Alles über Knaus Sky Ti
Vergleichstest: Adria Coral S 600 Sl/ Knaus Sky TI 650 MEG 28 Bilder Zoom

Adria Coral und Knaus Sky im Vergleichstest: Zwei Typen für Paare

Adria hat seinen Bestseller neu aufgelegt. In der günstigen Variante, als Coral Axess, fordert er den etablierten Knaus Sky TI heraus. Zum Duell treten beide mit Einzelbetten und rund sieben Meter Länge an.

Teilintegrierte mit Einzelbetten sind unter Wohnmobilen die Verkaufsschlager schlechthin. Noch attraktiver wird diese Kombination, wenn die üblicherweise recht platzraubende Aufteilung im Heck in einem Wohnmobil von nur rund sieben Meter Gesamtlänge unterkommt.

Wer im mittleren Preissegment zwischen 50.000 und 60.000 Euro investieren will, dürfte auch Adria Coral S 600 SL und Knaus Sky TI 650 MEG in Erwägung ziehen. Beide sind im Angebot der jeweiligen Marke in der Klasse mit konventioneller Aufbaubreite die günstigsten und auch die kürzesten Teilintegrierten mit separaten Längs-Einzelbetten.

Adria hat seinen Bestseller Coral zur Saison 2014 komplett neu entwickelt und dabei mit einem schnörkellos klaren Design versehen. Der auffallend niedrige Aufbau beherbergt ein modernes Interieur mit hellen Möbeln und einem – zumindest gegen Aufpreis – aufwendigem Lichtkonzept. Über der günstigen Variante Axess rangieren die besser ausgestatteten Plus und Supreme.

Schon seit dem Modelljahr 2012 bereichert der Sky TI das Modellangebot von Knaus. Bereits zur Einführung tat sich der Sky mit einem modernen GfK-Boden, anspruchsvollem Mobiliar und praktischen technischen Lösungen hervor.

Einzelbetten stehen in der Gunst der deutschen Wohnmobilkäufer ganz oben. Mit dem bequemen Zugang können sowohl der Adria Coral S 600 SL als auch der Knaus Sky TI 650 MEG aufwarten. Drei flachere Stufen führen beim Adria hinein ins Schlafgemach, zwei höhere sind es bei Knaus. Die Kopffreiheit reicht in beiden Fällen, um aufrecht zu sitzen. Exakt 86 Zentimeter sind es bei den zwei Kontrahenten.

Die schmalere Gasse münzt der Knaus indes in spürbar breitere Betten um, und auch bei der Liegelänge liegt er vorn. Die paar Zentimeter allein wären gewiss noch nicht ausschlaggebend, da die Ansprüche mit der Körpergröße variieren, doch obendrein kann der Knaus auch mit bequemeren, da zonierten Matratzen aufwarten. Bei Leseratten punktet der Adria mit aufstellbaren Kopfenden. Die Ablagen sind allerdings nur im Knaus groß genug für Bücher und Co.

Geringfügige Unterschiede gibt es bei der Gestaltung. Die Heckwand im Schlafzimmer ist jeweils angenehm verkleidet. Mit der verspiegelten Ablage unter den Hängeschränken bedient der Knaus extravagantere Geschmäcker. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass die Seitenfenster im Knaus merklich größer sind als im Adria.

In beiden TIs kann man auch quer schlafen. Im Knaus zieht man dazu mit einem Handgriff einen Lattenrost samt dann notwendiger Leiter aus. Ebenso einfach geht das beim Adria. Jedoch ist der mittlere Matratzenteil nicht unterfedert, man braucht für den Aufstieg aber auch keine Leiter. Wahlweise gibt es im Knaus die Betten auch in einer niedrigeren Einbauposition.

Mehr Gemütlichkeit vermittelt mit der optionalen L-Bank auf der linken Seite die Sitzgruppe im Knaus-Testwagen. Ab der Ausstattungsvariante Coral Plus ist diese Anordnung auch bei Adria erhältlich; zum Mitfahren haben es Passagiere an der Halbdinette jedoch leichter, da hier nicht erst der L-Schenkel abgebaut werden muss und die Beine insgesamt mehr Platz haben. Auch lässt sich der an der Seitenwand eingehängte Tisch einfach verlängern, was beim Einsäulentisch im Knaus nicht vorgesehen ist. Wer öfter mal mit mehr als zwei Personen auf Reisen geht, für den eignet sich der Coral Axess besser; auch weil hier die – hier wie dort stabilen – Kopfstützen an der Rückbank besser platziert sind und sich zudem leichter ein Notbett bauen lässt. Ein kleiner Seitensitz komplettiert in beiden Modellen die Runde. Merklich straffer ist im Knaus der Sitzkomfort. Die Adria-Polster wirken dagegen ein wenig nachgiebig.

Die Gestaltung um die Sitzgruppe ist im Adria moderner. Zwei große Dachfenster, die schick von einer großen Blende umrahmt werden, lassen tagsüber viel Licht ein. Dagegen wirkt die Decke beim Knaus im direkten Vergleich trotz ähnlicher Ausstattung relativ kahl.

Eine besondere Würze verleiht diesem Test auch der Vergleich der Grundriss-Konzepte. Knaus platziert die Küche rechts und das Bad links. Adria arrangiert die Einrichtungsmodule entgegengesetzt. Das öffnet im Coral S 600 SL den Raum für eine Winkelküche mit vielen Schubladen und insgesamt ordentlich Stauraum für Vorräte. Die Kocherflammen zünden jeweils elektrisch und sind hier wie dort in Reihe angeordnet, was Platz für eine Arbeitsfläche schafft. Diejenige im Knaus ist allerdings wesentlich größer und damit auch besser nutzbar.

Beim Stauraum kann der Sky TI nicht mithalten; immerhin gibt es viele Ablagen und sogar eine beleuchteteVitrine für Gläser.

Obwohl die Spüle im Knaus tiefer ist, liefert auch der Adria diesbezüglich keinen Grund, sich vor dem Küchendienst zu drücken. Ein überzeugender Vorteil des Coral ist sein großer, sogar serienmäßiger 160-Liter-Kühlschrank zwischen Küche und Bett. Im Knaus reicht der Platz nur für ein kleineres, tief unten im Küchenblock eingebautes 110-Liter-Kühlabteil. Beim Spritzschutz, der Verfugung der Arbeitsplatte und der Beleuchtung geben beide keinen Anlass zu Kritik.

Bei der Körperhygiene gehen beide Hersteller ähnliche Wege. Die Bäder legen Waschraum und Toilette zusammen. Zum Duschen lässt sich jeweils ein Teil der Nasszelle abtrennen. Im Adria durch einen einfachenFaltvorhang, im Knaus durch stabilere Klappwände aus Plexiglas. Tiefe Sammelkanäle in der Duschtasse leitendas Wasser hier wie dort zu zwei Abflüssen.

Zwar schränkt im Knaus der Radkasten die Standfläche in der Dusche etwas ein, die Bewegungsfreiheit ist insgesamt jedoch großzügiger. Ein verschiebbares Waschbecken schafft dabei Platz für die jeweils andere Verrichtung.

Auf solche Mechanismen verzichtet Adria, ohne dass die wesentlichen Funktionen darunter leiden würden. Kritisch im Coral bleibt jedoch die Stehhöhe. Da die Stufe, die ins Bad führt, höher ist als im Knaus, stoßen sich Menschen ab 1,80 Meter Körpergröße öfter den Kopf an der Vorhangschiene oder dem Dachfensterrahmen. Nur direkt unter der Dachhaube kann ein Durchschnittseuropäer bequem aufrecht stehen. Vorteile kann der Adria in Sachen Stauraum für sich verbuchen. Beide besitzen übrigens die gleiche, praktische Dometic-Toilette mit einem unempfindlichen und leicht zu reinigenden Keramik-Einsatz.

Die Beleuchtung haben die Hersteller in beiden TIs ansprechend gestaltet. Mehrere Deckenlampen sorgen in verschiedenen Wohnbereichen für ausreichend Licht. Besonders augenfällig sind im Adria neben der optionalen, ausgeklügelten und dimmbaren Ambientebeleuchtung auch die Spots, die sich durch bloßes Berühren an -und
ausschalten lassen; einfacher geht’s nicht. Im Knaus gibt es sowohl an der Sitzgruppe wie auch im Schlafzimmer ein kleines Orientierungslicht für die Nacht.

Adria setzt vollständig, Knaus zumindest teilweise auf sparsame LED-Technik. Zudem fallen die Stromreserven bei Adria üppiger aus. Auf Augenhöhe rangieren beide bei der Wasserversorgung. Via Tauchpumpe  gelangt das Nass aus jeweils 100 Liter großen Tanks zu den Zapfstellen – beim Adria durch stabile Rohrleitungen, beim Knaus durch labilere Schläuche. Ein kleiner Systemvorteil für den Adria.

Allerdings missfallen hier die teils offen liegenden Installationen. Neben der geschützteren Verlegung der Kabel, insbesondere am Wagenboden, gefällt beim Knaus die praktische zentrale Versorgung, die sowohl den Landstromanschluss als auch die beiden Ablasshähne hinter einer Klappe gut zugänglich zusammenfasst und die Ver- und Entsorgung so wesentlich vereinfacht. Obendrein ist der Abwassertank beim Sky TI serienmäßig vor Frost geschützt.

Die stärkere Combi-6-Heizung ist bei Knaus bereits serienmäßig an Bord. Im Adria ist sie Bestandteil des lohnenden Exklusiv-Pakets, zu dem auch der isolierte, beheizte Abwassertank gehört. Abhängig von der Platzierung der Heizung ist die Wärmeverteilung im Adria eher heck-, im Knaus eher frontlastig und damit etwas angenehmer.

Aufbautechnisch folgen Adria und Knaus unterschiedlichen Philosophien. Adria bleibt beim Coral dem Glasfaser-verstärkten Kunststoff als Außenbeplankung für Dach und Wände treu, allerdings auch dem konventionellen Holzboden. Knaus schützt den Boden des Sky TI durch GfK vor Spritzwasser von unten. Hagelschutz für das Dach gibt es immerhin gegen 299 Euro Aufpreis.

Mit seinen breiten Kantenleisten wirkt der Adria-Aufbau eleganter. Und auch der Bereich über dem Fahrerhaus ist beim Coral stimmiger gestaltet. Die Kunststoff-Verkleidungsteile liegen gleichmäßiger an der Kabine an und sind zudem rundum sauber verfugt. Substanziell ist die Aufbautechnik von Knaus und Adria hier sehr ähnlich. Im Gegensatz zu vielen anderen Teilintegrierten sind Aufbau und Fahrer haus nicht mit einem großen doppelschaligen GfK-Formteil verbunden. Vielmehr wird die Sandwich-Platte des Dachs zum Bug hin über einen definierten Radius nach unten gebogen. Die Übergänge verblenden für eine ansprechende Optik einfache ABS-Kunststoff-Teile.

Stabile Seitenschürzen aus Metall sind beiden ebenso gemein wie schlichte, vorgehängte Fenster. Der Adria-Testwagen gefällt durch seine optionale Aufbautür mit Fenster und stabilem Haltegriff, die zudem in die Zentralverriegelung eingebunden ist.

Geräumige Heckgaragen stellen beide TIs Urlaubern zur Verfügung. Bei vergleichbarem Volumen ist die des Knaus aber die mitunter entscheidenden sieben Zentimeter höher und zudem am Boden mehr als 20 Zentimeter breiter. Zu den verschiebbaren Zurrösen erleichtern bei Dunkelheit zwei Lampen das Hantieren, auf die Adria-Fahrer ganz verzichten müssen. Die sinnvolle zweite Tür auf der Fahrerseite ist nur beim Coral serienmäßig, beim Sky TI kostet sie – inklusive einer weiteren Lampe – Aufpreis. Eine absolut lohnende Investition. Mehrere, annähernd gleich große Fächer für Kleinteile wie Kabel oder Keile besitzen beide.

Die Kleiderschränke platzieren Adria und Knaus jeweils unter den Betten. Um beide zu bestücken, ist hier wie dort ein tiefer Bückling fällig, denn man kommt nur von der Seite, nicht aber von oben heran.

Knaus erleichtert Nutzern diese Arbeit immerhin durch eine größere Öffnung und eine Lampe. Zudem ist der Kleiderschrank im Sky TI nicht so zerklüftet wie im Coral. Jeweils gegenüber liegt ein weiteres großes Staufach. Sehr praktisch im Adria: die Wäscheschublade im Bettzustieg und eine weitere unter dem Kühlschrank.

Gleichstand herrscht bei der Anzahl der Hängeschränke. Alles in allem kommen Paare mit dem Stauraum in beiden Teilintegrierten sehr gut zurecht.

Das trifft auch auf die Zuladung zu. Bei vergleichbar realistischer und nicht übertrieben reichhaltiger Testwagen-Ausstattung bleiben bei 3,5 Tonnen Gesamtgewicht im Adria 550 Kilogramm, 520 im Knaus: Das reicht für eine Menge Gepäck. Nimmt man das reine Leergewicht abzüglich Sonderausstattung zum Vergleich, schneidet der Adria sogar noch etwas günstiger ab. Für ein knapp über sieben Meter langes Wohnmobil mit vollen Tanks und zwei 11-kg-Gasflaschen sind 2,79 Tonnen wenig. Der 6,99 Meter lange Knaus käme so auf 2,86 Tonnen.

Weder beim Gewicht noch bei den Außenmaßen weichen Coral S 600 SL und Sky TI 650 MEG also stark voneinander ab. Ebenso wenig bei der Basis, dem Fiat Ducato. Rund 20 Zentimeter weniger Radstand machen den Knaus jedoch wendiger. Dafür sollte man konzentrierter den längeren Hecküberhang im Auge behalten.

Darüber hinaus machen die jeweiligen Konfigurationen der Testwagen den Unterschied. Während sich im Adria der 130-PS-Diesel als zufriedenstellende Antriebsvariante herausstellt, zeigt der Knaus mit der Kombination aus 150 Multijet und dem automatisierten Comfortmatic-Getriebe, dass es noch etwas bequemer geht – eine ausgesprochen angenehme Kombination.

Da in beiden Fällen nur der 115-PS-Motor Serie ist, wurden die zwei Modelle jeweils gleich gewertet, denn die Gemeinsamkeiten überwiegen. Zu ihnen gehört auch der straffe, doch akzeptable Fahrkomfort, für den der Original-Flachrahmen des Fiat Ducato hauptverantwortlich ist. Auch die Sichtverhältnisse sind verständlicherweise identisch. Hilfreich sind dabei große Spiegel mit separat einstellbaren Weitwinkelfeldern.

In beiden Fällen wäre eine Rückfahrkamera, die das Rangieren und Rückwärtsfahren erleichtern und sicherer machen würde, dennoch eine sinnvolle Option.
Weitere Sicherheitsausstattung wie den Schleuderschutz ESP oder den Airbag für Beifahrer lässt sich Knaus extra bezahlen. Bei Adria sind diese lobenswerterweise im Grundpreis enthalten. Der Fahrer-Airbag ist bei beiden Serie.

In der Grundausstattung liegen beide Kontrahenten auf einem ähnlichen Einstiegsniveau. Manche unverzichtbaren Extras, wie zum Beispiel die Faltverdunkelung des Fahrerhauses, kosten sowohl bei Adria als auch bei Knaus Aufpreis. Klassenüblich fassen beide Hersteller solche Sonderausstattungen in verschiedene Pakete zusammen, von denen je zwei im Grunde unabdingbar sind. Bei Knaus das Chassis- und das Sky-TI-Paket, bei Adria die Pakete Komfort Plus und Exklusiv. Wer diese Pakete nicht mitbestellt, muss mit längeren Lieferzeiten rechnen. Doch im Gesamten stimmen Preis und Leistung bei beiden.

Supercheck: Concorde Carver 791 L

Foto

Ulli Regenscheit

Datum

7. Mai 2014
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