Auch als digitale Ausgabe für iPad und Android-Tablets.
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Mit dem Wohnmobil ins Trentino

Tour zum Gardasee und Lago di Levico

Mit dem Fahrrad grüne Ufer entlangradeln, an großen und kleinen Stränden in der Sonne relaxen oder im Wasser planschen Foto: Joachim Negwer 29 Bilder

An Gardasee, Lago di Levico & Co gibt es viele Möglichkeiten. Man kann wilde Surfer bewundern, Boot fahren oder ein entspannt ein Glas Wein trinken. Eine Urlaubsregion, die für jeden etwas bietet.

02.06.2017 Joachim Negwer

Heute ist wieder so ein Morgen: Der Himmel ist blau, die Luft noch kühl und frisch. Vorhersage für den Tag: Sonne und Wolken bis neun Uhr, dann Sonne pur, Regenwahrscheinlichkeit: null Prozent. Sommer liegt in der Luft. Für diese Reise hatten wir uns vorgenommen, jeden Morgen eine kleine Radtour zu machen – und zwar vor dem Frühstück. Mindestens eine halbe Stunde wollten wir radeln, immer direkt vom Stellplatz mit dem Ziel, Umgebung und Hinterland zu entdecken.

Kompletten Artikel kaufen
promobil 05/2017 Besuchen Sie die Region Trentino in Italien
Promobil 05/2017
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 8 Seiten)

Heute morgen starten wir also am Lago di Levico – erst mal bergauf nach Tenna, einem kleinen Ort, der malerisch auf dem Bergrücken zwischen Levico-See und dem Lago di Caldonazzo liegt. Belvedere heißt oben eine Straße, und schon ein paar hundert Meter weiter ist klar, dass dieser Name definitiv nicht Schall und Rauch ist.

Über den Caldonazzo-See blicken wir weit hinüber bis nach Calceranica al Lago. Von den dahinter liegenden Gipfeln der Brenta-Dolomiten verziehen sich gerade die letzten Schleier des Morgennebels. Die Tour führt durch Apfelplantagen, über Dorfstraßen und idyllische Wege am Ufer des Lago di Levico. Das Gute an den E-Bikes ist: Man kann einfach drauflos radeln, auch wenn man kein super-durchtrainierter Mountainbiker ist. Im Zweifelsfall wird die Unterstützung zugeschaltet – und im Notfall sogar auf „high“.

Heute morgen kommen wir nach eineinhalb Stunden Bergtour zurück und haben schon wahnsinnig viel gesehen: das idyllische nördliche Ende des Sees, Levico, dessen Zentrum keine zwei Kilometer vom Stellplatz entfernt liegt. Wir waren schwimmen im See und haben uns ausgeruht am noch leeren Badestrand, der in zwei Stunden wieder brechend voll sein wird. Und wir haben bei einem Straßenhändler Aprikosen und Trauben gekauft und frische, noch ofenwarme Brötchen beim Bäcker – jetzt kann der Tag beginnen, mit einem guten Spätfrühstück vor dem Mobil.

Wir sind unterwegs auf einer Seenrunde durchs Trentino. Bisher rauschten wir immer auf dem Weg in den Süden auf der Autobahn am Trentino vorbei. Eindeutig ein Fehler, wie sich jetzt herausstellt. Denn die Seen, die vielen Wander- und Radfahr-Möglichkeiten, die Städte und die Bergdörfer – das alles sorgt für ein großes Gute-Laune-Urlaubsfeeling.

Riva del Garda am nördlichen Ufer des Sees. Foto: Joachim Negwer

Unser erster Stopp auf der Tour war in Torbole, ganz oben am Gardasee. Dieser Teil des Sees gehört zum Trentino, alles südlich davon liegt schon in Venetien. In Torbole gibt es einen gut ausgestatteten Stellplatz – nicht direkt am See, nicht direkt in der Stadt, aber beides ist gut zu Fuß erreichbar. Oder aber mit dem Bike. Auch hier wird aus der geplanten kurzen Vor-Frühstücks-Morgenrunde gleich eine veritable 20-Kilometer-Radtour. Eigentlich wollen wir nur ein Stück weit am See entlang – doch dann geht es gleich weiter nach Riva. Dort treffen wir auf die ersten Frühschwimmer, die die Ruhe vor dem Sturm genießen und erst mal eine Runde im Wasser drehen. Wir radeln weiter auf dem ausgeschilderten Radweg hinauf in das Städtchen Arco. Beim Bäcker in der schönen Altstadt riecht es gut nach frischen Brötchen. Über der Stadt thront die Burg, und direkt dahinter liegen an der 300 Meter hohen Colodri-Wand ein legendäres Klettergebiet und ein in der Szene sehr bekannter Klettersteig. Der Rückweg in Richtung See nach Torbole geht fast von allein.

Unsere Erkenntnis: Die Badehose muss immer mit – denn diese Gelegenheit, irgendwo, an einer ruhigen und menschenleeren Stelle ins Wasser zu springen, die gibt es am Gardasee nur bei der Vor-Frühstücks-Radtour, vor allem wenn man im August reist. Eine Stunde später ist der Strand rappelvoll und die bunten Segel der Surfer flitzen übers Wasser. Es macht Spaß, das Handtuch auf dem Kiesstrand auszubreiten und den Surfern zuzuschauen. Die meisten können es richtig gut. Sie nutzen die Gunst der Gardasee-Winde, die zuverlässig wehen: von morgens bis Mittag fast immer aus nördlicher Richtung der Pelér und ab 13 Uhr dann die Ora – mit besonders viel Power hier am Nord-Gardasee. Man könnte fast die Uhr danach stellen.

Der Lago di Molveno, 50 kurvenreiche Kilometer weiter im Norden, ist der Gegenentwurf zum wilden und vollen Torbole. Ein ruhiger See für lässigen Familienurlaub, eingebettet zwischen hohe Berge. Im Örtchen Molveno mit weitem Kies- und Wiesenstrand haben wir die Wahl: Campingplatz direkt am Ufer oder passabel ausgestatteter und auch nicht ganz billiger Stellplatz in der Via Lungo Lago am nördlichen Ortsrand. Mit der Entscheidung dürfen wir allerdings nicht lange warten – an diesem schönen Sommernachmittag füllen sich beide schnell. Wenn das Reisemobil erst mal steht, ist es sicher die beste Idee, eines der vielen Tretboote zu mieten und rauszufahren – mit Focaccia, Käse, ein paar Tomaten und einer guten Flasche Weißwein aus der Region an Bord.

Die Städte im Trentino sind für Überraschungen gut. Trient zum Beispiel, die Provinzhauptstadt, hat eine schöne Fußgängerzone in der Altstadt, gleich mehrere Paläste und Kirchen. Das Wahrzeichen ist aber der barocke Neptunsbrunnen aus dem 18. Jahrhundert auf dem Domplatz, den wir ohne mit der Wimper zu zucken zu den schönsten Plätzen Italiens zählen. Für eine Pause nach dem Stadtbummel bietet sich das Caffè Italia an, von der Terrasse hat man die Piazza Duomo im Blick – ein Stück italienischer Alltag im besten Sinne.

Und in Rovereto, 26 Autobahnkilometer weiter südlich, ist das Museo MART einen Besuch wert, ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst. Nicht viel weniger interessant sind aber auch die Sandwiches im Caffè Botardi in der Altstadt, die nach den großen Kunstmuseen der Welt benannt sind. Das „Metropolitan“-Sandwich ist belegt mit gegrillten Zucchini, Provola-Käse, getrockneten Tomaten und Pesto. Aber auch „Albertina“, „Uffici“ und „Moma“ klingen sehr lecker. Gut, dass wir die Stadtrundfahrt mit dem Rad machen – und für die nächsten Strecken bleibt die E-Unterstützung aus.

Mobil-Tour Trentino und GardaseeBerge und mehr

Sechs besonders reizvolle Orte im Trentino

Ein wenig Kultur schnuppern in Trient oder Rovereto gefällig, oder Wanderungen machen in den Bergen rund um Riva del Garda und Torbole? Die schönsten Orte dieser Region bieten Urlaubern jede Menge Abwechslung.

1) Molveno
Das kleine 1.200-Seelen-Örtchen am Ufer des Lago di Molveno (mit 4,5 Kilometer Länge zweitgrößtes Binnengewässer im Trentino) hat neben Strand, großer Parkanlage und viel grüner Natur ringsum auch ein Schwimmbad von Olympia-Format. Die schöne Altstadt ist weitgehend für den Autoverkehr gesperrt. www.molveno.it/de

2) Trient
Die Kapitale der autonomen Region Trentino-Südtirol mit ihren gut 11.7000 Einwohnern zählt zu den ältesten Städten der Region und ist Sitz eines Erzbistums und einer großen Universität. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen das monumentale Kastell sowie Kathedrale und Neptunbrunnen am Domplatz. www.discovertrento.it/de

3) Levico Terme
Der kleine Kurort (zu Deutsch Löweneck) mit knapp 8.000 Einwohnern am gleichnamigen See im Brentatal ist berühmt für die therapeutische Wirkung seines Thermalwassers. Die gemütliche Altstadt, der Dom, die Kirche Santa Maria Maggiore und die Festung Forte delle Benne zählen zu den touristischen Highlights. www.levico.de

4) Riva del Garda
An der schmalen Nordseite des Gardasees liegt der zweitgrößte Ort dieses Binnengewässers. Seit langem bekannt für opulenten Kurbetrieb, bietet das schöne 13.000-Einwohner-Städtchen auch jede Menge Gelegenheit zum Wassersport sowie zum Wandern, Biken und Klettern in der grünen Umgebung. www.gardasee.de/rivadelgarda

5) Torbole
Der Segler- und Surfer-Hotspot Torbole (die Gemeinde hat knapp 3.000 Einwohner) war einst ein kleines Fischerdorf, der alte Hafen mit Zollamt erinnert heute noch daran. Schon Goethe war von der Schönheit des Orts begeistert. Torbole ist auch ein guter Ausgangspunkt für Mountainbiketouren und Wanderungen. www.visitgarda.com

6) Rovereto
Das venezianische Kastell oberhalb der lebendigen Altstadt sowie die Mischung aus italienischen Palazzi und österreichischer Architektur zeugen von einer großen Geschichte dieser 35.000-Einwohner-Stadt. Viele Kunstevents und Festivals sowie das üppige Museo MART ziehen Kulturfreunde aus aller Welt an. www.visitrovereto.it/de

promobil-Tipps für die Region

SURFEN LERNEN IN TORBOLE Foto: Joachim Negwer

Surfen lernen in Torbole: Der kleine Ort Torbole, am schmalen, von hohen Bergen umringten Nordzipfel des Gardasees gelegen, zählt dank zuverlässiger Windbedingungen zu den wichtigsten Surfzentren Europas. Der Strand ist hier sommers fast vollständig von Wassersportlern belegt, die auch den Rest der Ortschaft prägen: Surfshops, Surfschulen und Sporthotels mit eigenem Board-Verleih und -Service gibt es en masse. Anfänger wie Profis finden hier ihr Revier – und abends allerlei Bars und Kneipen für guten Surfer-Smalltalk. www.gardasee.de/surfen

Priesterwürger: Zu den kulinarischen Spezialitäten im Trentino zählen die Strangolapreti, zu Deutsch Priesterwürger. Der Legende nach haben sich schon hohe kirchliche Würdenträger so gerne und ausgiebig an dieser Speise erfreut, dass ihnen der Kragen mit der Zeit immer enger wurde. Die leckeren Knödel werden aus altem Weißbrot, Eiern, Parmesan und Spinat hergestellt – einfach gut!

Dolomiti di Brenta Trek: Die Brenta-Dolomiten im Westen des Trentino lassen sich auf zwei Routen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad umrunden. Die „Expert“-Tour über 89 Streckenkilometer und 8.170 Höhenmeter mit Klettersteigpassagen und der Überquerung von Eis- und Schneefeldern eignet sich für erfahrenere Alpinisten. Mit 160 Kilometern ist die „Country“-Tour zwar länger, dafür aber bequemer zu bewältigen. Sie führt über 7.200 Höhenmeter in mittlerer Hanglage um das Gebirgsmassiv. Beide Strecken sind ins Brenta-Wegenetz eingebunden – so können sie auch kombiniert oder abgekürzt werden. Start- und Zielort sind flexibel, beliebt als Ausgangspunkt ist Madonna di Campiglio.

Information

Prospektmaterialbestellt man beim Italienischen Fremdenverkehrsamt ENIT, 60325 Frankfurt, Barckhausstr. 10, Tel. 069/ 237434, www.enit.it. Infos zum nördlichen Gardasee gibt es bei Ingarda Trentino, www.gardatrentino.it.

Auskünfte erhält man auch bei Trentino Marketing vor Ort.
Trentino Marketing S.p.A., 38122 Trento, Via Romagnosi 11, Telefon 00 39/04 61 21 93 00, www.visittrentino.it

Stellplätze in diesem Artikel
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie uns Ihre Meinung.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
pro 04/2017
Heft 05 / 2017 12. April 2017 154 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
Fahrzeug-Angebote
Sponsored Section
promobil Stellplatz-Atlas Deutschland 2017/2018
Stellplatz-Radar