Test, Carthago C-Tourer T 143 20 Bilder Zoom

Carthago C-Tourer T 143 im Test: Rundum solider Teilintegrierter

Der C-Tourer T markiert den Einstieg in die Carthago-Welt. Wie viel von den Markenwerten – moderner Aufbau, solide Bordtechnik und gemütliche Einrichtung – steckt in der günstigsten Baureihe?

Von der Oberklasse hangelte sich Carthago mit der Einführung des Chic und dessen Aufteilung in mehrere Unterbaureihen hinunter bis in die Mittelklasse. Die günstigste Einstiegsmöglichkeit in das sehr umfangreiche Modellangebot der Marke ist der C-Tourer T.

Auf den ersten Blick sieht der C-Tourer T dem Chic C-Line T zum Verwechseln ähnlich. Markenkenner unterscheiden die höher angesiedelte Baureihe am eigenständigen Frontstoßfänger und an den weißen statt grauen Wänden. Ansonsten hat die Chic-Variante vor allem eine umfangreichere Serienausstattung zu bieten, inklusive des Alko-Chassis, das beim C-Tourer T Aufpreis kostet.

Der Aufbau des Carthago C-Tourer T 143

Der hochwertige Aufbau besteht aus Sandwichplatten mit XPS-Schaum-Dämmung. Ein Textilbelag sorgt innen für einen angenehmen Touch und dient als Luftfeuchtigkeitspuffer. Dach und Boden hüllen sich außen in GfK um Hagel und Verrottung besser standzuhalten. Die Verbindung der oben umgebogenen Seitenwände mit dem Dach hat Carthago inzwischen so perfektioniert, dass sowohl optische als auch statische und thermische Anforderungen sehr gut erfüllt werden. Neu konstruiert wurde der Doppelboden mit 14 Zentimeter lichter Höhe. Auf gewichtsoptimierten Quer- trägern aus Metall ruht eine Sandwich-Fußbodenplatte aus Sperrholz und Isolierschaum. Drei Bodenluken schaffen Zugang zu Bordtechnikkomponenten und einem Staufach für Kleingepäck.

Die markante GfK-Haube vermittelt den Übergang vom Fahrerhaus zum Aufbau. Darin ist gegen Aufpreis ein Dachfenster (Skyroof) eingebaut. Im fast obligatorischen Komfortpaket ist ein herkömmliches Midi-Heki über der Sitzgruppe enthalten. Eher klassisch erscheint der Ausbau der T-Haube mit Schränken – was zwar weniger luftig wirkt, aber einiges an gut nutzbarem Stauraum bereitstellt.

Der Wohnbereich des Teilintegrierten

Gemütlich und gediegen sind treffende Beschreibungen für die Einrichtung der Sitzgruppe. Die Polsterschäume sind aufwendig geformt und die Bezüge teils mit schicken Doppelziernähten ausgeführt. Die Eckbank ist für das bequeme Reinlümmeln optimiert – der Umbau in zwei Fahrsitzplätze ist dabei etwas mühsamer. Doch der Carthago C-Tourer T 143 ist ohnehin auf die Zwei- bis maximal Drei-Personen-Besatzung ausgelegt. Was nicht heißt, dass man nicht auch mal Gäste einladen könnte. Der ausziehbare Seitensitz neben dem Einstieg hilft dabei aber nur wenig; in der Praxis wird man ihn zum Sitzen nur kurzzeitig nutzen, denn dazu ist er etwas zu klein und wackelig. Immerhin dient er als passable Beinauflage.

Der Einsäulentisch mit verschiebbarer Platte ist stabil und hat eine angemessen große Fläche. Neun LED-Einbauspots erhellen den Bereich abends stimmungsvoll – zum ermüdungsfreien Lesen wäre noch etwas mehr Helligkeit, zumindest punktuell, gut.

Die Küche

Ähnliches gilt in Puncot Licht auch für die Küche im Carthago C-Tourer T 143. Hier tut sich besonders das Lichtband unter der Arbeitsplatte hervor, das den Küchenblock nicht nur optisch hervorhebt, sondern nebenbei auch den Inhalt der sechs Schubladen erhellt. Diese qualifizieren sich zudem mit gedämpften Endeinzügen. Ein Besteckkasten und ein Mülleimer sind ebenfalls integriert.

Weiteren Stauraum offerieren ein kleiner und ein großer Hängeschrank mit je zwei Fächern. Solide Federscharniere ziehen – wie im ganzen Ausbau – die Klappen in ihre Endstellung. Besonders bei dem schmalen Küchenschrank mit seinen scharfkantigen Klappenecken kann das jedoch zu schmerzlichen Begegnungen mit der Stirn führen.
Echte Arbeitsfläche gibt es auf dem kompakten Küchenblock zwar nicht so viel. Die zweiteiligen Abdeckungen von Kocher und Spüle helfen dabei aber geschickt aus.

Insbesondere das größere Abdeckbrett auf dem tiefen Spülbecken, das auf der Rückseite auch zum Schneiden geeignet ist und eingesteckt in eine seitliche Halterung als zusätzliches Ablagebord dient, macht sich nützlich. Direkt daneben hält in griffgünstiger Höhe der 160-Liter-Kühlschrank verderbliche Lebensmittel frisch.

Das Bad

Die Küchentugenden finden sich auch bei der Badaufteilung wieder. Auf begrenzter Grundfläche sind Waschtisch, Toilette und Duschkabine so angeordnet, dass jedes für sich bequem nutzbar ist – parallel allerdings kaum. Materialanmutung und Verarbeitung fallen im Bad jedoch etwas ab gegenüber dem übrigen Ausbau. Das Kunststoff-Formteil auf der Waschtischoberfläche, das gleichzeitig das angemessen große Becken ausbildet, wirkt relativ schlicht. Die einfache Möbelausführung, etwa an den drei praktischen Regalfächern mit teils überstehenden Folienumleimern, ist ein weiteres Beispiel.

Der Spiegel hinter dem Waschbecken ist groß, reicht aber nicht weit genug nach oben und dient so weniger dem Haarerichten als der Nabelschau. Überzeugen kann die Duschkabine mit ihren soliden Klapp- und Schiebewänden und dem Mini-Heki obendrüber. Es lässt viel Tageslicht herein, erhöht die Kopffreiheit und hilft beim effektiven Lüften. Praktisch wäre schließlich, wenn sich neben der stabilen Zugangstür nicht nur der Schalter für das Licht im Gang, sondern auch für den Sanitärraum finden würde.

Das "Schlafzimmer" im Carthago C-Tourer T 143

Zwei Stufen führen ohne Mühe zu den Einzelbetten hinauf. Sie sind hoch eingebaut und ermöglichen so eine stattliche Garage darunter. Für die meisten Personen reicht die Kopffreiheit dennoch zum Aufrechtsitzen. Liegemaße und -komfort erreichen gutes Niveau. Beleuchtung und Ablagen passen ebenso, wie auch die Betterweiterung mit Ausziehbrett, Leiter und Zusatzpolster. Ein Enkel kann hier gut nächtigen – mehrere wird schwierig. Eine Hubbettoption gibt es beim Modell T 143 nicht.

Die Bordtechnik

Besonderes Lob erntet die Bordtechnik für ihre saubere Installation inklusive Beschriftungen der wesentlichen Bedienelemente. Besser machen könnte man es allenfalls durch eine zentrale Anordnung der Ver- und Entsorgungseinrichtungen. Das Stauraumangebot insbesondere mit der geräumigen, gut nutzbaren Garage ist für zwei Personen ebenso großzügig wie die Zuladungsreserven – insbesondere mit dem 4,25-Tonnen-Chassis. Wer mit der 3,5-Tonnen-Zulassung auskommen möchte, profitiert besonders vom optionalen Alko-Chassis. Es ist 50 Kilo leichter und verbessert dank Einzelradaufhängung die Federwirkung an der Hinterachse noch etwas.

Ansonsten fährt sich der C-Tourer T völlig unaufgeregt und zeichnet sich durch ein eher niedriges Geräuschniveau aus. Zusammen mit den beiden, praktisch obligatorischen Paketen liegt der reale Grundpreis bei rund 70.000 Euro.

Auf einen Blick: Der Carthago C-Tourer T

Gurte/Schlafplätze: 4/2-3
Zul. Gesamtgewicht: 4250 kg
Länge/Breite/Höhe: 6,89/2,34/2,94 m
Grundpreis: ab 65.970 Euro

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Ingolf Pompe, Jürgen Bartosch

Datum

19. April 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 03/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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