Test, Bimobil Husky 220/VW Amorok 12 Bilder Zoom

Bimobil Husky auf VW Amarok: Vorm Alltag absetzen

Pickup-Camper umweht der verlockende Duft von Freiheit und Abenteuer. Der neue VW Amarok mit Bimobil-Kabine nährt diese Sehnsucht.

Ganze Kerle fahren Pickup. Ein Klischee, aber mit realem Hintergrund, denn Pickup-Fahren verlangt gewisse Nehmerqualitäten. Bislang jedenfalls, denn der VW Amarok stößt im weltweit riesigen, hierzulande aber kleinen Segment einen Wandel an wie bei Geländewagen: Pickups sind nicht mehr nur Mittel zum Zweck, sie werden komfortabler, zahmer, alltagstauglicher und schicker - ja fast schon zum Statussymbol für Großstadt-Cowboys.
Damit erhält auch eine besondere Reisemobilkategorie neuen Schwung, die bislang  ein Nischendasein führte: Pickup-Camper. Wer als Handwerker oder Hobby-Holzfäller ohnehin einen Pritschenwagen gebrauchen kann oder sich mit einem ungewöhnlichen Alltagsfahrzeug anfreunden kann, der kann sein praktisches und extrovertiertes Auto einfach in ein Reisemobil verwandeln. Mit einer Absetzkabine wird der Pickup mit überschaubarem finanziellen Aufwand zum rollenden Urlaubsdomizil für zwei bis vier Personen.

Während andere Anbieter ihre Kabinen auf der Original-Pickup-Pritsche vertäuen, vertraut Bimobil seit mehr als 30 Jahren auf sein eigenes Wechselsystem. Vorteil dieser aufwendigeren Lösung: Die Kabine lässt sich präzise zentrieren und sitzt dann formschlüssig in der Aufnahme. Dazu wächst das Kabinenvolumen um zwei wertvolle Sitztruhen, die sonst für die Ladebordwände ausgespart bleiben müssten.

Ein Rücktausch zur Originalpritsche ist jederzeit möglich. Aber auch mit der Wechselplattform alleine darf gefahren werden. So können Urlauber die Kabine etwa auf einem Campingplatz stehen lassen und mit dem Pickup die Gegend erkunden. Elegant löst Bimobil die Anbringung der Hubstützen: Sie sind in die Kabinenecken integriert. Nutzer müssen lediglich die Verlängerungsbeine ansetzen, dann kann die Kurbelei beginnen.

Zu zweit gelingt der Ab- und Aufsetzvorgang mit etwas Routine ganz entspannt in einer Viertelstunde. Erfahrene Husky-Fans haben Handschuhe, eine Matte als Knieschutz und vielleicht sogar zwei Akkuschrauber als Kurbelhilfe parat. Dann kann die Wochenendflucht in die Natur beginnen, besonders reizvoll, wenn mit Allradantrieb auch Ziele abseits der Straße erreichbar werden. Der VW Amarok fährt serienmäßig mit angetriebener Hinterachse. Den Allradantrieb namens 4Motion gibt es gegen Aufpreis in permanenter oder zuschaltbarer Form.

Für den Kabineneinsatz kommt nur Letztere in Frage, da mit ihr eine verstärkte Hinterachse einschließlich Auflastung auf 3040 Kilogramm Gesamtgewicht einhergeht. Dank Getriebeuntersetzung, ESP-Geländemodus, optionaler Differenzialsperre und All-Terrain-Bereifung lässt sich der Amarok zum Klettertalent trimmen.

Aber auch auf Asphalt verwöhnt er mit deutlich mehr Annehmlichkeiten als von klassischen Pickups gewohnt, vom Cockpit- und Bedienkomfort über die Federung bis zur Fahrstabiliät. Wer zwischendurch das Schneckenhaus auf dem Rücken vergisst, den erinnert spätestens in zügig gefahrenen Kurven aber das frühe Eingreifen des ESP an die fahrdynamischen Schwächen dieser Reisemobilkategorie.

Dabei schlägt sich die Amarok-Husky-Kombination relativ gut. Was auch an der von Bimobil optional eingebauten Zusatzluftfeder an der Hinterachse liegt, die obendrein eine Auflastung auf  3,5 Tonnen ermöglicht und damit beruhigende Zuladungsreserven von 630 Kilogramm des Testwagens.
Dies ist ebenfalls ein Verdienst der leichten und doch soliden Kabine mit geschweißtem Aluminium-Rohrrahmen in der Bodenplatte. Der Ausbau im markentypischen Stil mit viel Echtholz und frohen Farben folgt dem gängigen Grundriss in Absetzkabinen. Das Alkovenbett lockt mit üppiger Breite, punktelastischer Unterfederung, Beheizung und LED-Beleuchtung. Zwei, maximal vier Personen können in der Sitzgruppe Platz nehmen. Sitztiefe und steile Rückenlehne folgen allerdings nicht gerade ergonomischen Vorgaben. Aber ein passables Zusatzbett lässt sich daraus bauen. Die kompakte Küche glänzt mit einer Arbeitsplatte aus Mineralwerkstoff. Ein 60-Liter-Kühlschrank und ansehnliches Schrankvolumen ergänzen die Kombüse.  

Das Bad im Eck gibt sich minimalistisch mit Waschtisch, Banktoilette und Regal sowie  behelfsmäßiger Dusche. Bordelektrik und Heizung sind aufgeräumt in der linken Sitztruhe installiert. Von der Warmluft kommt im Bad aber nur wenig an. Der Stauraum ist für eine Absetzkabine geräumig, zusätzlich steht die Rückbank des Amarok zur Verfügung.

Mit drei oder vier Personen wird es dann aber knapp. Ganze Kerle wirds nicht stören.

Die Baureihe: Bimobil Husky

Preise: 64 050 - 82 630 Euro
Basis: VW, Nissan, Toyota u. a.
Längen: 5,70 - 6,24 m
Gesamtgewicht: 3040-3500 kg
Modelle: In der Husky-Baureihe vereinen sich kompakte Kabinenmodelle für alle gängigen Pickups mit Ein-, Eineinhalb- und Doppelkabine. Daneben fertigt Bimobil aber auch Absetzkabinen für Transporter-Fahrgestelle.

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Uli Regenscheit

Datum

27. Mai 2011
5 4 3 2 1 5 5 1
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle News +++
+++ Alle Tests +++
+++ Viele Tipps +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

Videos
02:15 Offroad-Fahrschule mit promobil vor einem Tag
9 Aufrufe
06:27 Bürstner Lyseo 2016 Supercheck vor einem Monat
557 Aufrufe
  • Alle Bereiche
  • News
  • Tests
  • Stellplätze
  • Reise
  • Ratgeber
  • Zubehör
  • Video
Alle Marken von A-Z