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Alle Umweltzonen in Europa

In welche Städte dürfen Wohnmobile noch fahren?

Autoplaketten Foto: Adobe Stock Thomas Melcher, Zeit4men, FotoIdee, Julians Schlosser, Peggy Stein, Freesurf 11 Bilder

Für eine bessere Luftqualität gibt es in Europa immer mehr LEZ-Umweltzonen geben. promobil zeigt die Zonen in Frankreich, Großbritannien, Belgien und Italien und erklärt, wer wo welche Plakette braucht.

08.01.2018 Anne Mandel 7 Kommentare

Feinstaubalarm, „Dieselskandal“ und überschrittene Grenzwerte bei den Stickoxiden in Städten wie Stuttgart oder München haben das Thema Luftverschmutzung in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt. Die Regierungen und Kommunen geraten in Zugzwang, nicht zuletzt weil immer mehr Bürger, Umweltverbände und selbst die EU gegen die schlechte Luftqualität klagen.

Umweltzonen: Pkw- und Wohnmobil-Fahrverbote in Europa

Umweldzonen Karte Europa Foto: Adobe Stock Thomas Melcher, Zeit4men, FotoIdee, Julians Schlosser, Peggy Stein, Freesurf
Alle Umweltzonen in Europa

Viele europäische Städte wollen nun dagegensteuern: Für bessere Luftqualität werden immer mehr plakettenpflichtige Umweltzonen eingeführt, sogenannte LEZ (Low Emission Zones), die allerorten wie Pilze aus dem Boden schießen. Gerade für Reisemobilisten, die naturgemäß viel unterwegs sind, wird die Situation immer unübersichtlicher: Wo befinden sich die Zonen, wer darf einfahren und welche Plakette benötigt er dafür? Welche Strafen drohen bei Zuwiderhandlungen? promobil hat sich durchs Kleingedruckte gekämpft und zeigt, wo man als Reisemobilist in Europa aufpassen muss.

Frankreich: Umweltplakette Crit'Air

Schauen wir zuerst zu unseren Nachbarn nach Frankreich. Anfang Juli 2016 wurde bei unseren Nachbarn die Umwelt-Plakette „Crit’Air“ und die dazugehörigen Umweltzonen, zunächst in Paris und Grenoble, eingeführt. Doch es kommen immer neue Städte und Regionen hinzu. Eine ZPA-Zone wurde beispielsweise Anfang November für den Großraum Straßburg, der 33 Gemeinden umfasst, eingerichtet. Die lokale Regelung sieht hier vor, dass Fahrzeuge ab dem fünften Tag akuter Luftverschmutzung nur mit entsprechender Crit’Air-Vignette fahren dürfen.

Paris Foto: Adobe Stock Thomas Melcher, Zeit4men, FotoIdee, Julians Schlosser, Peggy Stein, Freesurf
Die Pariser Umweltzone besteht seit 2016, zur Einfahrt braucht man eine Plakette.

Mittlerweile müssen auch deutsche Touristen eine Umwelt-Plakette an ihrem Fahrzeug anbringen: Fahrzeuge aus dem Ausland müssen die Plakette seit dem 1. April 2017 vorweisen. Erhältlich ist sie ab März 2017 unter www.crit-air.fr. Bis dahin genügt der Fahrzeugschein als Nachweis. Fährt man ohne Plakette in eine Umweltzone, wird ein Bußgeld in Höhe von 68 Euro für Pkw und 135 Euro für Lkw und Gleichgestellte fällig.

Warum? Ziel der Maßnahme ist es, die atmosphärischen Verschmutzungen, vor allem Stickoxide und Feinstaub in der Luft, zu reduzieren. Daher soll nur noch neueren und schadstoffärmeren Fahrzeugen die Zufahrt zu den Umweltzonen gestattet werden. Diese Zonen umfassen hauptsächlich Städte beziehungsweise Ballungsgebiete mit besonders hohen Feinstaubwerten. Schrittweise wollen weitere französische Städte diese LEZ einführen.

Wie? Die Fahrzeuge werden in sechs verschiedene Kategorien eingeteilt und erhalten eine entsprechende Plakette. Ausschlaggebend dafür sind das Jahr der Erstzulassung und die Abgaswerte nach europäischer Euro-Abgasnorm. Wohnmobile unter 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht werden als Pkw eingestuft, Wohnmobile über 3,5 Tonnen gelten als Lkw.

Die Einstufung in die Crit’Air-Kategorien erfolgt folgendermaßen: Die grüne Plakette bleibt Fahrzeugen mit Wasserstoff- und Elektroantrieb vorbehalten. In die Kategorie 1 werden Gas- und aufladbare Hybridfahrzeuge einsortiert. Diesel-Pkw mit Euro 5 oder 6 landen in Kategorie 2, während Diesel-Lkw nur mit Euro 6 in diese Klasse eingeordnet werden. Die Zuordnung zu den Kategorien 3 bis 5 erfolgt analog zu Kategorie 2. Keine Plakette erhalten Pkw mit Euro 1 und Lkw mit Euro 1 oder 2.

Die Einrichtung von Umweltzonen obliegt der jeweiligen Kommune. Diese legt auch fest, welche Crit’Air-Kategorien zu welchen Zeiten die Umweltzone befahren dürfen. Dies ist meist mit einem zusätzlichen Hinweis unter dem Schild der Umweltzone gekennzeichnet. Anders als in Deutschland gelten die Einfahrverbote, sofern nicht anders angegeben, Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr.

Wo? Welche Plakette man für welche Zone braucht, ist ausgeschildert. Mit Hilfe der Green-Zones-App kann man auch unterwegs einfach auf Informationen zu den Umweltzonen zugreifen.

Vorsicht im Elsass: Zum 1. November 2017 wird die Luftschutzzone „zone de protection de l'air“ (ZPA) in Straßburg und der Region Elsass eingeführt. Ab dann dürfen auf allen öffentlichen Straßen nur noch Fahrzeuge mit einer Crit'-Air Plakette fahren. Ab dem Stichtag gilt dann eine Art „Feinstaub-Alarm“ für das Straßburger Stadtgebiet: Wenn es über mehrere Tage schlechte Luft gibt, entscheidet die Farbe der Plakette, ob das Fahrzeug überhaupt noch auf die Straße darf. Wer sich nicht daran hält, muss mit Strafen zwischen 35 und 375 Euro rechnen.

Belgien: Umweltzone in Antwerpen und Brüssel

Antwerpen Foto: Adobe Stock Thomas Melcher, Zeit4men, FotoIdee, Julians Schlosser, Peggy Stein, Freesurf
Antwerpen ist die erste belgische Stadt mit Umweltzone.

In der flämischen Stadt Antwerpen besteht seit 1. Februar 2017 eine LEZ-Umweltzone. Die gesamt Innenstadt liegt in dieser Zone, außerdem ein Teil des Stadtviertels Lineroever. Der Antwerpener Autobahnring R1 ist jedoch davon ausgeschlossen.

Die Umweltzone in Antwerpen ist ausgeschildert und gilt das ganze Jahr. Nur Fahrzeuge, die die Abgasnorm einhalten oder eine vorübergehende, kostenpflichtige Zulassung haben, dürfen in diese Zone fahren. Betroffen sind im ersten Schritt Dieselfahrzeuge der Euronorm 3 (ohne Rußpartikelfilter) und älter.

Besucher aus dem Ausland können vor einer Reise nach Antwerpen ihr Fahrzeug online registrieren unter: lez.antwerpen.be. Die Registrierung ist gebührenfrei und kann bis 24 Stunden nach dem Hineinfahren in die Umweltzone erfolgen. Für den Vorgang benötigt man den Fahrzeugschein und das COC Zertifikat mit EG-Übereinstimmungsbescheinigung. Diese Bescheinigung erhält man entweder beim Fahrzeugkauf oder man kann sie beim Autohersteller anfordern. Nur registrierte Fahrzeuge können von den Kameras, die in der Umweltzone aufgestellt sind, mit dem Nummernschild abgeglichen werden.

Fahrzeuge, die die Auflagen nicht erfüllen, können maximal acht Mal im Jahr gegen Erwerb einer Tagesskarte in die Umweltzone fahren. Die Karte ist ebenfalls auf der Website oder an Parkscheinautomaten vor Ort erhältlich.

Wer die LEZ-Zone ohne Sonderzulassung oder Registrierung befährt, dem droht eine Geldstrafen von 124 Euro. Im Jahr 2018 soll die Strafe auf 150 Euro angehoben werden. Ausgenommen von der Regelung sind Motorräder. Für Oldtimer, die älter als 40 Jahre sind, kann man eine vorübergehende Zulassung anfordern.

In Brüssel und Umgebung soll ab dem 1. Januar 2018 eine Umweltzone eingeführt werden.

Großbritannien: Umweltzone LEZ in der Region um London

Auch in London gibt es jetzt eine Umweltzone. Zusätzlich zur Stau-Zonen-Gebühr müssen Autofahrer in London jetzt noch eine Umwelt-Gebühr bezahlen. Die Low Emission Zone (LEZ) umfasst den Großraum von London, darunter auch Teile der M1 und M4.

London Foto: Adobe Stock Thomas Melcher, Zeit4men, FotoIdee, Julians Schlosser, Peggy Stein, Freesurf
Die "Low Emission Zone" in London darf nur nach vorheriger Registrierung befahren werden.

Von der LEZ nicht tangiert werden Pkw und Motorräder sowie Kleintransporter unter 1,205 Tonnen Leergewicht – Reisemobile bis 3,5 Tonnen aber schon. Sowohl in Großbritannien als auch in anderen Ländern zugelassene Fahrzeuge müssen die für die LEZ vorgeschriebenen Abgasnormen erfüllen: Für Reisemobile bis 3,5 Tonnen ist das die Norm Euro 3, für Reisemobile über 3,5 Tonnen Euro 4.

Vor der Einfahrt in eine LEZ muss das Fahrzeug online registriert werden. Die Zonen werden von Kameras überwacht. Darüber hinaus muss die geforderte Abgasnorm erfüllt werden.

Wer unbedingt in die LEZ fahren muss, aber die Anforderungen nicht erfüllt, kann eine Tagesgebühr entrichten. Dafür muss das Fahrzeug vorher postalisch oder per E-Mail bei der Organisation „Transport for London“ registrieren, was bis zu zwei Wochen dauern kann. Die Tagesbebühr liegt je nach Fahrzeuggröße zwischen 100 und 200 Pfund. Für ein Wohnmobil zwischen 2,5 und 3,5 Tonnen beträgt sie 100 Pfund für 24 Stunden. Wer unbefugt einfährt, muss mit Bußgeldern in Höhe von bis zu 500 Pfund (rund 560 Euro) rechnen.

Weitere Infos unter: tfl.gov.uk/modes/driving/low-emission-zone/about-the-lez?

Italien: Verkehrseinschränkungen in Städten

Report: Urlaubs-Trends Fahrverbote in Italien In vielen Altstädten wird es teuer

In Italien gibt es mehrere sogenannte „zona traffico limitato“ (ZTL) in verschiedenen Städten wie Bologna, Florenz, Genua, Mailand, Neapel, Pisa, Rom und Verona. Diese Zonen sollen Stau und Umweltverschmutzung vermeiden und sind mit einem Fahrverbotsschild gekennzeichnet.

Die Regelung variiert je nach Region. In Mailand beispielsweise braucht man im historischen Stadtzentrum unter der Woche tagsüber ein Ticket (comune.milano.it). Dieses erhält man zum Beispiel an Tabacchi-Läden oder Zeitungskiosken. Von der Einfahrt ausgeschlossen sind Dieselfahrzeuge bis Euro 4 sowie Fahrzeuge mit einer Länge über 7,5 Meter. In Bologna müssen Fahrzeuge ein Umwelt-Ticket für die verkehrsbeschränkte Zone ZTL erwerben, wenn sie zwischen 7 und 20 Uhr dort hineinfahren (comune.bologna.it). In Südtirol gibt es in Brixen und Bozen von Montag bis Freitag stundenweise für viele Fahrzeuge ein Fahrverbot.

Dänemark und Österreich

Neben den bisher genannten Umweltzonen existieren in Dänemark und Österreich weitere Zonen, die aber nicht für Reisemobile gelten. In Dänemark betrifft das die Städte Aalborg, Aarhus, Kopenhagen und Odense. Hier brauchen nur Lkw und Busse über 3,5 Tonnen den sogenannten Eco-Sticker.

In Österreich benötigen Lkw seit 2015 in den Umweltzonen (zum Beispiel in Wien) eine Abgaskennzeichnungsplakette, umgangssprachlich „Umwelt-Pickerl“ genannt. Mit Tschechien plant ein weiteres europäisches Land die Einführung von Umweltzonen, voraussichtlich wird das Vorhaben 2018 in die Tat umgesetzt.

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Deutschland

Und in Deutschland? Seit 2008 wurden über 50 Umweltzonen eingerichtet, die man mittlerweile nur noch mit einer grünen Plakette befahren darf. Aufgrund schlechter Luftwerte in einigen Großstädten wurde darüber hinaus die blaue Plakette ins Spiel gebracht, die im Wesentlichen nur noch Diesel-Fahrzeuge, die der Abgasnorm Euro 6 entsprechen, erhalten sollen. Die blaue Plakette liegt aber gerade auf Eis. An diesem Zustand wird sich wohl auch nichts ändern, solange nicht feststeht, wer die Regierung in den nächsten vier Jahren bildet.

Derweil spitzt sich die Lage in Städten wie Stuttgart, Köln, Hamburg, München und Düsseldorf zu, Fahrverbote für Diesel sind im Gespräch. Die Einführung der Umweltzonen sollte das Problem der schlechten Luft lösen – doch das allein reicht offenbar nicht aus.

Vier Fragen an den Verkehrsminister

Nachgefragt bei Winfried Hermann, Verkehrsminister

Wie sollen in Stuttgart die EU-Richtlinien zur Luftreinhaltung umgesetzt werden?

Winfried Hermann Foto: Adobe Stock Thomas Melcher, Zeit4men, FotoIdee, Julians Schlosser, Peggy Stein, Freesurf
Winfried Hermann, Verkehrsminsiter

Konkret wurde in Stuttgart bereits im Jahr 2005 der erste Luftreinhalteplan mit über 30 Maßnahmen aufgestellt. Seither haben wir vor allem hinsichtlich der Belastung mit Feinstaub deutliche Minderungen erreichen können. Der Jahresmittelwert konnte von 51 auf zuletzt 38 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) an der Messstation Stuttgart am Neckartor gesenkt werden. Der Grenzwert liegt bei 40 µg/m³.

Die Anzahl der Tage mit Überschreitung des Tagesmittelwertes in Höhe von 50 µg/m³ wurde von 187 auf 63 reduziert. Das ist unter anderem ein Ergebnis der Einführung der grünen Umweltzone mit Partikelfilterpflicht für Dieselfahrzeuge. Aber wir sind noch nicht am Ziel einer flächendeckenden Einhaltung der Grenzwerte in Baden-Württemberg angelangt. Momentan sind wir bei der dritten Fortschreibung des Luftreinhalteplanes. Es geht um weitere Verbesserungen und schlussendlich die Einhaltung der Grenzwerte: sowohl für Feinstaub (PM10) als auch für Stickstoffdioxid (NO2).

Die geplanten Maßnahmen umfassen vor allem den Ausbau und die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs und des Rad- und Fußverkehrs, die Förderung und den Ausbau der Elektromobilität, ein Geschwindigkeitskonzept für den Kfz-Verkehr sowie ein optimiertes Parkraummanagement.

Welche Rolle spielt dabei die blaue Plakette?

Blaue Plakete Diesel-Verbot in Großstädten Stuttgart macht 2018 Ernst

Hauptverursacher für die NOX-Grenzwertüberschreitungen sind die Emissionen aus dem Straßenverkehr – insbesondere der Schadstoffausstoß der Dieselfahrzeuge. Mit der Einführung einer neuen „blauen“ Plakette könnten bundeseinheitlich besonders emissionsarme Fahrzeuge gekennzeichnet werden. Bei zu hohen Luftschadstoffwerten dürften dann nur noch Fahrzeuge mit blauer Plakette in die Umweltzonen einfahren. Dies würde zu einer deutlichen Abnahme der Stickstoffdioxidbelastung in den hochbelasteten Städten und Gemeinden führen. In vielen Städten sogar direkt zu einer Einhaltung der Grenzwerte. Das belegen Gutachten der zuständigen Regierungspräsidien. Die Zuständigkeit für die Einführung der blauen Plakette liegt allerdings bei der Bundesregierung und die hat sich bislang nicht in dieser Sache bewegt. Durch die nun angekündigte Klage der Europäischen Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof wird sich das vielleicht ändern – zumindest hoffe ich das sehr!

Angenommen, es kommt zu Dieselfahrverboten in und um Stuttgart: Wird es Ausnahmen für Reisemobil-Touristen und/oder Anwohner mit Reisemobil geben?

Wir wollen allen Bürgerinnen und Bürgern ein attraktives Mobilitätsangebot bieten. Die geplanten Verkehrsbeschränkungen haben nicht den Verlust von Mobilität, sondern die Einhaltung der Luftschadstoffgrenzwerte zum Ziel – und das schnellstmöglich, um die Gesundheit aller nicht länger zu belasten. Für die Nutzung von Wohnmobilen zu Urlaubszwecken während der potenziellen Fahrverbote ist im derzeitigen Entwurf des Luftreinhalteplans für Stuttgart die Möglichkeit einer Ausnahme angedacht.

Warum werden gerade die Dieselmotoren strenger behandelt als andere Verbrennungsmotoren?

Wie schon erwähnt ist der Hauptverursacher der hohen Luftschadstoffwerte der Straßenverkehr. Nach Analysen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz wissen wir, dass dieser allein für etwa 77 Prozent der Stickstoffdioxidbelastung an der Messstelle „Am Neckartor“ verantwortlich ist. Vor allem die Emissionen aus Auspuffen der Dieselfahrzeuge tragen zu diesen hohen Stickoxidbelastungen maßgeblich bei. Fahrzeuge mit Ottomotor weisen hingegen deutlich geringere Stickstoffoxid-Emissionen auf. Daher müssen mögliche effektive Verkehrsverbote zuerst bei den Dieselfahrzeugen ansetzen.

Achtung Falle: Umweltplakette und Euro-Norm

Der Einbau eines Rußpartikelfilters ist für ältere Dieselmodelle meist der einzige Weg, um eine grüne Umweltplakette zu bekommen. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist allerdings, dass sich durch den Rußfiltereinbau auch die Euro-Norm des Fahrzeugs ändert. Das ist nicht der Fall. Durch die Nachrüstung ändert sich nur die Partikelminderungsklasse, die letztendlich für die Vergabe der Umweltplaketten maßgeblich ist.

Rußfilter nachrüsten bei WohnmobilenGeschlossene Gesellschaft in Umweltzonen

Auch im Ausland hängt die Vergabe der Umweltplaketten meist von der Euro-Norm ab. Sie definiert auch die Steuerklasse des Fahrzeugs sowie die Höhe der Go-Box-Maut in Österreich für Reisemobile über 3,5 Tonnen. Wer dank eines nachgerüsteten Rußpartikelfilters eine grüne Umweltplakette erhalten hat, darf nicht den Fehler begehen und für sein Fahrzeug die Euro-4-Klasse reklamieren. Die österreichische Maut-Gesellschaft Asfinag zeigt sich in dieser Hinsicht wenig kulant: Es drohen empfindliche Nachzahlungen.

Fazit

Kommentar von Anne Mandel: Babylonisches Zonen-Gewirr

Über den Sinn oder Unsinn von Umweltzonen lässt sich zwar trefflich streiten – außer Frage steht allerdings, dass gegen schlechte Luft Maßnahmen ergriffen werden müssen. Diese Erkenntnis hat sich inzwischen auch bei vielen Regierungen und regionalen Verwaltungen durchgesetzt. So verschrien die Regulierungswut der EU auch sein mag: Hier wäre sie endlich einmal wünschenswert. Stattdessen kocht jedes Land sein eigenes Süppchen, das Nachsehen hat der Reisemobilfahrer, der sich bald eine ganze Plaketten-Armada an die Windschutzscheibe kleben soll. Maßnahmen zur Luftreinhaltung? Ja, bitte! Aber ein europaweites Konzept dazu ist überfällig.

Neuester Kommentar

Der Link nach Frankreich führt zu einer Seite, wo die Plakette viel zu teuer ist. Über ADAD-Link gehts direkt nach Frankreich und dann kostet der Spaß 4,80 Euro.

ralfgosch 10. Januar 2018, 18:01 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Heft 02/2017
Heft 02 / 2017 11. Januar 2017 Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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