Test: Neue Truma-Combi-Heizung 10 Bilder Zoom

Neue Truma-Combi-Heizung im Test: Ofen-Barung im Wohnmobil

Eine neue Truma-Heizungsgeneration steht in den Startlöchern. promobil hatte bereits Gelegenheit, die neue Combi 6 CP plus ready in der Kältekammer ausgiebig zu prüfen.

Gleich eins vorweg - nicht alles ist neu an der neuen Truma-Heizung. Die Formgebung und die Abmessungen bleiben gleich, die neue Combi kommt also im selben Schrank oder Stauraum unter, wo auch die alte hineinpasste. Auch der Brenner ändert sich nicht, und es werden weiterhin die beiden bekannten Leistungsstufen mit 4000 und 6000 Watt sowie die Diesel-Version angeboten.

Die wesentlichen Änderungen betreffen die Heizungssteuerung. Da sie aber deutlich über ein einfaches Software-Update hinausreichen, ist eine neue Steuerplatine erforderlich. Äußerliches Kennzeichen der neuen Heizungsgeneration ist das nun komplett in Schwarz eingefärbte Gehäuse.

Augenscheinlicher sind die Veränderungen, die mit dem neuen Bedienteil einhergehen. Es bricht radikal mit der bisherigen hellgrauen Version mit zwei konzentrischen Drehreglern. Nicht nur optisch, sondern auch beim Bedienkonzept und der Funktionsvielfalt erreicht das nun schwarze, etwas größere Bedienteil, CP plus genannt, einen modernen, zeitgemäßen Stand. Für Nostalgiker und Sparsame bleibt das alte, günstigere Bedienteil aber weiterhin als CP classic verfügbar. Die neuen Funktionen, die in die Heizung implantiert wurden, sind damit allerdings nicht zugänglich.

Welche Vorteile bringt die neue Heizung dem Nutzer? Truma verspricht eine schnellere Aufheizung trotz unveränderter Heizleistung. Wie soll das gehen? Dafür hat man sich eine spezielle Boost-Betriebsart ausgedacht, bei der durch optimierte Steuerung aus Brenner und Gebläse die maximale Leistung herausgeholt wird.

Diese Funktion stellt das Bedienteil nur dann zur Auswahl, wenn zwischen Raum- und Zieltemperatur mehr als zehn Grad Unterschied herrschen. Denn der Stromverbrauch und die Geräuschentwicklung des Gebläses fallen in diesem Modus höher aus, weshalb er nur gewählt werden sollte, wenn es tatsächlich darum geht, ein ausgekühltes Reisemobil schnell aufzuheizen. Um das Truma-Versprechen zu überprüfen, schickte promobil einen Knaus-Integrierten Modell Sky i 700 LEG mit der bisherigen Combi-6-Heizung zum Aufheizungstest in die Kältekammer. Danach wurde die Heizung auf die neue Version umgebaut und ein weiterer Durchgang gefahren.

Die aufgezeichneten Temperaturkurven zeigen zum einen die typisch rasche Aufheizung bei Warmluftheizungen, die - prinzipbedingt - schneller die Wärme verteilen, als es Warmwasserheizungen können (siehe promobil Artikel über Luft/Wasserheizungen).

Es ist aber auch zu erkennen, dass die neue Combi 6 nach dem Start spontaner anspricht und die ersten rund fünf Grad Temperaturanstieg schneller erreicht als die bisherige Version. In der mittleren Aufheizungsphase marschieren beide Combis einige Zeit im Gleichschritt - in dieser Phase ist offenbar nur die maximale Brennerleistung entscheidend. Im Schlussspurt schließlich zieht die neue Combi wieder davon und überschreitet die 20-Grad-Marke rund eine Viertelstunde früher. Die Messungen bestätigen also, dass die neue Heizung den Innenraum noch zügiger aufheizt als die alte. Der Unterschied ist zwar nicht riesig, aber immerhin.

Bei der Bedienung muss sich der Nutzer des neuen CP-plus-Bedienteils schon ein Stück weit umstellen. Nach den passenden Knöpfen für die vielen Funktionen braucht man jedoch nicht lange zu suchen, denn es gibt nur einen zentralen Dreh-Drück-Steller und eine Zurück-Taste, über die alles einzustellen ist. Im beleuchteten Display werden immer nur die Symbole angezeigt, die gerade zur Auswahl stehen. Durch Drehen am Knopf wandert man durch das Hauptmenü und kommt - egal in welcher Richtung - früher oder später zu dem gesuchten Menüpunkt. Drücken des Knopfes wählt das entsprechende Untermenü aus.

Gilt es einen Wert einzustellen, wie etwa die Zieltemperatur, blinkt die Angabe im Display, und man kann ihn durch Drehen und Drücken verändern und anschließend fixieren. Ja, richtig gehört, die gewünschte Raumtemperatur lässt sich nun exakt als Zahlenwert in Grad Celsius einstellen. Und sollte sich etwa durch die Einbausituation des Fühlers bedingt dennoch eine Diskrepanz zwischen eingestelltem und gewünschtem Wert ergeben, kann der Nutzer den Sensor im Bereich von plus/minus fünf Grad neu kalibrieren.

Von der Boost-Stufe des Gebläses war bereits die Rede, zudem kann zwischen Highund dem leiseren Eco-Betrieb gewählt werden. Nicht zum Heizen, sondern nur zum Belüften dient der sogenannte Vent-Modus, bei dem das Gebläse – feinfühlig in zehn Drehzahlstufen regulierbar – einfach nur Luft durchs Mobil fächelt.

Auch beim Boiler gibt es nun, neben der 40°- und 60°-Temperaturvorwahl, noch eine Boost-Stellung, die der Warmwasserbereitung absolute Priorität einräumt. Dadurch steht schneller und länger heißes Wasser zur Verfügung – etwa zum Duschen. Alle Funktionen lassen sich nun zusätzlich über eine integrierte Zeitschaltuhr steuern. Das ermöglicht etwa eine gezielte Nachtabsenkung der Temperatur, aber auch den programmierten Boilerstart für die Morgendusche. Außerdem integrierte Truma die Steuerung der hauseigenen Klimaanlagen, mit Ausnahme der Saphir Vario, sodass mit einem Bedienteil beide Geräte komfortabel einstellbar sind.

Ab Modelljahr 2014 wird nur noch die neue Combi-Heizung in den Reisemobilen eingebaut – das neue Bedienteil nicht unbedingt. Ab Herbst wird das CP plus aber auch als Nachrüstkit (rund 250 Euro) angeboten. Und selbst Besitzer der bisherigen Combi sollen durch einen zusätzlichen Platinentausch beim Händler ihre Heizung auf den neuesten Stand bringen lassen können.

Zwei Bedienteile zur Wahl

Das sind die neuen Funktionen des CP plus:

  • Boost-Funktion des Gebläses zur schnelleren Aufheizung.
  • Eco-Modus für geräuscharmen Betrieb bei Nacht.
  • Ventilatorbetrieb - ohne Heizung - zur reinen Belüftung.
  • Raumtemperatur in Ein-Grad-Schritten wählbar.
  • Temperaturfühler individuell kalibrierbar (+/- 5° C).
  • Boost-Funktion für den Boiler zur schnelleren Wassererwärmung etwa zum Duschen.
  • Bei Combi mit Elektroheizstab fünf Betriebsmodi wählbar.
  • Steuerung der meisten Truma-Klimaanlagen integriert.
  • Klimaanlagen mit Wärmepumpe schalten im Automatikmodus temperaturgesteuert von Kühlen auf Heizen um.
  • Integrierte Beleuchtung der Aventa-Klimaanlagen in fünf Stufen regulierbar.
  • Klimaanlagengebläse in vier Stufen wählbar, inklusive besonders leisem Nachtbetrieb.
  • Integrierte Zeitschaltuhr für alle Funktionen. Nachtabsenkung der Temperatur ebenso programmierbar wie Boilerstart am Morgen oder Einschalten der Klimaanlage rechtzeitig vor Rückkehr vom Strand.
  • Helligkeit der Displaybeleuchtung einstellbar.
  • Anzeige von Fehlercodes bei Störungen der Heizung, aber auch der Klimaanlage.
  • Reset-Funktion setzt alle Werte auf Werkseinstellung.
Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Hans Lippert

Datum

12. Juni 2013
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