Alles über Hymer Tramp
Vergleichstest, Hymer Tramp 678/Rapido 666/Roller Team Granduca 285P 39 Bilder Zoom

Hymer Tramp 678: Länderspiel: Deutschland, Frankreich, Italien

Teilintegrierte der Mittelklasse: Der neue Hymer Tramp CL trifft auf viele etablierte Konkurrenten. Kann er Rapidos Serie 6 aus Frankreich und dem Roller Team Granduca aus Italien das Wasser reichen?

Keine Aufbauform ist begehrter, kein Grundriss beliebter. Teilintegrierte mit Einzelbetten sind hierzulande die Lieblinge der Reisemobilisten. Frischen Schwung in die Mittelklasse bringt Hymer mit dem neuen Tramp CL; bei den TIs hat der Branchenprimus Nachholbedarf und will's diesmal richtig machen.

Anders als bei vielen Konkurrenten sind alle Tramp-CL-Modelle mit oder ohne Hubbett zu haben. Daher überragt er konventionelle TIs in der Höhe deutlich. Wie Rapidos günstige Serie 6 beispielsweise oder den Granduca, das Spitzenmodell von Roller Team; beide rangieren preislich knapp unter dem Hymer. Wer bei Rapido ein Dachbett will, muss eines der teureren FF-Modelle wählen. Bei Roller Team firmieren die Hubbett-TI als T-Line in der günstigen S- und der edleren M-Ausführung.

Sitzen & Schlafen: Hymer Hubbett vs. Einzelbetten

Im Tramp CL beeindruckt die enorme Stehhöhe von 2,12 Meter im größten Teil des Wohnraums. Das Raumgefühl an der Sitzgruppe des T 678 leidet unter dem Hubbett nur wenig. Optional gibt es eine L-Bank auf der linken Seite. Eine gute Wahl für Reisende, die vornehmlich zu zweit unterwegs sind: Der dazugehörige Einsäulen-Tisch lässt sich nicht abbauen und ist Passagieren auf der Rückbank im Weg. Der Durchstieg nach hinten ist etwas schmal, da die Seitenbank weit nach innen eingerückt ist.

Das klappt im Rapido 666 F besser. Die Anordnung entspricht der des Tramp CL, allerdings sind Seitensitz und L-Bank kleiner und der Tisch weniger standfest. Tagsüber lässt das große, serienmäßige Fenster in der Haube über dem Fahrerhaus viel Licht herein, abends bleibt es eher finster.

Der Roller Team Granduca 285 P schneidet hier ähnlich ab wie der Rapido. Die Beleuchtung ist jedoch umfangreicher und heller als im 666 F.

Der leichte Einstieg macht Einzelbetten attraktiv. Wie es besonders bequem ganz ohne Stufen geht, zeigt der Rapido 666 F. Hier werden die Betten wahlweise tief eingebaut. Zudem sind die Liegeflächen groß und bequem, und das Raumgefühl im Schlafzimmer ist außergewöhnlich. Allerdings fällt die sehr karge Ausgestaltung umso mehr ins Auge. Die Ablagen an den Längsseiten sind im Liegen nicht zu erreichen. Auch lassen sich die Betten nicht zu einem großen zusammenlegen.

Im Roller Team Granduca fehlte dazu das passende Matratzenteil. Das linke Bett ist zudem kurz, und der Schlafkomfort leidet unter den unnachgiebigen Lattenrosten. Das gepolsterte Kopfteil und die vielfältige Beleuchtung lassen das Schlafgemach allerdings wohnlich wirken. Der Aufstieg über zwei Stufen ist ebenso wie beim Hymer bequem, und auch die Sitzhöhe reicht fast an die im Tramp heran.

Dort ruht man komfortabel auf Kaltschaummatratzen, obwohl Hymer auf Lattenroste verzichtet. Ein leichteres Abstandsgewebe übernimmt die Unterlüftung. Wer lieber quer schläft, weil ihm maximal 1,91 Meter Länge nicht ausreichen, kann die beiden Liegen einfach miteinander verbinden. Lesespots, indirekte LEDs und praktische Ablagen zählen zur Ausstattung. Das Hubbett reicht gut für zwei Erwachsene, allerdings blockiert das Bett den Eingang komplett.

Bad & Küche: Etappensieg für Hymer Tramp CL

Die drei Küchen ähneln sich in der Winkelform und dem ausgelagerten Kühlschrank gegenüber. Dennoch macht Kochen im Hymer am meisten Spaß. Er hat die größte Abstellfläche, die meisten Steckdosen und viel gut nutzbaren Stauraum in Form von vier Schubladen. Nur die Spüle ist etwas flach. Arbeitsfläche ist bei allen knapp.

Die Rapido-Küche ist nur wenig kleiner und verfügt über ähnlich viel, jedoch nicht so gut zugänglichen Stauraum. Ausgerechnet um die große Spüle fehlt die ansonsten sorgfältige Verfugung. Der 150-Liter-Kühlschrank ist serienmäßig, optional gibt es einen Abluft-Dunstabzug. Beide sind Standard in der schicken Pantry des Roller Team, die mit ein paar praktischen Vorzügen wie der Zentralverriegelung der Schubladen glänzt. Abzüge gibt
s beim Stauraum. Kaum sinnvoll nutzen lässt sich der hohe, nicht unterteilte Unterschrank.

Vergleichbare Stärken und Schwächen zeichnen die drei Kandidaten auch im Sanitärbereich aus, der bei Hymer Tramp 678, Rapido 666 F und Roller Team Granduca 285 P großzügig als Raumbad angelegt ist. Abgesehen von einer etwas schwergängigen Rollotür lässt sich der Tramp hier wenig vorwerfen. Er tut sich mit der besten Beleuchtung und vielen praktischen Accessoires hervor. Wegen des Fensters wirkt der Rapido-Waschraum etwas größer. Dagegen kostet die angeschrägte Grundform der Dusche Bewegungsfreiheit. Die Duschwanne ist unangenehm stark profiliert. Besser nutzbar und zugänglich ist sie im Roller Team. Hier duschen allerdings der große Spiegel und mehrere Dekorapplikationen aus Sperrholz ungeschützt mit.

Stauraum & Zuladung: Rapido und Roller liegen leicht vorn

Immerhin können Rapido und Roller Team die größeren Staukästen über der Sitzgruppe für sich verbuchen. Hier ist der Hymer durch sein Hubbett gehandicapt – sofern man es mitbestellt. Ansonsten gibt sich der Tramp beim Stauraum kaum eine Blöße. Die zwei großen Kleiderschränke in den Bettkästen sind beleuchtet und dank aufklappbarer Fußenden sehr gut zugänglich. Ähnlich macht es Roller Team mit dem allerdings unbeleuchteten Kleiderschrank unter dem linken Bett.

Beim Rapido 666 F wirken sich die tiefen Betten in Sachen Stauraum negativ aus. Der Kleiderschrank hängt über dem Fußende; er ist sehr klein, ein Licht fehlt. Das Außenstaufach im Heck ist grundrissbedingt flach, die Garage im Roller Team hingegen groß. Dennoch klappt der Fahrradtransport im Hymer besser, da hier auch entsprechende Verzurrmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Daneben macht er der Besatzung mit etlichen kleineren Fächern das Campingleben leichter. Lediglich bei der Zuladung hat der Tramp das Nachsehen. Bei der Konkurrenz sollten Paare indes auch mit 3,5 Tonnen gut zurechtkommen.

Aufbau & Bordtechnik: Kopf-an-Kopf-Rennen Team Hymer vs. Roller

Ein Druck auf die Fernbedienung öffnet im Rapido nicht nur das Fahrerhaus, sondern auch die Aufbautür. Der Einstieg liegt wie im Roller Team tief und kommt im Gegensatz zum Hymer ohne elektrische Trittstufe aus. Die Verarbeitung des Aufbaus macht bei allen einen ordentlichen Eindruck. Vom Boden abgesehen ist der Hymer am dicksten gedämmt.

Roller Team und Rapido sind durch ihre GfK-Außenhülle weniger anfällig für Hagelschäden. Für das Hymer-Dach gibt es eine GfK-Beschichtung optional, der Boden besteht immer aus dem resistenten Kunststoff. Der Boden bei Rapido und Roller Team ist großteils aus feuchtempfindlichem Holz. Mit soliden Rahmenfenstern kann nur der Roller Team punkten.

Bei Strom- und Wasservorräten liegen alle drei etwa auf Augenhöhe. Nur Hymer beheizt den Unterflur-Abwassertank serienmäßig. Der umfangreichen, teils raffinierten LED-Beleuchtung von Hymer und Roller Team hat Rapido wenig entgegenzusetzen. In sämtlichen Wohnbereichen bleibt es im 666 F zu dunkel.

Trotz fummeliger Folienschalter ist das Kontrollbord des Roller Team am informativsten: Es zeigt zum Beispiel nicht nur die Spannung der Bordbatterie, sondern auch deren tatsächliche Kapazität. Der Hymer zieht sich mit Funktionalität und leichter Bedienbarkeit souverän aus der Affäre.

Fahren & Sicherheit: Roller Team Granduca fällt zurück

Klappergeräusche kosten den Roller Team Punkte. Den wesentlichen Unterschied beim Fahren macht jedoch der Alko-Tiefrahmen des Hymer. Die Hinterräder federn sanfter ein als bei der Starrachse des Fiat-Flachrahmens, auf den Rapido und Roller Team bauen. Allerdings hat der Hymer den größten Wendekreis, und auch der empfehlenswerte 130-PSMotor kostet hier Aufpreis.

Mit seiner umfangreichen Sicherheitsausstattung heimst der Tramp Extrapunkte ein. Airbags für Fahrer und Beifahrer sind ebenso serienmäßig wie der Schleuderschutz ESP. Hier haben nicht nur französische und italienische Marken Nachholbedarf. Bei Rapido und Roller Team ist zum Grundpreis nur der Fahrer bei Unfällen geschützt.

Ausstattung & Preise: Wer macht das Rennen?

Auf den ersten Blick spricht die bessere Serienausstattung für Frankreich. Doch man merkt der Serie 6 den strengen Rotstift des Herstellers sehr deutlich an. Mehr Rapido gibt’s in der teureren Serie 70. Freunde italienischen Designs werden den günstigeren Preis des Roller Team mit Freude zur Kenntnis und Detailschwächen billigend in Kauf nehmen. Die neue Magnifico-Ausstattung des Granduca verkürzt nicht nur preislich den Anstand zum Hymer. Dieser ist zwar teuer, aber auch durchdacht gemacht.

Mehr Infos zum Gewinner im "Fazit" von Chefredakteur Dominic Vierneisel.

Technische Daten und Messwerte
Modell Hymer Tramp 678 CL Rapido 666 F Roller Team Granduca
Abmessungen (L x B x H) 7490 x 2350 x 2900 mm (L x B x H) 7370 x 2350 x 2760 mm (L x B x H) 7430 x 2310 x 2750 mm
Aufbau Sandwich-Bauweise, außen Aluminium, Boden GfK, innen foliertes Sperrholz, Isoliermaterial PU-Schaum, Stärke Wand/Dach/ Boden 35/35/46 mm, 4 vorgehängte Isolierfenster, 1 Rahmenfenster, 3 Dachhauben, 2 Panorama-Dachfenster, Innenhöhe 1780– 2120 mm. Sandwich-Bauweise, außen GfK, Boden Holz, innen foliertes Sperrholz, Isoliermaterial Styrofoam, Stärke Wand/Dach/Boden 30/30/40 mm, 6 vorgehängte Isolierfenster, 3 Dachhauben, 2 Panorama-Dachfenster, Innenhöhe 1850–1980 mm. Sandwich-Bauweise, außen GfK, Boden Holz, innen foliertes Sperrholz, Isoliermaterial Wand Styrofoam, Dach/Boden Styropor, Stärke Wand/Dach/Boden 31/31/75 mm, 5 Isolierfenster mit Rahmen, x Dachhauben, Innenhöhe 1920–1999 mm.
Ausbau (B x H x T) Möbel Sperrholz, 2 Kleiderschränke, 1: 450–580 x 930 x 830 mm, 2: 520 x 930 x 830 mm, 10 Hängeschränke, 1 Oberschrank, 3 Stufenfächer, 1 Schublade, 1 Sitztruhe, Heckgarage 950–1350 x 1070–1240 x 2180 mm (ca. 2170 L). (B x H x T) Möbel Sperrholz, 1 Kleiderschrank 450 x 970 x 330–530 mm, 6 Hängeschränke, 1 Oberschrank, 2 Unterschränke, 1 Sitztruhe, Heckstauraum 900–1060 x 480–670 x 1970–2170 mm (ca. 1350 L). (B x H x T) Möbel Sperrholz, 1 Kleiderschrank 660–930 x 825 x 480–790 mm, 8 Hängeschränke, 1 Oberschrank, 1 Unterschrank, 1 Stufenfach, 1 Betttruhe, 1 Sitztruhe, Heckgarage 890–1020 x 980–1120 x 2160 mm (ca. 2110 L).
Küche (B x H x T) 910 x 930 x 730–950 mm, 1 Hängeschrank, 4 Schubladen, Absorber- Kühlschrank 160 L, Gefrierfach 30 L (Aufpreis). (B x H x T) 910 x 920 x 580–920 mm, 2 Hängeschränke, 4 Schubladen, Absorber- Kühlschrank 150 L, Gefrierfach 25 L, Dunstabzug (Aufpreis). (B x H x T) 900 x 945 x 580–990 mm, 1 Hängeschrank, 3 Schubladen, 1 Unterschrank, Absorber-Kühlschrank 160 L, Gefrierfach 30 L, Dunstabzug (Aufpreis).
Sanitärraum (B x H x T) 900 x 1980 x 630–840 mm, separate Dusche 730 x 760 mm, Cassettentoilette, Fäkaltank 19 L. (B x H x T) 1090 x 1850 x 600–780 mm, separate Dusche 700 x 750 mm, Cassettentoilette, Fäkaltank 19 L. (B x H x T) 1140 x 1920 x 680–750 mm, separate Dusche 850 x 750 mm, Cassettentoilette, Fäkaltank 19 L.
Bordtechnik Gas-Gebläseheizung 6000 W, 7 Ausströmer, Blei-AGM-Batterie 95 Ah, 21 LED-Lampen, 2 Glühlampen, Frisch-/Abwassertank 155/100 L, Gasflaschen 2 x 11 kg. Gas-Gebläseheizung 6000 W (Aufpreis), 5 Ausströmer, Blei-Säure-Batterie 100 Ah, 12 Halogenlampen, 2 Glühlampen, Frisch-/ Abwassertank 120/90 L, Gasflaschen 2 x 11 kg. Gas-Gebläseheizung 4000 W, 8 Ausströmer, Blei-AGM-Batterie 95 Ah, 21 LED-Lampen, 6 x Nachtlicht, 2 Glühlampen, Frisch-/Abwassertank 100/108 L, Gasflaschen 2 x 11 kg.
Basisfahrzeug Fiat Ducato, Frontantrieb, Alko-Tiefrahmen, Hubraum 2287 cm3, 96 kW/130 PS (Aufpreis), 320 Nm bei 2000/min, Sechsgang- Schaltgetriebe, Radstand 4350 mm. Fiat Ducato, Frontantrieb, Flachrahmen, Hubraum 2287 cm3, 109 kW/148 PS (Aufpreis), 350 Nm bei 1500/min, Sechsgang- Schaltgetriebe, Radstand 4035 mm. Fiat Ducato, Frontantrieb, Flachrahmen, Hubraum 2287 cm3, 96 kW/130 PS (Serie), 320 Nm bei 2000/min, Sechsgang-Schaltgetriebe, Radstand 4035 mm.
Gewichte Leergewicht Testwagen 3170 kg (inkl. Kraftstoff, Frischwasser, Gas und ca. 160 kg Extras), zulässiges Gesamtgewicht 3500 kg, Zuladung 330 kg. Leergewicht Testwagen 3030 kg (inkl. Kraftstoff, Frischwasser, Gas und ca. 35 kg Extras), zulässiges Gesamtgewicht 3500 kg, Zuladung 470 kg. Leergewicht Testwagen 3053 kg (inkl. Kraftstoff, Frischwasser, Gas und ca. 36 kg Extras), zulässiges Gesamtgewicht 3500 kg, Zuladung 447 kg.
Info Telefon 0 75 24/99 90, www.hymer.com Telefon 0 73 92/91 11 77, www.rapido.fr Telefon 0 25 81/9 27 18 30, www.rollerteam.it
Supercheck: Concorde Carver 791 L

Foto

Ingolf Pompe

Datum

10. Januar 2013
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