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Chiptuning bei Wohnmobilen

Mehr PS für den Fiat Ducato Multijet

Test: Ducato-Tuning Foto: Ingolf Pompe, Jürgen Bartosch 6 Bilder

Chiptuning hilft lahmen Motoren auf die Sprünge und verbessert den Drehmomentverlauf. Manche Wohnmobile kommen so besser den Berg hoch. Allerdings birgt das Tuning auch Gefahren für den Motor.

24.02.2017

Als Chiptuning bezeichnet man die Modifizierung von Kfz-Motoren durch nachträgliche Änderung der Steuerung. Bei Campingfahrzeugen mit älteren und langsameren Motoren wendet man die Leistungssteigerung an, um ihnen mehr PS und mehr Drehmoment zu verleihen. Dank des Chiptunings steigert sich die Leistung eines Fiat Ducato (mit 130 PS) um zusätzliche 30 PS. Dadurch erhält er auch 50 Nm mehr Drehmoment. Bei der Durchführung des Tunings gibt es große Unterschiede: Teuer aber auch qualitativ hochwertiger wird es bei Mechanikern, welche die gesamte Steuerung ausbauen, eine neue Software aufspielen und sie dann später wieder einbauen. Wohingegen ein günstiger Chip aus dem Internet die gleiche Leistung für erheblich weniger Geld anbietet, dann allerdings kein Originalteil ist. 

Mehr Leistung durch Chiptuning

Werkstätten versprechen mit Chiptuning unter anderem das Ausgleichen einer Anfahrtsschwäche, eine optimierte Steuerung des Automatik-Schaltgetriebes und einen verbesserten Drehmomentverlauf. Darüberhinaus wird von manchen Tunern auch ein so genanntes "Eco Tuning" angeboten, das den Verbrauch um 0,5 bis 1 Liter senken soll. 

Tuning lohnt sich beispielsweise bei gebrauchten Wohnmobilen auf Euro 5 Basis. Angenommen Sie finden Ihr gebrauchtes Traummobil: von innen super erhalten, technisch noch top in Schuss, nur der Motor entspricht nicht Ihren Erwartungen. Ein Fiat Ducato Multijet mit 130 PS kann am Berg zum Problem werden, da er schon bei leichter Steigung an Geschwindigkeit verliert. Mit mehr Drehmoment und zusätzliche PS kommen Sie besser und ruhiger gegen Steigungen an und müssen keine Angst haben, den gesamten Verkehr zu blockieren. 

Nicht besonders lohnenswert ist Chiptuning bei den neueren Euro 6 Motoren. Die bekamen zur Einführung schon fünf PS mehr und ein besseres Drehmoment. Auch bei der kleineren Motorisierung hat man beim Euro 6 ein angenehmes Fahrgefühl.

2013 hat promobil das Chiptuning selbst getestet mit einem Hymer B 534 auf Basis des Fiat Ducato Multijet mit 130 PS. Zum Vergleich fuhren wir damals auch mit dem Hymer B 534 mit 150 PS. Das Ergebnis und ob sich Tuning lohnt, finden Sie hier.

Gefahren von Chiptuning

Natürlich birgt Tuning auch einige Risiken für das Fahrzeug, da man die Werkseinstellungen des Herstellers verändert. Meist sind die Folgen des Tunings für die Zukunft des Fahrzeugs nicht absehbar. Es kann passieren, dass der Motor überhitzt und Teile schneller verschleißen. Das Getriebe ist für das maximale Drehmoment des ungetunten Motors ausgelegt und kann einer höheren Belastung auf Dauer nicht standhalten. Der ADAC warnt ausdrücklich vor folgenden Risiken: 

  • nicht funktionierende Steuergeräte, weil die neue Software nicht läuft
  • überhöhte Temperaturen, Einspritzdrücke und Turbolader-Drehzahlen können zu Defekten führen
  • erhöhte Belastung des Antriebsstranges (Kupplung, Getriebe, Antriebswellen, Reifen) und der Bremsanlage; ggf. sind Umbauten und/oder Reifen mit höherem Geschwindigkeitsindex erforderlich
  • Verschlechterung der Abgaswerte
  • Verlust des Versicherungsschutzes, wenn das Tuning nicht in die Fahrzeugpapiere eingetragen und der Versicherung gemeldet wurde

Automobilhersteller und Tuning

Manche Automobilhersteller haben eigene Tuning-Marken. Fiat-Modelle werden beispielsweise von der Firma Abarth getunt. Sie bekommen einen stärkeren Motor und ein schnittigeres Aussehen. Den Meisten von uns dürfte auch die Marke AMG von Mercedes etwas sagen oder Alpina von BMW. Bei den Wohnmobilherstellern gibt es solche Tuning-Marken nicht, doch schaffen hier seriöse Werkstätten Abhilfe. Professionelles Tuning hat allerdings seinen Preis. Es sollte Ihnen deshalb seltsam erscheinen, wenn Chiptuning zu einem Spottpreis angeboten wird.

Das Tuning bestimmter Fahrzeuge wird von manchen Automobilherstellern abgelehnt. Wie der ADAC berichtet, besitzen Motorsteuergeräte dann einen sogenannten "Tuning-Schutz". Damit werden Tuningversuche unterbunden oder für die spätere Beweisführung gespeichert. 

Was beim Chiptuning zu beachten ist:

  • Tuning kann zum Verlust der Hersteller-Garantie oder -Gewährleistung führen. Deshalb empfiehlt es sich einige Jahre abzuwarten, bevor man ein Chiptuning angeht.
  • Investieren Sie Geld und gehen Sie zu einem seriösen Tuner.
  • Haben Sie keine übertriebenen Wünsche, sondern fordern Sie eine maximale Erhöhung Ihrer Motorleistung zwischen 10 und 20 %.
  • Tuning muss in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden.
  • Die Versicherung muss informiert werden.

Anbieter von Chiptuning für Wohnmobile

Preisbeispiel Tec Power

Tec Power arbeitet mit Goldschmitt zusammen und bietet Chiptuning für Wohnmobile mit Fiat Ducato Multijet Basis an. Sie versprechen beim Modell mit 130 PS und 96 kw eine Steigerung von 20 PS und 22 kw, außerdem mehr Drehmoment bei weniger Verbrauch und das alles für 790 Euro.

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