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Mercedes Vito/Viano

Energiegeladener Auftritt und viele Varianten – so spielt das neue Doppel Mercedes Vito/Viano.

26.06.2003 Redaktion promobil

Dies soll ein Transporter sein? Die Karosserie des neuen Mercedes Vito springt den Betrachter geradezu an, vom SLK-Küh-lergrill über keilförmige Sicken und Schutzleisten an den Flanken bis zum abrupt abgeschnittenen Heck. Optisch ist der Vito der Sportler unter seinesgleichen. Die bogenförmige Linie der Seitenfenster erinnert an den feinen Kombi der E-Klasse.
In erster Generation trat der Vito als Einheitsauto fast ohne Varianten auf, ergänzt durch die V-Klasse, als Großraum-Pkw positioniert, aber kaum akzeptiert. Unter der kurzen Haube steckten quer eingebaute Motoren und Frontantrieb – irgendwie kein echter Mercedes.
Nach nur knapp acht Jahren ändert der Vito ab Herbst nun die Richtung. Er lockt mit kurzem Radstand (immerhin 3200 Millimeter), mit verlängertem Überhang und mit langem Radstand. Ergibt drei Größen von 4,70 bis 5,20 Meter, kombiniert mit drei unterschiedlichen Dächern – wer bietet mehr? Der Vito II ist nicht nur Sportler, sondern mit seiner neuen Vielfalt Zehnkämpfer, hat dabei die V-Klasse aufgesaugt und in die Busvariante Viano verwandelt.

Doch der Vito zählt weiterhin zur Arbeiterklasse. Es gibt ihn als Kasten und Kombi, die Ladelänge wächst stufenweise von 2,20 bis 2,90 Meter – in Relation zur Gesamtlänge nicht eben üppig. Fahrgestelle bleiben dem Sprinter vorbehalten. Beim Viano übt Mercedes keine Zurückhaltung. Er teilt sich auf in die alltags-, freizeit- und luxusorientierten Linien Trend, Fun und Ambiente. Der Fun folgt mit Klappsitzbank im Heck den Spuren des Freizeitfahrzeugs Vito F. Allen Viano gemeinsam: ein Schienensystem mit 25-Millimeter-Raster im Innenraum zur variablen Aufnahme von Sitzen und Bänken. Der Viano bildet gleichzeitig die Plattform des neuen Marco Polo. Das Reisemobil mit Westfalia-Ausbau nutzt die mittelgroße, knapp fünf Meter lange Viano-Ausgabe. Welch hohen Stellenwert der Marco Polo einnimmt, beweist seine Weltpremiere Ende August auf dem Caravan-Salon – noch vor dem ersten Viano-Auftritt auf der IAA. Auch unter dem identisch geformten Blech finden Vito und Viano zusammen. Das Armaturenbrett nimmt starke Anleihen bei den hauseigenen Pkw. Die bisher klobige Konsole inmitten des Bords wich einem verträglicheren Element, das auch in einem Pkw mit Stern stecken könnte. Mercedes-Fahrer jedenfalls fühlen sich sofort daheim. Vom Vito I sind wenige Dinge geblieben. Die Fußfeststellbremse zum Beispiel, jetzt dank eines deutlich geräumigeren Fahrerhauses endlich ohne Verrenkungen zu bedienen. Oder die Position des Schalthebels unter dem Armaturenbrett, inzwischen üblich in Transportern.

Beim Antrieb geht Mercedes eigene Wege: Längs eingebaute Motoren und angetriebene Hinterräder sind in dieser Gewichtsklasse ungewöhnlich. Mercedes kann sich auf diese Weise großzügig in den Pkw- Regalen des eigenen Hauses bedienen. Ausgerechnet beim Diesel erreicht der Baukasten jedoch Grenzen: Fünfzylinder passen nicht unter die Haube, deshalb beschränkt sich das Angebot auf Vierzylinder mit 2,2 Liter Hubraum und Leistungsstufen von 88 PS, 109 PS und 150 PS. Angesichts der bekannten CDI-Vorzüge ist dies kein wirklicher Nachteil. Und am Horizont steht ein V6-Diesel mit enormen Kraftreserven. V6 heißt bereits jetzt die Formel der Benziner. Der 3,2-Liter ist mit 190 und 218 PS zu haben – die neuen Transporter dieses Jahres stoßen in neue Dimensionen der Motorisierung vor. Die Kraftübertragung übernimmt ein Sechsgang-Schaltgetriebe, alternativ eine fünfstufige Automatik. Damit Vito und Viano sicher zum Stehen kommen, zählen vier Scheibenbremsen, elektronisch geregelte Bremskraftverteilung und ein Bremsassistent zum Standard. In heiklen Situationen greift die Fahrdynamikregelung ESP ein, Serie bei allen Modellen. Darüber hinaus gibt es je nach Variante Frontairbags, Windowbags und neuartige Thoraxbags in den Sitzen. Keine Frage: Mercedes Vito und Viano springen den Betrachter nicht nur optisch an, sondern die Doppelbaureihe macht auch in Konzept und Technik einen weiten Satz nach vorn.

Technische Daten (Stand: Juni 2003) Hersteller: DaimlerChrysler Modell: Viano Marco Polo Basisfahrzeug: MB Viano 2.0 CDI Typ: Campingbus Preis: ab 38373 EUR Sitze mit Gurt: 4 Schlafplätze: 4 Zul. Gesamtgewicht: 3940 kg Länge: 4993 mm Breite: 1901 mm Höhe: 1980 mm Basismotor: Diesel KW: 65 PS: 88

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