Test: Telair Ecoenergy 24 Bilder Zoom

Telair Ecoenergy im Test: Saft-Quelle

Der Gasgenerator Ecoenergy TG 480 von Telair speist die Bordbatterie, wenn fernab der nächsten Steckdose die Stromvorräte zur Neige gehen. Der promobil-Test zeigt, wie gut das wirklich funktioniert.

Nichts ist mehr, wie es war. Und doch bleibt fast alles beim Alten. So könnte man die jüngste Historie des hier getesteten Gasgenerators umreißen. Der ein oder andere kennt ihn vermutlich noch als Self Energy EG 20 von Gasperini. Doch seit die Telecogroup die Elettromeccanica Gasperini im April des vergangenen Jahres übernommen hat, firmiert das Produkt als Telair Ecoenergy TG 480.

Im Gegensatz zum Namen ist die Technik - bis auf kleinere mechanische Verbesserungen und einem neuen Bedienpaneel - unverändert. Heißt: Der Generator erzeugt mit Hilfe eines gasbetriebenen Zweitakt-Motors 12-Volt-Strom, der zur Ladung der Bordbatterie genutzt wird.

Genau das macht den Ecoenergy für den Einsatz im Reisemobil einzigartig und unterscheidet ihn von anderen Gasgeneratoren, die hauptsächlich 230 Volt liefern und nach dem Viertakt-Prinzip arbeiten. Dadurch sind sie zwar insgesamt deutlich leistungsstärker, aber auch lauter und schwerer.

Grund genug also, dem Ecoenergy einmal genauer auf den Zahn zu fühlen. Zumal unter der Telecogroup - anders als noch zu Zeiten der Elettromeccanica Gasperini - der Vertrieb und Service in Deutschland flächendeckend gewährleistet ist.

Vor dem Test steht der Einbau. promobil ließ mit dem Ecoenergy TG 480 die kleinere von zwei angebotenen Varianten in einen Carthago C-Tourer I 143 installieren. Für die Arbeit sollte man im Schnitt sechs bis acht Stunden einkalkulieren. Wegen des Eingriffs in die Gasanlage darf nur Fachpersonal ran.

Der Ecoenergy wird weitgehend ohne Montagematerial ausgeliefert. Die Materialkosten für die Montage sind wie die Arbeitszeit abhängig vom Fahrzeugtyp. Beides muss man zum Preis des TG 480 von 2708 Euro hinzurechnen. Zudem empfiehlt sich als Zubehör unbedingt der zusätzliche Abgasschalldämpfer für 109 Euro sowie der separate Öltank (169 Euro). Und zwei 0,5-Liter-Flaschen Öl für je 12 Euro sollten auch nicht fehlen.

Etwa alle 115 Betriebsstunden muss man 1 Liter Zweitakt- Öl nachfüllen, nach 400 Stunden die Zündkerze wechseln, nach etwa 800 Stunden den Lüfter tauschen und nach 1500 Stunden die Dynamobürsten.

Für den Test hat promobil verschiedene Versuche durchgeführt. Im Automatik-Modus ist der Ecoenergy in erster Linie darauf ausgelegt, ein gewisses Spannungsniveau der Batterie zu erhalten. Wird zum Beispiel über einen entsprechenden Wechselrichter ein Haarfön oder, wie im Test, ein Baustrahler betrieben, bricht die Batteriespannung schnell zusammen - je geringer die Akkukapazität, desto zügiger.

Die Telecogroup empfiehlt den Gasgenerator für Blei-Säure-Batterien mit Kapazitäten zwischen 160 und 300 Amperestunden. Im Carthago bekam er es nur mit einer 80-Amperestunden-Gel-Batterie zu tun. Folge: Der Ecoenergy ist genötigt, häufiger zu arbeiten. Denn sobald die Spannung auf 11,9 Volt sinkt, springt er automatisch an und stemmt dem Verbraucher konstant 20 Ampere entgegen.

Wird der Verbraucher abgeschaltet, erholt sich die Batteriespannung von selbst ein wenig. Gleichzeitig wird der Akku vom Ecoenergy so lange weiter mit Strom versorgt, bis die Spannung 14,5 Volt erreicht und er abschaltet. Wobei im Testbetrieb regelmäßig bei ungefähr 14,3 Volt Schluss war.

Für eine Vollladung der Batterie ist der Ecoenergy ungeeignet. Er verfügt nicht über die dafür notwendige Ladekennlinie, sondern liefert konstanten Strom. Man sollte sein Reisemobil also nach wie vor alle vier bis sechs Wochen für mindestens zwölf Stunden ans 230-Volt-Netz anschließen.

Alternativ zum Automatik-Modus kann der Generator auch manuell in Betrieb genommen werden. Das funktioniert aber nur, wenn die Zündung aus ist, die Batterie nicht über die Lichtmaschine geladen wird und gleichzeitig die Akkuspannung unter 13 Volt liegt. Deshalb entlud promobil die Batterie zunächst und startete den Generator für weitere Tests per Knopfdruck.

Sind alle Verbraucher abgeschaltet, dauert es ausgehend von 11,8 Volt nicht einmal 35 Minuten, bis die Spannung 14,3 Volt erreicht. Umgerechnet auf
eine Betriebsstunde verbraucht der Ecoenergy währenddessen im Schnitt 247 Gramm Gas.

Der manuelle Betrieb des Generators erlaubt, die Bordbatterie gezielt nachzuladen. Auf diese Weise kann man die Geräuschbelastung für sich und die Stellplatznachbarn steuern, indem man ihn beispielsweise tagsüber laufen lässt, wenn der Geräuschpegel ohnehin höher ist.

Der Geräuschpegel des Ecoenergy ist keineswegs unerträglich. Es ist ein dumpfes Brummen. Im Fahrzeug sind es 49 Dezibel. Und obwohl der Gasgenerator schwingend montiert ist, spürt man im Bereich des Einbauorts leichte Vibrationen.
Ebenfalls wahrnembar ist zumindest auf der Auspuffseite leichter Abgasgeruch. Neben relativ geurchsneutralem Gas verbrennt der Ecoenergy bedingt durch das Zweitakt-Prinzip eben auch einen kleinen Teil Öl.

Das ändert aber nichts daran, dass die Leistung des Ecoenergy überzeugt. Und hinsichtlich der kritischen Punkte geht die Entwicklung bei der Telecogroup gewiss weiter – bis irgendwann nichts mehr ist, wie es war.

Auf der nächsten Seite finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Einbau des Ecoenergy und das Test-Fazit der Redaktion.

Ratgeber: Experten-Tipps

Autor

Foto

Telecogroup, Uli Regenscheit

Datum

24. Juli 2013
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