieder einmal voller Baustellen ist, war die 70 Kilometer lange Rückfahrt nach Inchope ein gutes Training für mehr Gelassenheit im Straßenverkehr.
In dem kleinen Städtchen Inchope schneiden sich die Nord-Süd-Achse und die Ost-West-Achse. Oder anders gesagt: Hier treffen sich die einzigen beiden Teerstraßen, die Mosambik durchziehen. Wobei das Wort „Teerstraße" für unseren Straßenabschnitt reichlich geschmeichelt war.

Aber nach 32 Tagen in Afrika haben einige Tour-Mitglieder schon den langsam gemächlichen Schritt der Einheimischen angenommen und wir alle haben gelernt, mit dem Unausweichlichen gelassen umzugehen. Und da wir auf dem Weg zur Grenze nach Malawi sind, mußten wir die Straße gen Westen erwischen und waren gezwungen - nach dem Abstecher zum Gorongoro Nationalpark - nun wieder zum Kreuzungspunkt zurückzufahren. Die Straße war uns von Freitag noch frisch in Erinnerung und so wußten wir, was uns erwartet.
Fazit: Alle kamen heil über die Löcher. Alle nahmen es locker und sportlich. Alle waren froh über die Planänderung, in Chimoio zu übernachten und nicht noch 400 Kilometer anhängen zu müssen.

Und weil es so schön war, zeigen wir Euch noch ein paar Fotos von den Kratern. Kathrin hat sich während der Fahrt bäuchlings aufs Bett gelegt, von Zeit zu Zeit das Heckfenster hochgeklappt und die nachfolgenden Teams fotografiert. Schließlich ist ein Schlagloch erst ein richtiges Foto wert, wenn auch ein Fahrzeug zu sehen ist.
 
Nachdem wir an der Kreuzung der beiden Nationalstraßen Richtung Westen abbiegen konnten, ging die Fahrt zügig weiter und wir konnten unsere konzentrierten Blicke von der Fahrbahn heben und auch wieder die interessanten Transporte bestaunen. Auf dieser Nationalstraße teilen sich nämlich handgeschobene Bananenwagen mit Lastern die Fahrbahn und am Straßenrand wird Holzkohle auf hoch beladenen Fahrrädern transportiert.

In Chimoio angekommen, steuerten die Camp Challenger erst einmal die Tankstelle und den „Shopride" an. Seit 11 Tagen ist das nämlich der erste Supermarkt, an dem wir vorbeikamen. Und da wir nicht wissen, wie die Versorgungslage in Malawi sein wird, stürmten 19 Deutsche den Laden und machten Hamsterkäufe. Auf den Parkplätzen der Einkaufszentren stehen immer Wachmänner, um die Autos im Auge zu haben. Natürlich fielen die zehn La Stradas mit deutschen Kennzeichen wieder gewaltig auf.

Da der Shopride Kreditkarten akzeptierte und ein breites Angebot bereithielt, kamen alle Reiseteilnehmer mit hoch gestapelten Einkaufswagen an ihren Fahrzeugen an. So hätte der Supermarkt eigentlich wegen Reichtums schließen können. Alle freuten sich, daß ihre Kühlschränke wieder gut gefüllt und die nächsten Grillabende somit gesichert waren. Fast alle! Das Kuga-Team kaufte hauptsächlich Konserven und Trockenware, da Dieter und Waltraud nach wie vor mit ihrer kleinen Kühlbox auskommen müssen. Selbstverständlich lagerten wir auch etwas Fleisch für die beiden bei uns ein aber ein eigener Kühlschrank im Wohnmobil ist natürlich nicht zu ersetzen.

Olaf arbeitet seit Tagen zuhause im Kulmbacher Kuga-Büro zusammen mit Isotherm fieberhaft an einer Lösung. Der Kühlschrank ist in Südafrika repariert worden und muß nun irgendwie per Kurier zu uns geschafft werden. Da wir übermorgen nach Malawi einreisen werden, ist die Organisation des Transports nicht ganz einfach. Wahrscheinlich wird uns der Kühlschrank jedoch erst nach der Grenze in Tansania erreichen. Dazu muß er über 3000 Kilometer gefahren werden. Mit der Kühlflüssigkeit gilt er nämlich als Gefahrgut und kann nicht einfach per Flugzeug verschickt werden. Alles nicht so einfach! Wie gut daß Waltraud und Dieter auch in diesem Punkt die afrikanische Gelassenheit an den Tag legen. Hakuna Matata!

Nach geglücktem Einkauf fuhr Franz voraus zum Milpark Hotel, unserm heutigen Übernachtungsplatz. Hinter dem Hotel, abgeschirmt von Straßengeräuschen, im Grünen, mit Strom und Duschen stehen nun zehn La Stradas wie auf einem Campingplatz. Obwohl dieser Platz vom Reiseleiter erst kurzfristig organisiert worden war, waren sich alle einig: Hier steht man gut und sicher!

Besonders Rainer freute sich über den kurzen Fahrtag und den schönen Platz, denn heute war er dran, eine Runde zu schmeißen. Schon wieder ein Geburtstag!

Außer einem hochprozentigen Getränk zum Anstoßen gab es auch noch stimmungsvolle Mundharmonika-Klänge. Nachdem wir alle ganz ergriffen gelauscht hatten, sprach Heidi uns allen aus dem Herzen: „Wenn wir nicht so weit weg von der Heimat wären, dann hätten wir bei dieser Melodie richtig Fernweh bekommen!"


Kathrin & Hans-Hermann Kern / „Phoenix on tour"

Mehr Live-Stories zur Camp Challenge 2012 , die neuesten Infos und alle Reiseberichte finden Sie in unserem Themenspecial Camp Challenge 2012 .

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