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Supercheck: LMC Cruiser Sport-Line T 672 G 29 Bilder Video Zoom

Supercheck LMC Cruiser Sport-Line T 672 G: Sportlicher Neustart

Die Marke TEC ist Geschichte. Einige frühere TEC-Modelle starten jedoch als LMC Cruiser Sport-Line durch. Rundum erneuert bringen sie frischen Wind ins LMC-Programm. Wie gut das funktioniert, zeigt der Supercheck des T 672 G.

Früher war die Rollenverteilung klar: LMC stand eher für klassische Werte, die Schwestermarke TEC für sportliche Frische. Seitdem die ohnehin auf den gleichen Bändern in Westfalen produzierten Modelle ausschließlich das LMC-Logo tragen, muss man umdenken: Der LMC Cruiser bringt in der Sport-Line-Ausführung nicht nur im Namen jenen Schuss Sportlichkeit mit, der bisher viele TEC von LMC unterschied. Das gilt verstärkt, wenn der Sport-Line wie der Testwagen den Namenszusatz Black Selection trägt.

Das Black-Selection-Paket fasst einerseits alle gängigen Sonderausstattungen - abgesehen vom Radio - zusammen. Gleichzeitig verleiht es dem Cruiser Sport-Line durch das schwarze Fahrerhaus und Hochglanzmöbel einen eigenen Charakter.

Spezialitäten liefert der getestete T 672 G ebenso beim Grundriss. Obwohl Einzelbetten auf sieben Meter Gesamtlänge nicht sofort aufhorchen lassen, interpretiert der neue LMC diese beliebte Kombination anders als andere.

Sitzen und Schlafen

Einst gehörte TEC zu den Vorreitern der Halbdinette-Entwicklung. Es ging dabei um eine möglichst platzsparende Unterbringung der Sitzgruppe im Bug. Dieses Erbe steckt auch im LMC Cruiser Sport-Line T 672 G.

Das bleibt nicht unbemerkt, wenn man zuerst den Tisch in die hinterste Position bringen muss, um den Fahrersitz bequem zu drehen. Die komfortabel gepolsterte Sitzbank leistet ihren Beitrag zur Raumökonomie, indem sie auf eine Kuschelecke verzichtet und sich mit einer steilen Lehne begnügt. Reist man zu zweit, lässt sich damit gut leben, zumal die Tischerweiterung mit einem Dreh ausschwenkt und der gewendete Beifahrersitz zum voll-wertigen Essplatz wird. Dass der T 672 G für Paare geplant wurde, wird klar, wenn man versucht, die Sitzgruppe zum Bett umzubauen.

Die etwas hügelige, schmale und wenig stabile Liegefläche geht bestenfalls als Kindernotbett durch. Ganz anders die Einzelbetten im Heck. Hier genießt man eine der großzügigen Seiten des T 672 G.

Muss man sich bei anderen Längsbett-Modellen immer wieder die Frage stellen, ob und wann man auf die Verbindungspolster in der Mitte zurückgreift, können sie im LMC problemlos zwischen den Matratzen bleiben. Sie beschränken weder den angenehm unsportlichen Zustieg noch den Zugang zum Kleiderschrank über Gebühr und sorgen auf einer Länge von 1,35 Meter für die volle Ausnutzung der Wagenbreite. Weil die Zusatzpolster überdies echte Matratzenqualität haben, kann man sich hier quer auf einer Länge von 2,07 Meter ausstrecken.

Übernachtet man wie vorgesehen, stehen maximal 1,93 Meter zur Verfügung. Das ist nicht unbedingt verschwenderisch, doch immerhin kommt das fahrerseitige Bett ohne eine feste Begrenzung am Fußende aus. Am Drumherum gibt es nichts zu mäkeln: Auf den Kaltschaummatratzen liegt man traumhaft; es fehlt weder an Leseleuchten noch an einem Wechselschalter für die Deckenlampe im Wohnzimmer. Stofftaschen nehmen Kleinteile auf, breite Ablageflächen über den Betten auch ein mehrbändiges Werk als Bettlektüre.

Bad und Küche

In Zeiten höchst kreativer Badkonzepte mutet der Sanitärraum des Cruiser Sport-Line T 672 G konservativ an. Hier wird nichts geschoben und geklappt außer den Faltwänden der integrierten Dusche. Da für den Nassbereich ein paar Zentimeter mehr zur Verfügung stehen als in anderen typischen Kombibädern, kann das Ergebnis überzeugen.

Die beim Duschen nutzbare Fläche steht manchen separaten Kabinen nicht nach und erfordert lediglich einen Dreh an der Toilettenschüssel und das Ausfalten der Abtrennung. Dahinter befinden sich die Armatur und eine Seifenablage - das hat nichts Behelfsmäßiges. Erst recht gilt das für den restlichen Sanitärtrakt. Der solide Waschtisch, ein Holzrost am Boden (128 Euro Aufpreis) und die geräumigen Spiegelschränke vereinen Schick und Nutzwert. Damit harmoniert der große, stabile Griff an der Tür. Er schränkt aber den nicht üppig bemessenen Platz auf dem WC für breitschultrige Zeitgenossen etwas weiter ein.

Von der guten Raumökonomie im LMC profitiert vor allem ein Bereich: die Küche. So viel Abstell- und Arbeitsfläche wie hier findet man selbst in langen Luxus-Linern nur selten. Bleibt der Abwasch einmal über Nacht stehen, lässt sich trotzdem ohne Probleme das Frühstück zubereiten.

Der Kocher verwöhnt mit einer Elektrozündung und hat für eine größere Pfanne Platz. Auch die Spüle wird nach ausgiebigen Kochaktionen nicht zum Engpass. Ebenso wenig mangelt es an Stauraum, so dass der Montage eines Backofens (670 Euro) wie im Testwagen nichts im Wege steht.

Also alles perfekt? Noch besser wäre es, wenn die Besteckschublade einzeln und nicht innerhalb eines Auszugs untergebracht wäre und wenn der Spüldienst eine Abtropffläche zur Verfügung hätte. Genügend Platz ist schließlich da. Mit dem 108-Liter-Kühlschrank kommen zwei Personen prima aus. Gegen Aufpreis bietet LMC auch ein hohes Exemplar mit 141 Liter Volumen an. Doch dann geht nicht nur ein Stück Arbeitsfläche, sondern auch der offene Raum in der Wagenmitte verloren.

Aufbau und Bordtechnik

LMC hat seine Aufbautechnik in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt. Das kommt dem Cruiser Sport-Line zugute, der das Holz-und-Styropor-Zeitalter hinter sich lässt. Für Stabilität und Isolierung sind Kunststoff-Leisten und feste Schaumplatten verantwortlich. So etwas kannte man früher nur in der Oberklasse.

An Dach und Boden, wo Schlagfestigkeit zählt, umschließt GfK den Aufbau. An den Wänden sorgt Aluminium für den gewünschten Glanz. Sportliche Eleganz demonstrieren der sauber kaschierte Tankdeckel hinter dem Fahrerhaus und die praktisch unsichtbaren Dachnähte. Weiterer Vorteil der oben umgebogenen Wände: Eine darauf angebrachte Markise vergrößert die Aufbaubreite nicht. Durchdacht erscheint außerdem der dreigeteilte Heckleuchtenträger, der Reparaturen erleichtert. Wer so viel Feinarbeit bestaunt, wundert sich vielleicht über die einfachen vorgehängten Fenster – willkommen zurück in der Realität der 50.000-Euro-Klasse.

Auch die Verdunkelung des Fahrerhauses geriet schlicht. Hier stört weniger der Vorhang als solcher. An einer Schiene statt an fummeligen Druckknöpfen angebracht, könnte man sich eher mit dem wohnlichen Stoff anfreunden.

Vergleichsweise aufwendig versenkt LMC die beiden Wassertanks im Boden. Serienmäßig bekommt jedoch nur der Frischwasserbehälter eine Ummantelung und Beheizung. Davon abgesehen muss die LMCBesatzung keine kalten Tage fürchten, denn die Truma Combi 6 arbeitet hier effizient und leise. Nach kurzer Eingewöhnung erleichtert das neue Bedienpanel die Regelung.

Solange der Heckstauraum nicht bis auf den letzten Quadratzentimeter belegt ist, fällt auch der Gasflaschenwechsel im Fach innerhalb der Garage leicht. An dunklen Wintertagen wünscht man sich dagegen an der Sitzgruppe noch ein wenig mehr Licht. In den Sommermonaten fällt der subjektive Eindruck dagegen positiver aus als es der promobil-Lichttest wiedergibt.

Stauraum und Zuladung

Eine eigene Lichtquelle vermisst man im Kleiderschrank, der sich wie bei vielen Grundrissen dieser Art unter einem Bett versteckt. Versöhnlich wiederum stimmt die Tatsache, dass der Lattenrost mitsamt der Kleiderstange gasdruckunterstützt nach oben schwenkt.

Mit einem Handgriff öffnet sich ebenso die Sitztruhe der Halbdinettebank – allerdings nur, wenn der Tisch in vorderster Position eingehängt ist.

Weitere Beispiele für Verbesserungspotenzial: Die Schuhfächer am Einstieg sind für normale Herrengrößen schlicht zu klein; die Garderobenhaken für dicke Jacken kaum geeignet. Sie befinden sich just am engsten Durchgang. Solche Kleinigkeiten lenken jedoch nicht davon ab, dass die Stauräume zu den starken Seiten des Cruiser Sport-Line T 672 G gehört.

Viele sinnvoll unterteilte Hängeschränke, zwei Fächer unter dem fahrerseitigen Bett und die große Ablage über dem Fahrerhaus helfen beim Packen und Ordnen. Freizeitsportler freuen sich über die perfekt nutzbare Heckgarage. Wer das entsprechende Paket (590 Euro Aufpreis) mitbestellt, bekommt hier zwei große Klappen, Kleinteilefächer, Zurrschienen und eine abnehmbare Stablampe.

Die beste Nachricht ist in diesem Zusammenhang jedoch das niedrige Eigengewicht des LMC. Beim reichhaltig ausstaffierten 3,5-Tonnen-Testwagen standen für Besatzung und Gepäck effektiv eine halbe Tonne Zuladung zur Verfügung.

Fahren und Sicherheit

Das niedrige Eigengewicht erfordert keinen schweren Antrieb, denn mit 130 PS erwies sich der LMC-Testwagen als völlig ausreichend motorisiert.

Verbrauchswerte, die bei zügiger Autobahnfahrten auch einmal 13 Liter überschreiten, zeigen allerdings, dass der serienmäßige 60-Liter-Tank die Reichweite unnötig verkürzt.
Sportlich-dynamische Fortbewegung wird vom langen Radstand und dem niedrigen Schwerpunkt begünstigt. Seitenneigung kennt der Cruiser Sport-Line kaum.

Andererseits sollte niemand besondere Wendigkeit von einem Sieben-Meter-Ducato erwarten. Umsicht ist zudem an steilen Fährrampen gefragt, denn die Abwassertankbox des LMC hängt tief vor der Hinterachse.

Die isolierende Umhüllung ist wie so vieles am Testwagen Teil des Black-Selection-Pakets. Ebenfalls darin enthalten: Sicherheitsausstattung wie ESP und Beifahrer-Airbag. Offen bleibt in Sachen Insassenschutz nur ein Punkt: Die Kopfstützen an der Bank lassen sich nicht in der Höhe einstellen und sind daher für Erwachsene zu kurz.

Ausstattung und Preise

Black Selection heißt das Zauberwort bei der Bestellung eines Cruiser Sport-Line. Gegen Zuzahlung von 6790 Euro wird so aus einem klassenüblich ausgestatteten Teilintegrierten ein attraktives Komplettpaket. Die teils sinnvollen, teils unverzichtbaren Einzelposten summieren sich sonst auf weit über 10.000 Euro. Durch die Black-Selection-Ausstattung landet man im Fall des T 672 G inklusive 130-PS-Motor bei einem Listenpreis von rund 60.000 Euro – und bekommt dafür mehr Gegenwert als bei vielen vergleichbaren Angeboten.

Eine Garantie auf Dichtigkeit über zwölf Jahre zeugt nicht nur vom Vertrauen des Herstellers in seine Entwicklung, sondern ist auch unter Serienmobilen bislang einmalig. Gleichzeitig sorgt die leichte Konstruktion des Sport-Line dafür, dass Käufer nicht unnötig in Motorleistung und Auflastung investieren müssen. So wird die ausgefeilte Aufbautechnik des LMC letztlich zum geldwerten Vorteil.

Lichtcheck (angelehnt an din EN 12464-1)

Zum Lesen wünscht man sich mehr Helligkeit an der Sitzgruppe. Der Mittelwert beträgt 82 Lux; die Spots bringen 103 Lux. Mit durchschnittlich 140 Lux ist die Arbeitsfläche der langen Küche ausreichend ausgeleuchtet. Die mittlere Helligkeit von 55 Lux genügt fürs Schlafzimmer. Als Leselicht gibts bis zu 121 Lux. Im Bad kann man auf ein Fenster verzichten. Am Spiegel strahlen 174 Lux.

Die Baureihe LMC Cruiser im Überblick

Preise: 47.200-68.100 Euro
Basis: Fiat Ducato
Länge: 5,99-7,41 m
Gesamtgewicht: 3500 kg
Modelle: Die LMC Cruiser-Serie teilt sich in zwei Modellreihen: Günstiger sind die fünf Sport-Line-Varianten, zu denen auch der Testwagen zählt. Hier steht ein kurzes Sechs-Meter-Modell mit Längsbett zur Verfügung. Die vier Comfort-Line-Grundrisse beginnen bei 6,86 Meter Länge. Das Black-Selection-Paket ist nur für den Sport-Line zu haben.

Das fiel uns auf

+ Gut aufgeräumt befinden sich Heizung und Reifenpannenset in einem Fach in der Heckgarage.
+ Serienmäßig baut LMC einen Rauchmelder ein. Das vermittelt nachts ein Gefühl der Sicherheit.
+ Der Metallgriff an der Badezimmertür fasst sich angenehm an und wirkt überaus solide.
- Am beigelegten Vorhang für die Fahrerhausscheiben stören widerspenstige Druckknöpfe.
- So ein Schuhfach im Einstieg ist eigentlich genial, doch hier kann man nur Schuhe für zierliche Menschen unterbringen.

Report: Günstige Reisemobile

Foto

Ingolf Pompe

Datum

4. Oktober 2013
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