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Insektenentferner fürs Wohnmobil

Weg mit dem Dreck

Bei hartnaeckigem Insektenschmutz ist das Reinigen mit Wasser und Schwamm aufwendig. Foto: Dino Eisele 18 Bilder

Wenn die Wohnmobil-Frontscheibe einem Fliegenfriedhof gleicht, wird die Reinigung mit Schwamm und Wasser oft aufwendig. Insektenentferner sollen helfen. Wir testen zehn spezielle Insektenentferner.

23.10.2015

Manche Insekten sind Freud und Leid zugleich. Sie bestäuben Blüten und halten unser Ökosystem in Gang. Mitunter gehen sie uns aber auch gehörig auf die Nerven. Aus Sicht der Camper besonders, wenn ihre Überreste die Frontpartie des Reisemobils überziehen.
Ignorieren sollte man den Fliegendreck nicht, sondern möglichst schnell entfernen. Ansonsten wird die Mischung aus Eiweiß und dem Chitin-Panzer der Insekten innerhalb kurzer Zeit richtig fest. Die Motorabwärme und Sonneneinstrahlung brennen sie mitunter sogar in die obere Klarlackschicht oder die Pulverbeschichtung ein. Ausschlaggebend dafür ist die sogenannte Glasübergangstemperatur, ab der der Lack weich wird. Sie variiert von Mobil zu Mobil. Von der Windschutzscheibe sollten die kleinen Tierchen runter, bevor ihre Krusten die Wischergummis beschädigen.

Hilfe gegen Insekten und co.

Doch ein Schwamm und Wasser mit Reinigungsmittel helfen gegen solchen Schmutz oft nur mit viel Einsatz. Selbst spezielle Waschanlagen für Reisemobile tun sich schwer. Sanfte Textilbürsten schonen zwar den Lack, reinigen aber nicht immer gründlich.

Über den Insektenentferner von Würth ist in diesem Punkt keine Aussage möglich. Da der Reiniger nur an Fachpersonal abgegeben werden darf, stehen auf dem Etikett keinerlei Informationen zu den Inhaltsstoffen. Da über Zwischenhandel im Internet jeder an das Produkt gelangen kann, sollte Würth hier nachbessern. Die gemessenen pH-Werte liegen allesamt im unkritischen Bereich. Kein Mittel überschreitet die Grenze von 11,5 und ist als ätzend einzustufen. Allerdings zeigt der Test, dass man mit den Reinigern nicht allzu sorglos hantieren sollte, denn einige hinterlassen bei der Prüfung Spuren an den verschiedenen Materialien. So erzeugt der Insektenentferner von Armor All bei längerer Einwirkzeit derartige Spannungsrisse im Polycarbonat, dass der Kunststoff zerbricht. Scheinwerfer- und Blinkerabdeckungen bestehen oft aus diesem Material. In Fugen oder Kanten kann sich im Alltag die Flüssigkeit sammeln und Schäden verursachen. Dies ist ein Grund, warum der Armor-All-Reiniger im Test Schlusslicht ist. Die Proben bei Liqui Moly, Nigrin und Sonax zeigen nach drei Stunden Einwirkung ebenfalls kleine Spannungsrisse. Daher sollte auf jede Anwendung eine gründliche Autowäsche folgen.

Positiv überrascht dagegen die Lack-Materialverträglichkeit. Weder bei 25 Grad Celsius Raumtemperatur noch bei 80 Grad wie bei starker Sonneneinstrahlung greifen die Reiniger die Farbschicht an. In der Praxis kann es dennoch Probleme geben, denn nicht alle Oberflächen sind gleich. Insbesondere Reparaturlacke haben teils andere Eigenschaften und sind empfindlicher. Deshalb gilt generell die Empfehlung, die Insektenentferner nur auf abgekühlten Oberflächen und nicht in der prallen Sonne zu verwenden. Derartige Hinweise schreiben fast alle Hersteller auf die Verpackung. Lediglich Armor All verzichtet darauf.

Die übrigen Anleitungen und Hinweise auf den Etiketten sind korrekt und vollständig. Allerdings geben nicht alle Hersteller eine genaue Einwirkzeit an. So zeigen sich im Umgang einige Unterschiede. Während der Liqui-Moly-Reiniger 5 bis 15 Minuten einwirken soll, genügen den anderen Mitteln bereits wenige Minuten. Auch die Konsistenz variiert. Vorteilhaft sind unter anderem zähflüssige Reiniger, die gut an der Karosserie haften und nicht so schnell antrocknen, sondern den Schmutz gut aufweichen (Dr. Wack, Liqui Moly, Nigrin, Sonax). Ebenfalls angenehm sind Produkte, die fein zerstäuben und sich gut auf der Oberfläche verteilen (Dr. Wack, Michelin, Shell, Würth). Praktisch ist die auffallend orange Farbe des Dr.-Wack-Reinigers, da er so zielgerichtet aufgesprüht werden kann.

Beim Thema Preis lässt sich keine eindeutige Tendenz feststellen. Während der Michelin-Reiniger aufgrund nachwachsender Rohstoffe mehr kostet, ist das fast gleichwertige Sonax-Produkt am günstigsten.

So testen auto motor und sport und promobil

Spezielle Insektenentferner können nachhelfen. Vor der Wäsche aufgesprüht, egal ob vor der Handwaschbox oder der Waschstraße, weichen sie die Insektenüberreste ein und lösen diese von der Karosserie.

Wie effizient sie sind, haben die beiden Magazine auto motor und sport und promobil mit dem Labor des Reinigungsgeräteherstellers Kärcher geprüft. Dafür wurden an Tankstellen, im Baumarkt, im Autozubehörhandel und im Internet zehn Produkte aus verschiedenen Preisklassen eingekauft.

In puncto Reinigungswirkung überzeugen nicht alle. Sowohl unter Laborbedingungen als auch im Praxistest an mehreren verschmutzten Fahrzeugen entfernen einige Reiniger nur mit Mühe zwei Drittel des Schmutzes. Am schlechtesten schneidet in diesem Kapitel der RS 1000 Insektenlöser ab. Die beste Leistung erzielt der Michelin-Insektenentferner.
Ein Lob verdient er zusätzlich für das EU-Ecolabel, das nur vergeben wird, wenn nachweislich keine umweltschädlichen Stoffe enthalten sind. Andere Produkte können dagegen zu gesundheitlichen Problemen führen. Zwar erzielt das Produkt von Sonax vor allem im Praxistest gute Ergebnisse, die enthaltenen Limonene können aber Allergien auslösen. Auch die Mittel von Aral, Armor All und Dr. Wack können in verschiedener Form der Gesundheit schaden.

Fazit

Nicht vollständig überzeugend

Kein getesteter Insektenentferner reinigt zu 100 Prozent. Trotz Chemie müssen wir zusätzlich zu Schwamm oder Hochdruckreiniger greifen oder eine Waschanlage bemühen. Acht von zehn Produkten erleichtern die Arbeit aber spürbar. Auch die Hausmittel überzeugen.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
promobil Heft 10/15
Heft 10 / 2015 16. September 2015 Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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