Alles über Dethleffs 30 Years
Vergleichstest: Chausson Welcome 69/Dethleffs 30 Years T 6801–4/Knaus Sky Wave 650 MF 45 Bilder Zoom

Chausson Welcome / Dethleffs 30 Years / Knaus Sky Wave: Moderne Grundriss-Klassiker in Teilintegrierten

Hubbett-Teilintegrierte mit Längsbett: Chausson, Dethleffs und Knaus interpretieren den Grundriss-Klassiker auf ihre jeweils eigene, neue Weise. Wer hat die attraktivste Frischzellenkur zu bieten?

Lange galt der Grundriss mit Längsbett als die Aufteilung für Teilintegrierte schlechthin. Doch obwohl sich diese Aufbauform inzwischen zur stärksten entwickelt hat, geriet das Längsbett eher ins Hintertreffen. Mit frischen Ideen gehen Chausson, Dethleffs und Knaus an die Modernisierung mit dem Chausson Welcome 69, dem Dethleffs  30 Years T 6801–4 und dem Knaus Sky Wave 650 MF. Alle drei sind flexibler einsetzbar, durch das Hubbett über der Sitzgruppe, und komfortabler mit separater Dusche wie im Chausson, leicht zugänglichem Bett im Dethleffs und ausgetüftelten Lösungen im Knaus.

Sitzen & Schlafen

Beim klassischen Längsbettgrundriss balgen sich Bett und Bad erbittert um jeden Zentimeter Innenbreite. Erreicht die Liegebreite kommode Maße, kann man sich im Bad kaum noch drehen. Gibt es eine komfortable Dusche, reicht das Bett nur für frisch verliebte Paare.

Chausson löst den Konflikt durch im Welcome 69 Trennung von Dusche und Bad. Toilette und Waschtisch machen sich schlank und lassen dem Bett immerhin noch 1,34 Meter Breite übrig. Die Einbauhöhe ist niedrig, so dass sich die dicke Kaltschaummatratze leicht von der Gangseite entern lässt. Allerdings auch nur von da, denn am Fußende steht die großzügige Duschkabine, die zudem die Bettlänge auf 1,88 Meter begrenzt.

Dethleffs schickt das aktuelle Sondermodell 30-Years-Edition ins Rennen. Gefeiert werden drei Jahrzehnte Reisemobilbau. Dafür hat man nicht nur ein sattes Ausstattungspaket zum Jubiläumspreis spendiert, sondern auch noch einen neuen Ausbaustil und einen ungewöhnlichen Grundriss dazu. Das macht den T 6801-4 auch über den Tag hinaus interessant - gut möglich, dass er zum Vorläufer einer Neuauflage der Hubbett-Teilintegrierten-Baureihe Globe 4 wird.

Die Besonderheit des Dethleffs 30 Years T 6801-4 ist das unregelmäßig geformte, leicht schräg in den Raum gestellte Bett. Es besticht durch besonders leichten Zugang über drei Seiten und der eindeutig größten Liegefläche dieses Trios.

Eine schmucke Wandverkleidung am Kopfende kann auch der Knaus Sky Wave 650 MF vorweisen. Nur bei ihm findet sich dagegen ein praktisches Ablagebord für Brille und Bettlektüre und ein Schalter für ein dezentes Orientierungslicht am Boden. Bett und Bad sind im Knaus am konventionellsten angeordnet, bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber auch hier ein besonderer Kniff: Die Trennwand ist schräg angeordnet, so wächst das Bett im Kopf- und Schulterbereich auf beachtliche 1,42 Meter.

Weitere Schlafplätze offerieren alle drei in Form von Hubbetten über den Sitzgruppen. Im Chausson Welcome 69 senkt es sich serienmäßig elektrisch ab. Die Bedienung mit Doppelsicherung ist aber unnötig kompliziert. Beim Herablassen hält das Bett das erste Mal in einer mittleren Höhe an, gedacht als Kompromiss zwischen schlafen oben und sitzen unten.

Denkbar einfach geht das Absenken des elektrischen Hubbetts im Dethleffs 30 Years T 6801-4. Es verjüngt sich allerdings am Fußende spürbar stärker auf gerade noch einen Meter Breite. Der Knaus Sky Wave 650 MF begnügt sich zwar mit einem manuellen Hubbett, durch geschickten Einsatz von Federkraft muss aber keiner dabei einen Muskelkater fürchten. Vielmehr tut sich das Himmelbett mit seiner durchgängigen Liegebreite von 1,38 Meter, praktischen Ablagen, geschickter Beleuchtung und sogar einer USB-Ladebuchse hervor - Nintendo-Kids wissen, wo sie am liebsten schlafen.

Relativ üppige Sitzgruppen laden in allen drei Kandidaten zum Verweilen ein. Im Dethleffs 30 Years lässt sich die Querbank zudem verbreitern, im Chausson Welcome zur Eckbank wandeln. Sein Einsäulentisch ist sogar elektrisch höhenverstellbar. Die Verlängerungsplatten der beiden Konkurrenten machen sich aber nützlicher. Punkten kann der Chausson mit seinem serienmäßigen, rückwärtsgewandten fünften Gurtplatz. Der Knaus Sky Wave bietet Ähnliches immerhin gegen Aufpreis.

Bad & Küche

Die separate Duschkabine des Chausson Welcome 69 ist eine feine Sache. Die Duschraumtür hat einen zweiten Flügel aufgesetzt, der bis zur anderen Gangseite hinüber reicht und so den Heckbereich als Privatsphäre abtrennt.Das Bad im Heck ist funktional eingerichtet.

Der Sanitärraum im Dethleffs 30 Years T 6801-4 hat die längste Gliederschiebetür. Steht sie offen, ist das Raumgefühl im Heck besonders üppig, dabei fällt der Blick allerdings stets auf die Toilette. Dreht man die Trennwand herüber, die das Waschbecken über das WC schwenkt, entsteht die Dusche.

Das funktioniert im Knaus Sky Wave 650 MF genauso, die Kabine ist aber größer, zudem ist der eingelegte Holzrost in der Bodenwanne nicht so wackelig. Weitere Sympathien erwirbt er sich durch den breiteren Toilettenzugang, nicht jedoch durch den Hängeschrank, den man beim Geschäft im Nacken spürt.

Alle drei Teilintegrierte setzen in der Küche auf die Winkelform. Im Chausson Welcome mangelt es etwas an Arbeitsfläche. Die übrige Ausstattung mit serienmäßigem 190-Liter-Kühlschrank und vielen Schubladen mit gedämpften Endeinzügen ist aber üppig. Die große Kocher-Spülen-Kombination im Dethleffs 30 Years wird von drei Glasplatten abgedeckt, was eine variable Nutzung ermöglicht. Auf eine der drei Flammen passen auch große Pfannen, und im Unterschrank macht sich eine breite Besteckschublade nützlich.

Der Knaus Sky Wave rückt seine drei Kocherflammen an die Wand und stattet sie als Einziger mit einer hilfreichen Elektrozündung aus. Davor bleibt ein gutes Stück echte Arbeitsfläche frei. Und auch die tiefe Spüle zeugt von Praxissinn.

Aufbau & Bordtechnik

Bei Chausson setzt man schon lange auf GfK an Dach und Wänden. Darunter findet sich aber eher konventionelle Technik mit Styopor-Isolierung und Holzunterboden. Über die Güte des Aufbaus entscheidet bei Dethleffs der Käufer. Rahmenfenster, GfK-Dach und Styrofoam-Isolierung gibt es als Extra. Auch Knaus macht es ähnlich. Allerdings ist die Bodenplatte hier schon serienmäßig mit GfK beplankt sowie mit Styrofoam isoliert.

In Sachen Bordtechnik tut sich der Knaus mit seinem Verund Entsorgungsfach hervor, wo alle wichtigen Bedienelemente zentral angeordnet sind. Clever ist auch die Platzierung der Heizung in der Sitztruhe – dem Ort des höchsten Wärmebedarfs. Der Dethleffs kommt mit der hochwertigsten Bordbatterie, der Chausson mit dem größten Wassertank und kompletter LED-Beleuchtung. Wegen seiner Dieselheizung reicht ihm eine Gasflasche.

Stauraum & Zuladung

Durch den integrierten Gaskasten ist der Knaus-Außenstauraum zwar sehr verwinkelt, dennoch bietet er das größte Volumen und dazu praktische Kleinteilfächer und Zurrösen. Letztere finden sich auch im Dethleffs und ebenso eine Durchlademöglichkeit quer unter dem Heckbereich.

Das Chausson-Außenfach fällt am kleinsten aus. Dafür gibt es zwei Kleiderschränke übereinander und einen hilfreichen Regalschrank. Den hat auch der Dethleffs, der zudem mit dem umfangreichsten Fächerangebot lockt. Dazu passt, dass er trotz üppiger 30-Years-Ausstattung die meiste Zuladung bietet. Die Normbeladung für vier Personen verkraftet der Chausson nur mit abgesenktem Wasserpegel.

Fahren & Sicherheit

Im Fahreindruck unterscheiden sich die drei Teilintegrieten nicht allzu viel. Der Alko-Tiefrahmen gibt dem Dethleffs 30 Years 6801-4 noch eine sattere Straßenlage, schränkt aber auch seine Bodenfreiheit ein. Wegen des kürzeren Radstands zeigt sich der Knaus Sky Wave 650 MF am wendigsten. Mit der stärksten Geräuschkulisse, vor allem aus dem Badbereich, macht sich der Chausson Welcome 69 unliebsam. Die Sicherheitsausstattung ist bei diesem Trio auf dem klassenüblichen Niveau.

Ausstattung & Preise

Der Chausson Welcome überrascht mit seiner besonders üppigen Serienausstattung zum moderaten Preis. Das toppt der Dethleffs noch mit dem 30-Years-Paket, ist damit aber auch ein ganzes Stück teurer. Der Knaus Sky Wave setzt auf eine solide Basisausstattung – mit typischen Extras erreicht sein Preis jedoch ebenso schnell die 60.000er Marke.

Die promobil Testwertung im Vergleichstest

Chausson Welcome 69

Sitzen: 4 von 5
Schlafen: 3 von 5

Bad: 4 von 5
Küche: 3,5 von 5

Aufbau: 3 von 5
Bordtechnik: 3,5 von 5

Stauraum: 2,5 von 5
Zuladung: 2 von 5

Fahren: 3,5 von 5
Sicherheit: 3,5 von 5

Ausstattung: 4 von 5
Preise: 4 von 5

Dethleffs T 6801-4

Sitzen: 4 von 5
Schlafen: 4 von 5

Bad: 3 von 5
Küche: 3,5 von 5

Aufbau: 3 von 5
Bordtechnik: 3 von 5

Stauraum: 3,5 von 5
Zuladung: 3 von 5

Fahren: 4 von 5
Sicherheit: 3,5 von 5

Ausstattung: 3,5 von 5
Preise: 3 von 5

Knaus Sky Wave 650 MF

Sitzen: 4 von 5
Schlafen: 4 von 5

Bad: 3,5 von 5
Küche: 4 von 5

Aufbau: 3 von 5
Bordtechnik: 4 von 5

Stauraum: 3 von 5
Zuladung: 2,5 von 5

Fahren: 3,5 von 5
Sicherheit: 3,5 von 5

Ausstattung: 3 von 5
Preise: 3,5 von 5

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Frank Eppler

Datum

2. Mai 2013
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