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Wohnmobil-Tour nach Nürnberg

Das Herz des Frankenlands

Nürnberg Foto: promobil 12 Bilder

Wer bei Nürnberg an den Christkindlesmarkt und Rostbratwürste denkt, der hat schon zwei der Glanzlichter erkannt. Bayerns zweitgrößte­ Stadt bietet aber noch mehr gute Gründe für eine Wohnmobil-Tour.

24.12.2014 Martina Sörensen

1. Ein ausgiebiger Altstadtbummel

Meist kümmert man sich ja erst zum Abschluss eines Stadtspaziergangs um Souvenirs und Spezialitäten – in Nürnberg beginnt man am besten damit. Ganz zen­tral am Frauentor liegt nämlich der Handwerkerhof mit seinen Gässchen, Buden und Lädchen. (Winterpause: 31. 12. 2014 bis 12. 3. 2015). Hier gibt es alles Typische der Stadt auf einem Fleck: Nürnberger Lebkuchen, die Rostbratwürstchen (traditionell werden „Drei in an Weggla“ serviert: drei Würstchen im Brötchen), schönes Kunsthandwerk – und viel Atmosphäre zur Einstimmung. Einen tollen Blick über die Kaiserburg und die vielen Tore, Türme und Altstadthäuser hat man von der Stadtmauer. Auf dem Weg dorthin sollten Besucher sich Zeit für kleine Abstecher in die malerischen Gassen nehmen, die schönste davon ist sicher die Weißgerbergasse. Auch das Albrecht-Dürer-Haus empfiehlt sich als Zwischenstopp, man erfährt viel vom Leben des großen Malers. Weiter geht es ins Sebalder Viertel zum Hauptmarkt mit dem 19 Meter hohen „Schönen Brunnen“ und der Frauenkirche. Hier ist allerdings Pünktlichkeit erforderlich, sonst verpasst man um 12 Uhr das „Männleinlaufen“ an der Uhr der Kirche. Südlich des Hauptmarkts liegt das Heilig-Geist-Spital an der Pegnitz aus dem 14. Jahrhundert. Und an der Maxbrücke steht der Weinstadel, ein zauberhafter Fachwerkbau aus dem Jahr 1448. www.handwerkerhof.de

2. Die legendäre Kaiserburg

Durch vornehme Räume wandern, in denen einst Kaiser und Könige verkehrten – das geht in Nürnberg auf der herrschaftlichen Kaiserburg hoch über den Dächern der 500 000-Einwohner-Stadt. Sie zählt zu den bedeutendsten Kaiserpfalzen des Mittelalters, die Herrscher des Heiligen Römischen Reichs haben von hier aus eine Zeit lang die Geschicke des Reichs gelenkt. Es ging der Elite nicht schlecht in jenen Tagen, wie die eindrucksvollen Kaisergemächer im Palast zeigen. Die Doppelkapelle geht auf die Zeit um 1200 zurück und zählt zu den ältesten Teilen der Anlage. In der Kemenate, der Rekonstruktion eines im Zweiten Weltkrieg zerstörten Backsteingebäudes, befindet sich das Kaiserburgmuseum, eine Zweigstelle des Germanischen Nationalmuseums, mit einer großen mittelalterlichen Waffensammlung. Tipp: Auf der Burg finden auch immer wieder Klassikkonzerte statt – stimmungsvoll bei Kerzenschein im Rittersaal. www.kaiserburg-nuernberg.de

Der besondere Tipp: Die Blaue Nacht
In einer Nacht im Mai wird die Altstadt alljährlich zu einem einzigen Kunstspektakel mit
Installationen, Performances, Musik und Theater, illuminiert von blauem Licht. Jedes Jahr steht die Veranstaltung unter einem anderen Motto – sehenswert! www.blauenacht.nuernberg.de

3. Musik und Festivals

Musik liegt hier überall in der Luft – rund ums Jahr werden viele Konzert-Highlights geboten. Die Heimat großer Orchester à la Nürnberger Philharmoniker und Symphoniker bietet Klassikfreunden immer wieder exquisiten Hörgenuss. Neben den Stammhäusern Meis-tersingerhalle und Opernhaus des Staatstheaters Nürnberg gibt es auch Happenings unter freiem Himmel, wie zum Beispiel im Sommer bei Europas größtem Klassik-Open-Air im Luitpoldhain. Global wird es beim alljährlichen Bardentreffen, einem Weltmusikfestival mit rund 200 000 Zuschauern: Drei Tage mit internationalem Programm garantieren Spaß und beste Laune auf und vor sieben Bühnen – und das auch noch kostenfrei. Nürnberg kann zudem richtig rocken, so etwa auf dem „Rock im Park“-Festival, wo schon Musikgrößen wie Sting, Bryan Adams, Supertramp, Bob Dylan, Santana, The Prodigy oder Van Halen aufspielten. Und dazu kommen Konzerte von Jazz bis Volksmusik vor besonderer Kulisse – in den Ruinen der St.-Katharina-Kirche.

4. Alte und neue Kunst

Nürnberg steckt derart voller Geschichte und spannender Ausstellungen, dass man allein mit Museumsbesuchen viele Tage zubringen könnte. Das Museum Tucherschloss mit dem Hirsvogelsaal etwa gilt als wahre Renaissance-Perle. Es wurde als Sommerresidenz der Patrizierfamilie Tucher erbaut und liegt inmitten eines Gartens mit Terrassen und Treppen, der sich ideal zum Flanieren anbietet. Lebendig wird die Patrizierzeit bei Theaterstücken und kostümierten Führungen.

Das Germanische Nationalmuseum ist das größte Museum für deutsche Kunst und Kultur. Hier verläuft auch die 1993 eingeweihte „Straße der Menschenrechte“ – auf ihren steinernen Säulen wurden die Grundrechte der Menschen in verschiedenen Sprachen eingraviert.

Nürnbergs Rolle im Zweiten Weltkrieg lässt sich zum Beispiel im „Memorium Nürnberger Prozesse“ mit Film- und Tondokumenten nachvollziehen. Im Saal 600, dem Originalschauplatz der Prozesse, wird heute noch Recht gesprochen, er ist somit nur an verhandlungsfreien Tagen zu besichtigen. Modern wird es im Neuen Museum, das internationales Design und zeitgenössische Kunst präsentiert – die klaren Linien der Architektur fügen sich vortrefflich ein ins traditionsreiche Umfeld der Altstadt. www.museen.nuernberg.de

5. Die unterirdischen Felsengänge

Nürnberg hat auch im Untergrund seine spannenden Seiten. So wurden kilometerlange Keller in den Fels geschlagen, übereinander und verwinkelt wie ein Labyrinth. Schuld daran ist eine Bierverordnung aus dem 14. Jahrhundert, die jedem Bierbrauer einen eigenen Keller befahl. Hier taucht man in 700 Jahre Nürnberger Bierbraugeschichte ein (natürlich mit Kostprobe). Ganz Mutige marschieren beim „Walk in the dark“ nur mit Taschenlampe bewaffnet durch den Bauch der Stadt. Beeindruckend ist auch der Kunstbunker aus dem Zweiten Weltkrieg unter der Kaiserburg. Dort überstanden Schätze wie die Kunstuhr der Frauenkirche und die Reichskleinodien die schlimmsten Luftangriffe. www.felsengaenge-nuernberg.de

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