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Außenbeleuchtung für Wohnmobile im Test

Campinglampen für jeden Zweck

Wohnmobil mit ausgefahrener Markise Foto: Andreas Becker, Ingolf Pompe 23 Bilder

Ob tragbar oder fest an Aufbau oder Markise montiert: Die richtige Beleuchtung ist auch vor dem Wohnmobil Pflicht. Mit diesem Ratgeber findet jeder Camper die passende Lampe für sein Bedürfnisse.

16.09.2016 Benjamin Köbler-Linsner

Grillen zirpen, eine Nachtigall singt; die Stimmung ist idyllisch. In einer warmen Sommernacht sitzen Urlauber gerne länger vor dem Wohnmobil und lassen den Tag ausklingen. Unverzichtbar ist im Dunklen eine gute Campinglampe. Aber Achtung: Wer nur auf den hellsten Strahler setzt, findet die optimale Erleuchtung nicht. Moderne Beleuchtung muss nämlich mehr können, als hell zu sein. Im promobil-Test zeigen fünf unterschiedliche Campinglampen ihre individuellen Stärken und Schwächen. Denn wie gut ein Licht ist, lässt sich nicht pauschal beurteilen. Wie so oft hängt auch bei den Lampen die Bewertung vom Einsatzzweck ab. So muss eine Leselampe andere Kriterien erfüllen als eine großflächige Beleuchtung für die Markise. Ausleuchtung, die Lichtfarbe sowie Bedienung und Zusatzfunktionen unterscheiden sich stark. 

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pro 09/2015 Campinglampen im Test
Promobil 09/2016
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Wer will, kann die Beleuchtung auch direkt an der Außenwand des Wohnmobils anbringen. Neben fünf kompakten Campinglampen haben wir daher auch drei LED-Streifen für die Markise getestet.

1. Markisenbeleuchtung 
Passend zu gängigen Markisen bieten die Hersteller eigene Lichtsysteme für ihren Sonnenschutz an. Von Thule und Dometic gibt es LED-Bänder, die direkt mit dem Markisenkasten verklebt werden. Fiamma stattet seine Markisen F45S und F45L von vornherein mit einer Nut aus, in die die Lichtleiste Awning Case eingezogen werden kann. Die Montage der Beleuchtungen sollte ein Fachmann durchführen, da die LED-Streifen an den Stromkreis des Reisemobils angeschlossen werden. Zudem muss das Stromkabel durch die Aufbauwand ins Fahrzeuginnere geführt werden. Einmal installiert, können die Beleuchtungen dauerhaft an der Markise verbleiben. Die drei getesteten Lichtsysteme kosten zwischen 100 Euro und 170 Euro und haben unterschiedliche Lichtfarben. Den Bereich vor dem Mobil erhellen alle drei Systeme milde, aber gleichmäßig. Zum Lesen sollte eine zusätzliche Lichtquelle vorhanden sein. 

2. Campinglampen 
Soll ein Campingtisch ausgeleuchtet werden, reicht eine mobile Campinglampe. Diese sollte über eine große Fläche hinweg möglichst gleichmäßig strahlen. Den hoch aufragenden Lampen gelingt das am besten. So leuchtet die Campingaz Lumostar Plus problemlos einen 150 x 80 Zentimeter großen Tisch aus. Mit ihrer weiten Abstrahlung stellt die Gaslampe alle LED-Leuchten aus dem Testfeld in den Schatten. Knapp darauf folgt die große Coleman Twist+ 300. Diese Lampe hat in 20 Zentimetern Abstand mit 311 Lux die größte Helligkeit, bricht aber bei 40 Zentimetern auf 39 Lux ein, was durch dunkle Tischränder sichtbar wird. Auch die Solarlampe von Carbest zeigt, dass starkes Licht nicht unbedingt weit leuchtet: Bei einer Helligkeit von 12 Lux in 40 Zentimetern Abstand zur Lampe liegen die Tischränder fast völlig im Dunklen. 

Als Tischlampen eher ungeeignet sind die Kompaktleuchten von Quechua und Coleman. Dafür entfalten diese beiden Modelle ihre volle Lichtleistung, wenn sie kopfüber von der (Markisen-)Decke hängen. Dann strahlen die Lampen nicht nur zur Seite, sondern auch nach unten. Nützlich sind Hängelampen beim Kartenspielen und Lesen. 

3. Lichtfärbung 
Neben der Lichtmenge ist auch die Lichtfarbe ein Auswahlkriterium beim Lampenkauf. Denn die Färbung des Lichts beeinflusst Stimmung und Wohlbefinden. Im Vergleich leuchten die Coleman Pack-Away Pocket und die Quechua BLX 300 mit ihrem weißen Licht sehr neutral. Das ist von Vorteil beim Lesen und Arbeiten. 

Eine starke Blaufärbung zeigt sich bei der Laterne von Carbest.Dieses kalte Licht kann den Schlafrhythmus stören. Studien belegen, dass uns der Kontakt mit blau gefärbtem Licht schlechter einschlafen lässt, da der Körper geringere Mengen des Schlafhormons Melatonin produziert. Abendliche Entspannung stellt sich im Urlaub am ehesten durch ein warmes gelbliches Licht ein, wie es die Campingaz-Laterne abstrahlt. Aber: Eine zu starke Lichtfärbung ist sicher nicht jedermanns Geschmack. 

4. Bedienung 
Das ausgewogenste Licht hilft wenig, wenn sich die Leuchte nur umständlich bedienen lässt. Hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit sind LED-Lampen die Favoriten. Mit einem Knopfdruck beginnen sie in der Regel zu leuchten. Bei der Twist 300+ hat sich Coleman eine ungewöhnliche, aber clevere Lösung einfallen lassen: Der Tragegriff fungiert gleichzeitig als Drehschalter. 

Bei der Gaslampe von Campingaz muss vor der ersten Verwendung ein Glühstrumpf eingesetzt werden, der zunächst einmal vorglühen muss. Die Kompaktlampen Coleman Pack-Away Pocket und Quechua BLX 300 besitzen einen Aufhängehaken mit Clip. Damit können sie am Gestänge von Vorzelt oder Markise befestigt werden. Auch Schnüre oder Äste eignen sich dafür. 

5. Zusatzfunktionen 
Moderne Campinglampen bieten vermehrt Funktionen, die über die Lichtquelle hinausgehen. So lassen sich die Leuchte von Carbest und die große Coleman-Laterne als Stromspeicher für Smartphones und Tablets verwenden. Ein USB-Anschluss bietet eine Schnittstelle, über die elektrische Energie übertragen werden kann. Die Stromentnahme vermindert allerdings die Leuchtdauer der Lampe. 

Bei der Carbest-Leuchte ist der Effekt dagegen nur halb so schlimm: Mit dem Solarpanel lädt sich die Lampe bei Sonnenbestrahlung auf. Die Coleman-Leuchte lädt zwar nicht autark, schützt ihren Akku aber vor ungewollter Entladung: Über den sogenannten Battery Lock kann der Akku abgekoppelt werden. Dadurch werden selbst kleinste Stromentnahmen im Stand-by-Betrieb unterbunden. Das verhindert, dass Reisemobilisten abends überraschend im Dunklen sitzen.

So testet promobil 

Diesen Lampentest führte promobil in einem vollständig abgedunkelten Fotostudio durch. Ein durchschnittlich großer Campingtisch wurde dafür mit zwei Maßbändern versehen. Die Lichtstärke haben wir mit einem Luxmeter gemessen, dazu legten wir das Gerät in verschiedenen Abständen auf den Tisch und notierten die Helligkeitswerte. Die Lichtverteilung haben wir fotografisch festgehalten, indem die Ausleuchtung mit manuell eingestellter Belichtung aufgezeichnet wurde. Außerdem wurde jede Lampe vermessen und gewogen. Sämtliche Funktionen der einzelnen Lampen listeten wir im Rahmen des Tests auf. Für die abschließende Bewertung bezogen wir die Qualität der Verarbeitung, Handhabung und die Standfestigkeit der Lampen ins Gesamtergebnis mit ein.

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promobil Heft 09/2016
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