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Test: Phoenix Maxi-Liner 9100 A 17 Bilder Zoom

Phoenix Maxi-Liner 9100 A im Test: Smarter Reisebegleiter

Für einen Luxusliner mit Pkw-Garage braucht man den Lkw-Führerschein. Doch es geht auch mit der alten Dreier-Lizenz. Wie das funktioniert, zeigt der Phoenix Maxi-Liner im Test das Top-Modell 9100 A.

Haken in die Abschleppöse, Daumen auf den Fernbedienungsknopf, kraftvoll zieht eine Seilwinde den Smart bis zum Anschlag in sein maßgeschneidertes Heckabteil. Vier Türen in den Seitenwänden schaffen Zugang, um den Zweisitzer an den Rädern zu fixieren. Auffahrrampen einschieben, Garagentor schließen – schon ist die Vorstellung vorbei, das Beiboot in rund zehn Minuten verstaut.

Seitdem der Iveco Daily – die Universalbasis der Oberklasse – als 7- oder gar 7,49- Tonner verfügbar ist, entwickelt nicht nur Phoenix Modelle mit Pkw-Garage, die mit dem alten Dreier-Führerschein fahrbar sind. Darüber hinaus finden sich natürlich auch noch in den höher angesiedelten Phoenix-Baureihen Premium-Liner auf Iveco Eurocargo und Top-Liner auf MAN Modelle mit Pkw-Garage. Rund 1500 Kilo Zuladung verspricht das Serienmobil im Falle des Maxi-Liner 9100 A. Da sollte neben dem mindestens 825 Kilo schweren Smart auch noch genügend übrig bleiben für Besatzung und Gepäck.

Eng werden kann es trotzdem, wie der Testwagen zeigt. Mit den umfangreichen, aber für die Klasse durchaus nicht ungewöhnlichen Extras zeigte die Waage bei gefüllten Tanks 5950 Kilo Leergewicht. Abzüglich Smart bleiben noch 225 Kilo übrig – schon für die typische Zwei-Personen-Besatzung relativ wenig. Wenn dann das Fahrzeug – wie im Testwagen – mit dem optionalen, elektrisch absenkbaren Hubbett und einem zusätzlichen Gurtplatz sogar für vier bis fünf Reisende ausgelegt ist, sollte man gleich die aufpreispflichtige Zulassung als 7,49-Tonner wählen.

Phoenix Maxi-Liner: Ein Schiff mit Beiboot

Dann kann die Reise im Maxi-Liner mit Beiboot beginnen. Klar fährt sich ein über neun Meter langer Siebentonner nicht so wendig und behände wie ein durchschnittliches Mittelklassemobil. Doch die Eingewöhnungsphase ist erstaunlich kurz, und das Reisebus-Fahrgefühl hat seinen eigenen Reiz. Und wenn es mal eng wird, gilt es vor allem, kühlen Kopf zu bewahren, denn mit 2,35 Meter ist der Maxi-Liner auch nicht breiter als die Masse der Wohnmobile.

Die Übersichtlichkeit von der nach vorn und oben versetzten Kommandobrücke aus ist gut. Die Weitwinkelfelder der keck nach vorn ragenden Spiegel sind allerdings keine allzu große Hilfe. Clever: Der linke Scheibenwischer hat einen Doppelarm und hält so die Sicht zumindest in den linken Spiegel auch bei Regen frei.

Mit 205 PS kommt der lange Maxi-Liner 9100 A auch dann noch gut vom Fleck, wenn die Garage besetzt ist und die Straße bergan führt. Die Last des Smart im Heck spürt man aber schon, auch an einer etwas unpräziseren Lenkung aufgrund der entlasteten Vorderachse.

Serienmäßig ist der 170-PS-Motor. Für das Top-Modell empfiehlt sich jedoch das Top-Aggregat, selbst wenn dann manuell geschaltet werden muss, weil das automatisierte Agile-Getriebe nicht verfügbar ist. Bei 470 Nm Drehmoment sind Gangwechsel auf der Autobahn ohnehin eher selten nötig. Für die Stadtbesichtigung oder den Einkaufsbummel greift man besser auf den quirligen Zweisitzer im Heck zurück und lässt das Mutterschiff auf dem Stellplatz stehen.

Der Grundriss: Queensbett und Smart-Garage

Die Smart-Garage diktiert dem Phoenix Maxi-Liner 9100 A die Heckaufteilung – Phoenix kombiniert sie stets mit einem Queensbett darüber. Mit zwei mal 1,5 Meter Liegefläche fällt es standesgemäß aus. Trotz Dachhöcker bleibt die Kopffreiheit aber eher knapp. Der Gang zu den Betten und den Schränken an der Heckwand ist nur in gebückter Haltung möglich.

Etwas üppiger wird’s im Bad davor, das sich über die gesamte Aufbaubreite erstreckt. Solide Türen – die Schiebetür zum Schlafzimmer hin kostet allerdings extra – trennen den Raum ab, der auch zum Umkleiden sehr behilflich ist. Der reichlich verspiegelte Waschtisch auf der einen Seite putzt sich durch sein fein ausgeführtes Waschbecken aus Mineralwerkstoff heraus. Etwas beengt steht man davor, weil gleich daneben die Toilette – optional als Festtankversion – schräg in den Raum hineinragt. 

Die Ausstattung

Angenehme Wärme verströmt der Sprossenheizkörper an der Wand. Um feuchte Kleidung zu trocknen ist auch die große Haushalts-Duschkabine gegenüber mit ihrer abnehmbaren Kleiderstange gut geeignet – oder als Aushilfskleiderschrank. Was aber nicht als Kritik am eigentlichen Kleiderschrank gemeint ist, der selbst ein beachtliches Fassungsvermögen aufweist und sich in griffgünstiger Höhe neben dem Kühlschrank findet.

Dieser arbeitet markentypisch nach dem Kompressorprinzip und liefert, selbst bei höheren Außentemperaturen, eine konstant gute Kühlleistung – erfordert andererseits aber auch standfeste Batteriekapazitäten.

Schmuckstück der Küche ist die Wandverkleidung und Arbeitsplatte aus Mineralwerkstoff mit angeformtem großen Spülbecken, die, wie die entsprechende Badausstattung, zur aufpreispflichtigen, sogenannten Styl-X-Elegance-Möbellinie gehören. Weitere Merkmale sind die Hängeschränke mit offen gestalteten Eckelementen und geschickt integrierter Beleuchtung sowie der Mikrofaser-Wandbelag.

Die großen Kocherflammen und die teils enorm tiefen, solide geführten Schubladen erfreuen den Koch. Umso mehr überrascht im Unterschrank die alleine an den Gasleitungen hängende Montage des Gasverteilerblocks. Denn die übrige Bordtechnik, insbesondere die Elektroinstallation ist geradezu mustergültig bestückt und ausgeführt. Praktisch: Sowohl am Heck- wie am Hubbett lässt sich eine dezente Bodenbeleuchtung einschalten, die bis ins Badezimmer führt.

Aufbau und Bordtechnik

Der hohe Doppelboden stellt für die Bordtechnik als auch für zusätzlichen Stauraum reichlich Platz zur Verfügung. Aufgebaut ist er aus soliden Sandwich-Streben und einer einzigartigen Fußbodenplatte aus Kunststoff-Waben. Verblüffend: Die leichte, aber dennoch stabile Konstruktion lässt das Licht der Staufachlampe im Doppelboden sogar durch den Fußboden scheinen.

Der Aufbau ist mit 40 Millimeter PU-Schaum gedämmt und außen und innen mit Alu beplankt. An der Bodenplatte kommt statt Alu verrottungsstabileres GfK zum Einsatz. Anders als andere Hersteller baut Phoenix erst die Kabine auf das Fahrgestell und dann die Möbel hinein – ähnlich wie bei einem Kastenwagenausbau.

Das Vertrauen in diese Bauweise drückt sich in einer zehnjährigen Dichtigkeitsgarantie aus – und wird unterstrichen durch eine fast vollständige Abwesenheit von Quietsch- oder Knarzgeräuschen beim Testfahrzeug. Unüberhörbar ist allerdings das relativ häufige Anspringen des Motorkühlventilators, was auf eine nicht optimale Luftführung hindeutet.
Rund 200.000 Euro Listenpreis für das Top-Modell der Maxi-Liner-Baureihe sind natürlich eine stolze Summe. Und selbst da lassen sich – wie beim Testwagen – noch leicht rund 35.000 Euro in Extras investieren. Dennoch kann man dem Phoenix eine solide Serienausstattung bescheinigen. Praktisch unumgängliche Extras oder Pakete, wie auch in dieser Preisklasse mancherorts üblich, gibt es hier nicht.

Die Baureihe Phoenix Maxi-Liner im Überblick

  • Preise: 164.500–201.500 Euro
  • Basis: Iveco Daily
  • Längen: 7,45–9,25 m
  • Gesamtgewicht: 6000–7000 kg
  • Modelle: 17 Grundrissvarianten bietet Phoenix aktuell in der Maxi-Liner-Baureihe an. Alle basieren auf dem Iveco Daily und alle haben ein hochgesetztes Fahrerhaus. Die beiden längsten bieten einem Smart Unterschlupf.
Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Ingolf Pompe

Datum

8. Januar 2014
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