Alles über Weinsberg
Weinsberg Meteor 790 MQ Zoom

Test: Weinsberg Meteor 790 MQ

Wer in großer Gesellschaft in den Urlaub fahren möchte, findet im langen Weinsberg einen guten Partner.

Respekt: Knapp achteinhalb Meter misst der markentypisch türkis verzierte Meteor 790 MQ. Auf der langen Strecke zwischen den festen Betten im Alkoven und im Heck bringt der Weinsberg eine Dinette mit Längsbank sowie eine große Küche und ein geräumiges Bad mit separater Dusche unter. Sicher ist das kein Grundriss, der die Massen bewegt, aber ein Fahrzeug, das Massen bewegen kann. Wer mehr als zwei Kinder oder die Schwiegermutter in die Ferien mitnimmt, liegt hier richtig. Der Funktions- und der Wohnbereich sind wie die beiden Hauptschlafplätze optimal getrennt. Innen kann der Meteor aufgrund der Möbel seine Verwandtschaft zur Muttermarke Knaus nicht verhehlen. Der erste Eindruck stimmt freundlich, dank der hellen Holzfarbe der Möbel und der frischen Polsterstoffe. Dem wahren Ästhet wird auffallen, dass Laminatboden und Möbelholz nicht zusammenpassen, dass stark gekedert wird und Abdeckungen für versenkte Schrauben in vielen, nicht zueinander passenden Ausführungen zu finden sind. Das nette Ensemble am Eingang versöhnt dann wieder. Eine Garderobe mit hohem Spiegel und ein Schuhschrank mit Ablage fungieren als stumme, Ordnung schaffende Butler für die Heimkehrer. Auch das Waben-Rollo zwischen Kabine und Fahrerhaus ist eine aufgeräumte Lösung. Der Durchgang an dieser Stelle wird dadurch allerdings etwas beengt – und somit auch für leidlich Schlanke zum Problem. Die Schlafsituation rangiert über dem Durchschnitt.

Im festen Heck- und Alkovenbett können sich Schlafwandler fast verirren. Abstürze am Alkoven unterbindet ein passendes Rückhaltesystem. Dies wird selten notwendig sein, weil die straffe Schaumstoffmatratze und die Lattenrostunterfederung tiefen Schlummer fördern. In der Küche steht einer großen Arbeitsfläche begrenzter Stauraum entgegen. Bisweilen wird ohne Not Platz verschenkt: So verliert sich hinter einem gerundeten Auszug ein kleines, rechteckiges Besteckabteil. In ein Mobil für viele Reisende gehört auch ein Bad, das durch einen Passagier nicht schon besetzt sein darf. Sofern es die Intimität der einzelnen erlaubt, kann hier eine Person duschen, während die andere sich vor dem Spiegel zurechtmacht oder die Toilette besucht. Die Einrichtung lässt zu wünschen übrig. Wandelemente überlappen nicht, Verfugungen fehlen. Schmutz und Wasser finden viele Spalte und Ablagen, um sich festzusetzen. Die Heiztechnik gehört dagegen zu den Stärken im uneingeschränkt wintertauglichen Meteor. Die Truma C 6002 bringt viel Leistung, die auch bestens durch zahlreiche Ausströmer verteilt wird. Tank-, Heckbett- und Alkovenheizung lassen sich per Strangsperre zu- oder abschalten. Einzig die offen verlegten Heizungsrohre in den Staufächern und Schränken trüben das Bild ein wenig. Außen bewahrt der Weinsberg seine Eigenständigkeit durch die stetig ansteigende Dachlinie, die am vorderen Rand des Alkovens gipfelt. Dadurch ist der Meteor auch innen sehr hoch und taugt für Menschen mit Gardemaß besonders. Auf dem Dach findet sich das firmentypische C-Abschlussprofil, das gleichzeitig als Ankerpunkt für die Dachreling dient.

Das nicht immer ganz glatte Aluminiumblech stammt wie das gesamte Mobil aus dem Knaus- Stammwerk Jandelsbrunn. Die Wohnkabine basiert auf dem so genannten Multifunktionsboden, ebenfalls aus dem Hause Knaus. Dabei handelt es sich um eine Art Doppelboden, der weniger als Stauraum, sondern als Platz für Tanks und andere Infrastruktur gedacht ist. Zwei große Klappen führen in die Heckgarage. Die ist beheizt, beleuchtet und auch für die Klasse von beispielloser Größe. Positiv: das aufpreispflichtige Verzurrsystem. Als Basis nutzt der 790 MQ den Fiat Ducato Maxi mit Alko- Hochrahmen-Chassis. Diese Kombination liegt dank großem Radstand und Tandemachse wie ein Brett auf der Straße. In der Ebene hat der serienmäßige 2,8-Liter-Turbodiesel keine Leistungsprobleme. Die zu lange Übersetzung des fünften Gangs zwingt auf schnellen Hügelstrecken allerdings zu ständigem Zurückschalten. Wenn viel Masse bewegt wird, fließt der Diesel. Bei zurückhaltender Fahrt waren es beim 790 MQ rund zwölf Liter pro 100 Kilometer, Hektik und Eile können den Verbrauch auch schon mal auf 18 Liter hochschrauben. Der Meteor-Fahrer wird das akzeptieren, denn schließlich kann er für diesen Preis eine ganze Menge Mensch und Material transportieren – nicht verschwenderisch luxuriös, aber immer komfortabel.

Technische Daten (Stand: Dezember 2002)
Hersteller: Weinsberg
Modell: Meteor 790 MQ
Basisfahrzeug: Fiat Ducato Maxi
Typ: Alkoven
Preis: ab 57950 EUR
Sitze mit Gurt: 4
Schlafplätze: 6
Zul. Gesamtgewicht: 4500 kg
Länge: 8350 mm
Breite: 2300 mm
Höhe: 3000 mm
Basismotor: Diesel
KW: 94
PS: 127
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Autor

Foto

Pankok/factum

Datum

10. Dezember 2002
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