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Mit dem Wohnmobil nach Nordspanien

5 gute Gründe für eine Tour durch Asturien

Reise-Tipp: Nordspanien, Asturien Küste Foto: Helge Sobik (2), Archiv TURESPAÑA-Frankfurt (8), Fotolia/Abuelo Ramiro 13 Bilder

Goldgelbe Strände, hohe Gipfel, grüne Wälder und Almen: Spaniens Norden bietet viele Reize, ist hierzulande aber noch recht unbekannt. Erkundungstour mit dem Reisemobil durch Asturien.

14.06.2017 Helge Sobik 1 Kommentar

Sie möchten in Spanien zur Sommerzeit Urlaub machen, aber dem Massentourismus soweit es geht entfliehen? Dann sind sie in Nordspanien genau richtig. promobil verrät alles für die perfekte Reisemobil-Tour für Entdecker: Stellplätze, Tipps und fünf Dinge, die Sie auf ihrer Tour auf gar keinen Fall verpassen dürfen. Von den schönsten Orten an der Atlanktikküste bis zum „Gipfel Europas“ – dieser erstaunlich grüne Fleck Spaniens sollte auf ihrer persönlichen Landkarte nicht unbekannt bleiben.

Grund 1: Frischer Fisch aus der Biskaya

Reise-Tipp: Nordspanien, Fischer Montes Foto: Helge Sobik (2), Archiv TURESPAÑA-Frankfurt (8), Fotolia/Abuelo Ramiro

Der Fischer Vicente Peñil Montes kann es nicht lassen. Es ist längst Feierabend, seit Stunden sind die vielen Lubinas, die Seebrassen, verkauft, mit denen er diesmal von der Fangfahrt draußen auf dem Golf von Biskaya zurückgekehrt ist. Und jetzt steht er noch immer am Kai, flickt Netze, knotet Leinen: „Die Luft ist so schön, das Licht, da kann ich doch nicht schon nach Hause gehen“, scherzt er.

Morgens um fünf legt er mit seinem Kutter ab, um die Mittagszeit kehrt er meist nach Ribadesella zurück. Die ersten am Kai sind die Köche der besten Restaurants der Region, die fürs Abendessen einkaufen. Wie der Fisch auf den Tisch kommt? Gegrillt, gebraten, kaum gewürzt, mit Gemüse und kleinen Kartoffeln. Oder als Fischsuppe mit Muscheln und Schalentieren. Spezialität sind Bohnen mit Venusmuscheln (fabes con almejas). Leute wie Vicente Peñil Montes müssen im Sommer gute Geschäfte machen, denn im Winter kann es hier wochenlang stürmen. Kurios: Neuerdings kommen ausgerechnet dann immer mehr Fremde. Sie reisen extra zum „Stormwatching“ an, um den Wind hautnah zu erleben.

Grund 2: Der Lieblingsort der Königin

Reise-Tipp: Nordspanien, Ribadesella Foto: Helge Sobik (2), Archiv TURESPAÑA-Frankfurt (8), Fotolia/Abuelo Ramiro
Ribadesella

Wenn sie da ist, versuchen alle, einen Blick zu erhaschen – obwohl sie oft herkommt und ihre Anwesenheit seit Kindertagen eigentlich etwas ganz Normales ist. Wenn sie nicht da ist, ist sie trotzdem Stadtgespräch in Ribadesella an der asturischen Küste: Spaniens einstige Prinzessin und heutige Königin Letizia, die Ehefrau des vor Kurzem gekrönten Königs Felipe. Offiziell durfte sie sich als vormalige Prinzessin und damit künftige Königin nicht festlegen, unter der Hand aber gilt der kleine Bade- und Fischerort hier oben im Norden als ihr Lieblingsstädtchen im ganzen Land – weil nämlich die Oma hier wohnt. Und weil die Erinnerungen an unbeschwerte Kinder- und Jugendtage, an Kurzbesuche und Sommerurlaube in Asturien offenbar ausgesprochen schön sind.

Überhaupt der Sommer: Er ist viel kürzer als anderswo im Land, dauert nur von Mitte Juli bis Ende August – in den Augen der Spanier. Vor allem sie selbst sind es, die auf Inlandsurlaub hierher kommen. Ausländer zieht es seit jeher eher ans Mittelmeer, wo bis in den Oktober hinein Badewetter vorherrscht. Dabei hat der Norden viele Vorteile: zum Beispiel, dass man die Region im September wie im Mai und Juni fast für sich alleine hat – und trotzdem herrliches Sommerwetter ist. Auch wenn die Einheimischen Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad als „frisch“ empfinden... www.ribadesella.com

Grund 3: Die Picos de Europa

Reise-Tipp: Nordspanien, Picos de Europa Foto: Helge Sobik (2), Archiv TURESPAÑA-Frankfurt (8), Fotolia/Abuelo Ramiro

Unglaublich, dass dieses Gebirge bei uns kaum bekannt ist, dieses Kalksteinmassiv mit seinen Gipfeln von mehr als 2.000 Meter Höhe, mit karstigen Hochebenen, sattgrünen Almen, mit dunklen Bergseen wie Augen, die aus der Tiefe der Welt in den Himmel blicken! Es muss am sperrigen Namen liegen: Kantabrische Küstenkordilliere heißt es im Atlas, Picos de Europa nennen es die Menschen vor Ort. „Gipfel Europas“ bedeutet das.

Der höchste davon, der Torre de Cerredo, bringt es auf 2.648 Meter. Dass sie in vielen der Schluchten und Täler von Menschen unbelästigt bleiben, das haben Braunbären und Wölfe längst herausgefunden. Sie sind hier heimisch. Die Chance, sie zu sehen und aus der Ferne beobachten zu können, ist gleichwohl gering. Größer ist die Wahrscheinlichkeit, Gämsen beim Klettern zuzuschauen oder Steinadler und die hier wieder angesiedelten Bartgeier zu sehen.

Herz dieses Gebirges ist der 646 Quadratkilometer große Parque Nacional Picos de Europa, der sich über Asturien hinaus noch bis in zwei Nachbarprovinzen hinein erstreckt, zu den meistbesuchten Nationalparks des Landes gehört und gut erschlossen ist. www.magrama.gob.es

Grund 4: Das immergrüne Spanien

Reise-Tipp: Nordspanien, Biosphärenreservat Foto: Helge Sobik (2), Archiv TURESPAÑA-Frankfurt (8), Fotolia/Abuelo Ramiro

Der Norden Spaniens ist Synonym für Fruchtbarkeit, gilt im Rest des Landes als Garant für Frische und Qualität. Was von hier ist, darf teurer sein. Was von hier ist, muss gut sein – und ist womöglich sogar Delikatesse. Asturische Butter gilt als die beste Spaniens. Für asturische Milch gilt dasselbe, und die herzhaften, schnittfesten Käse aus der Region sind hoch geschätzt. Dabei ist der Landstrich zwischen kantabrischer Kordilliere, dem Küstengebirge und dem Meer gar nicht sonderlich groß.

Trotzdem ist er mit seinen sattgrünen Weiden und den nährstoffreichen Böden so etwas wie die Speisekammer Spaniens – und schön anzusehen auf der Fahrt mit dem Wohnmobil sowieso. Zahllose ausgeschilderte Wanderwege erschließen die Region, allen voran der Jakobsweg hinüber ins galicische Santiago de Compostela. Ein gutes Dutzend Naturschutzgebiete gibt es in Asturien, vier davon sind zusätzlich als Biosphärenreservate ausgewiesen. www.turismoasturias.es/de

Grund 5: Der Apfelcidre und die „Sidrarias“

Reise-Tipp: Nordspanien, Sidra Foto: Helge Sobik (2), Archiv TURESPAÑA-Frankfurt (8), Fotolia/Abuelo Ramiro
Sidra, das Nationalgetränk Asturiens

Hauptsache, er wird mit Schwung und aus der Höhe eingeschenkt: So gehört es sich beim Sidra, der asturischen Variante des Apfelcidres. „Er muss ins Glas fallen“, sagen Kenner, „um seinen vollen Geschmack zu entfalten.“ In jedem Ort gibt es mindestens eine Sidraria, meistens sind es sogar mehrere – Bars, wo Einheimische wie Fremde für eine Viertelstunde auf eine kurze Plauderei und ein Glas des prickelnden, leicht alkoholischen Apfelgetränks einkehren, dabei am Tresen stehen oder auch kurz an einem der kleinen Tischchen Platz nehmen.

Sogar eine offizielle Sidra-Route gibt es. Sie berührt Villaviciosa, eines der Zentren des asturischen Apfelanbaus, und Nava, die selbst ernannte „Hauptstadt des Apfelsekts“. In beiden Orten gibt es Kellereien, die besichtigt werden können, in Nava darüber hinaus das offizielle Sidra-Museum. Eine gute Zeit für eine Reisemobiltour ist zur Apfelblüte und im Herbst, wenn die Bäume voll hängen mit dicken, reifen Früchten. www.lacomarcadelasidra.com/en

Der besondere Tipp in Asturien

Besonders schön ist es an den Seen von Covadonga, wo zahlreiche Wanderwege beginnen. Achtung: Die Region ist vom 26.7. bis 6.9. nicht mit eigenem Fahrzeug zugänglich. Während der Hochsaison fahren ausschließlich Busse von Cangas de Onis zu den Seen (Ticket 8 Euro). www.cangasdeonis.com

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Alle Infos für Ihre Reisemobil-Tour nach Asturien

Anreise: Durch die Pyrenäen bietet sich die Küstenautobahn von Bayonne (Frankreich) an, Richtung San Sebastian und weiter nach Santander, oder die Landstraße durch Vielha im weiter östlich gelegenen Val d´Aran.

Attraktionen:

  • Rund um den Apfelcidre – Das „Museo de la Sidra“ befindet sich an der Plaza Principe de Asturias in Nava, kostet 4 Euro Eintritt und ist im Sommer je nach Wochentag von 11 bzw. 12 bis 14 und von 16 bis 20 Uhr geöffnet. Montags ist Ruhetag. Im Shop werden asturische Spezialitäten verkauft – darunter natürlich Sidra. www.museodelasidra.com
  • Höhlentrip - Bei Ribadesella lohnt ein Abstecher in die Cueva de Tito Bustillo, die für ihre Höhlenmalereien bekannt ist (nur mit Anmeldung). www.centrotitobustillo.com

Auskunft: Spanisches Fremdenverkehrsamt, Lietzenburger Str. 99 in 10707 Berlin, Tel. 030/8826543, www.spain.info; speziell über die Region auf der deutschsprachigen Website www.turismoasturias.es/de/home

Stellplätze in diesem Artikel
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Ich habe in den letzten Jahren schon oft mit dem Wohnmobil den Norden Spaniens bereist und bin von den schönen Landschaften immer wieder begeistert.
Ob ein Stellplatz zu den schönsten Stellplätzen gehört, ist natürlich Geschmacksache. Aber wenn man in der Überschrift die schönsten Wohnmobil-Stellplätze in Asturien verspricht, dann sollten sie wenigsten auch in Asturien liegen.
Der Stellplatz in Foz gehört natürlich zu Galicien, und der Platz in den Skigebiet Alto Campoo gehört zu Kantabrien. Außerdem ist dieser Stellplatz schon seit längerem geschlossen.
Wirklich korrekte und aktuelle Stellplatzinfos findet man bei womo-iberico.de

womo-iberico 19. Juli 2017, 19:12 Uhr
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