Alles über Sunlight T
Bauernhof Eppinger in Remseck bei Stuttgart 30 Bilder Video Zoom

Sunlight T 60 im Test: Viel Reisemobil fürs Geld

Zum Preis eines günstigen Kastenwagens gibt’s bei Sunlight einen Teilintegrierten mit gleicher Länge und fast identischem Grundriss. Wo hat der T 60 Vorteile gegenüber einem Querbett-Campingbus?

Campingbusse auf Basis Fiat Ducato und Co. verkaufen sich derzeit wie geschnitten Brot. Die nach wie vor beliebteste Variante ist dabei der Querbett-Grundriss in der Sechs-Meter-Karosserie. Auch die kürzesten Teilintegrierten des Marktes setzen bei gleicher Länge meist auf diese Aufteilung – und im Falle des günstigen Sunlight gilt die Übereinstimmung verblüffenderweise auch für den Preis von rund 36 000 Euro. Da kann man selbst als eingefleischter Campingbusfan schon mal ins Grübeln kommen und die prinzipiellen Vorteile eines Reisemobils mit Sandwichaufbau – wie mehr Raum und bessere Dämmung – durchdeklinieren. 

Auch für Paare, die neu in die Reisemobilwelt einsteigen wollen, ist der T 60 sehr attraktiv. Kompakte Außenlänge, niedriges Gewicht, routinierte deutsche Fertigung und günstiger Preis lassen weder beim Fahren, bei der Zuladung, der Qualität noch finanziell Probleme erwarten.

Dass man bei Sunlight – wie bei der Schwestermarke Carado – viel Reisemobil fürs Geld bekommt, ist inzwischen schon branchenbekannt. Wo der günstigste Teilintegrierte der Marke, der T 60, neben seinen vielen Vorteilen auch ein paar Nachteile hat, zeigt der Supercheck – und für welchen Campingbuskäufer er eine interessante Alternative sein kann. 

Im Sunlight T 60 kommen zwei Personen mit der Halbdinette-Sitzgruppe und der Tischgröße gut zurecht.
Überblick über den Sunlight T 60

Gurte/Schlafplätze: 4/2+1
Zul. Gesamtgewicht: 3495 Kilogramm 
Länge/Breite/Höhe: 5,98/2,32/2,91 Meter 
Grundpreis ab: 35.999 Euro

Wohnen 

Die größere Breite und Höhe des Aufbaus, im Vergleich zum Kastenwagen, lassen im Sunlight ein Plus an Wohnraum erwarten. Die Stehhöhe ist mit 1,95 Meter allerdings nicht unbedingt höher, denn als Basis wird hier der Fiat-Leiterrahmen verwendet, der direkt ans Fahrerhaus andockt. Vorteil ist ein durchgängig ebener Fußboden. Die Stufe, die sich meist bei Campingbussen zwischen Sitzgruppe und Gang findet, wird hier vermieden. 

Von den 2,33 Metern Aufbaubreite profitieren die Sitzbank und der Tisch dagegen spürbar. Zur Einbindung des gedrehten Beifahrersitzes kann die Tischplatte noch durch eine separate Platte um 20 Zentimeter verlängert werden. In der dritten Dimension, der Länge, trägt der T 60 jedoch die gleichen Verteilungskämpfe zwischen Sitzgruppe, Bad und Heckbett aus wie die Ausbauten im Sechs-Meter-Kastenwagen. Resultat ist hier, dass die Beine der Gegenübersitzenden beim Einfädeln zwischen Sitzbank und Tischfuß reißverschlussartig sortiert werden müssen. 

Die beiden Dachfenster lassen viel Licht in Fahrerhaus und Sitzgruppe strömen und sorgen mit für den insgesamt großzügigeren Raumeindruck verglichen mit einem Campingbus. Die üppige Tiefe des kompakten Küchenblocks macht die Integration eines 113 Liter großen Kühlschranks möglich, zu dem man sich allerdings hinunterbücken muss. Vor dem Dreiflammkocher und der runden Spüle bleibt noch etwas Arbeits- und Abstellfläche. Dennoch wäre eine klappbare Verlängerungsplatte im Einstieg, wie es sie häufig bei Campingbussen gibt, auch hier eine hilfreiche Ergänzung. Besteckschublade, Unterschrank mit zwei Fächern und Mülleimer sowie der Doppelhängeschrank stellen angemessenen Stauraum für die kulinarische Versorgung einer Zwei-Personen-Besatzung bereit. 

Beim Eintritt in den Sanitärraum gegenüber muss man eine relativ hohe Schwelle überwinden, um auf das Bodenwannen-Niveau zu steigen. Die Ellenbogenfreiheit im Bad ist üppig, die Kopffreiheit dagegen knapp und zwingt großgewachsene Camper in eine unbequeme Körperhaltung. Ähnliches gilt für das Sitzen auf der tief eingebauten Toilette.

An der Größe von Spiegel und Waschbecken gibt es nichts auszusetzen. Zum Duschen kommt eine clevere Konstruktion zum Einsatz. Während bei Campingbussen für den Aufbau der Duschkabinen immer häufiger der Gang mitgenutzt wird, kann hier die Waschtischwand zur Seite über dieToilette geschwenkt werden. Mit einem Dreh entsteht eine recht geräumige Brausekabine. So bestechend die Raumsparvorteile dieser Konstruktion sind, in der Praxis bleibt ein Nachteil: Entkleiden, Duschen und Wiederankleiden funktioniert nicht innerhalb des Sanitärraums. 

Das Querbett im Heck muss über eine dreisprossige Leiter erklettert werden. Ein Haltegriff an der Badwand wäre dabei behilflich. Ist der Aufstieg gelungen, kann man es sich auf der dicken, lattenrostgelagerten Matratze bequem machen, die mit einer Länge von 2,11 Meter beeindruckt. Die Breite ist mit 1,28 bis 1,37 Meter deutlich weniger großzügig. 

Ablagebords für Brille und Bettlektüre sind auf beiden Seiten vorhanden, Leselampen nur links, ein Fenster dagegen nur rechts. Dafür gibt es noch ein Mini-Heki im Dach. 

Beladen

Die auf sechs Meter begrenzte Fahrzeuglänge lässt keine Stauraumwunder zu. Verglichen mit einem entsprechenden Campingbus, fällt die Bilanz aber eindeutig positiv aus. Alleine der bestens erreichbare Kleiderschrank vorn rechts ist ein deutlicher Pluspunkt. Ein herausnehmbarer Zwischenboden macht ihn für Jacken und Mäntel geeignet. Darüber findet sich noch ein Regalschrank und eine offene Ablage, die durch vier weitere im T-Haubenausbau ergänzt wird. Ein großer Staukasten hängt über dem Tisch. Drei weitere über dem Bett an der Heckwand. Praktisch ergänzt wird der Stauraum durch einen Wäscheschrank unter dem Heckbett mit vielseitiger Einteilung. Es gibt sowohl eine Stange, um Hemden aufzuhängen, als auch drei kleinere Fächer für Wäsche und seitlich noch ein großes Fach für Strandtücher. 

Bleibt schließlich die Garage, die den geschützten Fahrradtransport im Heck – ohne Bettumbau wie bei Campingbussen meist nötig – verspricht. Der Raum, der sich hinter der breiten rechten Garagentür auftut, ist allerdings überraschend schmal. Der Blattfederbock der Hinterachse beschränkt die Breite der Heckabsenkung empfindlich, sodass ein Fahrrad zwar gut eingeladen werden kann, zwei aber kaum reinpassen. Packt man die Räder auf den optionalen Heckträger, bleibt aber reichlich Platz für manches andere. Solide Verzurrösen, eine zweite, kleinere Tür links, eine Lampe und ein Staufach für Kleinteile sind vorhanden. 

Erfreulich: Der Beladungsdrang muss sich durch Maximalwerte für das Gesamtgewicht, die Achslasten und die Reifentragfähigkeit kaum bremsen lassen.

Technik 

Die Aufbaukonstruktion des Sunlight bietet wenig Überraschendes. Die Umstellung von Aluminium auf weniger hagelempfindliches GfK als Dach- und Heckwandbelag vor wenigen Jahren war die einzige Weiterentwicklung der ansonsten traditionellen Kabinenkonstruktion mit EPS-Schaumdämmung, Holzverstärkungen und –unterboden.

Immerhin gibt es darauf eine fünfjährige Dichtigkeitsgarantie. Und im Vergleich zu einem ausgebauten Kastenwagen ist die Isolierung gleichmäßiger und wirkungsvoller. Für häufiges Wintercamping ist aber auch der Sunlight nicht die richtige Wahl. Der Abwassertank ist nur gegen Aufpreis isoliert, das Fahrerhaus erfährt keine gezielte Beheizung, und die Heckabsenkung ist zwar aus robusten, aber ungedämmten Siebdruckplatten gebaut. 

Einfach und robust beschreibt auch die übrige Aufbaubestückung ganz gut. Die Fenster sind nur vorgehängt, haben aber immerhin Riegel mit Arretierungsknöpfen. Die Aufbautür ist schlicht und ohne Fenster, aber mit Doppeldichtungen gegen eindringendes Wasser geschützt, wie auch die übrigen Außenklappen. Aus Aluminium sind die Seitenschürzen gefertigt, was ihnen Nehmerqualitäten verleiht. Der Heckleuchtenträger besteht aus drei einzeln tauschbaren Teilen. In die T-Haube, die aus einem großen GfK-Formteil besteht, kann optional ein großes Dachfenster eingesetzt werden. 

Eine solide Leistung liefert auch die Bordtechnik ab. Weder an Wasser- noch Stromvorräten wird gespart. In der Beifahrersitzkonsole ist sogar noch Platz für eine zweite Batterie, und auch das Ladegerät ist entsprechend leistungsfähig. Der Gaskasten auf der linken Seite ermöglicht einen guten Zugang zu den Flaschen. Die Tür ist aber nicht breit genug, um die rechte Flasche unabhängig von der linken zu tauschen. Die Gasabsperrventile liegen gut zur Hand vorn am Küchenblock. Schlicht, aber mit den nötigen Funktionen ausgestattet ist das Kontrollbord. Die Beleuchtung stützt sich – mit Ausnahme der Außenlampe – auf moderne LED-Technik und ist sowohl stimmungsvoll als auch befriedigend hell ausgelegt.

Der T 60 nutzt einen klassischen Leiterrahmen. Der Abwassertank ist nur optional isoliert.
Fahren

Zugeparkte enge Straßen treiben dem Sunlight-Lenker sicherlich mehr Schweißperlen auf die Stirn als dem Piloten eines gleich langen, aber spürbar schmaleren Ducato-Campingbusses. Dafür kontert der T 60 mit einem fast 60 Zentimeter kürzeren Radstand. Das sorgt für einen kleineren Wendekreis und macht ihn beim Rangieren deutlich wendiger. Bei höherem Tempo auf der Autobahn ist der Geradeauslauf dadurch jedoch ein wenig nervöser. 

Mit dem optionalen 130-PS-Aggregat ist der kurze Teilintegrierte zufriedenstellend motorisiert. Der T 60 lässt sich damit agil und leichtfüßig bewegen. Mit 9,2 Liter Diesel auf 100 Kilometer gibt er sich auf der promobil-Verbrauchsrunde zudem angenehm zurückhaltend. 

Die ebenfalls aufpreispflichtigen 16"-Reifen auf Alufelgen machen sich übrigens nicht nur in der Optik, sondern auch durch ein verbessertes Federungsverhalten bezahlt. Zusätzlich erhöhen sie die ohnehin schon gute Bodenfreiheit und machen den Sunlight fast schon schlechtwegetauglich. Allerdings wird auch der hohe Einstieg dadurch noch einen Tick mühsamer. Von der routinierten Verarbeitung zeugt die insgesamt relativ niedrige Geräuschkulisse, die während der Fahrt aus Auf- und Ausbau ans Ohr dringt.
Die etwas überdurchschnittlich langen Bremswege waren vor allem durch eine leicht feuchte Fahrbahn bedingt.

Preise

Mit 35.999 Euro Listenpreis ist der T 60 das günstigste aufgebaute Reisemobil aus deutscher Produktion. Allerdings müssen auch beim Sunlight zwei Ausstattungspakete praktisch obligatorisch mit draufgerechnet werden – macht rund 3300 Euro extra. Dazu kommt noch der Aufpreis für den empfehlenswerten 130-PS-Motor (1500 Euro) – der mit der aktuellen Euro-6-Umstellung ohnehin Serienstand wird. Mit rund 41.000 Euro ist der Sunlight T 60 dann aber schon rundum reisefertig, wo bei anderen Marken gerade erst die Preisliste beginnt. 

Grundpreis: 36.164 Euro (Fiat Ducato 115 Multijet, Motor 85 kW/115 PS) mit TÜV und Zulassungsbescheinigung II
Testwagenpreis: 45.735 Euro

Die promobil Beladungstipps für den Sunlight T 60.
Beladungstipps

Mit dem serienmäßigen 3,5-t-Chassis bietet der Sunlight T 60 bereits reichlich Zuladungsreserven für die Zwei-Personen-Besatzung. Weder an Rädern, Achsen noch insgesamt sind hier Probleme mit Überladung zu erwarten. Für besondere Transportaufgaben, etwa einem Motorroller auf einem Heckträger, gibt es darüber hinaus die Auflastungsoption auf 3,85 Tonnen Gesamtgewicht. 

Lichtcheck 

...angelehnt an din EN 12464-1; Farbabstimmung auf zirka 4000 Kelvin

  1. Unter den Spots ist es auf dem Tisch richtig hell. Zum Gang hin ist der Lichtabfall aber zu groß. 
  2. Die Küche erreicht im Schnitt ordentliche 260 Lux und in der Spitze gar 550. 
  3. Die Grundhelligkeit im Bad ist gut. Das Gesicht im Spiegel bekommt aber viel zu wenig davon ab.
  4. Auch am Heckbett reicht die Grundhelligkeit zur Orientierung. Wären die Lesespots noch ein bisschen heller, gäbe es ein "gut".

Das fiel uns auf

(+) Außentüren und -klappen mit soliden Rahmen und Doppeldichtungen rundum.
(+) Die Beleuchtungsausstattung setzt durchgängig auf die sparsame und langlebige LED-Technik.
(+) Die herunterklappbare Stange ist nützlich zum Trocknen von Handtüchern und Kleidung.
(+)(-) Die 16"-Aluräder verbessern Optik, Federung und Bodenfreiheit, der Einstieg wird aber noch höher.
(-) Heckbettleiter und Sanitärraumtüre kommen beim nächtlichen Toilettengang in Konflikt.
(-) Für einen Kühlschrank in griffgünstiger Höhe bleibt im kompakten T 60 leider kein Platz.

Die Baureihe Sunlight T 

Preise: 35.999 – 41.999 Euro
Basis: Fiat Ducato
Länge: 5,98–7,43 Meter
Gesamtgewicht: 3495 kg
Weitere Modelle:

Charakter: Insgesamt zehn teilintegrierte Modelle, vom kurzen T 60 bis zu den beiden längsten Varianten T 68 und T 69 S, stehen zur Wahl. Die Hälfte der Grundrisse ist so konstruiert, dass sie optional mit einem Hubbett über der Sitzgruppe ausgestattet werden können. Es gibt Varianten mit Doppellängs- und Querbett, mit Queens- und Einzelbetten. Mindestens ein Exemplar davon taucht jeweils auch unter den Hubbettmodellen auf. Dabei gilt fast durchgängig die Regel: Modelle mit Hubbettoption setzen auf einen Fiat-Flachrahmen, die übrigen auf einen klassischen Leiterrahmen. 

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Jacek Bilski, Jürgen Bartosch (7)

Datum

21. September 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 08/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle News +++
+++ Alle Tests +++
+++ Viele Tipps +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

Videos
06:27 Bürstner Lyseo 2016 Supercheck vor einem Monat
491 Aufrufe
Der markante Rahmen mit den c-förmigen Rückleuchten prägt die Rückseite des C-Tourer. 10:39 Carthago C-Tourer I im Supercheck vor einem Monat
858 Aufrufe
  • Alle Bereiche
  • News
  • Tests
  • Stellplätze
  • Reise
  • Ratgeber
  • Zubehör
  • Video
Alle Marken von A-Z