Alles über Carado T
Vergleichstest: Carado/Hobby/Roller Team 47 Bilder Zoom

Teilintegrierte Wohnmobile im Vergleich: Klein mit Hub

Viel Lebensraum bei kompakten Maßen versprechen Sechs-Meter-Teilintegrierte, die voll auf das Hubbett setzen. promobil vergleich drei eigene Ansätze von Carado, Hobby und Roller Team.

Die Einführung des Hubbetts machte sie erst möglich: kompakte Teilintegrierte, die trotzdem große Sitzgruppen bieten – und auch Küche und Bad kommen dabei nicht zu kurz. Die konkurrierenden Sechs-Meter-Modelle mit Querbett im Heck wirken im Vergleich deutlich beengter, locken dafür allerdings oft mit einer fahrradtauglichen Garage. Wer darauf verzichten kann oder die Räder bei Bedarf auf den Heckträger schnallt, wird mit einem Raumgefühl im Innenraum belohnt, das ein deutlich längeres Fahrzeug vermuten lässt.

Das Hubbett als Hauptbett im kompakten Teilintegrierten

Das Hauptbett ist bei den hier versammelten Modellen – die von knapp 38.000 bis rund 45.000 Euro auch preislich sehr attraktiv sind – also das Hubbett. Um es täglich zu benutzen, sollte der Aufbau darum leicht von der Hand gehen.

  • Beim Carado T 138 dreht man dafür an einem etwas schwergängigen Knebel unten am Hubbett, dann sinkt es senkrecht herunter bis zu den Anschlägen knapp über der Rückenlehne der Querbank.
  • Beim Hobby Siesta T 60 H zieht man am Hubbettgriff den soliden Entriegelungshebel. Vorher muss allerdings das Lehnenpolster der Seitenbank umgelegt und der Tisch leergeräumt sein, damit die Liegefläche sich dann – weiter als beim Carado – herabsenken kann. 
  • Einen eigenen Weg geht der Roller Team Zefiro 235 TL mit seinem serienmäßig elektrisch absenkbaren Hubbett. Der Schlüsselschalter ist zwar etwas fummelig, doch über die Folientaster lässt sich die Liegefläche dann ganz bequem rauf- und runterfahren – und im Prinzip in jeder beliebigen Höhe stoppen und benutzen.

Sinnvoll sind vor allem drei verschiedene Höhen beim Roller Team Zefiro. Räumt man die Lehnenpolster zur Seite und senkt den Einsäulentisch ab, kann das Hubbett bis auf 80 Zentimeter über dem Boden abgelassen werden. Der Einstieg ist dann leicht ohne Leiter möglich. Wer an der Sitzgruppe nichts abräumen möchte, nutzt die mittlere Höhe, die auch noch reichlich Bewegungsraum auf dem Bett bietet, aber dann per Alu-Einhängeleiter zu erklettern ist.

Die dritte Höhe im Roller Team Zefiro 235 TL kommt schließlich zum Einsatz, wenn einer schon müde ist, der andere aber noch die Sitzgruppe nutzen möchte. Die Kopffreiheit über der Liegefläche ist dann zwar nicht mehr so üppig, aber darunter reicht es dafür noch zum Aufrechtsitzen. Die Leiter lässt sich für diese Position eigens verlängern.

Mit 1,92 und 1,94 Meter bleibt die Liegelänge im Roller Team und Carado T 138 im üblichen Hubbett-Rahmen. Der Hobby Siesta T 60 H kann mit 1,97 Meter ein Quäntchen mehr herausholen. Die Breitenmaße liegen relativ eng beieinander. Lediglich beim Carado verjüngt sich die Liegefläche am Fußende stärker als bei der Konkurrenz. Die Matratzen ruhen jeweils auf Lattenrosten, im Hobby ist sie mit 70 Millimeter allerdings am dünnsten.

Leselampen finden sich bei allen dreien am Kopfende, eine Ablagemöglichkeit für den hinteren Schläfer aber nur beim Roller Team. Der vordere kann hier wie da Brille und Bettlektüre im Haubenausbau über dem Fahrerhaus ablegen.

Stauram für die Bettwäsche

Räumt man das Hubbett morgens wieder beiseite, stellt sich die Frage: Wohin mit Bettzeug und Leiter? Das Carado-Bett hängt mit rund zehn Zentimeter Abstand unter der Decke, so dass beides dort verbleiben kann. Im Roller Team zieht der Motor das Bett weiter nach oben. Durch das kuppelförmige Dach bleibt aber dennoch genug Raum für das Bettzeug. Für eine Leiter würde es auch noch reichen, wäre sie nicht so gebogen. Sie muss deshalb in den Außenstauraum. Auch beim Hobby muss die Leiter in den Außerstauraum, der dort eigens dafür eine Halterung vorgesehen hat. Sein Hubbett geht mit dem ebenen Dach praktisch auf Tuchfühlung. Kissen und Decken müssen mühsam in Schränken verstaut werden.

Der Wohnraum

Dafür kann der Hobby mit einer relativ guten Stehhöhe in der Sitzgruppe darunter aufwarten (1,81 m). Im Carado sind es durch das tiefhängende Hubbett und das an der Sitzgruppe eingezogene Bodenpodest nur 1,68 Meter. Allerdings lässt sich im Gangbereich ein Podestteil entnehmen und so die Stehhöhe wenigstens hier auf 1,80 Meter erhöhen. Das Hantieren mit dem sperrigen Teil ist aber mühsam und unterbringen kann man es auch nirgends, weshalb man es besser gleich zu Hause lässt.

Am besten macht es im Vergleich der Roller Team, der es auf 1,87 Meter Stehhöhe bringt. Seine Sitzgruppe ist hell und luftig gestaltet. Um den Einsäulentisch gruppieren sich Eckbank, Fahrerhaussitze und Seitenbank. Das große Fenster in der Haube über dem Fahrerhaus lässt reichlich Licht herein. Der gute Raumeindruck ist allerdings auch eine Folge des Verzichts auf Hängeschränke unten am Hubbett – die im Carado und im Hobby wertvollen Stauraum bieten. Die Tischplatte im Roller Team hat eine passende Größe und ist über einen arretierbaren Kreuzschlitten leicht verschiebbar. Eine Erweiterungsmöglichkeit wie bei den anderen beiden gibt es aber nicht.

Die Carado-Sitzgruppe bietet serienmäßig eine relativ aufwendige Umbaumöglichkeit zum Bett mit drei sperrigen Zusatzpolstern, die bei Nichtgebrauch einen Gutteil des Kleiderschranks einnehmen. Wer das optionale Hubbett mitbestellt, lässt die Polster wohl meist zu Hause. Beim Hobby ist auch gegen Aufpreis keine Umbaumöglichkeit der Sitzgruppe vorgesehen. Er setzt voll auf das serienmäßige Hubbett. Ein elektrisches Hubbett und der Bettenbausatz – wobei dafür nur ein Zusatzbrett nötig ist – sind im Roller Team generell ohne Aufpreis an Bord.

Die Küche in den Teilintegrierten

Im Winkel arrangieren Carado und Roller Team ihre Küchen – das vergrößert die Kombüse, ohne mehr Länge zu kosten. Wenn Kocher und Spüle gleichermaßen gut zugänglich sind, mangelt es allerdings oft an echter Arbeitsfläche. Der Carado löst das Dilemma durch eine zusätzliche Fläche im Heck. Der Roller Team schiebt Kocher und Spüle als kompakte Einheit auf dem Längsschenkel zusammen, so dass der Querschenkel zum Arbeiten frei bleibt. Beim Spülen sind so allerdings etwas längere Arme hilfreich.

Die kompakte Längszeile im Hobby muss hier passen. Gemüse schnippeln kann man generell nur auf der geschlossenen Abdeckung von Kocher oder Spüle. Die Sternstunde der Hobby-Kombüse kommt beim Blick in den Unterschrank. Drei sehr breite Schubladen machen den Zugriff auf Küchenge- und -vorräte leicht. Ein großer Besteckkasten und sanfte Endeinzüge veredeln die Ausstattung noch. Als weitere Besonderheit findet sich der markentypische Slimtower-Kühlschrank mit 140 Liter Inhalt in griffgünstiger Höhe gegenüber eingebaut.

Da mag Carado nicht nachstehen. Hier kostet das 167-Liter-Kühlaggregat allerdings einen Extraobulus. Das toppt der Roller Team mit 175 Liter Kühlraum bereits serienmäßig. Ins aufpreispflichtige Premium-Paket verlagert man lediglich die automatische Energiewahlfunktion.

Der Carado-Koch findet in zwei Schubladen und drei Fächern reichlich Stauraum für seine Utensilien. Die beiden Fächer im Querschenkel sind eher sogar zu groß, eine nachträgliche Unterteilung nach Bedarf ist ratsam. Im Roller Team findet sich links eine größere Schublade und ein Fach, rechts im tiefen Schenkel hinter einer großen Tür die Besteckschublade und darunter nur zwei eher kleinere Fächer, denn hinten im Winkel macht sich der Frischwassertank breit. Mit zwei passabel großen Hängeschränken und noch einem größeren Fach über dem Kühlschrank gegenüber kommt aber auch hier keine akute Stauraumnot auf.

Badezimmer

Eine separate Dusche ist das Aushängeschild des Roller Team im Sanitärbereich – nur er reserviert dafür einen eigenen Raum, links hinten im Heck. Die Bewegungsfreiheit ist okay, auch in der Höhe. Die Dusche hätte allerdings eine eigene Beleuchtung und einen besseren Feuchteschutz, der teils aus foliertem Sperrholz bestehenden Wände, verdient. Eine abnehmbare Kleiderstange würde den Raum noch flexibler nutzbar machen.

Das Bad im Roller Team Zefiro 235 TL davor ist modern gestaltet. In drei Schränken und einem Fach lassen sich die meisten Badutensilien unterbringen. Und für große Strandhandtücher kann man auf den Außenstauraum mit seinen Klappböden zurückgreifen. Geschickt: Der vorn überhängende Unterschrank lässt eine bequeme Haltung beim Händewaschen zu.

Im Carado T 138 nimmt das Bad das linke hintere Eck ein. Das ergibt ein gutes Raumangebot für Waschtisch, Toilette und Dusche. Letztere ist allerdings nur im Rahmen des Basic-Pakets mit festen Verkleidungsteilen ausgestattet. Die beiden Faltwände, die die Duschecke abtrennen, finden allerdings nicht besonders zuverlässig per Magnetstreifen zusammen. Ziemlich schlicht fallen zudem die Möbel aus einfachen Kunststoff-Formteilen aus.

Im Hobby Siesta T 60H schließt sich das Bad links an die Sitzgruppe an. Es vereint alle Funktionen auf wenig Grundfläche und wirkt durch die großen Spiegel und viel Licht – tags durch das Mini-Heki, nachts von hellen LEDSpots (über 400 Lux) – dennoch geräumig. Beim Händewaschen und Duschen stört der Radkasten ein wenig. Die zylinderförmige Duschkabine wird aus zwei Schiebe- und einer Falttür gebaut – Serie ist aber ein Vorhang. Weniger geschickt: die Duschabtrennung blockiert in Ruhestellung den Heizungsausströmer.

Stauraum

Am meisten Stauraum findet sich insgesamt im Hobby. Besonders das hohe und tiefe Außenstaufach, in dem relativ leicht Campingmöbel oder Skier verstaut werden können, ist von Vorteil. Allerdings fehlt es an der Variabilität. Wenn mehrere Kleinteile mitsollen, muss gestapelt werden. Pfiffiger ist da das Roller-Team-Pendant mit zwei klappbaren Zwischenböden – bequem zudem der zusätzliche Innenzugang.

Das Carado-Staufach ist da deutlich kleiner. Immerhin kann man es durch Herausnehmen zweier Zwischenböden und einer Schottwand in den Regalschrank hinein vergrößern und bekommt dann immerhin zwei kompakte Klappstühle und einen Tisch unter.

Relativ große, leicht zugängliche Kleiderschränke, geräumige Regalfächer und vier Hängeschränke unten am Hubbett zeichnen Carado und Hobby aus – der Roller Team  muss da weitgehend passen. Zwei geschlossene Fächer im Haubenausbau über dem Fahrerhaus, eine praktische Schublade und weitere Fächer in den Sitztruhen sorgen für einen gewissen Ausgleich.

Zuladung und Aufbautechnik

Erfreulich: Zuladungssorgen sind bei diesem Modellkonzept praktisch unbekannt. Wobei der Roller Team noch mal über 200 Kilo mehr frei hat als die anderen beiden. Der Carado zeigt dafür die gleichmäßigere Gewichtsverteilung.

Bei der Aufbautechnik bieten alle drei hagelfeste GfK-Dächer. Nur der Hobby setzt aber auch am Kabinenboden auf das verrottungsresistente Material. Holzfreie Wände mit Styrofoam-Isolierung zeichnen dagegen den Roller Team besonders aus. Die Seitenschürzen aus robustem Aluminium statt einfachen Kunststoff-Tiefziehteilen sind bei Carado und Hobby vorteilhaft.

Fahrkomfort und Preis

Beim Fahren zeigen sich alle drei übersichtlich und unproblematisch. Wobei der Carado mit seinem ungewöhnlich kurzen Drei-Meter-Radstand beim Rangieren besonders wendig
ist, andererseits beim Fahren ein spürbar nervöseres Lenkverhalten zeigt.

Konkurrenzlos günstig ist der Grundpreis des Carado. Allerdings ist die Serienausstattung dabei merklich magerer: Auch bei diesem Modell für das Hubbett Aufpreis zu verlangen, weckt etwas Unverständnis. Ausstattungsbereinigt bleibt er dennoch günstiger als Hobby und Roller Team, die beide auf einem ähnlichen Preisniveau liegen. So oder so sind diese kompakten Hubett-TI für Paare eine interessante Alternative.

Teilintegrierte: Preise und Ausstattung
Modell Carado T 138 Hobby Siesta T 60 H Roller T. Zefiro 235 TL
Grundpreis 37.964 Euro 43.460 Euro 45.289 Euro
Testwagenpreis 49.953 Euro 53.188 Euro 50.032 Euro
Turbodiesel 130/148 PS 1399/2595 Euro 1475/2710 Euro 1400/2500 Euro
Klimaanlage man./auto./Tempomat Paket 1)/–/Paket 1) –/1545 2)/245 2) Euro Paket 3)/–/Paket 3)
Airbag Fahrer/Beifahrer/ESP Serie/Paket 1)/499 Euro Serie/300 2)/490 2) Euro Serie/Paket 3)/629 Euro
Dachfenster Fahrerhaus/Wohnraum 499 Euro/– 430/345 Euro Paket 6)/Paket  6)
Faltverdunkelung Fahrerhaus 550 4) Euro 492 Euro
Hubbett man./elektr. 1399 Euro/– Serie/– –/Serie
Kühlschrank 113/140/167/175 Liter Serie/–/699 Euro/– –/Serie/–/– –/–/–/Serie
Fliegengittertür Serie 325 4) Euro Paket  6)
Abwassertank frostgeschützt 145 Euro 275 4) Euro Paket 7)
Feste Duschabtrennung Paket 5) 350 Euro Serie
Dichtigkeitsgarantie 5/6 Jahre Paket  5)/– –/Serie –/Serie

1) Chassis-Paket: 1999 Euro (man. Klimaanlage, Beifahrer-Airbag und -Sitzhöhenverstellung, el. Spiegel, Tempomat, Radiovorbereitung); 2) Chassis-Paket: 2695 Euro (Beifahrer-Airbag, el. Spiegel, ESP, auto. Klimaanlage, Tempomat, Radiovorbereitung, lackierter Stoßfänger); 3) Travel-Pack: 1721 Euro (man. Klimaanlage, el. Spiegel, Tempomat, Beifahrer-Airbag, Radiovorbereitung); 4) Starter-Paket: 2595 Euro (Abwassertank isol. u. beh., TV-Auszug, Fliegengittertür, Faltverdunkelung, Teppich¬boden, Markise); 5) Basic-Paket: 829 Euro (Panorama-Dachfenster, Duschraumverkleidung und Holzrost, 5 Jahre Dichtigkeitsgarantie); 6) Premium-Pack: 1130 Euro (Fliegengittertür, Panorama-Dachfenster über Fahrerhaus und Wohnraum, AES-Kühlschrank); 7) Anti-Frost-Pack: 443 Euro (beheizter Abwassertank, Trennvorhang).

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Uli Regenscheit

Datum

10. Juni 2014
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