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Wasser konservieren im Wohnmobil

So bleibt das Wasser länger frisch

Sauberes und konserviertes Wasser ist unterwegs keine Selbstverstaendlichkeit. Foto: Ingolf Pompe 21 Bilder

Sauberes und konserviertes Wasser ist unterwegs keine Selbstverständlichkeit. Wie lange bleibt das Wasser im Tank des Wohnmobil frisch? Und was kann man dafür tun, um es besser zu konservieren?

14.06.2015 Dieter S. Heinz

 Wasser ist das am intensivsten überwachte Lebensmittel. Den Durst direkt aus der Leitung zu stillen – kein Problem. Noch vor wenigen Generationen hingegen konnte ein Schluck Wasser lebensgefährlich sein. Viren, Pilze, Bakterien und andere Mikroorganismen waren ebenso unbekannt wie moderne Hygienestandards.

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Entwarnung also am heimischen Hahn – doch wie sieht es unterwegs im Reisemobil aus? Ganz einfach: Ohne die richtige Vorsorge kann auf Reisen der Schluck aus dem Tank durchschlagende Wirkung haben.

Prinzipiell gilt auch hier die Aussage: Kommt was Gutes rein, kommt auch was Gutes raus. Wir haben daher einmal unter realen Praxisbedingungen das Frischwasser unter die Lupe genommen; genauer gesagt, mit dem tragbaren Keimmessgerät Lunitester PD20 vn Hyserve analysiert.

Abgestandenes Frischwasser im Tank musste zeigen, was in ihm steckt. Als Vergleichsbasis zogen wir Proben aus dem Kaltwasserhahn und dem Trinkwasserspender in der Redaktionsküche. Beide Proben gelten mit 8 RLU respektive 14 RLU als "sehr sauber" und damit als völlig unbedenklich.

Das erste Glas des drei Wochen alten Frischwassers aus dem Wasserhahn in der Küche des Wohnmobils brachte es auf 181 RLU und nach kurzem Leitungsdurchspülen auf 59 RLU. Die Hygieneexperten von Hyserve attestieren diesen Proben gerade noch eine „geringe organische Kontamination“, wobei „vermutlich noch kein Wachstum von Bakterien" vorliegt; mit der Trinkwasserqualität aus der Leitung kann das kühle Nass aus dem Wohnmobil jedoch nicht mehr mithalten. Noch eklatanter fallen die Proben aus dem herumliegenden, mit Restwasser gefüllten Zapfschlauch aus: Hier brachte es das erste Glas Stagnationswasser auf 476 RLU. Ein Wert, der trotz der in den ersten Frühlingstagen recht frischen Außentemperaturen auf eine Kontamination hindeutet. Bei wärmerem Wetter muss mit entsprechend höherer Wasserbelastung gerechnet werden, denn Keime können im Bereich ihrer Wohlfühltemperatur geradezu explosionsartiges Wachstum an den Tag legen. Vorsorge ist somit dringend angeraten.

Um sauberes Trinkwasser über einen längeren Zeitraum an Bord zu haben, gilt es, möglichst sauberes Wasser in ein nicht minder sauberes Tank- und Leitungssystem zu füllen. Je weniger Keime von Anfang an vorhanden sind, desto länger dauert es, bis ihre Anzahl auf ein bedenkliches Maß anwächst. Und dieses Bakterienwachstum lässt sich mit den entsprechenden Mitteln sogar noch deutlich bremsen: Silber ins Wasser, lautet die Zauberformel.

Silber, genauer gesagt Silberionen, mögen die kleinen Keime nämlich gar nicht. Die positiv geladenen Edelmetallionen blockieren Rezeptoren der Mikroorganismen und hemmen damit wichtige Stoffwechselprozesse. Sie werden dadurch vorübergehend inaktiv, können sich jedoch nach Monaten wiederbeleben und vermehren. In unserer Übersicht haben wir jeweils die flüssigen Tankzusätze aufgelistet, es gibt praktisch alle Präparate jedoch auch in Pulverform. Die Zusätze müssen nach jeder Tankauffüllung nach Anleitung zudosiert werden, entfalten aber recht rasch ihre Wirkung. Silber in metallischer Form, als Draht, auf Keramik aufgebracht oder als Garn verwoben, entlässt nur nach und nach wirksame Ionen ins Trinkwasser, weshalb der Tank niemals leerlaufen sollte. Dennoch variiert die Ionenkonzentration nach jedem Auffüllen. Wichtig ist: Silberionen wirken nur in klarem Wasser.

Die Trinkwasserversorgung für Kleinanlagen und nicht ortsfeste Anlagen klassifiziert Silber übrigens nicht als Desinfektionsmittel, sondern als Konservierungsmittel und betont,  dass es unter Umständen erforderlich ist, eine "Desinfektion von nicht einwandfreiem Trinkwasser" durchzuführen. Dazu gibt es Präparate, die Chlor freisetzen, das Keimen an den Kragen geht. Die zur Desinfektion zugelassenen Produkte enthalten Natriumhypochlorit, das auch in verunreinigtem Wasser seine Wirkung entfaltet und Bakterien abtötet. Chlorverbindungen schützen jedoch nicht vor Wiederverkeimung, weshalb sie in aller Regel...

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