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Autonomes Fahren im Reisemobil

Zukunftsvision kooperatives Wohnmobil

Connectivity autonomes Reisemobil Foto: Nadine Maier

Wenn das Wohnmobil in ferner oder nicht mehr so ferner Zukunft von ganz alleine fährt, wird es mit der Umwelt kommunizieren können. Mercedes forscht daran, wie das „kooperative Fahrzeug“ aussehen wird.

Irgendwann werden Sie (angeschnallt?) in Ihrem Wohnmobil-Bett liegen, dem Fahrzeug sagen, dass Sie gerne heute Abend in einem See mit einer Wassertemperatur von mindestens 22 Grad baden wollen und dann fährt das Mobil Sie dahin. Währenddessen bucht der Bordcomputer einen Campingplatz und reserviert einen Tisch fürs Abendessen, weil es ihr Nutzungsverhalten analysiert hat und weiß, dass Sie heute nicht mehr kochen werden wollen und Ihnen heute der Sinn nach gut bürgerlicher Küche steht. Schnitzel, Pommes, Hefeweizen.

Das Fahrzeug kommuniziert mit der Außenwelt

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Das alles bekommen Sie dann gar nicht mit, weil Ihr Reisemobil ja autonom dahinfährt und sie ganz entspannt chatten, Netflix gucken oder Videospiele spielen. Genauso wenig kümmert Sie, dass Ihr Reisemobil ein seltsames, weiteres Eigenleben entwickelt hat: Es kommuniziert mit dem Umfeld. Es „redet“ mit Fußgängern, Fahrradfahrern, anderen Mobilen.

Das hat letztens an Hand einer Mercedes S-Klasse der Futurist (oder auch Mobilitätsphilosoph) Alexander Mankowsky erklärt. Er forscht daran, warum Verkehr funktioniert. „Bisher hat man daran geforscht, warum Verkehr nicht funktioniert, hat vor allem Unfallforschung betrieben.“ Wenn aber zukünftig Automaten auf den Straßen fahren, muss man wissen, wie Verkehr funktioniert.

Das blinzelnde Wohnmobil

Das Fahrzeug blinzelt die Passanten an. Und zwar in türkis. Diese Farbe ist am Fahrzeug noch nicht vergeben. Es ist eine freie Farbe. In Zukunft könnten autonom fahrende Autos und Reisemobile über 360 Grad umlaufende Lichtleisten verfügen (in türkis), die mit uns Menschen kommunizieren.

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Wie genau, daran wird gerade noch viel geforscht. Auf welche Signale reagieren wir Menschen, welchen Signalen vertrauen wir?

Es könnte zum Beispiel so aussehen: Ein Auto steht an einer Kreuzung. Wir sehen keine Fahrer. Vertrauen wir dem Roboter? Er schenkt uns Vertrauen, in dem er uns direkt in unserer Richtung anblickt und uns damit signalisiert, „ich sehe dich.“ Wenn wir vorbeilaufen, läuft uns das Lichtsignal am 360 Grad Lichtband hinterher. Bevor der Robo dann weiterfährt, signalisiert er durch ein anderes Blinksignal, dass er jetzt losfährt.

Mögliche Blinksignale sind:

  • Permanent leuchtendes Licht zeigt: Das Fahrzeug ist im autonomen Fahrmodus, unabhängig davon, ob es fährt oder steht.
  • Langsames Blinken bedeutet: Das Fahrzeug bremst ab.
  • Schnelles Blinken kündigt an: Das Fahrzeug fährt in Kürze los.

So entwickeln wir Menschen irgendwann ein Gefühl für die Handlungen der Maschine, wie damals zu den Tamagotchis. Wir akzeptieren und integrieren den Automaten als Teil unseres Lebens.

Mercedes-Benz S-Klasse Cooperative Car
Das Auto, das mit uns kommuniziert

Fazit

Aus der Innenperspektive sage ich: Ich freue mich wahnsinnig auf das autonome Wohnmobil. Ich brauche am motorisierten Straßenverkehr nicht mehr aktiv teilnehmen müssen.

Aus der Außenperspektive: Das kooperative Fahrzeug ist eine dringende Voraussetzung, um das innerstädtische autonome Fahren möglich machen zu können. Gewöhnen wird man sich an die Signale der Fahrzeuge wie an die Anweisungen vom Navi oder einfach die jeder normalen Ampel.

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