Alles über VW Crafter
VW Crafter (2017) 48 Bilder Zoom

Neuer VW Crafter (2017): Erste Fahrt mit dem großen VW Transporter

VW hat den Crafter von Grund auf neu entwickelt und dabei erstmals auf die Kooperation mit Mercedes verzichtet. Ob die Eigenentwicklung gelungen ist, finden wir bei einer ersten Fahrt heraus.

Die Erwartungen an den neuen VW Crafter sind hoch. Der Druck auf Volkswagen ebenso. Der Hersteller hat den großen Transporter auf einem weißen Blatt Papier entwickelt und eigens für seine Produktion im polnischen Wrzenia ein ganz neues Werk mit mehreren Tausend Mitarbeitern hochgezogen. Der Neue muss also ein Erfolg werden. Entsprechend gespannt sind wir auf den ersten Fahreindruck.

Erste Begegnung: Rein äußerlich wirkt der neue Crafter wesentlich moderner als sein Vorgänger. Gestalterisch fügt er sich nahtlos in die aktuelle Designsprache von VW ein. Die Front mit dem breiten Kühlergrill und den weit in die Flanken verlaufenden Scheinwerfern erinnert fast schon an den Passat. 

promobil-Redakteur Thomas Gerhard fährt den neuen VW Crafter Probe.
Das Cockpit des VW Crafter erinnert an T6 und Golf

So sitzt man: Im Fahrerhaus wartet ein Cockpit im Stile des VW T6. Trotz der modernen Gestaltung, steht der Nutzwert aber weiterhin im Vordergrund. Der Besatzung steht eine ganze Reihe von Ablagen zur Verfügung – auf und um das Cockpit herum, in den Türverkleidungen und zwischen Sonnenblende und Fahrerhausdach. Das Lenkrad kennt man schon aus dem VW Golf. Es steht wie in einem Pkw steil, so dass man sich gut integriert fühlt. Mehrere Sitzoptionen bis zum Fahrer-Schwingsitz mit dem "Aktion gesunder Rücken"-Siegel stehen zur Auswahl.

Die Übersicht durch die großen Scheiben des Fahrerhauses ist gut. Große Spiegel mit Weitwinkel-Feldern erlauben eine gute Sicht nach hinten. Für leichteres Rangieren steht eine Rückfahrkamera optional zur Verfügung, deren Aufnahmen über den sehr großen Navi-Bildschirm dargestellt werden.

VW Crafter: So fährt der neue große Transporter

Als Antriebe können Kunden den weiterentwickelten Zweiliter-Turbodiesel (EA 288 Nutz) in drei Leistungsstufen mit 75 kW, 103 kW und 130 kW auswählen. Die Kraftübertraguing übernimmt ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe oder die neue, aufpreispflichtige Achtgang-Wandlerautomatik. 

Die neue Crafter-Generation wird erstmals über die Vorderräder angetrieben. Von dieser Antriebsart mit quer eingebautem Motor leitet sich auch der zur Markteinführung im Frühjahr 2017 verfügbare Allradantrieb mit Haldex-Prinzip ab. Nachreichen wird VW allerdings auch einen Heckantrieb mit längseingebautem Motor. Mit ihm steigt die zulässige Gesamtmasse von 3,5 bzw. 4,0 Tonnen auf bis zu 5,5 Tonnen – mit Zwillingsbereifung an der Hinterachse.

Den neuen großen Kastenwagen gibt es in drei Karosserielängen (5,98, 6,83 und 7,39 Meter) und drei Höhen.

Alle drei Motorvarianten des VW Crafter laufen kultiviert und leise. Schon das leistungsärmste Triebwerk stellt in den unteren Drehzahlen ausreichend Kraft zur Verfügung, schwächelt aber in höheren Bereichen. Die mittlere Version bietet da schon deutlich mehr Reserven. Kaum durchzugsstärker gibt sich die 130-kW-Variante. Die Geräuschkulisse ist bei allen drei Varianten zurückhaltend. Einzig unter Volllast dringt ihr Knurren in das Fahrerhaus. Auffälliger sind da schon die Windgeräusche ab circa 90 km/h.

Die elektromechanische Lenkung des VW Crafter überzeugt mit direkter und präziser Umsetzung der Richtungsvorgaben. Angenehm leichtgängig lässt sich das Lenkrad selbst im Stand bereits mit einem Finger drehen. Die Servounterstützung ist dabei geschwindigkeitsabhängig. Straff aber keineswegs unkomfortabel geben sich Fahrwerk und Federung.

Umfassend erweitert hat VW das Angebot der Assistenzsysteme. Dabei bedient sich der VW Crafter aus dem Regal seiner kleineren Pkw-Geschwister. Serienmäßig an Bord sind ein ESP-basierter Seitenwindassistent, ein Notbremssystem, die Multikollisionsbremse und die Start-/Stopp-Automatik. Gegen Aufpreis verfügbar sind ein Spurhalteassistent, der Abstandsregeltempomat, der den Crafter gegebenenfalls bis in den Stand herunterbremst, ein Ein- und Auspark-Assistent sowie ein Anhänger-Rangier-Assistent. 

Weiter aufrüsten lässt sich der neue VW Crafter mit LED-Scheinwerfern, einem Abbiegelicht und dem Fernlichtassistenten, der bei Gegenverkehr oder in Ortschaften automatisch von Fern- auf Abblendlicht umstellt.

+++ Erste Vorstellung des VW Crafter von der IAA 2016 +++

Das Design des neuen VW Crafter? Keine echte Überraschung. Und trotzdem stand der Crafter auf der Nutzfahrzeug-IAA im September ganz vorn im Rampenlicht. Sowohl beim Hersteller als auch bei den Kunden sind die Erwartungen hoch. 

VW Crafter: Voller Assistenten

Mit einer ganzen Armada von Assistenzsystemen will der VW Crafter das Fahren leichter, komfortabler und vor allem sicherer machen. Die ESP-Funktion wird optional durch einen Seitenwindassistenten erweitert. Daneben gibt es einen Spurwächter und einen Abstandsregeltempomaten. Die City-Notbremsfunktion geht in die Eisen, wenn der Pilot zu spät auf eine unfallträchtige Situation reagiert. Die Multikollisionsbremse verhindert Schlimmeres, falls es doch mal kracht. Ganz neu: Die elektromechanische Lenkung kann erstmals auch aktiv ins Geschehen eingreifen. Zum Beispiel dann, wenn der Fahrer auf der Autobahn zum Überholen ansetzt, und von hinten ein Fahrzeug angerauscht kommt.

Ultraschall- und Radarsensoren überwachen das Geschehen um das Fahrzeug bis 80 Meter nach hinten. Trailer Control macht das Fahren mit Anhänger stabiler. Und auch automatisch parken kann der Crafter. Noch nie gab es so viel Pkw-Niveau in der Aufpreisliste eines Nutzfahrzeugs. Was davon für aufgebaute Reisemobile zur Verfügung stehen wird, ist noch offen. Campingbusse sind da anspruchsloser. 

Die neuen VW Crafter-Versionen

Den Kastenwagen gibt es in drei Karosserielängen (5,98, 6,83 und 7,39 Meter) und drei Höhen. Mit knapp 1,80 Metern Innenbreite zwischen den Verkleidungen* ist der VW Crafter schmal: Für ein Querbett wird es also leider etwas knapp. Für Campingbusse wäre außerdem eine Zwischenlänge um 6,50 Meter sinnvoll. 

Vielversprechend ist die große Auswahl an Antriebsvarianten. Anders als bisher hat der neue Crafter in der Grundversion Vorderradantrieb. Das senkt sowohl Kosten als auch Gewicht und ist für Reisemobilaufbauten wegen der niedrigeren Chassishöhe von Vorteil. Daneben ist Hinterrad- und Allradantrieb verfügbar. Die Kraftübertragung im VW Crafter erfolgt über ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Später folgt auch eine komfortable Achtgang-Wandlerautomatik. Das zulässige Gesamtgewicht darf bis zu 5,5 Tonnen betragen. 

Vier Motorvarianten stehen für den VW Crafter zur Wahl

Der für den VW Crafter weiterentwickelte Vierzylinder-Diesel mobilisiert aus zwei Liter Hubraum 102 PS, 122 PS, 140 PS oder mit Biturbolader 177 PS. Mit Rücksicht auf die stärkere Beanspruchung im Nutzfahrzeug verzichtet VW auf die aus dem T6 bekannte 204-PS-Version. Ein größeres Ölvolumen verlängert die Serviceintervalle. Vom niedrigsten Verbrauch in der Fahrzeugklasse spricht VW, noch ohne konkrete Werte zu nennen.Als Euro-6-Diesel mit SCR-System ist auch ein 18-Liter-Adblue-Tank an Bord. 

Den Arbeitsplatz im Cockpit hinter dem Pkw-haften Lenkrad gestaltet VW nutzwertig und angenehm. Eine Fülle von offenen Fächern bietet Ablagemöglichkeiten en masse. Auch an USB- und 12-V-Steckdosen ist gedacht.

Autor

,

Foto

Dominic Vierneisel

Datum

15. November 2016
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle News +++
+++ Alle Tests +++
+++ Viele Tipps +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

  • Alle Bereiche
  • News
  • Tests
  • Stellplätze
  • Reise
  • Ratgeber
  • Zubehör
  • Video
Alle Marken von A-Z