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Winterreifen für Wohnmobile im Vergleichstest

Weiße Entscheidung

Vergleichstest: Sicher durch den Winter Foto: Thiemo Fleck, Ingolf Pompe 10 Bilder

Acht Winterreifen, darunter der brandneue Pirelli Carrier Winter, im Kräftemessen am Polarkreis. Welcher ist der beste für Wohnmobile und ausgebaute  Kastenwagen auf Basis des 15-Zoll-Fiat-Ducato?

13.12.2013 Thiemo Fleck

Qualifizierte Reifentests für Wohnmobile und Camper – die gibt es nur bei promobil. Bis zu dreimal im Jahr rückt die Testmannschaft aus, um für Sie die neuesten und interessantesten Reifenprofile am Markt auf Herz und Nieren zu prüfen. Während etwa die Ergebnisse eines Sommerreifentests bei guter Witterung in rund einer Woche intensiver Fahrversuche hereingefahren sind, erfordert ein Winterreifentest nahezu den doppelten Aufwand. Der Grund: Winterreifen müssen ihre Qualitäten nicht nur auf Schnee und Eis, sondern auch auf nassen Straßen unter Beweis stellen.

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Winterreifen im Test Welcher Winterreifen ist der beste?
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So kommen zu den aufwendigen Winterversuchen in verschneiten Gegenden Europas zusätzlich die vom Aufwand her mit einem Sommerreifentest vergleichbaren Nass- und Trockenversuche im Frühjahr hinzu.

Testfahrzeug 2013: der Ducato mit 15-Zoll-Fahrwerk

Auf dem sehr häufig als Wohmmobilbasis genutzten Fiat kommen im Sommer Pneus der Dimension 215/70 R 15 C zum Einsatz. Bei schwereren Wohnmobilen sind oft auch die speziell für Camper ausgelegten CP-, also Campingreifen, ab Werk montiert.

Gegenüber den für Transporter optimierten C-Reifen (Commercial) sind die CP-Pneus speziell an die Erfordernisse der Wohnmobilnutzung angepasst. Je nach Hersteller wird ein robusterer Aufbau, spezielle Maßnahmen gegen schleichenden Luftverlust oder Standplatten sowie eine Laufstreifenmischung eingesetzt, die eher auf kürzere Bremswege und besten Nassgrip als auf höchstmögliche Kilometerleistung und geringsten Rollwiderstand optimiert ist. Als Winterreifen gibt es jedoch keine CP-Spezifikation. Deshalb empfiehlt Fiat bei Umbereifung des 15-Zoll-Ducato auf M+S-Profile die tragfähigere Dimension 225/70 R 15 C 112 R M+S.

Diese Reifen sind im Rennen: Günstigreifen vs. Markenreifen

Die Auswahl ist groß in diesem Reifensegment. Neben den bekannten Markenherstellern finden sich zunehmend Angebote aus Osteuropa und Asien zu teils verlockenden Preisen. Fünf Markenfabrikate treten gegen drei preisgünstigere Wettbewerber an. Mit dabei der Vorjahrestestsieger, der bewährte Goodyear Cargo Ultra Grip-2: Als einziger im Testfeld verfügt er über ein laufrichtungsgebundenes Profil, das für gute Wasserableitung bei Aquaplaning sorgen soll. Die spezielle Anordnung der Profilblöcke verspricht zudem besonders leisen Lauf. Nicht laufrichtungsgebunden startet der Conti Vanco Winter 2, der Pkw-ähnliches Schnee-Handling, gute Aquaplaningwerte und sichere Nassperformance in die Waagschale wirft.

Eine etwas andere Zielrichtung verfolgt der Firestone Vanhawk Winter: Bei guten Wintereigenschaften verspricht der Lamellenreifen zusätzlich hohe Laufleistung und Dauerhaltbarkeit. Über das Schneeflockensymbol, ein Zeichen für guten Grip auf Schnee, verfügt er jedoch nicht.

Eher im oberen Preissegment bewegt sich der Michelin Agilis Alpin und will mit top Wintereigenschaften, Schneeflockensymbol, kurzen Bremswegen und langer Lebensdauer punkten. Erstmals in einem Reifentest ist der neue Pirelli Carrier Winter mit von der Partie: Mit der vielversprechenden Schneeflocke auf der Seitenwand ist er speziell für den mitteleuropäischen Markt entwickelt und will seine Trümpfe vor allem auf nasskalten Straßen ausspielen. Neu auf dem Markt wird er in diesem Winter zunächst nur in sehr wenigen Dimensionen verfügbar sein.

Den Reigen der weniger bekannten Marken führt Marangoni aus Italien an. Der Maragoni 4 Winter Comm soll beste Wintereigenschaften mit höchster Aquaplaningsicherheit kombinieren. Ein Schneeflockensymbol trägt er jedoch auch nicht.

Weiter geht’s mit dem Maxxis MA-W2 aus Thailand. Die höchste Profiltiefe und der große Negativanteil im Profil sollen Schnee- und Nässeperformance sichern. Die Schneeflocke auf der Seitenwand zeichnet ihn als echten Winterprofi aus. Auf dieses Symbol muss der günstigste Reifen im Test, der Westlake SW 612, verzichten. Mit einer Neuprofiltiefe von 11 Millimetern soll er dennoch gute Traktion auf Schnee und Sicherheit auf Nässe vereinen.

Auf der nächsten Seite lesen Sie den Testbericht. Darin beschreiben wir wie die Reifen auf Schnee, bei Aquaplaning und anderen brenzligen Situationen reagieren.

Fazit

Klar der Conti. Mit ausgezeichneter Winterperformance und guter Sicherheit auf trockener und nasser Bahn schrammt er wegen seiner Defizite im Nassbremsen nur um Haaresbreite an einem „sehr gut" vorbei. Wer sicher unter widrigsten Verhältnissen in alpinen Regionen durchkommen will, findet zum traktionsstarken Vanco Winter 2 kaum eine Alternative. Mehr Fokus auf nasses, kaltes Wetter legten die Entwickler von Michelin, Pirelli und Goodyear. Würde der Winterreifentest allein nach der Nässewertung entschieden, hätte der neue Pirelli die Nase vorn – zusammen mit Michelin und Goodyear der Umrüst-Tipp für eher städtische Regionen.

Wer sparen will, findet auch bei günstigen Marken wie Marangoni oder Westlake Reifen mit akzeptablen Fahreigenschaften. Gute Allrounder, also Reifen mit besten Fähigkeiten auf allen möglichen Untergründen, sind für kleines Geld aber auch heute offensichtlich noch nicht zu haben.

Eine detaillierte Tabelle mit den  Testergebnissen, allen Daten zu Fahrleistungen, Rollwiderstand und dem promobil Gesamturteil finden Sie in der Ausgabe 11/2013. Das gedruckte Heft können Sie in unserem Shop nachbestellen oder Sie können das promobil eMagazine auf ihr Android- oder Apple-Tablet laden.

Übersicht: Winterreifen für Wohnmobile im Vergleichstest
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