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Handstaubsauger für Wohnmobile im Test: 12 Sauger gegen Krümel-Monster

Wie gut eignen sich kleine Handstaubsauger für die Innenreinigung in Reisemobilen? Diese Frage beantwortet ein Test von zwölf Geräten aus zwei Klassen. Die Preisspanne reicht dabei von 13 Euro bis 247 Euro.

Staubsauger erzeugen in der Regel kein besonderes Medienecho. Doch wenn die Europäische Union im Regulierungswahn kompakten Handstaubsaugern quasi eine Tempobeschränkung verordnet, sieht das anders aus. Seit die EU nur noch Geräte mit maximal 1600 Watt Leistung erlaubt und 2017 die Grenze sogar auf 900 Watt heruntersetzt, wird über den Nutzen der Vorschrift diskutiert. Womöglich ist die Verordnung gar nicht verkehrt. Die Wattzahl allein sagt wenig über die Saugleistung aus – nur etwas über den Stromverbrauch.

Das ist die Erkenntnis aus einem Test mit zwölf 12-Volt-Handstaubsaugern, den unser Schwestermagazin auto, motor und sport gemeinsam mit der Anwendungstechnik der Pflegemittel-Firma Dr. O.  K. Wack Chemie in Ingolstadt durchführte. Zwar beeinflusst der Elektromotor die Saugleistung, da er ein Gebläse antreibt, das den nötigen Unterdruck erzeugt. Doch für ein ordentliches Resultat sind noch andere Faktoren entscheidend: Zum Beispiel spielt die Strömungsoptimierung eine Rolle, die von der Saugdüse, vom Saugrohr und vom Gehäuse abhängt. Ist das aufeinander abgestimmt, reichen 65 Watt für eine gründliche Reinigung aus.

Was macht einen guten Handstaubsauger für Fahrzeuge aus?

Dabei verlangt eine Fahrzeugreinigung den Geräten einiges ab, was an den feinen Polstern der Sitzgruppe oder den vielen Ecken und kleinen Zwischenräumen in den Reisemobilen liegt. So absolvierten die zwölf Staubsauger ohne Einwegbeutel in Anlehnung an die Staubsauger-Prüfnorm DIN EN 60312-1 ein hartes Testprogramm.

Der Test ging sogar weiter als die Norm und verwendete neben dem anerkannten Teststaub, der den Alltagsdreck simuliert, auch noch echte Hundehaare einer Golden-Retriever-Hündin. Da die Vierbeiner oft dabei sind, hinterlassen sie in den Polstern ihre Haare.

Zwei Test-Kategorien: Akku- gegen 12-Volt-Geräte

Die Geräte wurden in zwei Bereiche eingeteilt, da sie entweder über einen Akku oder einen Anschluss für die Zwölf-Volt-Steckdose verfügen. Die guten Geräte beider Gattungen liegen bei der Reinigungsleistung nicht sehr weit auseinander, aber beim Preis. Während man für die kabelgebundenen Handstaubsauger in diesem Test zwischen 13 und 40 Euro investieren muss, sind es bei den Produkten mit Batterie zwischen 44 und 247 Euro.

Die besten Zwölf-Volt-Handstaubsauger für Wohnmobile

Billig ist nicht schlecht – das beweist das Gerät der Lidl-Hausmarke Silver Crest. Zwar zeigt es leichte Schwächen beim Alltagsdreck, doch bei Hundehaaren spielt das nur 13 Euro teure Produkt seine Stärken aus und holt den zweiten Platz bei den kabelgebundenen Varianten vor den Saugern von Defort und Heyner. Nur das Gerät von Black & Decker ist in der Reinigungsleistung besser. Dem Straßenschmutz rückt es konsequenter zu Leibe, und bei der Hundehaarentfernung kann es sich von der Konkurrenz absetzen. Wichtige Punkte sammelt das Gerät mit dem geringen Stromverbrauch und dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Für nicht mal 40 Euro bietet der Black & Decker eine überdurchschnittliche Ausstattung, die vom fünf Meter langen Kabel bis zum verstellbaren Saugrohr mit herausziehbarer Fugendüse reicht.

Eine ähnlich gute Ausstattung in dieser Sparte bietet nur noch der Handstaubsauger von Eufab, der als einziger mit einer rotierenden Bürste punktet. Dem Eufab-Produkt konnte das aber nicht attestiert werden. Die Saugleistung ist aber immerhin ausreichend. Schlimmer sind die Verarbeitungsmängel und der Stromverbrauch, die Bestmarken verhindern.

Die besten Akku-Sauger fürs Wohnmobil

Bei den Akku-Saugern bestehen alle den Test, allerdings gibt es Licht und Schatten. Lediglich bedingt empfehlenswert sind die Sauger von Bosch und Rosenstein. Während die anderen Geräte das Reinigungskapitel mit "befriedigend", "gut" oder wie der Dyson-Sauger mit "sehr gut" abschließen, kommen Bosch und Rosenstein nur auf "ausreichend". Beim Rosenstein-Produkt sorgt der schwache Akku für eine Abwertung. Sieben Minuten hält er durch, was bei größeren Reisemobilen einfach nicht ausreicht. Mindestens zehn Minuten sollte ein Akku schaffen. Gut sind 20 Minuten oder mehr. Abgesehen vom Philips-Gerät schafft der Rest diese Hürde – der Waeco-Handstaubsauger beeindruckt mit 38 Minuten.

Den Sieg holt sich der Dirt Devil Gator. Preis, passable Laufzeit und die gute Saugleistung dank rotierender Bürste überzeugen. Dahinter landet das Dyson-Gerät, das ebenfalls eine rotierende Bürste besitzt und die beste Saugleistung erzielt, aber teuer und in der zweiten Saugstufe deutlich zu laut ist. Das kostet Dyson den Testsieg. Den verspielt auch der punktgleiche Philips-Sauger. Der Grund hier: Die Akkuleistung ist mit 14 Minuten nur durchschnittlich.

So wurde getestet

Die Anwendungstechnik des Pflegemittelherstellers Dr. O. K. Wack testete mit der Redaktion die Handstaubsauger in einem definierten Versuchsaufbau – angelehnt an die DIN-Norm EN 60312-1. Um den Test praxisnah zu gestalten, kamen neben dem genormten Teppichprüfstaub auch noch Hundehaare zum Einsatz. Beide Schmutzarten wurden in einer bestimmten Menge, die unter anderem abhängig von der Saugbreite des Gerätes war, mit einer Handwalze in einen typischen Autoteppich eingerieben. Dann erfolgten fünf Saugdurchgänge. Per Wiegemethode und Sichtkontrolle wurde das Ergebnis ermittelt.

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Autor

Foto

Ingolf Pompe, Frank Eppler

Datum

28. Februar 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 02/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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