Auch als digitale Ausgabe für iPad und Android-Tablets.
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Batterie entlädt während der Fahrt im Wohnmobil

Moderne Batterieladesysteme und ihre Probleme

Bluetec steht für die umweltfreundlichen Motoren von Mercedes wie hier beim Sprinter Foto: Grafik: promobil, Fotos: Bartosch, Votronic 4 Bilder

Die Lichtmaschine lädt die Batterien während der Fahrt auf – das ist die gängige Annahme. Doch bei modernen Motoren, seit der Euro 6 Norm, gilt das immer weniger. Wir zeigen warum das der Fall ist.

17.03.2017 Jürgen Bartosch

Nach einer Strecke von über 500 Kilometern zeigte das Kontrollbord einen niedrigeren Ladezustand für die Bordbatterie an als vor Fahrtantritt. „Wie kann das sein?“ Solche und ähnliche Forenbeiträge machen stutzig. 

Der Mercedes Sprinter war einer der ersten Transporter, der mit Euro-6- Motoren und „intelligenter Lichtmaschine“ antrat. Foto: Grafik: promobil, Fotos: Bartosch, Votronic

Batterie-Management-Systeme sorgen für Chaos im Wohnmobil

Meist handelt es sich dabei um Reisemobile auf aktuellen Basisfahrzeugen mit Euro-6- Motor und sogenanntem Batterie-Management-System (BMS), auch „Smartcharge“ oder „intelligente Lichtmaschine“ genannt. Im Bestreben, die strengen Abgasnormen und Verbrauchsvorgaben möglichst gut zu erfüllen, versuchen die Entwicklungsingenieure auch kleinste Energieeinsparpotenziale zu nutzen. Darum werden moderne Lichtmaschinen nur noch dann zugeschaltet, wenn unbedingt nötig. Zahlreiche Faktoren wie Umgebungstemperatur oder laufende Verbraucher fließen dabei mit ein. 

Manche Systeme nutzen sogar die überschüssige Energie beim Bremsen. Dann wird die Lichtmaschine kurz zugeschaltet und versucht möglichst schnell viel Strom in die Starterbatterie zu pumpen. Damit die Batterie dafür Kapazität frei hat, wird sie ansonsten nur auf etwa 80 Prozent geladen.

Mit negativen Folgen für die Bordbatterie, die damit ebenfalls nur kurze Ladephasen mit stark schwankender Spannung abbekommt. Im Extremfall, wenn die Bordbatterie bei Fahrtbeginn mehr gefüllt ist als die Starterbatterie, fließt sogar Ladestrom vom Aufbau zum Basisfahrzeug – mit dem eingangs beschriebenen Ergebnis. 

Ein Beispiel am Hymer ML-T belegt den negativen Batterie-Effekt

Messungen von Hymer an Fahrzeugen der ML-T-Baureihe belegen ebenfalls diese Effekte.„Wir bauen seit Modelljahr 2017 darum serienmäßig Ladebooster in alle Modelle auf Mercedes Sprinter ein – für ältere gibt es ein Nachrüstkit“, erklärt Geschäftsführer Bernhard Kibler. Dem folgen auch andere Aus- und Aufbauer, die auf den Sprinter setzen. Er war der erste Transporter der 3,5t Klasse, der mit Euro-6-Motoren angeboten wurde, und arbeitet mit einem weitreichenden Batterie-Management-System. 

„Wir haben uns bei der Umstellung auf Euro-6-Motoren beim Ducato ganz bewusst gegen eine intelligente Lichtmaschine entschieden“, gibt Bernd Wachtel, Fiat-Ansprechpartner für die Aufbauhersteller, zu Protokoll. Das erklärt, warum beim wichtigsten Basisfahrzeug der Branche bislang keine erhöhte Ladeproblematik auftritt. Ob sich dies bei der nächsten Normverschärfung noch halten lässt, bleibt abzuwarten. 

Als Abhilfe bieten sich sogenannte Booster oder Ladewandler an. Sie ziehen gezielt Strom aus der Starterbatterie ab und signalisieren der Lichtmaschine damit Nachladebedarf. „Die Spannung an der Bordbatterie regeln unsere neuesten Geräte dann so, dass für jeden Typ – auch Lithium-Akkus – die optimale Ladung nach Kennlinie erfolgt“, betont Vertriebsleiter Dieter Sojak von Elektronikspezialist Votronic. Und auch das Zurückfließen des Stroms wird verhindert.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie uns Ihre Meinung.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Heft 03/2017
Heft 03 / 2017 15. Februar 2017 Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
Fahrzeug-Angebote
Sponsored Section
promobil Stellplatz-Atlas Deutschland 2017/2018
Stellplatz-Radar