Alles über Challenger Mageo
Der neuartige Grundriss war einer der Publikumsmagneten auf dem Caravan-Salon. 14 Bilder Zoom

Challenger 291 Mageo Cruise Edition: Familien-Wohnmobil mit innovativem Grundriss

Der neuartige Grundriss war einer der Publikumsmagneten auf dem Caravan-Salon. Welche Vor-, aber auch Nachteile das innovative Modell tatsächlich bietet, haben wir bereits ausführlich getestet.

Wenn Ihre Kinder einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn haben, dann ist der neue Challenger 291 Mageo Cruise Edition das richtige Familienmobil für Sie. Kein anderes Modell auf dem Markt kann mit vier ähnlich hoch- und vor allem gleichwertigen Fahrplätzen aufwarten wie der neuartige Challenger. 

Streitereien um den Fensterplatz sind ebenso passé wie Rangeleien wegen Platzmangels – denn zwischen den Einzelsitzen in zweiter Reihe gibt es einen breiten Gang.
Jeder hat sein eigenes Fenster, seine Tür und seinen bequemen Sessel mit Armlehnen und Verstellmöglichkeiten. Dabei lassen sich die Lehnen auch ein Stück neigen, was die Chance auf längere Schlafphasen des Nachwuchses während der Fahrt erhöht. Eltern von Kleinkindern freuen sich über viel Platz vor den Sitzen und die integrierten Dreipunktgurte, was das Anschnallen mit Kindersitzen einfacher macht als im Pkw. 

Perfekt wäre, wenn die Sitze noch Isofix-Ösen hätten – und wenn wir gerade beim Wünschen sind: Die Seitenfenster sollten tiefer herunterreichen, damit auch kleine Kinder gut rausschauen können, und Becherhalter sowie mehr Ablagen wären klasse. 

Für die Vesperpause unterwegs kann fix ein kleiner runder Tisch mittels Stecksäulen aufgebaut werden. Deutlich gemütlicher und großzügiger ist die zweite Sitzgruppe im Heck. Große Fenster an drei Seiten gewähren eine tolle Rundumsicht, die einen schönen Stellplatz zum besonderen Genuss macht. Schade, dass sich die Stores nur mühsam nach oben raffen lassen. Was auf den ersten Blick wie eine U-Sitzgruppe wirkt, entpuppt sich als bequeme L-Bank für vier bis fünf mit einem bis zwei Notsitzen gegenüber. Denn auf der rechten Seite ist ein Sideboard eingebaut, auf dem nur ein dünnes Polster liegt. Die große Tischplatte lässt sich leicht in die passende Position schieben. Für den gemütlichen Fernsehabend – eine flexible Halterung ist an der Decke montiert und ein zweiter TV-Platz findet sich vorn – kann die Platte zudem elektrisch auf Couchtischhöhe abgesenkt werden. 

Oder gleich noch weiter, um dann – und das ist der zweite Clou des Modells 291 – das hintere von gleich zwei Hubbetten elektromotorisch bis auf die Sitzgruppe abzulassen. Polster müssen dafür nicht entfernt werden. Normalgroße Erwachsene klettern ohne Hilfsmittel auf die Liegefläche, die jedoch eher knapp ausfällt. Zwei Leselampen sind ebenso vorhanden wie ein Ablagebord. Lediglich eine USB-Ladebuchse für das Handy vermisst man im Eltern-Schlafzimmer. Die gibt es in Form einer Doppelsteckdose in der Nähe des vorderen Hubbetts, genauer im T-Haubenausbau.

Challenger 291 Mageo: Hubbett für Kinder geeignet

Das Hubbett schwebt auch hier elektrisch von der Decke herab. Es ist vor allem für den Nachwuchs geeignet, denn die Liegefläche muss über eine sicher anstellbare fünfsprossige Leiter erklettert werden und auch die Kopffreiheit wirkt mit 58 Zentimetern für Erwachsene eher beklemmend. Ein rundum geschlossenes Absturznetz, das nur den Einstieg frei lässt, verhindert weitgehend, dass Kind, Kissen oder Kuscheltiere abstürzen. 

Leseleuchten und Ablagen finden sich auch hier, genauso wie ein Vorhang als Sicht- und Lichtschutz. Dünnes Bettzeug kann auf beiden Hubbetten liegen bleiben, wenn sie morgens an die Decke schweben. Das ist wichtig, um nicht kostbaren Schrankraum verschwenden zu müssen. Denn Hubbetten und Hecksitzgruppen sind Grundrisselemente, die sich kaum mit großem Stauvolumen vertragen. Hängeschränke gibt es im Challenger deshalb nur zwei, die sich zudem eng an die Heckwand schmiegen. Als Ausgleich ist rechts hinten ein Eckschrank eingebaut, der vier passable Fächer für Kleidung aufweist. 

Im Sideboard steht zudem eine geräumige Schublade etwa für Hosen und Badetücher parat. Gleich davor folgt der Kleiderschrank mit praktischer Ausziehkleiderstange. Sein Volumen wird jedoch spürbar vom Radkasten beschnitten. Zwei weitere Fächer für Kleinteile sind unter dem Sitzpolster der Längsbank verborgen. Der größte Teil der Truhe ist aber für den Warmwasserboiler und den Gaskasten reserviert. 

Der Deckel der Querbanktruhe führt in den Heckstauraum – geschickt, um an gebunkerte Getränkevorräte zu kommen. Zwei Seitentüren machen den Außenzugang möglich. Der Stauraum ist im Querschnitt aber so klein, dass man die Campingmöbel passend dazu auswählen muss. Lange Sportgeräte wie Ski kommen aber gut unter. Für die Fahrrad-Mitnahme sind am Heck Aufnahmen für einen Träger vorbereitet. 

Im vorderen Teil des Ausbaus sucht man weitere Staufächer vergeblich. In der offen gestalteten T-Haube über dem Cockpit gibt es drei große Ablagen. Besser wäre hier, seitlich geschlossene Oberschränke vorzusehen. Ansonsten muss einer der beiden geräumigen Küchenhängeschränke aushelfen. Wer sich zum Kochen mit Vorräten und Utensilien etwas beschränkt, dem kann einer reichen, zusammen mit den beiden Fächern und Schubladen im Unterschrank. Echte Arbeitsfläche gibt es nur wenig auf dem Küchenblock. Die einteiligen Glasabdeckungen von Kocher und Spüle helfen höchstens zeitweise weiter. Abstellfläche gibt es dagegen auf dem angrenzenden Kleiderschrank. Dem Dreiflammkocher fehlt eine elektrische Zündung. Am 134-Liter-Kühlschrank gegenüber kann man allenfalls kritisieren, dass man sich zu den unteren Fächern bücken muss.

Das Bad ist nicht besonders familiengeignet 

Ins Bad muss man, nach dem Öffnen der Gliederschiebetür, eine rund 20 Zentimeter hohe Stufe hinaufsteigen. Durch die üppige Fahrzeughöhe von rund 2,90 Meter bleibt dennoch eine befriedigende Stehhöhe von 1,95 Meter übrig. Eine Person findet gute Bewegungsfreiheit an Waschtisch, Toilette und Dusche. Eine Parallelnutzung durch zwei Familienmitglieder ist aber kaum möglich. Die großen Spiegel müssen in der Praxis häufig gewienert werden, da sie vom Waschbecken leicht Spritzer abbekommen und beim Duschen stets mit von der Partie sind. Kleiderhaken, Seifenschale, Handtuch- und Trockenstange komplettieren die Ausstattung. 

Das zentrale Versorgungsfach gehört inzwischen auch bei Challenger zum guten Ton. Eine Außenklappe führt in den Sockelbereich des Küchenblocks, wo der Frischwassertank untergebracht ist. Ein ausschwenkbarer Einfüllstutzen verhindert zuverlässig, dass überlaufendes Wasser in den Aufbau rinnt. Die andere Hälfte des Fachs nehmen Elektroinstallationen wie Ladegerät, Sicherungsblock und FI-Stromschutzschalter ein. 

Vielseitig und stimmungsvoll mit zahlreichen indirekten Lampen ist die Beleuchtungsausstattung in LED-Technik ausgeführt. Die Helligkeit in der Küche und die Schalterplatzierung für das praktische Nachtlicht offenbaren aber noch Optimierungsbedarf. 

Die jüngst modernisierte Aufbautechnik schlägt sich in einer beruhigenden Dichtigkeitsgarantie von sieben Jahren nieder. In der rundum in GfK gehüllten Kabine mit Styrofoam-Isolierung setzt die französische Marke neben PU-Schaum- aber auch weiterhin Holz-Verstärkungen ein – solange kein Wasser in das rundum geschlossene Sandwich vordringen kann, sollte das auch kein Problem sein. 

Beim Fahren gibt der fast sieben Meter lange Mageo 291 keine Rätsel auf. Auch dank des eher niedrigen Gewichts kommt man mit dem 130-PS-Serienmotor gut aus. Bleibt zu hoffen, dass die Geräuschkulisse, die unterwegs entstand, dem Vorserienstatus des Testwagens geschuldet ist.

Beladungstipps

Die Reserven sind rundum befriedigend bis gut. Vier Personen können mit der Zuladung als serienmäßiger 3,5-Tonner ganz gut zurechtkommen. Angesichts der kleinen Stauräume ist das Gepäckvolumen ohnehin begrenzt. Und darüber hinaus stehen mehrere Auflastungsstufen bis hin zu 4,4 Tonnen Gesamtgewicht zur Wahl – etwa wenn eine Rollerbühne ans Heck soll.

Der Challenger 291 Mageo Cruise Edition im Überblick

Maßstab: Teilintegrierte bis 60.000 Euro

Gurte/Schlafplätze: 4/4 

Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg 

Länge/Breite/Höhe: 6,96/2,35/2,89 Meter

Grundpreis: 56.990 Euro 

Preise und Ausstattung 

Grundpreis: 58.495 Euro 

(Fiat Ducato 35 L, Motor 96 kW/130 PS) mit Fracht, TÜV und Zulassung 

Testwagenpreis: 63.979 Euro 
150-/180-PS-Motor (20 kg) 1500/3500 Euro 
✘ Fahrer-/Beifahrer-Airbag/ESP✔  Serie/Serie/575 Euro 
✘ Metalliclack anthrazit Fahrerhaus 632 Euro 
✘ VIP-Paket Mageo: Klimaanlage, Beifahrer-Airbag, Tempomat, elektr. Spiegel, lackierte Stoßstange/ Kühlergrill, Faltverdunkelung Cockpit, Aufbautüren mit Fenster, Zentralverriegelung und Fliegengitter Serie 
Winterpaket: Abwassertank isoliert u. beheizt, isol. Trittstufen, Isomatten Cockpit-Scheiben (8 kg) 460 Euro 

✘im Testwagen enthalten; ✔empfehlenswert

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Ingolf Pompe

Datum

26. Oktober 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 10/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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