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Wohnmobil-Tour an der Ostsee-Küste

Ursprüngliche Natur in Fischland-Darss-Zingst

Reise-Tipp: Ostsee-Küste Foto: Thomas Cernak 12 Bilder

Die Küstenregion mit den Halbinseln Fischland, Darß und Zingst besticht durch ursprüngliche Natur. Sie ist ein erstklassiges Refugium für Mobilfahrer, die gute Küche zu genießen wissen.

25.09.2013 Thomas Cernak

Die malerischen Zentren am Wasser

Das lebhafte Seebad Warnemünde mit seinem malerischen Fischerhafen ist ein guter Ausgangspunkt zur Erkundung einer eher ruhigen Ferienlandschaft, die sich im Nordosten anschließt. Zu ihr gehören die ehemaligen Inseln Fischland, Darß und Zingst. Wellen, Wind und Sand formten aus ihnen eine Halbinselkette. Sie wartet mit Perlen wie etwa Wustrow oder der berühmten Künstlerkolonie Ahrenshoop auf. Beide verbinden in einzigartiger Weise Bäderatmosphäre mit Fischerdorfromantik. Besonders ins Auge stechen die liebevoll restaurierten Katen mit ihren Rohrdächern und bemalten Türen – man findet sie allenthalben in dieser Gegend.

Bei Barth an der Boddenküste soll sich einst die unermesslich reiche Stadt Vineta befunden haben, die, so die Sage, samt ihren Bewohnern in einer Flutwelle unterging. Im Barther Vineta-Museum erfährt man mehr dazu. www.vineta-museum.de

Das Naturerlebnis Bodden

Typisch für die traditionellen Zeesenboote sind ihre braunen Segel. Zeesen waren ursprünglich spezielle Fischnetze, die an Bug und Heck befestigt wurden. Später bezeichnete man damit auch jene breitrumpfigen Segler aus Holz, welche bis weit in die flachen Bodden, wie man hier die großen Lagunen nennt, vordringen konnten. In heutiger Zeit kommen die nostalgischen Zweimaster fast nur noch für Wettfahrten oder Freizeittörns zum Einsatz. Geführte Zeesentouren, zum Beispiel über den Saaler Bodden, sind von Mai bis Oktober täglich in den Häfen in Ahrenshoop und Wustrow buchbar.

Einmündende Bäche und nur schmale Zugänge zur Ostsee bewirken, dass der Salzgehalt der Bodden sehr niedrig ist. Aus diesem Grund stellen besonders die Flachwasserbereiche mit ihren Schilfufern ideale Lebensräume für viele Vogelarten dar. Dazu sind sie wichtige Rastplätze für Zugvögel wie Gänse und Kraniche. Kraniche, die den Sommer gewöhnlich in Schweden verbringen, machen bevorzugt Rast auf der Halbinsel Zingst, bevor sie ins Winterquartier in die spanische Extremadura oder nach Nordafrika weiterfliegen. Besonders große Schwärme lassen sich im Herbst neben der Sundischen Wiese in Pramort, einem Ostteil von Zingst, beobachten. Dort wurde ein Aussichtsturm errichtet, der nur über einen Radweg zu erreichen ist.

Die abgeschiedenen Strände

Zingst war die Heimat der Dichterin Martha Müller-Grählert, deren bekanntestes Lied mit den Zeilen beginnt: „Wo de Ostseewellen trecken an den Strand ...“ - eine rührende Liebeserklärung an dieses herbschöne Küstenland. In der Tat traumhaft ist der breite, feinsandige Strand des Ostseeheilbades Zingst, der sich vom Nordstrand in Prerow bis zum Nationalpark erstreckt.

Sehr beliebt bei ruhesuchenden Strandspaziergängern und -läufern: der oft windumtoste, abgeschiedene Weststrand auf dem Darß, der wohl schönste Naturstrand in Deutschland. Es gibt hier weder Versorgung noch Überwachung, dafür aber jede Menge einsame Plätzchen zum Sonnenbaden. Daneben steht der schier endlose Ahrenshooper Strand in der Gunst vieler Badefreunde ganz oben. Nur ein schmaler Dünenstreifen trennt ihn vom Dorf. Im Süden erhebt sich das Hohe Ufer, ein Stück Steilküste mit herrlichen Ausblicken. Ebenfalls eine weite Rundumsicht gewährt der alte Leuchtturm in Warnemünde gleich am Anfang der langen Seepromenade.

Die raffiniert zubereiteten Speisen

Einst mahnten Mönche: „Ordne dich den Jahreszeiten unter, übe dich in Geduld und verwende viel Mühe für die tägliche Kost!“ Nach diesen einfachen Grundregeln zu handeln ist das Bestreben auf dem Fischereihof Detlefsen im Weiler Hütten bei Warnemünde. Die in den jahrhundertealten Teichen des Zisterzienserklosters in Doberan selbst herangezogenen Fische werden sorgsam verarbeitet und danach in der geschmackvoll eingerichteten Gaststube auf den Tisch gebracht.

Die Regionalküche erweist sich als bodenständig, zugleich aber oft mit Finesse versehen, wie zum Beispiel der in Salbei gebackene Aal. Die bedeutendste Fleischspezialität ist der Mecklenburger Rippenbraten: ein mit Äpfeln und Rosinen gefüllter Schweinebraten, der mit Kartoffelklößen und Rotkohl gereicht wird - unbedingt probieren!

Immer stärkere Verbreitung findet die Spitzengastronomie mit heimischen Produkten im Mittelpunkt. So offeriert beispielsweise das Restaurant Fischländer in Ahrenshoop als möglichen Hauptgang: Rosa Hüfte vom Borner Salzwiesenlamm an gelben Wachsbohnen mit Barther Tomate. Zum Einstimmen empfiehlt der Küchenchef einen feinfruchtigen Weißwein aus Saale-Unstrut, dem nördlichsten Anbaugebiet in Deutschland.

Das Eldorado für Naturfotografen

Die Maler waren die ersten, die das bezaubernde Licht, das diesen Küstenstrich auszeichnet, im Bild festhielten. Dann kamen die Fotografen, was zur Gründung der Fotoschule Zingst führte. In ihr vermitteln renommierte Fotografen und Referenten wie Walter Schels, Michael Lange und Heinz Teufel das ganze Jahr über in Workshops umfangreiches fotografisches Wissen - für Einsteiger wie auch für Fortgeschrittene und Profis. Das Max-Hünten-Haus ist Heimat des Zingster Zentrums „Erlebniswelt Fotografie“, dazu zeigen Galerien im Ort regelmäßig Ausstellungen. Die Aktivitäten gipfeln im Natur- und Umweltfotofestival „horizonte zingst“, nächster Termin: 24. Mai bis 1. Juni 2014, www.erlebniswelt-fotografie-zingst.de

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