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10 Nivellierungshilfen für Wohnmobile im Test

Auffahrkeile, Steckplatten oder Luftkissen?

Mit KEILEN UND CO. steht das Reisemobil angenehm eben. Foto: Dieter S. Heinz, Karl-Heinz Augustin 22 Bilder

Da ein ebener Stell- und Campingplatz doch eher zur Minderheit gehört, versprechen Auffahrkeile und Co diesen Makel zu begradigen. Der Test klärt, welche Nivellierungshilfe sich am besten bewährt.

24.10.2016 Benjamin Köbler-Linsner

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Wer sein Wohnmobil ohne Schieflage abstellen möchte, kann auf eine große Auswahl verschiedener Hilfsmittel zurückgreifen. Der Klassiker unter den Nivellierungshilfen ist der Auffahrkeil. Dieser besteht aus Kunststoff und ist als Schräg-, Stufen- oder Rundkeil erhältlich. Seit einigen Jahren werden im Campingfachhandel aber auch immer mehr Alternativen angeboten. Darunter Steckplatten und Luftkissen. Auch mit der Faltrampe Uniko 6in1 lässt sich das Wohnmobil nivellieren. 

promobil hat insgesamt zehn Nivellierungshilfen getestet und unabhängig von deren Kategorie miteinander verglichen. Denn sie dienen alle demselben Zweck: einen ebenen Stand zu erreichen. 

Welche Nivellierungshilfe fürs Wohnmobil ist am besten?

Den Praxistest führten wir mit dem aktuellen Dauertestwagen, einem Knaus Van I, durch. Der 3,5-Tonner wurde unbeladen in Hanglage nivelliert. Der Untergrund aus Rasengittersteinen, die sich häufig auf Stellplätzen finden, simuliert typische, wechselnde Gripverhältnisse. 

Schnell machten sich die Auffahrkeile mit ihrer einfachen Handhabung bei den Testern beliebt. Die Keile werden lediglich unter die zu anzuhebenden Räder gelegt, schon kann die Schieflage ausgeglichen werden. Anders verhält es sich bei Luftkissen und Plattensystemen: Sie erfordern mehr Aufwand, da sie zusätzlich aufgeblasen bzw. zusammengesteckt werden müssen. 

Schon beim Auffahren zeigen sich grundlegende Unterschiede zwischen den einzelnen Keilarten. Während das Wohnmobil ohne übermäßigen Widerstand auf die Schräg- und Rundkeile rollt, überwindet es die einzelnen Ebenen der Stufenkeile oft nur mit einem kräftigen Ruck. Mit Ausnahme des Level-Up-Kits, das sich, nicht allein wegen der sanftesten Auffahrt, den Testsieg sichert.

Im Fritz-Berger-Katalog wird das aus zwei Keilen, Bremsstopper und Auffahrhilfe bestehende Set als Berger-Produkt gelistet – tatsächlich kommen die grauen Keile aber aus dem Hause Fiamma. Die Übergänge zwischen den drei Stufen sind so flach, dass der Reifen wenig Widerstand überwinden muss. Die mitgelieferten Bremskeile haben sich im Test als überflüssig entpuppt. Denn wird die Handbremse fest angezogen, steht der Reifen auch ohne zusätzliche Blockade fest auf den ausreichend großen Ebenen. 

Um maximal zehn Zentimeter kann das Wohnmobil mit den Berger-Keilen angehoben werden. Das ist zwar im Vergleich zu den anderen getesteten Produkten kein Spitzenwert, aber auf den meisten Stellplätzen ausreichend. 

Welche Nivellierungs-Hilfen sind alltagstauglich?

Wichtiger als Höhe ist im täglichen Einsatz die Handhabung. Hier zeigen sich bei Platten und Luftkissen Vor- und Nachteile. Einerseits gelingt das Ausgleichen auch Einsteigern problemlos. Andererseits müssen die Valterra Stackers und die Platten Stacka Level von Milenco zunächst in gewünschter Höhe zusammengesteckt werden. Das gestaltet sich bei den Valterra-Platten leichter, da sie wie übergroße Legosteine beschaffen sind und gut aneinander haften. Die Milenco-Platten müssen dagegen genau aufeinander geschoben werden, damit die einzelnen Bausteine ineinander greifen.

Das vielseitigste Produkt im Test ist das Uniko 6in1. Es dient als Traktionshilfe, Auffahrrampe und Nivellierungshilfe. Außerdem kann es in unterschiedlichen Höhen zur Nivellierung verwendet werden. Die Handhabung ist jedoch nicht ganz ungefährlich, da das Profil sehr scharfkantig ausfällt. Der Gebrauch der mitgelieferten Griffe ist wenig komfortabel. 

Enttäuscht haben dagegen die schwersten Keile im Test. Bevor die Reifen auf die Milenco Quattro gerollt sind, haben sie die über vier Kilo schweren Keile zunächst einige Zentimeter vor sich hergeschoben. Bei der Begutachtung gab es eine Überraschung: Die Profilstege der sehr stabil anmutenden Milenco-Keile waren verbogen – obwohl die Keile für 1500 Kilo pro Rad ausgelegt sind. Auch der 33 Euro teure Rundkeil von Froli zeigte schon nach dem ersten Rangieren Abnutzungsspuren am Profil.

Der Härtetest für Haltbarkeit

In der Praxis kann es vorkommen, dass der Reifen über den Keil hinwegrollt. Daher haben wir die Testkandidaten auch dieser Situation ausgesetzt. Die meisten Keile haben die Überfahrt schadlos überstanden. Auch der Testwagen trug keine Blessuren davon. Reimos Ausgleichskeil Strong zeigte klar erkennbare Schäden: Zwei Streben brachen vollständig heraus. Nicht ganz so schlimm, aber dennoch sichtbar machten sich Beschädigungen auch an Frolis Stufenkeil Multi bemerkbar. 

Die richtige Nivellierungshilfe muss zum Reifen passen

Darum sollte bei der Wahl die Breite der Standfläche berücksichtigt werden. Einige Modelle, wie der Ausgleichskeil von Reimo, der Froli-Rundkeil und das Luftkissen Flatjack, werden in zwei unterschiedlichen Größen angeboten. Die jeweils kleinere Ausführung ist nur für 235 Millimeter breite Reifen geeignet, die größere Version bietet auch 255 Millimeter breiten Pneus eine ausreichend große Standfläche. 

Neben dem Hebekissen Flatjack haben wir auch das Luftkissen von Emuk unter die Räder genommen. Dieses zeigt sich stabiler und sinkt unter dem Reifen nicht so stark zusammen. Mit 269 Euro kostet das Emuk-Kissen aber auch etwa doppelt so viel. 

Als Fazit gilt: Reisemobilist, bleib bei deinen Keilen. Wer auf Preis und Handhabung Wert legt, steht auf dem Berger-Level-Up-Kit am besten. Luftkissen eignen sich insbesondere für Alleinreisende. Und es lohnt sich, den höheren Preis in das hochwertigere Kissen von Emuk zu investieren.

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Heft 10/2016
Heft 10 / 2016 14. September 2016 Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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