Alles über Knaus Sky I
CMT 2014
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Knaus Sky I 700 LEG: Supercheck 27 Bilder Video Zoom

Knaus Sky I 700 LEG im Test: Ein Integrierter - up to Date

Knaus komplettiert sein Reisemobil-Programm. Als neues Aushängeschild muss der integrierte Sky I beweisen, was in ihm steckt. Zeitgemäß und bodenständig kommt das neue Flaggschiff der Marke daher und überrascht mit vielen guten Ideen.

Der neue Integrierte muss sitzen, das weiß man bei Knaus. Mit dem Sky I wagt die Marke einen Neuanfang in der Königsklasse. Und einen preislich attraktiven obendrein. Um den Grundpreis noch unter 60.000 Euro zu drücken, bedient sich Knaus bewährter Komponenten aus anderen Baureihen: Die Möbel stammen aus dem günstigen Teilintegrierten Sky TI, die aufwendige Bodengruppe steuert der Sun TI bei. Die spannende Mischung schmückt sich zudem mit einem neuem Gesicht - und birgt so manche Überraschung.

Sitzen & Schlafen im neuen Kaus Sky I

In der Sitzgruppe des Knaus wird besonders deutlich, was es bedeutet, in einem Integrierten auf Reisen zu gehen: Die üppige Bugverglasung erzeugt ein faszinierendes Raumgefühl. Nachts lässt sich das Fahrerhaus einfach und effektiv verdunkeln, auf Wunsch sogar mit einem elektrischen Rollladen an der Frontscheibe. Drehbare Aguti-Pilotensitze, ein schmaler Seitensitz und die bequeme L-Bank bilden eine gemütliche Runde. Bezüge mit rutschsicherer Unterseite halten die Polster sicher an ihren Plätzen.

Wer die zwei Gurtplätze an der Rückbank nicht braucht, nimmt die höhenverstellbaren Kopfstützen einfach ab und klappt über den Gurtbock eine zusätzliche Ablage an der Küche. Nachteilig bei der Mitfahrt von Passagieren: Der Einsäulentisch lässt sich nicht abbauen. Obwohl vielfach verstellbar, ragt die Tafel immer etwas in den Durchgang. Auch vergrößerbar ist sie nicht; vier Gedecke sind das Maximum.

Ein Hubbett über den Vordersitzen bringt der Sky I serienmäßig mit. Es ist in zwei Höhen arretierbar, so können bei Nichtgebrauch Decken liegenbleiben. Der Drehhebel der Entriegelung ist sehr schwergängig. Im nächsten Schritt schwenkt das Bett leicht und weit nach unten, liegt spielfrei auf zwei Stützen auf. Zwischen der bequemen Kaltschaummatratze und der Decke bleibt viel Kopffreiheit, die nur vorn etwas eingeschränkt ist. Die Liegemaße können sich sehen lassen. Als Ablage dient der nahe gelegene Tisch. Zwei starre Leselampen strahlen direkt von der Decke, blenden etwas, wenn man auf dem Rücken liegt.

Bedarfsgerecht ausrichten lassen sich die Spots an den Einzelbetten. Knaus opfert zugunsten von zwei großen Liegeflächen im Heck Platz im Mittelgang: Knappe 35 Zentimeter müssen genügen. 

Obwohl die Betten hoch liegen, ist die Kopffreiheit akzeptabel. Über dem Kopfende befinden sich eine raumbreite Ablage und drei kleine Hängeschränke. Seitlich gibt es dagegen nur offene Ablagen. Wer im Heck beieinanderliegen will, muss für die Verbindung Aufpreis zahlen. Das kunstlederbezogene Matratzenstück im hinteren Bereich ist zum Schlafen aber eher unbequem. Wer es wendet, erhält eine feste Ablage. Fenster im Dach und an den Seiten lassen Licht und Luft ins Schlafzimmer.

Bad & Küche im Knaus Sky I 700 LEG

Vor den Betten stehen sich Bad und Dusche gegenüber. Stauraum und Ablagen gibt es im Toilettenraum reichlich, auch Spiegelfläche. Zur Verbesserung der Ellbogenfreiheit hat sich Knaus einen Trick ausgedacht: Der Anschlag der Tür lässt sich dank ausziehbarer Stehwand um 20 Zentimeter in den Gang hinein versetzen.

Der Gewinn an Raum ist indes nicht so groß wie erhofft, kommt einem nur beim Händewaschen entgegen. Die Benutzung der Toilette bleibt eingeschränkt, weil sich nur die Brille, nicht aber die Schüssel drehen lässt. Wer mehr Platz braucht, schließt die Badtür über den Gang, und baut sich so ein Ankleidezimmer.

Gut nutzen lässt sich die Dusche. Zwei Schiebetürelemente verschließen sie dicht. Die Stehöhe fällt mit knapp zwei Meter ebenso groß aus wie im gesamten Wohnraum. Die Einschränkung im Fußbereich durch das überbaute Radhaus fällt hier nicht so stark ins Gewicht wie bei vielen anderen Reisemobilen, da der größte Teil des Radkastens im Doppelboden verschwindet.

Die Kunststoffwände überlappen sich, was eine Verfugung überflüssig erscheinen lässt. Zur Entlüftung gibt es nur einen kleinen Pilzlüfter. Während sich im übrigen Wohnraum die optionale Textilverkleidung der Decke angenehm bemerkbar macht, ist sie in der Dusche fehl am Platz.

Mit einigen Vorzügen punktet die Küche: Zwar fallen Flecken auf der hochglänzenden Arbeitsplatte schnell auf. Aber der Küchenchef darf sich über viele Ablagen, Stauraum und eine echte Arbeitsfläche vor dem Dreiflammkocher freuen. Dass hier eine Piezozündung fehlt, wirkt angesicht der übrigen Ausstattung etwas geizig. Selbst an Handtuchhaken wurde gedacht.

Serie ist ein 110-Liter-Kühlschrank, der gegenüber und etwas erhöht eingebaut ist. 190 Liter Volumen und automatische Energiewahl kosten 790 Euro Aufpreis. Über die sehr tiefe Edelstahlspüle wölbt sich eine etwas labil wirkende Armatur. Der Geruchsverschluss sitzt am Einlauf zum Abwassertank, ist dort auch zu reinigen.

Aufbau & Bordtechnik

Darüber hinaus kann sich die Bordtechnik sehen lassen. Als Fundament für die Installation dient ein Doppelboden, der an den Seiten unter den Fahrgestellrahmen abgesenkt ist. Frisch- und Abwassertank liegen in einer tiefen isolierten Wanne aus leichtem EPP-Isolierschaum. Durch eine Bodenluke kommt man an die beiden Behälter gut heran.

Die Heizung verteilt die Wärme über 14 Ausströmer bis ins Fahrerhaus. Warmluft strömt auch durch einen Kanal im Armaturenbrett, der beim Testwagen hinter dem Frontrollo mündete. Knaus plant, künftig auch den Zwischenraum zwischen Rollladen und Frontscheibe zu beheizen. Das käme Wintercampern entgegen, wie bereits jetzt die doppelt verglasten Seitenscheiben im Cockpit, zu bekommen im Paket.

Sparsame LEDs besorgen größtenteils die Beleuchtung. Praktisch ist das beheizte Versorgungsfach auf der Fahrerseite. Einfüllstutzen, Ablasshähne und Stromanschluss sind hier zentral zugänglich. Am GfK-Boden verlaufen zumindest die meisten Kabel geschützt in Kunststoffkanälen.

Bewusst tritt der Sky I weniger polarisierend auf als frühere Integrierte der Marke. Die gefällig geformte Bugmaske besteht aus einem Formteil; praktischer im Fall von Remplern wären einzeln austauschbare Teile im Bereich des Stoßfängers. Während sich die Wände in Aluminium hüllen, gibt es das Dach mit hagelunempfindlicher Beplankung aus GfK. Zur eleganten Erscheinung des Sky I passen die soliden, planen Rahmenfenster.

Serienmäßig ist die Fahrertür. Optional lässt sie sich fernbedient entriegeln - wie auch die Aufbautür, die wegen der starken Wölbung, sprich Vorspannung, beim Testwagen nur lautstark zu schließen war.

Stauraum & Zuladung im Knaus Sky I 700 LEG

Der Kleiderschrank liegt unter dem linken Heckbett, was generell Einschränkungen bei der Zugänglichkeit zur Folge hat - trotz ausziehbarer Kleiderstange. Reichlich Hemden, Blusen und Jacken bekommt man dennoch unter. Gegenüber liegt ein weiteres großes Fach. Mit Hängeschränken geizt der Sky I 700 LEG allerdings. Wohin mit der Wäsche bei längeren Urlaubsfahrten oder einer großen Besetzung?

Dieses Manko gleichen die zusätzlichen Fächer im Doppelboden und die sehr stattlich gebaute Garage nur bedingt aus. Im Heckstauraum lassen sich dank üppiger Höhe und optionalem Ordnungssystem Fahrräder, Campingmöbel und auch eine Kiste mit Ersatzkleidung problemlos verstauen und transportieren.
Wer den Sky I 700 LEG vom Werk standesgemäß ausstatten lässt, sollte auch vor dem Maxi-Chassis des Ducato mit vier Tonnen Gesamtgewicht nicht zurückschrecken - trotz Einschränkungen bei der Maut oder dem Lkw-Überholverbot. Lohn dieser Investition sind immerhin 630 Kilo Zuladung.

Fahren & Sicherheit

Das Tempolimit von 100 km/h bedeutet trotz aufpreispflichtigem Motor mit 148 PS  im Testwagen nur eine unerwartet kleine Zumutung. Denn bei höheren Tempi drängt sich das allzeit präsente Motorgeräusch störend in den Vordergrund. Auf schlechten Straßen scharren zudem die Verkleidungen im Fahrerhaus vernehmlich aneinander. Klappernde Möbel sind dem Sky I dagegen fremd.
Der kräftige 2,3-Liter-Diesel entpuppt sich als vollauf angemessenene Motorisierung. Im Testwagen schleppte er neben dem wuchtigen Aufbau immerhin fast 300 Kilo Zusatzausstattung mit sich herum.

Für gute Sicht sorgt auch bei Regenwetter das große Wischerfeld. Die A-Säulen sind beim Blick in Kurven jedoch etwas im Weg. Wie bei vielen Reisemobilen auf Fiat Ducato üblich, bekommt nur der Fahrer einen Airbag frei Haus. Der rettende Luftsack für den Beifahrer kostet Aufgeld. ESP ist für die ersten Serien des Sky I nicht verfügbar, ab 2013 jedoch im Paket erhältlich. Davon abgesehen ist der Sky I bei Sorgfalt und Verarbeitung in Sachen Installationstechnik bis hin zum FI-Schalter voll auf der Höhe der Zeit.

Ausstattung & Preise des Knaus Sky I 700 LEG

Bei den Anschaffungskosten orientiert sich Knaus an Wettbewerbern wie dem Dethleffs Esprit oder dem Bürstner Viseo. Mit beiden liegt der Sky I etwa auf Augenhöhe, bringt jedoch einen Doppelboden mit. In der Liga der Reisemobile mit Doppelboden überrascht der neue Knaus-Integrierte indes als besonders günstiges Angebot. Bei Hymer oder Eura Mobil etwa ist diese Technik erst für deutlich mehr Geld zu haben.

Obwohl der Sky I ordentlich ausgestattet ist, lässt sich der Grundpreis spielend in die Höhe treiben. Die Optionsliste hält unentbehrliche wie begehrenswerte Extras parat, zusammen übersteigen sie flugs die Marke von 10.000 Euro. Andererseits sind Fahrerhaustür und Hubbett serienmäßig an Bord, anderswo  ist dafür oft ein Extraobulus fällig. Zu knausrig ist die Basismotorisierung des Sky I - mit dem 115-PS-Fiat-Motor liegt Knaus ausnahmweise nicht auf der Höhe der Zeit.

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Lichtcheck (angelehnt an DIN EN 12464-1)

  • An der Sitzgruppe spenden bis zu zehn Lampen im Mittel angenehme 135 Lux. Am hellsten Spot auf dem Tisch sind es 474 Lux, genug zum Lesen.
  • Die Küche ist mit 123 Lux für einen Arbeitsbereich tendenziell zu dunkel.
  • Mindestens 300 Lux werden für Bäder empfohlen. In Gesichtshöhe kommt der Knaus auf 430 Lux.
  • Im üppig beleuchteten Schlafzimmer spenden die Lampen maximal 185 Lux. 4321

Die Baureihe: Knaus Sky I

Preise: 59.790 - 62.590 Euro
Basis: Fiat Ducato
Länge: 6,96 - 7,44 m
Gesamtgewicht: 3500 - 4000 kg
Modelle: Zwei Geschwister hat der Sky I 700 LEG. Ebenfalls mit Einzelbetten im Heck, aber ohne die Raumbad-Lösung des Testmodells wartet der 650 LEG auf. Mit 60.590 Euro nur wenig teurer ist der gleich lange 650 LG. Er hat ein Doppelbett quer im Heck. Die Sitzgruppen sind in allen Modellen identisch.


 

Supercheck: Concorde Carver 791 L

Datum

31. Dezember 2012
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