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Elnagh Magnum 30 im Test.

Mailänder chic

Test, Elnagh Magnum 30 Foto: Konstantin Tschovikov 11 Bilder

Mit dem Elnagh Magnum kann man sich wieder sehen lassen. Die Mailänder Marke ist zurück auf dem Laufsteg der Integrierten.

25.04.2011 Jürgen Bartosch

Magnum - so hießen die Aushängeschilder des Modellprogramms damals wie heute. Mit grinsendem Kühlergrill und zu freundlich zwinkernden Augen vereinten Rundscheinwerfern haben die Elnagh-Designer wirklich ein eigenständiges Gesicht in der stattlichen Menge der Integrierten entworfen. 

Erst auf den zweiten Blick ist damit erkennbar, dass der Magnum in konstruktiver Verwandtschaft zu den Baureihen K-Yacht und Nevis der Schwestermarken Mobilvetta und McLouis steht. Wer einen Queens- oder Stockbettengrundriss vorzieht, wird dort fündig. Der Magnum konzentriert sich auf Quer- oder Einzelbetten wie im Testmodell 30.
Die kontrastreiche Möblierung in dunklem Holzdekor und uniweißen Flächen lehnt sich an den Interieurstil edler Yachten an, zumal mit der optio-nalen Lederausstattung. Gerne lässt man sich in die Sitzlandschaft plumpsen und seinen Blick schweifen, über Lederapplikationen, Spiegelflächen und dezente LED-Beleuchtung. Eine Zwischentür trennt den Ausbau in Privat- und Gästezone. Sie trägt einen schlanken, hohen Spiegel, der sich nicht nur beim Ankleiden nützlich macht, sondern auch geschickt die dunkle Holzdekor-Phalanx in diesem Bereich optisch aufbricht.
Klare Kanten und elegante Rundungen setzen reizvolle Akzente im Ausbau. Dies kann aber kaum als Rechtfertigung dienen, dass manche Möbelflächen so scharfkantige Umleimer tragen, dass man sich die Finger daran aufreißt. Insgesamt hinterlässt der Möbelbau einen etwas zwiespältigen Eindruck. Hochwertige Beschläge wie die soliden Metallscharniere mit Gasdruckaufstellern in den Hängeschränken kontrastieren mit sichtbaren Fräs- und fehlenden Rüttelkanten. Nicht nur hier sollte die Verarbeitungsqualität - gemessen am Testfahrzeug aus der Vorserie - noch spürbar zulegen.

Schick und geschickt darf sich die Winkelküche nennen, etwa mit der weißen GfK-Arbeitsplatte, die ein großes Spül-becken, eine praktische Abtropffläche und eine Sielkante eingeformt hat. Schubladen und Fächer mit Korbauszug neh-men einiges an Kochutensilien auf. Einen Besteckkasten würde man in dieser Klasse aber schon erwarten, und eine Elektrozündung für den Drei-flammkocher wäre auch nicht fehl am Platz. Auf die wenig wirksame Dunstabzugshaube könnte man dagegen verzichten, zumal mit der serienmäßigen Ventilatordachhaube. Die große Back-Gefrier-Kühlkombi gegenüber der Küche komplettiert das Ensemble.

Dank der großen Ablage lässt sich das Frühstück auch wunderbar zwischen den Einzelbetten im Heck anrichten. Aufstellbare Lattenrostkopfteile wären dazu eine tolle Ergänzung. Ansonsten sind die Kojen nett hergerichtet mit Kissen und Stoffspiegeln. Für Groß-gewachsene mangelt es allerdings etwas an Länge, und der Auf- und Abstieg fiele leichter, wenn die Stufen tiefer, weniger scharfkantig und im Idealfall beleuchtet wären.


Vor den Betten stehen Bad und Dusche links und rechts des Gangs Spalier. Die Brausekabine ist komplett aus Kunststoffteilen gefügt, die viele Ablagen und sogar ein kleines Sitzbänkchen eingeformt haben. Sie eskortieren das Wasser zuverlässig in Richtung des allerdings alleinstehenden Ablaufs. Die Bewegungsfreiheit ist gut, an der Stehhöhe hapert es. Ähnliches gilt auch fürs Bad wo beim Eintreten ebenfalls eine Stufe zu erklimmen ist.
Das Edelstahlwaschbecken und reichlich Chrom-accessoires sind hilfreich und schön. Unter- und Hängeschrank stellen vergleichsweise viel Stauraum bereit. Dafür ragt das Hängemöbel aber unangenehm weit in den Kopfraum hinein.
Unter den Bettenden verwahren zwei geräumige Kleiderschränke mit integrierten Regalfächern ein ordentliches Klafter Bügelware. Mit nur drei Hängeschränken sieht es ansonsten beim Stauraum etwas mau aus. Alles Sperrige - mit vier Personen vielleicht auch eine Tasche mit Ersatzwäsche -  kommt in der geräumigen Garage unter. Mit der beigelegten Schiene lässt sich auch ein Motorroller verstauen - Verzurrösen fehlen dagegen. Nicht nur mit Roller ist das Vier-Tonnen-Chassis allerdings Pflicht.
Beim Fahren gibt sich der Magnum relativ unproblematisch. Eine schwarze oder dunkelgraue Armaturenbrettverlängerung - statt Hellbraun - sollte aber lästige Spiegelungen in der Frontscheibe ver-meiden - und wäre vielleicht sogar noch schicker.

Die Baureihe: Elnagh Magnum

Preis: 59.583 Euro
Basis: Fiat Ducato
Längen: 7,18 - 7,44 m
Gesamtgewicht: 3500 - 4000 kg
Modelle: Die beiden Modelle sind bis auf die Heckaufteilung - Doppelbett quer oder Einzelbetten längs - identisch. Weitere Varianten finden sich bei den Schwesterbaureihen Mobilvetta K-Yacht und McLouis Nevis.

Fazit

Beim Testfahrzeug aus der Vorserie haperte es noch deutlich an der Verarbeitungsqualität. Dem attraktiven Auftreten und stimmigen Konzept des Magnum ist nur zu wünschen, dass sich das in der Serienproduktion spürbar bessert.
Dann kann sich der Elnagh im Gerangel auf dem Laufsteg der Mittelklasse-Integrierten ohne weiteres behaupten. Mit Mailänder Eleganz - außen wie innen – bietet er eine ansprechende Alternative.

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