Alles über Frankia Frankia I
Test: Frankia I 640 SD 19 Bilder Zoom

Frankia I 640 SD im Test: Gäste willkommen

Eine große Sitzgruppe in einem kurzen Integrierten. Was wie ein Gegensatz klingt,  ist die Spezialität des Frankia I 640 sd. Was der ungewöhnliche Grundriss noch so alles bietet, zeigt der Test.

Wer es gern gesellig mag, wird an diesem intergrierten Wohnmobil seine Freude haben. Trotz nur 6,50 Meter Länge finden sechs bis sieben Personen bequem an der Sitzgruppe Platz. Möglich macht das der eher ungewöhnliche Grundriss des Frankia I 640 SD ohne feste Betten im Heck. Dort befindet sich das große Bad mit separater Dusche. Folglich müssen die Nutzer auf eine Heckgarage verzichten. Ein Staufach im Doppelboden zwischen den Achsen, das über die gesamte Fahrzeugbreite reicht und von beiden Seiten aus zugänglich ist, bietet aber einiges an Platz für Gepäck.

Fahrgefühl und Basisfahrzeug des Frankia I 640 SD

Damit an Gepäckeinladen überhaupt zu denken ist, greift Frankia gleich zur aufgelasteten Ducato-Basis mit 3,85 Tonnen Gesamtgewicht. Als 3,5- Tonner gibt es den I 640 SD nur bei auf 50 Liter begrenztem Frischwassertank. Rund 95 Kilo wiegen die Extras an Bord des Testwagens, der damit noch 370 Kilo Zuladung frei hat. Eigentlich angemessene Reserven für die typische Zwei-Personen-Besatzung, doch problematisch ist die Situation an der Vorderachse: 110 Kilo Zuladung reichen hier nicht einmal für Fahrer und Beifahrer, und eine Entlastung durch gewichtiges Gepäck in Heckstauräumen ist bei diesem Grundriss praktisch ausgeschlossen. Einziger Ausweg ist das Maxi-Chassis, das neben mehr Gesamtzuladung auch eine verstärkte Vorderachse mitbringt, die zwei Tonnen tragen darf.

Zur Gewichtssituation passt auch der Fahreindruck. Der wuchtige Bug und die seitlich steil ansteigende Fensterlinie lassen den Frankia für den Fahrer größer erscheinen, als er aufgrund der Abmessungen ist. Die hängenden Spiegel mit Weitwinkelteil liefern immerhin eine relativ gute Rücksicht. Je nach Sitzposition behindert der Fenstersteg jedoch den Spiegelblick teils merklich.

Schlafen im Hubbett des Frankia I 640 ID

Die Nacht verbringen die zwei Reisenden, für die dieser Grundriss ausgelegt ist, auf dem serienmäßig elektrisch herunterfahrbaren Hubbett. Wie üblich müssen dafür die Lehnen der Fahrerhaussitze umgelegt werden. Platz für die Einhängeleiter macht der Tisch, indem er auf Schienen ins Fahrerhaus gleitet. Die Matratze misst 1,90 mal 1,40 Meter und bietet so zwei Erwachsenen ausreichend Platz.

Der Clou des Hubbetts ist aber die Vergrößerungsmöglichkeit. Dazu zieht man den Bettrahmen wie eine Schublade Richtung Sitzgruppe, klappt zwei Stützbeine aus und legt zwei Zusatzpolster ein. So wächst die Liegefläche auf stattliche 2,00 mal 1,90 Meter. Sowohl die beiden Leselampen als auch die Lattenrostausrichtung legen dann das Schlafen in Längsrichtung nahe.

Für Komfort sorgen zudem die 130 Millimeter dicke Kaltschaummatratze wie auch die niedrige Aufstiegshöhe von 1,17 Meter. Die großzügigen Ablagen vor und neben dem Hubbett bleiben sogar erreichbar, wenn das Bett wieder nach oben gefahren ist. Besonders praktisch: Dabei dürfen die Kissen und Decken neben den Zusatzpolstern auf der Matratze liegen bleiben und nehmen sonst keinen Stauraum weg.

Wohnkomfort: Sitzgruppe und Küche

Die gedrehten Fahrersitze lassen sich gut in die Sitzgruppe integrieren, da sie fast auf gleiche Höhe gebracht werden können wie die Längsbänke. Für die große Runde kann der Tisch zwar mit wenigen und einfachen Handgriffen verbreitert werden, er erreicht aber auch dann nicht alle Plätze gleichzeitig. Auf der anderen Seite reicht seine Größe aber dennoch aus, den Durchgang vom Fahrerhaus in den Wohnraum zu behindern.
Zusätzlich zu dem geräumigen Platzangebot schafft das durchdachte Lichtkonzept ein angenehmes Wohngefühl. Sowohl Decken- und Leselampen als auch die indirekte Beleuchtung sind gut platziert und durchweg in stromsparender LED-Technik ausgestattet. Die abgerundeten Kunststoffkanten an allen Möbeln und die Aluleisten an den Hängeschränken unterstreichen die solide Machart des Frankia-Mobiliars.

In der Küche setzt sich dieser Eindruck fort. Bereits zur Serienausstattung gehört hier ein Dreiflammkocher mit Elektrozündung, eine Dunstabzugshaube und ein Backofen. Letzterer
sitzt über dem 160-Liter-Absorberkühlschrank mit separatem Gefrierfach. Nicht ins Bild passen jedoch die unverfugten Stöße zwischen Arbeitsfläche und Seitenwand. Hier kann allzu leicht Feuchtigkeit eindringen und in die Holzmöbel einziehen. Dabei verdient sich gerade die Küchenarbeitsplatte sonst Lob. Zwischen Doppelspülbecken und Kochfeld bietet sie relativ viel und gut nutzbare Arbeitsfläche. Das Abdeckbrett der Spüle lässt sich auch als Schneideunterlage nutzen, oder an die Rückwand der Sitzbank als zusätzliche Abstellfläche stecken.

Fast der gesamte Platz unter der Arbeitsfläche steht als Stauraum zur Verfügung. Die Auszüge der besonders großen Schublade unter der Spüle scheinen jedoch mit der möglichen Zuladekapazität etwas überfordert. Außerdem wären hier und da ein paar zusätzliche Unterteilungen hilfreich. Damit ließen sich kleinere Gegenstände besser für die Fahrt verstauen und das Geschirr gleichmäßiger verteilen. Alle Schubladen sind mit Einzugsdämpfern ausgestattet, schnappen am Ende aber nicht selbsttätig ins Schloss, was immer noch einen prüfenden Handgriff nötig macht.

Bad und Bordtechnik im kompakten Integrierten

Ein Stoßdämpfer fehlt an der Badtür gänzlich. Rutscht sie beim Öffnen aus der Hand, schlägt sie ungebremst gegen die Kante der Küchenarbeitsfläche. Das stabile Türblatt mit aufgesetztem Ganzkörperspiegel und die solide Türklinke lassen ansonsten keine Wünsche offen. Dank Türschloss mit Drehknopf kann sie auch – wie zu Hause – verriegelt werden. Solide wirkt auch der Rest vom Bad. Brausekopf und Wanne der separaten Dusche stammen aus dem Haushaltsbereich, die große Ablage und die Echtglastüren ebenfalls. Über die beiden diagonal angeordneten Abläufe fließt das Wasser gut ab. Je nach Neigung des Reisemobils dichten die Doppelflügeltüren aber nicht immer zuverlässig ab.
Eine Kleiderstange in der Dusche leistet gute Dienste, um nasse Kleidung oder Handtücher zu trocknen. Das große Waschbecken, zwei Handtuchhalter und ein Kosmetikspiegel lassen am mittig im Heck stehenden Waschtisch kaum etwas vermissen. Einziges Manko: Der Durchgang zur Toilette am Waschbecken vorbei ist mit 375 Millimeter etwas schmal.
 
Die Bordtechnik verdient im Großen und Ganzen Lob. Zum einen sind die Heizungsausströmer gut bis ins Fahrerhaus und an die Windschutzscheibe verteilt. Zum anderen sind alle Versorgungseinrichtungen sehr gut zu erreichen – Batterie und Sicherungskasten, Heizung und Frostwächter auch vom Wohnraum aus durch den 350 Millimeter hohen Doppelboden. Die Frankia-Idee der Zentralversorgung hat inzwischen manche Nachahmer gefunden. In einem Staufach links hinten sind eine Kabeltrommel für den Netzstromanschluss und ein Frischwasserschlauch fest installiert. Auch das Ablassventil des Abwassertanks befindet sich dort. Das Grauwasser fließt durch einen Schlauch mit Bajonett- Verschluss ab. Nimmt man ihn ab, kann allerdings Restwasser auf den Fachboden tröpfeln.

Aufbau und Preis

Die Aufbaukonstruktion in Sandwichbauweise mit GfKAußenhaut, Styrofoam-Isolierung und folierter Sperrholzplatte auf der Innenseite ist der Preisklasse angemessen. Aufbautüren und -klappen tragen Doppeldichtungen. Für Wintercamper gibt es doppelt verglaste Fahrerhaus-Seitenscheiben gegen Aufpreis. Die Wassertanks lagern natürlich frostsicher im Doppelboden.

Zum Startpreis von 79.900 Euro ist der I 640 SD bereits passabel ausgestattet. Einige Punkte, die bei allen größeren Modellen serienmäßig sind – wie etwa die Zentralversorgung –, gehen bei den drei 640er-Varianten aber extra.

Die Baureihe Frankia im Überblick

Preise: 79.900–169.900 Euro
Basis: Fiat Ducato, Iveco Daily, Mercedes Sprinter
Längen: 6,51–9,24 m
Gesamtgewicht: 3500–7490 kg
Modelle: 18 Grundrisse in fünf Längenklassen bietet das Frankia-Integrierten-Programm wahlweise auf Fiat oder Mercedes an. Sechs weitere Modelle basieren exklusiv auf dem Iveco Daily.

Autor

Foto

Michael Hahn

Datum

12. März 2014
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