Alles über Concorde Compact
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Concorde Compact: Kompaktmobil mit viel Platz

Ausgetüftelte Details und nur 5,41 Meter lang – der neue Concorde Compact ist ganz der Alte.

Anno 1994 präsentierte Concorde den ersten Compact. Heute, dreizehn Jahre später und mit sieben Auszeichnungen zum Reisemobil des Jahres im Gepäck, wagt der Klassiker einen Neuanfang. Diesmal auf Basis des etwas günstigeren Citroën Jumper, der mit dem Fiat Ducato weitgehend identisch ist.

Und jetzt auch nicht mehr im Vertrieb der Concorde-Partner, sondern bei den in Sachen Kastenwagen versierteren Pössl-Händlern. Was sich sonst noch änderte und worin sich der knuffige Campingbus treu blieb, klärt der promobil Supercheck.

Steckbrief: Concorde Compact
Basis: Citroën Jumper
Grundpreis: 43640 Euro
Länge: 5,41 m
Dreipunktgurte: 4
Schlafplätze: 3–4
Gesamtgewicht: 3300 kg
Charakter: Fahrdynamisches Kompaktmobil für zwei bis drei Personen. Sehr ausgereiftes Konzept mit hoher Alltagstauglichkeit. Hochwertiger, robuster Ausbau mit reichlich Stauraum.
Typ: Alkovenmobile
Schlafplätze: 3
Preis: 40.000 bis 50.000 €

Liebe auf den ersten Blick? Das hat der Concorde Compact nicht nötig, denn je inten­siver man sich mit diesem knuffigen Fahrzeug befasst, umso mehr praktische Details ent-deckt man. Auch in Anbetracht der hochwertigen Verarbeitung fällt es nicht schwer, zum Fan zu werden. Dabei zählt er zwar nicht zu den günstigsten, doch der hohe Gegenwert macht dieses Mobil dennoch zu einem überzeugenden Angebot. Wer zu dritt oder gar zu viert reisen möchte, sollte – vor allem wegen der Vorder-achslast – das Maxi-Chassis ordern.

Basisfahrzeug: Flott unterwegs

Wer mit einem Compact liebäugelt möchte damit im Alltag oft, zumindest teilweise, einen Pkw ersetzen.

Geht das? Ja und nein, hier entscheidet die individuelle Kompromissbereitschaft, denn schon innerstädtische Parkbuchten zei­gen die Grenzen des Machbaren auf. Zwar ist der Citroën mit seinen 5,41 Metern nur 64 Zentimeter länger als ein VW Passat Kombi. Jedoch sind nicht sel­ten die Parkplätze einfach zu schmal.

Dabei bietet der Jumper eine gute Übersicht nach vorne, da weder Verdunkelungsjalousien noch ein Rückspiegel die Sicht behindern. Beim Rangieren wünscht man sich allerdings manchmal ein Fenster über der Küche hinten rechts. Das optionale Guckloch links neben der hinteren Sitzbank ist keine Hilfe.

Der 120-PS-Motor verlieh dem Testmobil auf Gebirgssträßchen eine angenehme Dynamik – auch bergauf. Wer aber regelmäßig einen gewichtigen Anhänger ziehen möch­te, sol­l­te über den schwereren 157-PS-Motor nachdenken. Bela­den werden nur genügsame Fahrer mit dem serienmäßigen 100-PS-Aggregat glücklich.

Bei zügiger Kurvenfahrt vermittelt der Compact ein sicheres Gefühl, liegt dabei angenehm satt auf dem Asphalt und wankt nur wenig. Flotte Autobahnetappen zählen naturgemäß nicht zur Paradedisziplin eines Reisemobils, doch der Baby-Concorde meistert auch diese Aufgabe souverän. Zum einen kommt selbst bei Tacho 140 kein Stress auf und zum anderen sind die Windgeräusche dabei nur gering.

Das belegen die gelungene Formgebung des GfK-Dachs und die richtige
Platzierung des großen, elektrischen Panoramadachfensters. Die Empfindlichkeit auf Seitenwind und der Geradeauslauf sind ebenfalls tadellos.

Auf- und Ausbau: Viel Platz auf kleinstem Raum

Außen mini, innen ganz groß – so lässt sich der Compact mit wenigen Worten charakterisieren.

Der Kurze bietet mit dem zum Wohnraum gedrehten Beifahrersitz ein überraschend luftiges Raumgefühl. Das wird noch verstärkt, wenn man den großen Tisch im Dachbett verstaut. Mit montiertem Tisch wird es beim Ankleiden schon mal etwas eng, und in Kombination mit dem schmalen Türeinstieg behindert die Arbeitsplatte das Einladen sperriger Güter. Ein Klapptisch oder eine längere Befestigungsschiene, um den Tisch weit nach vorne schieben zu können, wäre praktischer. Vor allem wenn auf der mit zwei Dreipunktgurten bestückten Sitzbank regelmäßig Passagiere mitreisen.

Der Sitzkomfort auf der schmalen Bank ist indes nur eingeschränkt langstreckentauglich. Eine Gurt­nachrüstung für die Sitzbank unmittelbar hinter dem Fahrer ist nicht vorgesehen.

Die robusten, durch Echtholzleisten veredelten Möbel verfügen über kratzfeste Oberflächen aus CPL-Schichtstoff und hinterlassen einen sauber verarbeiteten Eindruck. Den bestätigen die soliden Schubladenauszüge sowie die tadellosen Möbelkanten. Übrigens stören während der Fahrt kaum Geräusche aus dem Aufbau. Auf schlechten Straßen meldet sich jedoch die Plexi­glasschiebetür zum Bad gelegentlich zu Wort. Beim Stoff stehen gegen Aufpreis drei Varianten zur Wahl. Die Möbel sind als Extra auch im Ahorn-design lieferbar.

Die Vorteile des aufgesetzten Hochdachs lernt man unter anderem dann schätzen, wenn man bei heruntergeschwenk­tem Dachbett noch gemütlich in der Dinette sitzen möchte, während oben die Kinder schon schlafen. Das ist im Compact möglich, ohne Platzangst zu bekommen, denn es verbleibt eine Innenraumhöhe von 167 Zentimetern. In einem Teil der Küche sowie natürlich im Bad hat man stets die gesamte Raumhöhe zur Verfügung.
Oben erlaubt die gebotene Kopffreiheit von 61 Zentimetern einen problemlosen Einstieg mit Hilfe einer zweiteiligen Alu-Leiter. Und die Matratze mit einem Laken zu bespannen, ist ebenfalls ohne Verrenkungen möglich.

Überhaupt widmete man dem Thema Schlafen offenbar viel Aufmerksamkeit. So ist das Dachbett nicht nur ausgesprochen groß, sondern es lässt sich auch mühelos mit einer Hand hoch- und herunterschwenken. Gegen Aufpreis ist eine hochwertige Matratzenunterfederung vom Typ Lattoflex Carawinx lieferbar, die sich vom Kopfende bis etwas unterhalb des Hüftbereichs erstreckt. Eine lohnende Investition, denn serienmäßig ruht eine etwas dickere Schaumstoffmatratze auf einem blanken Brett.

Doch kein Licht ohne Schatten. So fehlt oben eine Absturzsicherung für Kinder oder die Kopfkissen; und eine Leselampe für zwei ist auch ein bisschen wenig. Unten lässt sich die Sitzgruppe mit wenigen Handgriffen in ein stabiles, vollwertiges Einzelbett verwandeln. Dafür gibt es eigens ein passendes Matratzen­element, denn lobenswerterweise werden zum Bettenbau nicht die konturierten Lehnenpolster genutzt. Ein Stoffspiegel an der Wand bewahrt nachts den Schläfer vor dem Kontakt mit der kühleren Außenwand. Das ist auch beim Sitzen angenehm. Als Zubehör ist eine Verbreiterung der Liegefläche von 85 auf 130 Zentimeter lieferbar.

Küche: Komfortabel kochen

Der Compact belegt, dass auch in der kleinsten Hütte Platz für ein Festmahl ist. Details wie der in das Kocherfeld integrierte Ablauf, die Piezozündung für die Brenner, das ausreichend bemessene Spülbecken und der umfangreiche Stauraum samt einer riesi­gen Besteckschublade machen selbst anspruchsvolle Hobbyköche glücklich.

Sogar an einen Mini-Mülleimer und eine ausziehbare, allerdings etwas tief platzierte Ablagefläche wurde gedacht. Das gesamte Arrangement erhellen zwei schlanke, einstellbare Halogenleuchten, die nicht blenden. Etwas knapp erscheint der Kissmann-Kompressor-Kühl­schrank mit einem Volumen von nur 35 Litern. Das ist selbst für den Zwei-Personen-Betrieb zu wenig, denn das Frostfach beansprucht unverhältnismäßig viel Platz. Ärgerlich ist auch, dass das Frostfach nur auf dem Boden kniend einsehbar ist. Zudem vermisst man eine funktionierende Türarretierung, um den Kühlschrank beim Nichtgebrauch zu lüften.

Sanitärraum: Platz perfekt genutzt

In Anbetracht der wirklich kompakten Fahrzeug­abmessungen bietet das kom­plett ausgestattete, zwei Meter hohe Bad überraschend viel Bewegungsfreiheit.

Dass hier auch noch zwei Spiegel-, zwei Unterschränke sowie ein recht gro­ßer Kleiderschrank und ein großes Edelstahlwaschbecken Platz finden, zeigt, was mit
konsequenter Raumausnutzung möglich ist.

Die Skepsis gegenüber dem simplen, zweiteiligen Duschvorhang verflog bei der ersten Nutzung. Wer die Dusche jedoch häufig nutzt, der wird sich großzügiger bemessene Stoffbahnen und ein Paar Kunststoff-Druckknöpfe zum Verschließen des Stofftunnels wünschen. Auch vermisst man beim Duschen eine Halterung für den Brausekopf. Danach ermöglicht ein Heckfenster zügiges, blickgeschütztes Lüften.

Bordtechnik: Solide verarbeitet

Um den Innenraum möglichst gut zu nutzen, wurden beide Wassertanks unterflur montiert. Das erschwert jedoch die Reinigung und eventuelle nötige Servicearbeiten, wie etwa den Wechsel der Tauchpumpe.

Für alle Eventualitäten gerüstet ist die Compact-Besatzung mit dem optionalen Winterpaket. Es umfasst zusätzliche Warmluftausströmer im Cockpit, der Küche und im Bad, eine elektrische Beheizung (12 Volt) des Abwassertanks, die Beheizung der Frischwasserleitungen, einen innen liegenden, von außen befüllbaren Zusatztank mit 50 Litern und Isoliermatten für das Fahrerhaus.

Sowohl die Gasleitungen als auch die Wasserschläuche sind ordentlich verlegt, und die Elektroinstallationen hinterlassen einen durchdachten Eindruck: So ist neben dem Ladegerät unter dem Fahrersitz noch Platz für den Verbandskasten oder etwas Werkzeug, und an der Seite der in der Beifahrersitzkonsole befestigten Bordbatterie ist bereits der Platz für einen zweiten Akku reserviert. Auf Wunsch kann man auch gleich ab Werk noch eine komplette Solaranlage mit zweimal 35 Watt mitbestellen.

Technik-Info: GfK-Hochdach

Während viele Campingbusse aus Kostengründen das werkseitige Blechhochdach der Transporterbasis weiterverwenden, wertet Concorde den Compact mit einem aufgesetzten Hochdach auf.

So entsteht der nötige Raum, um im Oberstübchen ein großes Bett unterzubringen. Das nachträglich montierte Dach besteht aus zwei Lagen glasfaserverstärktem Kunststoff (GfK). Zwischen diesen Lagen sorgt eine Schicht aus hochfestem Polyurethanschaum (PU) gleichzeitig für eine hohe Stabilität und eine gute Isolierung. Zur Montage wird das Original-Blechdach herausgetrennt und dann das GfK-Dach mit der Karosserie verklebt.

Die wenigen dabei verwendeten Schrauben dienen nur der Fixierung des Kunststoffteils während des Klebevorgangs.

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Foto

Foto: Lachenmaier, Archiv

Datum

2. Februar 2008
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