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30 Jahre promobil 2003-2013

Wohnmobil-Trends im 21. Jahrhundert

Bürstner Delfin Foto: Andreas Weise 17 Bilder

Wichtiges Thema in der Ausgabe zum 20. promobil-Geburtstag: ein kurzer fünfter Gang für den Fiat Ducato. Sonst scheint sich an der Basis nicht viel zu bewegen.

12.03.2013 Ulrich Kohstall

Es ist die Ruhe vor dem Sturm. 2003 erscheint der neue VW T5 mit California-Ausbau unter hauseigener Regie. Der bisherige Ausbaupartner Westfalia kontert mit dem Marco Polo auf Basis des ebenfalls neuen Mercedes Vito.

Harte Konkurrenz: Fiat Ducato, Ford Transit und Mercedes Sprinter

Ford startet eine Offensive für den Transit. Das für Wohnmobile modifizierte Chassis gelangt bei namhaften Marken wie Dethleffs, Eura Mobil, Hobby oder Hymer ins Programm. Renault schickt den gelifteten Master ins Rennen, der sich bei Bürstner zum schicken Delfin entwickelt, bei Knaus zum Sun TI mit Glasdach im Bug.

Die Hersteller suchen eine Alternative zum Ducato, dessen Modellwechsel sich ankündigt. 2006 schlägt der Marktführer zurück. Fiat revolutioniert den Ducato, dessen Design erstaunt, aber letztlich gut ankommt. Doch die Wettbewerber lassen nicht locker. Nahezu gleichzeitig wird der Ford Transit überarbeitet und ein Nachfolgemodell für den Mercedes Sprinter vorgestellt.

Die beliebteste Wohnmobil-Aufbauform: Teilintegrierte

Der Wettstreit um die beliebteste Aufbauform ist inzwischen entschieden: Teilintegrierte liegen an der Spitze. Zuwächse verzeichnen aber auch Campingbusse, insbesondere im Pössl-Segment.

Beflügelt von wachsenden Zulassungszahlen werden die Hersteller in der Mitte des vergangenen Jahrzehnts experimentierfreudig. Hymer baut den Kompakt-Integrierten Exsis. Knaus will mit dem extravaganten C-Liner punkten. Eura Mobil versieht den Terrestra I mit einer gewagten Front. Der Bürstner Mega Van gibt Denkanstöße für Teilintegrierte. Mit knallroten Fahrerhäusern bringt Dethleffs kräftig Farbe ins Spiel.

Wohnraum-Design im Wohnmobil wird immer wichtiger

Zur gleichen Zeit nehmen sich Designer die Wohnräume vor. Die Möbel umschmeicheln mit fließenden Linien, Gläservitrinen, Chrom und Lichteffekten. Was vielleicht noch wichtiger ist: Die Grundrisse sind im Wandel. Schon früh baut man etwa bei TEC Halbdinetten ein. So verbinden sich Wohnraum und Fahrerhaus.

Der gewonnene Raum kommt den Liegeflächen zugute. Längseinzelbetten sind gefragt. Wer es kuschelig mag, wählt ein Queensbett. Ab 2008 macht der Bürstner Quadro, später Ixeo, das Hubbett im Teilintegrierten populär.

Gewichtreduzierung: Carthago, LCM und TEC gehen voran

Der Zuwachs an Komfort und Ausstattung, nicht zuletzt durch Kühlschränke im Haushaltsformat, erhöht das Gewicht. Andererseits sind die Käufer zunehmend auf 3,5-Tonner fixiert. Die Lösung? Carthago entwickelt 2008 mit dem Chic C-Line ein Leichtbaukonzept. LMC und TEC realisieren Sechs-Personen-Alkovenmobile für die 3,5-Tonnen-Klasse.

Die Aufbautechnik gerät in den Blick. Hochwertige Aufbaumaterialien kennt man in der Luxusklasse schon länger. Die Innovation gelingt Concorde 2005 mit dem Charisma. Sein nach oben und nach vorne versetztes Fahrerpodest erlaubt ein großes, ebenes Wohnzimmer. Er wird zum Vorreiter der Liner-Welle, die 2008 Dethleffs und Hymer erfasst und 2010 die Marke Morelo hervorbringt.

Luxus- oder Spartrend?

Doch es gibt auch Gegentrends: Inspiriert durch den Erfolg italienischer Marken wie McLouis, gründet die Hymer-Gruppe zunächst die Marke Sunlight, kurz darauf Carado. Knaus widmet Weinsberg zum Preisbrecher um. Eine folgerichtige Entscheidung, denn günstige Modelle erweisen sich ebenso wie Liner in den zulassungsschwachen Jahren 2009 und 2010 als krisenfest.

Inzwischen gehen die Neuzulassungen wieder nach oben. Im Wohnmobilangebot hat die jüngste Wirtschaftskrise aber bis heute Spuren hinterlassen. Wenig gefragte Modelle und Grundrisse fielen aus dem Programm. Bei Neuentwicklungen vermeiden viele Hersteller Experimente. Falls es jemals an kreativen Ideen fehlen sollte: Ein Rückblick auf die bewegten 30 Jahre, die hinter uns liegen, kann inspirierend sein.

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