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Bürstner Brevio und Hymer Car im Vergleich: Konzeptvergleich - Van oder Bus?

Der superschlanke Teilintegrierte Bürstner Brevio t 600 will dem Kastenwagen kräftig Konkurrenz machen. Ein Vergleich mit dem Hymer Car 322 zeigt, welcher das bessere Kompaktmobil-Konzept bietet.

Sechsmeter-Querbett-Modelle sind die Verkaufsrenner unter den ausgebauten Fiat Ducato. Noch relativ kompakt und alltagstauglich, aber doch mit Bad und Stehhöhe sowie flexiblem Stauraum im Heck, eignen sie sich als flinkes Urlaubsdomizil genauso wie als mobiles Basislager für sportliche Aktivitäten oder praktischer Kleinlaster. Die Modellauswahl von günstig bis gehoben ist enorm.

Von diesem Kuchen wollen sich auch die Hersteller schlanker Teilintegrierter, kurz Vans genannt, ein Stück abschneiden. Konsequent wie kein zweiter zielt vor allem der noch junge Bürstner Brevio t 600 genau darauf ab, Käufer vom Campingbus wegzulocken. Er bedient sich des gleichen Grundrisses und identischer Längen und Breitenmaße und zeigt mit seiner großen Heckklappe ähnliches Transporttalent.

Beide Modelle bieten eine Heckklappe und viel Stauraum

Der Hymer Car 322 bietet sich als bewährter und solide gebauter Kontrahent an. Pikant: Die Konzern-Schwestermarke hat den von Bürstner entwickelten Brevio als Compact 404 ebenso im Programm. Türen oder Klappe lautet die Frage beim Zugang zum Heckstauraum. Vorteile der Flügeltüren: Sie benötigen weniger Schwenkraum und geben zusammen eine größere Öffnung frei. Die Klappe dagegen steht beim Beladen nicht im Weg und dient dabei sogar als Regendach – beim Brevio sogar mit integrierter Beleuchtung. Das Schließen der Klappe gelingt jedoch nur großen und kräftigen Personen problemlos.

Die Ladebreite zwischen den Möbelzeilen rechts und links ist beim Brevio üppiger. Ausgefeilter sind auch die Verzurrmöglichkeiten mit vier Schienen oben und unten nebst verschiebbaren Ösen. Lediglich vier fix platzierte Klappösen in den oberen Stauraumecken sind es dagegen im Car. Der kontert dafür mit einem praktischen Gepäcknetz, das zwischen Heckstauraum und Gang eingehängt wird. In den Möbelzeilen finden sich neben Tanks und Batterien auch verschiedene Fächer, die jedoch nur bei abgebautem Bett mühelos zugänglich sind.

Ob Klappe oder Türen – ein Problem trifft beide Lösungen: Sie vertragen sich nicht gut mit Heckträgern. Der typischerweise auf eine Hecktür montierte Bus-Fahrradträger belastet die Scharniere erheblich, darum verweigert Fiat dafür auch seinen Segen. Beim Brevio ist ein relativ teurer Träger mit Schwenkbühne nötig. Werden die Räder dagegen im Innenraum transportiert, müssen sie zum Schlafen wieder raus.

Wie bettet es sich im Bürstner Brevio und im Hymer Car?

Der Bettenbau verlangt dem Brevio-Bewohner mehr und umständlichere Handgriffe ab als dem Car-Reisenden. Nach getaner Arbeit kann man sich dank größerer Liegefläche dafür komfortabler ausstrecken. Der Car gefällt durch eine dickere Matratze und kuschelig verkleidete Wände. Kein besonderer Schutz ist am Hecktürspalt vorgesehen, der erfahrungsgemäß nicht immer zugfrei schließt. Unverkleidetes GfK an der Brevio-Rückwand ist aber auch nicht besonders angenehm.

Wie geräumig sind die beiden?

Mit gebauten Betten ist es bei beiden vorbei mit der großzügigen Bewegungsfreiheit im Heck. Um an die Hängeschränke heranzukommen, muss die Liegefläche erklettert werden. Weitere Staumöglichkeiten bietet der Brevio, neben den beiden Hängeschränken über der Sitzgruppe, vor allem im Kleiderschrank mit zwei integrierten Regalfächern. Im Hymer Car fallen Kleiderschrank und Hängeschränke knapper aus. Dafür lädt das Staufach über dem Fahrerhaus als vielseitige Ablage ein. Vergleichbar große Fächer offerieren die Podeste unter den Tischen. Die Sitztruhen sind vor allem für Heizung und Elektrik reserviert.

Im Hymer Car ist der übrige Stauraum besser abgetrennt und zugänglich. Das liegt auch an der besonderen Bank, die im Brevio eingebaut ist. Für knapp 900 Euro extra setzt sie sich aus zwei ausgeformten Einzelsitzen zusammen. Sie lassen sich für mehr Ellenbogenfreiheit noch um einige Zentimeter auseinanderrücken. Ähnliches bieten auch einige Bushersteller – Hymer jedoch nicht.

Sitzplätze, Küche und Bad

Weitere Besonderheit des Brevio-Wohnzimmers ist der kleine Seitensitz. Eingeklappt dient er als Fußauflage, ausgeklappt als fünfter Sitzplatz. Zusammen mit dem großzügigeren Raumgefühl durch den Dachausschnitt und das -fenster über dem Cockpit punktet der Van mit seiner Sitzgruppe klar. Anders sieht es in der Kombüse aus. Obwohl der Küchenblock sogar etwas kleiner ausfällt, macht der Car mehr daraus. Spüle und Zweiflammkocher sind zu einer Einheit verschmolzen und lassen ein ordentliches Stück kostbare Arbeitsfläche übrig, die sich zudem mittels Ausziehbrett noch erweitern lässt.

In der Brevio-Küche muss die Kocherabdeckung oder das Schneide-Abdeckbrettchen der Spüle als Arbeitsfläche herhalten. Der Kühlschrank wächst im Car optional von 60 auf 97 Liter. Er ist nach rechts unter den Kleiderschrank ausgelagert. So bleibt deutlich mehr Stauraum als im Brevio-Küchenblock, dessen 100-Liter-Kühlaggregat serienmäßig ist. Ins Bad gegenüber führt beim Car eine platzsparende Gliederschiebetür. Nicht nur dort wirkt der Möbelbau aus Holz- und Kunststoffelementen wohnlicher und solider als im Brevio.

Der Bürstner Brevio spielt dafür im Bad seine Vorzüge durch die gerade Seitenwand und das etwas höhere Dach konsequent aus. Das ergibt auf ähnlicher Grundfläche spürbar mehr Platz. Mit dem verschwenkbaren Waschbecken und dem umlaufenden Vorhang entsteht im Brevio mehr als nur eine theoretische Duschmöglichkeit.

Der Aufbau von Bus und Van im Vergleich

Ein Sandwich-Aufbau ist in der Regel besser gedämmt als die übliche Stahlblechkarosserie eines Campingbusses mit aufgeklebten Isolierschaummatten. Der Brevio bedient sich sogar höherwertigem Styrofoam statt Styropor und hüllt den Unterboden – und optional auch das Dach – in witterungsresistentes GfK.

Derlei zusätzlichen Schutz hat die Stahlblechhülle des Kastenwagens nicht nötig. Typisch Campingbus ist zudem die große seitliche Schiebetür. Im Sommer ein Genuss, weil man fast im Freien kocht. Im Winter verursacht das Öffnen und Schließen aber stets größere Wärmeverluste. Handlich fahren sich beide kompakten Kontrahenten. Die Länge bleibt jeweils knapp unter sechs Meter.

Der Brevio ist fünf Zentimeter breiter und 20 Zentimeter höher – in der Praxis nur ein minimaler Nachteil im Vergleich zum Bus. Für die Wendigkeit spielt der Radstand eine entscheidende Rolle, er beträgt bei beiden Modellen stattliche vier Meter. Dabei hätte man beim Brevio die Chance gehabt, zumindest den nächstkürzeren Achsabstand mit 3,80 Meter zu wählen – das wäre beim Rangieren ein echter Vorteil. Bleibt noch der Preis. Der Bürstner Brevio verlangt für seine unstrittigen Vorzüge rund eine Handvoll Tausender mehr. Wer dennoch lieber zum unauffälligeren Campingbus wie dem Hymer Car 322 greift, kann dieses Geld in eine bessere Ausstattung oder in die Reisekasse stecken.

Testwertung Bürstner Brevio t 600

+ Großzügige, luftige Sitzgruppe mit Zusatzplatz
+ Mehr Liegelänge und -fläche im Heckbett
+ Mehr Bewegungsfreiheit im Bad, Dusche nutzbar
+ Bessere Wintertauglichkeit
+ Größerer Heckstauraum, gute Verzurrmöglichkeiten
+ Mehr Zuladung durch leichtere Aufbaukonstruktion
- Großer Wendekreis trotz relativ kompakter Maße
- Höherer Preis

Testwertung Hymer Car 322

+ Wird häufig nicht als Wohnmobil wahrgenommen
+ Günstigerer Preis
+ Möbelbau etwas solider und hochwertiger
+ Viel Küchenstauraum dank ausgelagertem Kühlschrank
+ Geschicktes Schuhfach, praktisches Gepäckraumnetz
- Sitzgruppe, Bad und Heckbett spürbar beengter
- Großer Wendekreis trotz relativ kompakter Maße
- Weniger wintertauglich

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Konzept-Vergleich

Datum

19. Oktober 2013
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