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Test: TEC Rotec 625 R

Riesenabstände zwischen den Passagieren im Mobil stören. Der TEC Rotec 625 R führt Familien wieder zusammen.

Mit Grundrissen ist es wie mit der Kleidermode: Manche Klassiker kehren nach einigen Jahren wieder. Die gute alte Heck- Rundsitzgruppe ist so einer: Sie erlebt jetzt zum wiederholten Mal ihre Renaissance. Kein Wunder, hat sie doch nicht nur viele Sitzplätze am großen Tisch, sondern auch abends ein Bett im XXLFormat zu bieten.
Neben den Vorzügen erben heutige Rundsitzgruppen freilich auch die Probleme ihrer Vorfahren: Es mangelt an Gurtplätzen, und der Abstand zum Fahrerhaus ist riesig. Deshalb gelten sie als Fall fürs reisende Paar – es sei denn, sie werden durch eine Dinette in Wagenmitte ergänzt. Dadurch wächst das Mobil dann aber normalerweise mächtig in die Länge.
Nicht so bei dem neuen TEC Rotec 625 R. Trotz des Rundsofas hinten, trotz der vier familienfreundlich nah beieinander liegenden Sitzplätze mit Dreipunktgurten bleibt er mit gut 6,20 Meter Außenlänge kompakt. Wie ist das möglich? Die vordere Dinette verzichtet auf die Bank entgegen der Fahrtrichtung, stattdessen werden die drehbaren Fahrerhaussitze in die Runde mit einbezogen. Eine solide Tischverlängerung holt den Beifahrer an die Tafel.
Familien mit Kindern schätzen an dieser Aufteilung neben den erwähnten Gurtplätzen, dass der Nachwuchs unterwegs in akzeptabler Rufweite der Eltern Platz nimmt. Wer die abendliche Polsterpuzzelei zum Umbau der Hecksitzgruppe scheut, kann hinten das Bett gemacht lassen.

Doch kein Kompromiss ohne Einschränkungen: Das Drehen der bequemen Pilotensitze im Fahrerhaus bereitet etwas Mühe. Wer unter dem festen Alkovenboden zu Tisch Platz genommen hat, muss sich mit niederer Decke und Niveauunterschied zum Wohnraum abfinden. Im Testwagen konnte wegen des fest montierten Tischs kein Kindersitz an der halben Dinette Platz finden; TEC will hier noch nachbessern. Bei dieser Gelegenheit sollte dann gleich auch die stahlharte Mittelsäule des Gurtgestells entschärft werden. Kritik verdienen auch die Verschlüsse der Hängeschränke. Die schönen Griffe können nicht über die wenig zuverlässigen Rollenschnäpper hinwegtäuschen. Ansonsten gefallen beim Mobiliar die routinierte Verarbeitung und die geschlossenen Ablagen und Unterteilungen. Voll familientauglich ist die Küche im Rotec 625 R. Große Arbeitsfläche, genug Stauraum in den Schränken, Details wie Korbauszüge im Unterschrank und eine schicke Rundspüle bringen Pluspunkte. Der 92-Liter- Kühlschrank im Testwagen ist Bestandteil des „Sparpakets“ (gut 1000 Euro). Als Folge der großen Hecksitzgruppe muss sich das Bad klein machen. Dank reichlich Kunststoff-Formteilen eröffnet sich dennoch ein beachtliches Stauraumangebot. Großer Spiegel, gute Beleuchtung und vier Kleiderhaken helfen bei der Morgentoilette. Wer duschen will, muss sich wegen der kleinen Duschwanne einschränken – und gut aufpassen, wohin das Wasser spritzt. Der Duschvorhang läuft nicht rundum, Spalte im Mobiliar, an Toilette und Verkleidung mahnen zur Vorsicht.

So durchdacht der Grundriss, so nachlässig einige Details der Bordtechnik. Ein Drahtkorb im Küchenunterschrank scheuert an einer Gasleitung, das Frostschutzventil der Heizung findet nicht am Boiler, sondern, von rutschendem Ladegut bedroht, in einer der Sitztruhen Platz. Am Gaskasten stört die hohe Ladekante. Elektrokabel, Wasserschläuche und Warmluftrohre schlängeln sich ohne Schutz und Kennzeichnung durch die Sitztruhen und machen den kostbaren Heckstauraum fast völlig zunichte. Bordbatterie und Ladegerät blockieren die vordere Sitzbank. Positiv dagegen: die Platz sparend versenkten und beheizten Tanks für Frisch- und Abwasser, die starke Heizung, die leise arbeitende Tandem-Tauchpumpe sowie die zahlreichen Steckdosen samt informativem Kontrollbord und großem TVSchrank mit Receiverfach. Auch die homogene Warmluftverteilung der Heizung gefällt. Nur das Fahrerhaus ist im Heizsystem ausgelassen worden. Schicke Schale, bewährter Kern, so präsentiert sich der Aufbau. Der Fassadenwechsel vom Alu-Hammerschlag hin zu Alu-Glattblech in dieser Saison beschert dem TEC optisch den Anschluss an die Konkurrenz. Es bleibt bei der reparaturfreundlichen Unterteilung der Außenhülle und der tadellosen Verarbeitung der Kabine. Ein Wandaufbau mit Holzlattengerüst ist in dieser Preisklasse üblich. In Kombination mit Glattblech führt er auch bei TEC dazu, dass sich außen leichte Wellen abzeichnen. Klarglasdachhauben sowie Rahmenfenster zeugen von gehobenem Standard. An letzteren stören jedoch die billigen Verschlussriegel ohne Sicherungsknopf. Sowohl der serienmäßige Mückenschutz an der Tür als auch die Aufbautür selbst neigten am Testwagen zum Verklemmen. Ebenfalls keine Freude: Der Ersatzpneu hängt fast unerreichbar weit unter dem Wagenboden im Heck. Der Fiat Ducato als Basis ist eine bewährte Zutat. Trotz langen Radstands gibt sich der 625 R handlich genug. Wegen der zu geringen Zuladung führt an einem aufgelasteten Maxi- Chassis kein Weg vorbei. Detailmängel schmälern indes nicht das schlüssige Grundkonzept des Rotec 625 R. Die neue Nähe – Rundsitzgruppe und dennoch sichere und nahe Sitzplätze für Mitfahrer – ist für Familien und komfortbewusste Paare unbedingt eine Überlegung wert.

Technische Daten (Stand: März 2002)
Hersteller: TEC
Modell: Rotec 625 R
Basisfahrzeug: Fiat Ducato 14
Typ: Alkoven
Preis: ab 39702 EUR
Sitze mit Gurt: 4
Schlafplätze: 4
Zul. Gesamtgewicht: 3035 kg
Länge: 6260 mm
Breite: 2300 mm
Höhe: 2950 mm
Basismotor: Diesel
KW: 94
PS: 127
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Datum

20. März 2002
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