Alles über Eura Mobil Integra Line
Supercheck: Eura Mobil Integra Line 690 HB 27 Bilder Video Zoom

Eura Mobil Integra Line 690 HB im Test: Aufsteiger-Klasse

Oberklasse-Insignien zum Mittelklasse-Preis, und das auch noch ansprechend verpackt. So lockt der brandneue Eura Mobil Integra Line. promobil hat ihn bereits exklusiv auf Herz und Nieren geprüft.

Holzfreie Aufbautechnik mit Doppelboden, Warmwasserheizung serienmäßig, elektrischer Frontscheiben-Rollladen und doppelt verglaste Seitenscheiben optional, großer 175-Liter-Kühlschrank bereits zum Grundpreis von rund 63.000 Euro. Das lässt jeden hellhörig werden, der schon mal mit dem Aufstieg in die gehobene Integrierten-Klasse geliebäugelt hat. Was ist dran am neuen Integra Line zum Kampfpreis?

Sitzen & Schlafen im Eura Mobil Integra Line

Querbett-Garagen-Modelle gehören bei Eura Mobil zum Standardprogramm. Eine Neuinterpretation soll dieser Heckaufteilung frischen Schwung verleihen. Dabei werden die Vorteile verschiedener Bettanordungen zu einem geschickten Kompromiss vereint: kompakte Bauform mit viel Stauraum darunter, relativ einfacher, unabhängiger Bettenzugang und eine Liegelänge von über zwei Meter. Das wird möglich mit einem Querbett, bei dem eine Treppe zum Fußende hinaufführt. Von dort aus können beide Matratzen separat erklommen werden. Zum Kompromiss gehört allerdings, dass die Liegefläche nur hinten die volle Länge erreicht und das Besteigen des Betts vom Fußende her etwas mühsamer ist, als bequem von der Seite einzusteigen wie etwa bei einem Queensbett oder bei Einzelbetten. Lattenroste und dicke Kaltschaummatratze bilden den bequemen Unterbau für die Nachtruhe. Damit die Bettdecke oder gar man selbst nicht in den Gang hinunterrutscht - die Liegefläche liegt immerhin 1,15 Meter hoch über dem Fußboden -, gibt es ein ausklappbares Brett. Die Seitenwand am Fußende ist, wie auch die gesamte Decke, mit schaumkaschiertem Stoff angenehm bezogen. Noch kuscheliger lockte das Doppelbett, wenn auch die Heck- und Seitenwand am Kopfende so ausgestattet wäre. Der hintere Schläfer kann Brille und Bettlektüre wahlweise in einer Stofftasche oder einem der Hängeschränke ablegen.
Sein Bettnachbar geht in dieser Hinsicht leer aus.

Trost spendet die Gleichbehandlung bei der Beleuchtung: einen hellen, einzeln schaltbaren LED-Lesespot gibt es hier wie da. Die indirekte Beleuchtung über den Hängeschränken, die man für den nächtlichen Toilettengang gebrauchen könnte, lässt sich allerdings nur vom Einstieg aus schalten.

Weitere Schlafgelegenheiten stellt das Hubbett des Eura Mobil Integra Line über dem Fahrerhaus bereit. An einem zentralen Drehgriff entriegelt, schwenkt es ohne allzu große Mühe herunter, jedoch müssen zuvor nicht nur die Lehnen der Cockpitsessel, sondern auch der Seitenbänke umgelegt werden. Der Aufstieg auf die relativ breite Liegefläche gelingt leicht über den seitlichen Sitz. Die volle Bettbreite kann aber kaum genutzt werden, weil die Kopffreiheit vorn unter dem Frontscheiben-Rollladen ziemlich knapp bemessen ist. Die dü das Hubbett für leichtgewichtige Personen, die zudem keine Leseratten sind: Ablagen gibt es nur spärlich, und eine Lampe fehlte beim Vorserien-Testwagen völlig.

An eine weitöffnende Dachhaube zur Belüftung wurde ebenso gedacht wie an ein sicheres Absturzschutznetz. In der Sitzrunde können es sich bis zu sechs Personen gemütlich machen. Die Platte des Einsäulentischs gleitet über einen Kreuzschlitten in die passende Position. Die Tischplattengröße ist ein brauchbarer Kompromiss. Wenn vier Personen aber richtig tafeln wollen, wird es eng. Die Cockpitsessel lassen sich in Höhe und Abstand gut an den Tisch anpassen. Die Eckbank mutiert nach ein paar Handgriffen zur Querbank für zwei Passagiere. Die Gurtsäule ist gut abgepolstert. Der obere Umlenkpunkt liegt aber genau hinter einem quer liegenden Polsterstreifen, der das saubere Aufrollen stört, egal ob man die Gurte obendrüber oder untendurch führt.

Bad & Küche - Wasserspiele im Eura Mobil Integra Line

Eben und ohne Stufe breitet sich der Boden vom Fahrerhaus bis zum Heckbett aus. Auf diesem Weg passiert man in Fahrtrichtung rechts die Küche. Als Erstes fällt hier die geschickte Formgebung der Kocher-Spülen-Kombi ins Auge, die auch bei geöffneten Glasabdeckungen noch etwas Arbeitsfläche übrig lässt. Zur Seite gerückte Bedienknöpfe mit Elektrozündung minimieren zuverlässig die Verbrennungsgefahr. Die Spüle sollte weniger flach sein, damit das Schaumwasser nicht allzu leicht zu den Kochflammen überschwappt.
Ein kleines, aber praktisches Detail des Wasserhahns: Sein verdrehbares Endrohr vermeidet Wasserflecken auf der Glasabdeckung. Zustimmendes Nicken erntet auch die große Schublade in mittlerer Höhe, mit drei Fächern, die vieles übersichtlich und leicht erreichbar verwahrt. Ein langer Bügelgriff an der Front dient sich zudem fürs Aufhängen von feuchten Geschirrtüchern an. Zwei Hänge- und ein Oberschrank ergänzen das Stauraumangebot desEura Mobil Integra Line.

Kopfschütteln verursacht allerdings die Besteckschublade, die rechts und links der Besteckmulden viel Platz verschwendet. Das Gleiche gilt auch für einen ungeschickten Absatz in den unteren beiden Schrankfächern. Frisches lagert am besten im serienmäßig 175 Liter großen, in Griffhöhe eingebauten Kühlschrank.

Ins Bad gegenüber führt eine solide Tür mit Klinkengriff und Einsteckschloss. Ein wenig hapert es noch an der Einstellung, da die Badtür beim Öffnen an der Deckenlampe im Gang entlangschrammt. Apropos Lampe. Zwei LED-Deckenspots und ein diffuses Seitenlicht sorgen für eine gute Badbeleuchtung. Der Schalter dafür ist unten am Hängeschrank allerdings versteckt und weit weg von der Tür eingebaut. Holz- und Kunststoff-Möbelteile ergänzen sich zu einer ansehnlichen Badeinrichtung. Das beleuchtete Regal neben dem Waschbecken ist praktisch und schafft Ambiente – noch mehr, wenn die Reling nichtnur aus schlichten, scharfkantigen Kunststoff-Streifen bestünde. Beim Duschen schützt eine Faltwand die Waschtischmöbel und ein Vorhang die Badtür. Eine rostartige, optionale Abdeckung lässt sich auch als Sitzgelegenheit bedarfsweise über die Toilette klappen. Fürs Brausevergnügen ist der Eura Mobil Integra Line 690 HB also gut gerüstet.

Eura Mobil Integra Line: Aufbau & Bordtechnik

Dazu trägt auch der 150 Liter fassende Frischwassertank bei, der die Querbanktruhe ausfüllt. Das Abwasserreservoir hängt unter dem Hecküberhang. Es ist nur gegen Aufpreis isoliert und beheizt – was nicht so recht ins Bild passen will, schließlich ist der Integra Line auch dazu angetreten, mit seiner serienmäßigen Warmwasserheizung überdurchschnittlichen Winterkomfort in die Mittelklasse zu tragen. Die meisten Käufer wird diese Unstimmigkeit
wenig kümmern, denn sie werden gleich das Arctic-Paket mitordern, das außerdem auch einen elektrischen Frontscheibenrollladen, doppeltverglaste
Cockpitseitenscheiben, einen Motorwärmetauscher mit Zusatzpumpe und einen Gasflaschenumschalter umfasst. So gerüstet, darf der Winter ruhig
kommen, zumal die Wärmeverteilung praxisgerecht Fahrerhaus- und Sitzgruppen-lastig ausgelegt ist und auch das Bad angemessen versorgt.

Der Aufbau des Eura Mobil Integra Line bildet dafür die solide Basis. Die beidseitig mit GfK beplankten Sandwich-Platten werden miteinander und mit dem Chassis verklebt. An den Aufbaukanten unterstützen zudem wärmebrückenfrei eingesetzte Alu-Profile. Als zusätzliche Isolation und frostfreier Installationsraum ist ein beheizter Zwischenboden mit elf Zentimeter lichter Höhe eingezogen.
Die wichtigsten Elektrikkomponenten, besonders die 12-Volt-Sicherungen, aber auch das Ladegerät und der kleine Wechselrichter, der den Frontscheibenrollladen versorgt – vorübergehend aber auch mal ein Notebook laden kann –, finden sich gut zugänglich neben dem Beifahrersitz. Und auch
die Gelbatterie ist unweit in einem abgesenkten Fach installiert, das auch noch Platz für einen Zweitakku bietet. Die Netzsicherung mit FI-Schutz
versteckt sich dagegen in der kleinen Seitenbank, und auch die unbeschrifteten Ablassventile der Wasseranlagen entdecken nur Eingeweihte.

Stauraum & Zuladung

Durch Bodenluken im vorderen und hinteren Gangbereich lassen sich zwei Doppelbodenfächer mit flachem Gepäck bestücken. Die Sitztruhen sind überwiegend durch die Bordtechnik belegt. In der Seitenbanktruhe bleibt über der Heizung auch noch ein geschicktes Trockenfach für Schuhwerk oder Handschuhe.
Neben acht Hängeschränken sorgt sich auch ein relativ üppiger Kleiderschrank um Unterbringungsfragen. Da er unter dem Heckbett eingebaut ist, erfordert der Zugriff zwar einen kleinen Bückling, viel mehr stört aber die fehlende Beleuchtung, zumal für die drei praktischen Regalfächer die seitlich integriert sind. Sperrgepäck wandert wie üblich in die Heckgarage, die ein ansprechendes Platzangebot, aber nur eine Zugangstür und magere Serienausstattung bietet: Verzurrmöglichkeiten, Extrafächer oder eine Lampe waren im Testwagen nicht zu finden. Wer den Eura Mobil Integra Line 690 HB zu viert nutzen möchte, kommt an einer Auflastung kaum vorbei. Für zwei bis drei Reisende und nicht zu üppige Ausstattung bei Nutzung des reduzierten Frischwasservorrats können 3,5 Tonnen reichen.

On the Road - Fahren & Sicherheit

Dem Fahrer wird das Steuern des Eura Mobil Integra Line relativ leicht gemacht. Die Übersichtlichkeit rundum und vor den Bug ist gut. Ein wenig Kritik ernten die vergleichsweise breiten A-Säulen und die hoch angesetzten Seitenscheiben rechts. Für die aufgelastete Variante ist der 148-PS-Motor eine gute Wahl. Unangemessen zeigte sich beim Testwagen aus der Vorserie dagegen die Geräuschkulisse im Fahrerhaus. Reifen- und Motorlärm drang für Eura-Verhältnisse ungewohnt vehement ans Ohr. Zu versteckt platziert ist die elektrische Spiegelverstellung nebst Schaltern für die Nebelscheinwerfer und anderes. Die Motorhaube gibt zwar nur einen relativ kleinen Zugang frei. Dennoch sind die wichtigsten Servicepunkte relativ gut erreichbar. Die Fahrertür gönnt Eura dem Piloten bereits serienmäßig, die Sicherheitsausstattung ist auf klassenüblichem Niveau.

Ausstattung & Preise

Angesichts hochwertiger Aufbautechnik und Ausstattungskomponenten darf der Grundpreis des Eura Mobil Integra Line als besonders attraktiv gelten. Ein paar Punkte vermisst man aber auch in der Serienausstattung, und zumindest zwei der drei Ausstattungspakte sind nahezu obligatorisch. Dennoch bleibt das Preisgefüge des jüngsten Eura-Sprosses sehr interessant für alle Aufstiegswilligen.

Lichtcheck

(angelehnt an din EN 12464-1) Farbabstimmung auf zirka 4000 Kelvin
 
Die Helligkeit an der Sitzgruppe ist mit 170 Lux im Mittel befriedigend, unter den Lesespots mit fast 500 Lux sehr gut. Die Küche ist mit durchschnittlich 170 Lux und maximal 300 Lux angemessen ausgeleuchtet.

Gleiches gilt im Bad. Das Gesicht im Spiegel ist bei 350 Lux gut zu sehen. Die Spots am Heckbett sorgen mit über 600 Lux für entspanntes Lesen. Am Hubbett bleibt es finster.

Die Baureihe: Integra Line & Co.

Preise: 62.990 - 64.990 Euro
Basis: Fiat Ducato
Länge: 6,99-7,39 m
Gesamtgewicht: 3500 kg
Modelle: Beim Integra Line gibt es vom Start weg fünf Modelle, neben dem 690 HB zwei Queensbett-Varianten, ein Doppellängs- und ein Einzelbetten-Modell. Darüber bietet Eura Mobil den etwas wuchtigeren Integra Style mit vier Modellen an, und als Top-Klasse drei dreiachsige Integra mit bis zu knapp neun Meter Länge.

Konkurrenten, Maßstab: Integrierter der Mittelklasse für 2-4 Personen
Modell Carthago C-Tourer I 142 QB Knaus Sky I 650 LG Pilote Référence G 690 LGR
Grundpreis 69.650 Euro 62.490 Euro 66.450 Euro
Vergleichspreis 73.725 Euro 72.488 Euro 70.755 Euro
Testwagen 69.654 Euro Vergleichspreis inklusive 130-PS-Motor, Klimaanlage, Tempomat, Fahrer- und Beifahrer-Airbag, ESP, Nebelscheinwerfer, hängende Außenspiegel, GfK-Dach, Aufbautür mit Fenster und Fliegenschutz, Mini- und Midi-Hekis, Warmwasserheizung (außer Carthago), großer Kühlschrank, Doppelbodenstaufächer, Kaltschaummatratzen.
Basisfahrzeug Fiat Ducato, 96 kW/130 PS Fiat Ducato, 85 kW/115 PS Fiat Ducato, 96 kW/130 PS
Maße Länge/Breite/Höhe 6820/2270/2860 mm Länge/Breite/Höhe 6960/2340/2900 mm Länge/Breite/Höhe 6990/2300/2920 mm
Gewichte Leer-*/zul. Gesamtgewicht 3020/3500 kg Leer-*/zul. Gesamtgewicht 3180/3500 kg Leer-*/zul. Gesamtgewicht 3155/3500 kg
Besonderheiten positiv Hochwertiger Alu-Styrofoam-Alu-Aufbau, Styrofoam-Isolierung rundum, Dach und Boden GfK, Funktionsdoppelboden, übersichtliches Fahrerhaus, relativ viel Zuladung. Separate Dusche zum Raumbad erweiterbar, Doppelboden, zentrales Ver- und Entsorgungsfach, GfK-Dach optional. GfK-Dach serienmäßig, Styrofoam-Isolierung rundum, Doppelboden, separate Dusche zum Raumbad erweiterbar, umfangreiche Serienausstattung.
Besonderheiten negativ Keine Warmwasserheizung erhältlich, Kleiderschrank unter Heckbett. Serienmäßig nur 115-PS-Motor, einfachere Aufbautechnik mit Styropor-Isolierung und Holzunterboden, Kleiderschrank unter Heckbett. Aufbau mit Holzverstärkungen und Holzunterboden.
* Masse in fahrbereitem Zustand; alle Werte Werksangaben; die Fotos stehen beispielhaft für die jeweilige Baureihe. Grundpreis jeweils mit Vorfracht, TÜV und Zulassungsbescheinigung Teil II
Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Michael Hahn

Datum

25. März 2013
5 4 3 2 1 4,5 5 2
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