Alles über Rapido Serie 8
Test: Rapido 891F 10 Bilder Zoom

Rapido 891 F im Test: Französisch für Fortgeschrittene

Die Rapido Serie 8 lockt mit günstigen Integrierten. Baguette statt Petits Fours - wie mundet das französische Häppchen?

Mit den Teilintegrierten hat es Rapido schon vorexerziert: Die Serie 6 kam 2010 als günstige Ergänzung der Serie 7 und ihrer Derivate. Nun soll auch bei den Integrierten eine neue Serie im tiefergelegten Preissegment angreifen. Mit Nebenkosten liegt der neue 891 F bei 64.525 Euro und damit genau 8.000 Euro unterhalb des 991 DF, dem vergleichbaren 9er-Modell.

Der neue Rapido 891 F ist kaum vom teureren 9er-Modell zu unterscheiden.

Äußerlich erkennen nur genaue Beobachter die Sparausgabe. Das Gesicht der beiden ist nahezu identisch. Nur wenn 8er und 9er beieinander stehen, lassen sich Unterschiede ausmachen. Die Außenspiegel sind beim 8er schwarz und stehend montiert. Auf dem Dach fehlt die integrierte Reling, das Heck tritt weniger opulent auf. Die Fenster sind vorgehängt, und die Tür muss ohne Scheibe auskommen. Wer genau hinschaut, vermisst im Rapido die Klappen in den Schürzen - Indiz für den fehlenden Doppelboden.

So kann der 8er auf den teureren Alko-Tiefrahmen verzichten und setzt auf den klassischen Fiat-Leiterrahmen. Der Aufbau hüllt sich wie beim 9er in GfK mit Styrofoam-Isolierung. Der Boden ist allerdings herkömmlich aus doppelseitig Holz und Styropor aufgebaut.

Das Interieur des neuen Rapidosetzt sich stilistisch klar von der 9er-Serie ab und übernimmt die Möbellinie der Serie 6, die in zwei Varianten mit hellerem Kirschbaum- oder dunklerem Pinien-Dekor wie im Testwagen erhältlich ist. Noch größer ist die Auswahl unter zehn Sitzbezügen alternativ zum Rapido-Serienstoff.

Eck- und Seitenbank gruppieren sich zusammen mit dem Rapido-Cockpitgestühl zu einem großzügigen Wohnzimmer. Der Einsäulentisch mit verschiebbarer Platte lässt sich wunschgemäß platzieren. Vier Gedecke finden auf ihm gerade so Platz, eine Erweiterung gibt es nicht. Ein Umbau zum Bett ist nicht vorgesehen. Wozu auch? Vier Schlafplätze sind im im Rapido bereits serienmäßig an Bord.

Das Hubbett etwa lässt sich leicht herunterschwenken  und über die Seitenbank oder die beigelegte Leiter erklettern. Auch beim günstigen 8er rückt Rapido nicht von seinem Standard mit hochwertiger Bultex-Matratze auf einem Lattenrost ab. Absturznetz, eine Beleuchtung rechts und links, und eine Dachhaube nebst Netztasche komplettieren die Ausstattung.

Schlafen im neuen Rapido 891 F - fürstlich

Das Queensbett im Heck des Rapido ist ähnlich ausgestattet, die Latten des Rosts sind hier sogar beweglich gelagert. Jedoch verjüngt sich die knappe Liegefläche am Fußende deutlich - da rutscht schon mal die Decke runter. Der Zustieg über je eine Stufe links und rechts gelingt leicht. In Fahrtrichtung rechts ist der Durchgang zwischen Matratze und  Bad aber nur 21 Zentimeter breit. Um wenigstens diesen Minimalzugang zu bieten, platziert Rapido das Bett versetzt, erkennbar an unterschiedlich breiten Kleiderschränken rechts und links. Schlafzimmer und Sanitärbereich stehen auf einem Podest, die Stehhöhe schrumpft dadurch von 1,98 auf magere 1,85 Meter. Eine massige Tür mit Einsteckschloss und Metallklinke verschließt das Bad. Außen ist ein Spiegel aufgesetzt, innen sind zwei Handtuchstangen angebracht. Die Solidität reicht allerdings nicht bis zu den schwächlichen, nur mit wenigen kleinen Schrauben montierten Scharnieren.
Die Bewegungsfreiheit an Toilette und Waschtisch ist angemessen, Personen mit Gardemaß stoßen sich jedoch leicht am Bügel des Pilzlüfters und am Hängeschrank hinter der Toilette. In ihm sowie im Spiegelschrank und dem Unterschrank des Waschtischs finden Badutensilien und Handtücher viel Platz. Groß fällt auch das Waschbecken aus Edelstahl aus. Zahnputzbecher und Seifenschale aus Glas lockern die  Tristesse der kahlen Seitenwand rund um das wenig lichtdurchlässige Fenster ein wenig auf. Deutlich freundlicher, heller und einladender wirkt die Duschkabine gegenüber - nicht nur wegen der mattweißen Wandpaneele mit dezent glänzendem floralen Dekor.

Wichtiger als die Optik ist die Klarglasdachhaube. Sie erhöht die Kopffreiheit beim Abbrausen und sichert die Belüftung - was sich zusammen mit dem serienmäßigen Handtuchtrockner besonders bewährt. Die Schulterfreiheit in der Duschbox ist angemessen, die Zehen stoßen aber leicht an den wandseitigen Absatz, hinter dem sich der Radkasten verbirgt. Besser man traut sich nicht, den Fuß auf das labile Formteil zu stellen.

Die Küche macht Appetit auf französische Kochkunst

Im Winkel ordnen sich verkehrsgünstig der Dreiflammkocher mit Elektrozündung und Dunstabzug an, die Edelstahlspüle mit solider Metallarmatur und dazwischen etwas Arbeits- und Abstellfläche. Zwei Hängeschränke, vier Schubladen und drei Flaschenhalter nehmen Utensilien auf. Bemerkenswert: der serienmäßige 150-Liter-Kühlschrank mit automatischer Energiewahl.
Auch nicht selbstverständlich: Kräftige Gasfedern öffnen die Schrankklappen, Hakenschnäpper mit Anschlagpuffern halten sie während der Fahrt klapperfrei geschlossen. Ein Fernsehfach, fünf Hänge- und zwei Kleiderschränke, zwei Bettschubladen, eine Sitztruhe und ein großes Bodenfach - ideal für Vorräte oder Schuhe - nehmen es mit dem üblichen Gepäck für zwei bis vier Personen gut auf. Sperriges kommt im üppigen Heckstauraum unter. Für übliche Fahrräder ist er zu flach, aber mit solider GfK-Bodenwanne, zwei Zugängen, Kleinteilefach, Beleuchtung und Zurrösen für viele andere Frachten gerüstet.

Der neue Rapido 891 F kommt nicht untermotorisiert

Mit dem 130-PS-Serienmotor geht es angemessen voran. Die passable Fahrertür mit Funkfernbedienung für beide Pforten kostet keinen Cent extra, ebenso wenig Feuerlöscher und Nothammer. Lediglich an den Spiegeln wünscht sich der Fahrer noch Weitwinkelfelder. Obwohl das frische Rapido-Baguette vielleicht nicht für den letzten Gaumenkitzel sorgen kann, knusprig und lecker schmeckt es allemal.

Der neue Rapido 891 F - die Baureihe

Serie 8

Preise: um 64.525 Euro
Basis: Fiat Ducato
Längen: 7,37 m
Gesamtgewicht: 3500 kg
Modelle: Die neue Baureihe besteht bislang nur aus dem getesteten Queensbettmodell 891 F. Weitere Varianten mit anderen Grundrissen und Längen sollen aber zum neuen Modelljahr im Sommer folgen.

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Uli Regenscheit

Datum

31. Mai 2012
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