Speziell im Winter werden die Vorzüge des Vierradantriebs häufiger gefordert. Ist der 4x4 wirklich soviel traktionsstärker? Wieviel der Allrad in der Praxis bringt, soll der Vergleich zweier Mercedes Sprinter zeigen, die einmal konventionell heckgetrieben, das andere Mal mit zuschaltbarem Allrad ausgestattet, den Anforderungen tief verschneiter Bergstrecken ausgesetzt werden. Konzeptionell ist der Allradantrieb des Sprinter als zuschaltbarer Frontantrieb ausgelegt. Durch einfachen Tastendruck am Armaturenbrett kann die Vorderachse bei Geschwindigkeiten bis zu zehn Kilometer pro Stunde zugeschaltet werden. Die Kraft wird dann zwischen Vorder- und Hinterachse im Verhältnis 35 zu 65 aufgeteilt. Doch nicht alleine der Allradantrieb ist es, der eine gesteigerte Schlechtwegetauglichkeit des Sprinter bewirkt: Zusätzlich werden durch Höherlegung der Karosserie um rund 110 Millimeter Böschungswinkel und Bauchfreiheit vergrößert. An der Vorderachse ist dazu der Integralträger der Motor-, Getriebe und Achsaufhängung tiefer angebracht, die Lage der Hinterachse wird durch Distanzstücke und längere Dämpfer entsprechend angepasst. Doch Vorsicht: Trotz der deutlichen Karosseriehöherlegung bleibt die Boden-freiheit unter den beiden Achsen, konstruktionsbedingt, praktisch unverändert.
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