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Winterreifentest 235/65 R 16 C: Den Winter fest im Griff

Welche Winterreifen sind die besten für Wohnmobile auf Renault Master und  Opel Movano mit Heckantrieb sowie Mercedes Sprinter und Volkswagen Crafter. Diese Winterpneus der Größe 235/65 R 16 C bringen Ihr Wohnmobil sicher durch Eis und Schnee.

Die Diskussion, ob Winterreifen für jedermann sinnvoll sind, ist nach Einführung der situativen Winterreifenpflicht Vergangenheit. Alternativ zu echten Winterreifen sind bei winterlichen Straßenverhältnissen auch Allwetterreifen zulässig. Aber nur dann, wenn sie das M+S-Logo auf der Flanke tragen. Das bescheinigt ihnen nach dem Gesetz ein Mindestmaß an Wintergrip und erlaubt somit das Fahren auf Schnee und Eis.

Die Eigenschaften echter Winterreifen bietet diese Reifen-Spezies allerdings nicht. Zu weit sind sie, das haben auch unsere Tests gezeigt, von den Leistungen der Winterprofis entfernt. Erkennbar sind die Schneespezialisten am zusätzlich zum M+S-Logo angebrachten Schneeflockensymbol auf der Reifenseitenwand.
promobil hat für Sie diesmal die Größe 235/65 R 16 C auf dem Opel Movano getestet. Doch nicht nur auf dem großen, in diesem Fall heckgetriebenen Opel kommt diese Reifengröße zum Einsatz. Auch auf die nahezu baugleichen Modelle Renault Master oder Nissan NV 400 wird sie ab Werk aufgezogen.

Außerdem sind auch Basisfahrzeuge aus der Koproduktion Mercedes Sprinter und VW Crafter mit diesen Reifen ausgerüstet. Wegen des ähnlich aufgebauten Antriebs auf die Hinterachse sind die Ergebnisse des Winterreifen- Tests auf diese beiden Basisfahrzeuge übertragbar.

Fünf ausgesuchte Winterreifen stellen sich dem Test

Firestone startet mit dem Vanhawk Winter: Der bewährte Winterprofi stellt seine Qualitäten vornehmlich auf schneebedeckten Pisten unter Beweis. Hier gefällt der Winterreifen mit gutmütigen Fahreigenschaften und weitem Grenzbereich. Sein breiter Traktionsbereich bei durchdrehenden Rädern prädestiniert ihn für ältere Fahrzeuge ohne elektronische Traktionshilfen. Auf trockener Bahn und vor allem auf Nässe verliert er den Anschluss an die beiden Sieger-Reifen dieses Tests.

Gleiches gilt für den zwischenzeitlich auch etwas in die Jahre gekommenen Winterreifen Vredestein Comtrac Winter aus Holland. Seine Stärken liegen weniger bei der Schneetraktion, sondern vielmehr auf nassem Asphalt. So macht ihn sein laufrichtungsgebundenes Profil zum Testsieger in der Aquaplaning-Wertung. Doch auf trockener Bahn sowie auf Schnee ist der Bremsweg zwischenzeitlich einige Meter zu lang für eine Top-Bewertung.

Mit dem Winterreifen Agilis Alpin versucht Michelin den Schnee zu bezwingen. Restlos überzeugt hat er die promobil-Testcrew im harten österreichischen Winter jedoch nicht. Zwar zeigt er zunächst gute Leistungen beim Anfahren auf Schnee, doch sobald die Reifen ein wenig durchdrehen, ist’s mit dem Vortrieb vorbei. Auch beim Lenken stößt der Michelin früh an seine Grenzen und schiebt etwas über die Vorderräder. Nur mit viel Gefühl sind mit ihm beim Zeitfahren am Haftungslimit auf der steilen Bergauf-Handlingstrecke gute Ergebnisse zu erzielen.
Auf trockener Bahn hingegen gibt er sich unkompliziert und sicher, rollt komfortabel ab und bremst ordentlich. Auf Nässe dagegen zeigt der als besonders langlebig bekannte Michelin deutliche Lastwechselreaktionen, eher schwache Bremsleistungen und zu geringes Seitenführungspotenzial.

Wenig zu verbessern gibt’s hingegen bei den Winterreifen von Nokian und Goodyear. Beide überzeugen auf Schnee mit recht ausgewogenem Handling. Den breiteren Grenzbereich bietet der Nokian, er ist damit in Gefahrensituationen leichter beherrschbar. Beim Bremsen macht der Goodyear hingegen die bessere Figur.

Auch auf nasser Strecke liegen die beiden Kontrahenten fast gleichauf. In der Seitenführung liegt der Winterreifen von Nokian vorn. Sein sicheres und stabiles Handling auf Nässe über-zeugt, im Aquaplaning ist er ebenfalls ein Quäntchen besser als der Goodyear. Aber erneut führt dessen um 1,40 Meter kürzerer Bremsweg zu Gleichstand.

Gute Winterreifen müssen auch auf nasser und trockener Fahrbahn gut sein

Und wie kommen die beiden Top-Reifen mit trockenem Asphalt zurecht? Der Goodyear reagiert hier etwas spontaner auf Lenkbefehle bei abruptem Ausweichen, der Nokian reagiert weniger schnell, erfordert dafür aber weniger Korrekturen. Die Bremswege erreichen vergleichbares Niveau.
Ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen bei Kälte also, das der Goodyear nur sehr knapp für sich entscheidet. Das Zünglein an der Waage spielt letztlich der geringere Rollwiderstand und damit Kraftstoffverbrauch. Ein Aspekt, der bei Winterreifen mehr Beachtung finden wird, zumal er neben Nassbremswerten und Geräusch ab diesem Herbst in Form des Reifenlabels auf jedem Neureifen angegeben werden muss.

Die Ergebnisse des Winterreifentests im Detail finden Sie in unserer Mediashow oben, die Wertungstabelle mit allen Infos und Daten zum kostenlosen Download hier :

IM DETAIL: DIE ERGEBNISSE AUF SCHNEE UND EIS

Zugkraft, Bremsen, Seitenführung - präzise Messungen zeigen schnell, welcher Winterreifen vorn liegt. Zusätzlich entscheidet bei der Handlingprüfung nicht nur die mögliche Rundenzeit, -sondern auch die Beherrschbarkeit des Fahrzeugs im Grenzbereich. Eine sichere Balance und ein überraschungsfreies Handling mit großen Reserven bringen hier Zusatzpunkte. Die Wintereigenschaften gehen zu 50 Prozent in die alpine Endwertung ein. Großen Wert legt promobil auch auf ausgewogene Nässeeigenschaften. Sicherheitsentscheidend, und damit in der Nasswertung mit 30 Prozent gewichtet, ist der Bremsweg. Wer hier patzt, hat keine Chance auf eine gute Testnote. Die Aquaplaningtests, jeweils getrennt in Längs- und Querrichtung, machen in Summe rund 30 Prozent der Nasswertung aus, die ihrerseits mit 30 Prozent in die Winter-Gesamtnote eingeht.

BREMSEN AUF SCHNEE
ABS-Vollbremsung 50 - 0 km/h auf festgefahrener Schneedecke. Messfahrzeug: Movano, beladen.

Firestone Vanhawk Winter: 25,9 m
Goodyear Ultra Grip: 25,3 m
Michelin Agilis Alpin: 26,4 m
Nokian WR C Cargo: 25,7 m
Vredestein Comtrac Winter: 26,9 m

TRAKTION AUF SCHNEE
Zugkraft beim Anfahrversuch auf homogen festgefahrener Schneedecke. Angabe in Newton.

Firestone Vanhawk Winter: 4869 N
Goodyear Ultra Grip: 4751 N
Michelin Agilis Alpin: 4713 N
Nokian WR C Cargo: 4755 N
Vredestein Comtrac Winter: 4630 N

HANDLING SCHNEE
Auf einem 3000-Meter-Kurvenparcours wird gegen die Uhr gefahren. Durchschnittsgeschw. in km/h.

Firestone Vanhawk Winter: 55,3 km/h
Goodyear Ultra Grip: 57,0 km/h
Michelin Agilis Alpin: 50,0 km/h
Nokian WR C Cargo: 57,0 km/h
Vredestein Comtrac Winter: 51,0 km/h

IM DETAIL: DIE ERGEBNISSE AUF NASSER FAHRBAHN

BREMSEN NASS
ABS-Vollbremsung 80 - 0 km/h auf bewässertem Asphalt, Messfahrzeug: M-Klasse, beladen.

Firestone Vanhawk Winter: 44,8 m
Goodyear Ultra Grip: 36,6 m
Michelin Agilis Alpin: 42,4 m
Nokian WR C Cargo: 38,0 m
Vredestein Comtrac Winter: 39,5 m

AQUAPLANING LÄNGS
Ermittelt wird die kritische Aufschwimmgeschwindigkeit bei geführter Geradeausfahrt, 15 % Schlupf.

Firestone Vanhawk Winter: 80,2 km/h
Goodyear Ultra Grip: 81,4 km/h
Michelin Agilis Alpin: 83,0 km/h
Nokian WR C Cargo: 83,9 km/h
Vredestein Comtrac Winter: 86,9 km/h

AQUAPLANING QUER
Haftungsreserven bei Wasserdurchfahrt im Kreis. Gewertet wird die maximale Querbeschleunigung.

Firestone Vanhawk Winter: 3,23 m/s²
Goodyear Ultra Grip: 3,33 m/s²
Michelin Agilis Alpin: 3,48 m/s²
Nokian WR C Cargo: 3,38 m/s²
Vredestein Comtrac Winter: 3,63 m/s²

SEITENFÜHRUNG
Bewässerter Asphaltkreis, Durchmesser 55 Meter. Ermittelt wird die maximale Querbeschleunigung.

Firestone Vanhawk Winter: 5,73 m/s²
Goodyear Ultra Grip: 6,47 m/s²
Michelin Agilis Alpin: 5,70 m/s²
Nokian WR C Cargo: 6,54 m/s²
Vredestein Comtrac Winter: 6,38 m/s²

HANDLING NASS
Auf dem 1900 Meter langen Handlingkurs zählt die maximale Durchschnittsgeschwindigkeit.

Firestone Vanhawk Winter: 62,6 km/h
Goodyear Ultra Grip: 66,2 km/h
Michelin Agilis Alpin: 63,0 km/h
Nokian WR C Cargo: 66,2 km/h
Vredestein Comtrac Winter: 65,5 km/h

IM DETAIL: DIE ERGEBNISSE DER TROCKENPRÜFUNGEN

Bremsen und Fahrstabilität sind besonders sicherheitsrelevant. Hochdynamische Spurwechselmanöver bei 100 bis 120 km/h und hunderte von Vollbremsungen sind daher Test-alltag und werden bei den Trockenprüfungen weit mehr gewichtet als eine mögliche Kraftstoffeinsparung oder der Abrollkomfort. Die Trockentests gehen in Summe mit zehn Prozent in die alpine Winternote ein.

BREMSEN TROCKEN
ABS-Vollbremsung 100 - 0 km/h auf trockenem Asphalt. Mittelwert aus zehn Versuchen.

Firestone Vanhawk Winter: 51,4 m
Goodyear Ultra Grip: 49,9 m
Michelin Agilis Alpin: 50,9 m
Nokian WR C Cargo: 50,0 m
Vredestein Comtrac Winter: 52,8 m

HANDLING TROCKEN
Bei Spurwechseln bis 120 km/h wird die Reaktion der Reifen subjektiv auf einer Skala bewertet.

Firestone Vanhawk Winter: 7
Goodyear Ultra Grip: 8
Michelin Agilis Alpin: 8
Nokian WR C Cargo: 8
Vredestein Comtrac Winter: 6

ROLLWIDERSTAND
Mittlere Leistungsaufnahme von vier Rädern bei voll beladenem Fahrzeug und 80 km/h.

Firestone Vanhawk Winter: 9,32 PS
Goodyear Ultra Grip: 8,19 PS
Michelin Agilis Alpin: 9,35 PS
Nokian WR C Cargo: 8,53 PS
Vredestein Comtrac Winter: 9,41 PS

AUSSENGERÄUSCH
Abrollgeräusch der Reifen auf ISO-Norm-Asphalt mit abgestelltem Motor bei 80 km/h.

Firestone Vanhawk Winter: 71 db(A)
Goodyear Ultra Grip: 71 db(A)
Michelin Agilis Alpin: 71 db(A)
Nokian WR C Cargo71: db(A)
Vredestein Comtrac Winter74: db(A)

Das neue Reifenlabel: Das sind die Kriterien

Ab dem 1. November 2012 müssen Reifen mit dem neuen Öko-Label gekennzeichnet sein. Ähnlich der Kennzeichnung von Kühlschränken finden sich auf einem Etikett Informationen zu Kraftstoffverbrauch, Nasshaftung und Abrollgeräusch. Eingeteilt wird in sieben Kategorien: Von der besten, grünen Kategorie „A“ bis zur schlechtesten, roten Kategorie „G“. Der Unterschied von A nach B soll im Rollwiderstand etwa einer Kraftstoffeinsparung von 0,1 Liter pro 100 Kilometer entsprechen. Der Nasshaftung wird, wie im promobil-Reifentest, der absolute Bremsweg auf nassem Norm-Asphalt aus 80 km/h zugrunde gelegt. Zwischen den Klassen liegen allerdings wenig realistische 36 Meter im Bremsweg. Schon ein Klassensprung kann somit dem Unterschied zwischen Parkrempler und Totalschaden entsprechen. Die Geräuschklassifikation gibt letztlich Auskunft über die Einhaltung aktueller Grenzwerte. Um praxisrelevante Reifeneigenschaften umfänglich zu beschreiben, fehlen aber Angaben zum Trockenbremsen, zur Aquaplaningsicherheit, der Lebensdauer und, bei Wintereifen, über das Verhalten bei winterlichen Bedingungen. Zudem, und das ist der Pferdefuß am Reifenlabelling: Die Klassifizierung wird von den einzelnen Reifenherstellern derzeit selbst vorgenommen. Eine Überprüfung durch unabhängige Institute ist von Amts wegen nicht vorgesehen. Ein Ansatz für kommende Reifentests, beim vorliegenden Test waren noch keine entsprechenden Produkte verfügbar.

Winterreifen für Vans und Wohnmobile: Wer liefert was?

Die Reifen des Tests sind teilweise auch in anderen Dimensionen und Tragfähigkeiten erhältlich. Aufgrund möglicher Unterschiede in Mischung, Profil und Unterbau können die Ergebnisse des Tests allerdings nur bedingt übertragen werden. Die Resultate gelten nicht für andere Profilformen oder gar Reifentypen der jeweiligen Hersteller.

Firestone
195/65 R 16 C 104
205/65 R 16 C 103
225/65 R 16 C/CP 112
235/65 R 16 C/CP 115
195/70 R 15 C 104
215/70 R 15 C/CP 109
225/70 R 15 C 112
195/75 R 16 C/CP 107
205/75 R 16 C 109
215/75 R 16 C/CP 113

Goodyear
205/65 R 16 C 103
215/65 R 16 C 109
235/65 R 16 C/CP 115
205/70 R 15 C 106
225/70 R 15 C 112
205/75 R 16 C 109

Michelin
195/65 R 16 C 104
205/65 R 16 C 103
215/65 R 16 C 109
225/65 R 16 C/CP 112
235/65 R 16 C/CP 115
195/70 R 15 C 104
205/70 R 15 C 106
215/70 R 15 C/CP 109
225/70 R 15 C 112
185/75 R 16 C 104
195/75 R 16 C/CP 107
205/75 R 16 C 109
215/75 R 16 C/CP 113

Nokian
225/65 R 16 C/CP 112
235/65 R 16 C/CP 115
225/70 R 15 C 112
195/75 R 16 C/CP 107
205/75 R 16 C 109
215/75 R 16 C/CP 113
225/75 R 16 C 116

Vredestein
195/65 R 16 C 104
205/65 R 16 C 103
215/65 R 16 C 109
225/65 R 16 C/CP 112
235/65 R 16 C/CP 115
195/70 R 15 C 104
205/70 R 15 C 106
215/70 R 15 C/CP 109
225/70 R 15 C 112
195/75 R 16 C/CP 107
205/75 R 16 C 109
215/75 R 16 C/CP 113

lieferbar, teilweise auch oder ausschließlich mit höherem Lastindex

Vergleichstest: Sommerreifen

Autor

Foto

Uli Regenscheit, Thiemo Fleck

Datum

14. November 2012
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