Alles über Laika Ecovip
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Laika Ecovip 709 im Supercheck: Das süße Leben mit Laika Ecovip 709

"Enjoy the dolce vita" lautet das Laika-Motto. Wie süß die neue, etwas  günstiger angesiedelte Integriertenbaureihe Ecovip das Reiseleben tatsächlich macht, erschmeckte promobil anhand des komfortablen Einzelbettenmodells 709.

So stellt man sich das herrlich leichte, unbeschwerte und genussvolle Sich-treiben-Lassen vor. Irgendwo in der Toskana auf einer stimmungsvollen Piazza vor einer Gelateria sitzen und dem bunten Leben zuschauen, das sich wie in einer Theaterkulisse vor einem abspielt. Zugegeben, unser Fotomotiv fand sich nicht in Italien, sondern in Esslingen am Neckar, doch die Atmosphäre passt. Und das Reisemobil auch. Es stammt aus Tavarnelle, einem Städtchen im Herzen der Toskana.

Die gänzlich neu entwickelten Ecovip-Integrierten sollen sich, laut Laika, mit ihrem frischen, dynamischeren Frontdesign an ein jüngeres Publikum richten als die etablierte Kreos-Serie. Eine etwas einfachere Konstruktionsweise mit Teildoppelboden und ein geringerer Umfang der Serienausstattung ermöglichen auch eine moderatere Preisgestaltung. Rund 13.000 Euro bleibt etwa das getestete Einzelbettenmodell unter seinem großen Bruder Kreos 7009. Kann der Ecovip 709 dennoch den Traum vom süßen Reisemobilleben wahr werden lassen?

Aufbau und Bordtechnik

Bei der Sandwich-Konstruktion gibt es keine Kompromisse. Die Dämmschicht besteht wie bei allen Laika-Modellen aus XPS-Schaum, Dach und Boden hüllen sich in hagel- und feuchtefestes GfK. Anders als beim Kreos, der auf einem Alko-Tiefrahmen aufbaut und einen klassischen Doppelboden aufweist, setzt der neue Ecovip aber auf den Fiat-Flachrahmen und einen Teildoppelboden. Das Untergeschoss beherbergt zwar ebenfalls die Wassertanks und nimmt auch etwas flaches Gepäck auf, erstreckt sich im Wesentlichen jedoch nur auf den Bereich zwischen den Längsholmen des Rahmens und ist teils durch geschäumte Wannen, teils aber nur durch dünne Kunststoff-Hohlkammerplatten von der Außenwelt abgetrennt. Die Beheizung durch die Luft- oder optionale Wasserheizung sollte das Wasser in den Tanks aber bei üblichen Minusgraden dennoch frostfrei halten.

Bei Siphons und Abwasserrohren kommt solide Haushaltstechnik zum Einsatz. Die Druckpumpe für das Frischwasser findet sich mit Vorfilter und Ausgleichsbehälter gut zugänglich unter dem Kühlschrank. Leicht fällt auch der Tausch leerer Gasflaschen. Deutlich mühsamer wird es, wenn der Frischwassertank durch die Heckgarage mit der Bürste mechanisch gereinigt werden soll. Und auch der Zugang zur Alde-Heizung in der Sitztruhe ist für den Servicetechniker mühsam. Dennoch ist die Warmwasserheizung eine verlockende Option, zumal sie mit Konvektoren von der Frontscheibe bis zur Heckwand bestückt ist. In den Fahrersitzkonsolen gibt es zudem schnell wärmende Exemplare mit eigenen Gebläsen und einen Motorwärmetauscher. Besonders ungewöhnlich für diese Fahrzeugklasse ist aber der separate Heizkreislauf mit eigener Regulierung für das Heckschlafzimmer.

Mehr als 08/15 bietet der Ecovip auch bei der Beleuchtung. Zahlreiche, teils dimmbare LED-Leuchtmittel sind offen oder verdeckt eingebaut und lassen unterschiedlichste Lichtstimmungen zu. Dass dabei auch praktische Aspekte bedacht wurden, zeigt das Nachtlicht aus blau strahlenden Einzel-LEDs, die dezent den Gangfußboden erhellen – schaltbar vom Einstieg, Hubbett und den Einzelbetten aus.

Auch bei Aufbautür und -klappen lässt sich Laika nicht lumpen. Stabile Konstruktionen mit umlaufenden Doppeldichtungen und soliden, versenkten Schlössern finden sich hier wie da. Als Heckleuchtenträger und Seitenschürzen, aber auch an der Front finden sich zahlreiche Kunststoff-Tiefziehteile. Die Ecovip-Schnauze besteht nämlich nicht aus einer großen GfK-Maske, sondern aus metallenen Streben, an die die Verkleidungsteile angeschraubt sind. Eine Reparatur kleiner Schäden an solchen Kunststoffteilen ist schwierig, dafür der Ersatz relativ einfach.

Sitzen und Schlafen

Der rund 7,50 Meter lange Ecovip 709 investiert seine stattliche Größe vor allem in die Sitzgruppe und die Einzelbetten.  Die Längsschenkel von L- und Seitenbank sind dabei spürbar großzügiger als bei vielen Mitbewerbern. Wer darauf Wert legt, liegt hier richtig. Der Tisch des Vorserienmodells war noch zu hoch, das soll aber in der Produktion geändert werden.

Praktisch ist die aufgedoppelte Lehne der Seitenbank, hinter der sich zwei Fächer, eins davon mit geschicktem TV-Auszug, verstecken.

Das Hubbett schwenkt tief ins Fahrerhaus herunter und ist über die Seitenbank gut zugänglich. Die Liegemaße sind guter Durchschnitt. Die Matratze aus sogenanntem Biolatex ist flauschig weich, lässt einen aber beim Aufsetzen schon mal den Lattenrost durchspüren. Klasse: Eine kleine Ablage und eine USB-Buchse verwahren das Handy in greifbarer Nähe und laden es auch noch.

Darauf muss man auch im eigentlichen Schlafzimmer im Heck nicht verzichten. Zugang, Liegemaße und Matratzendicke sind zudem nochmals komfortabler ausgelegt. Mit zwei Zusatzteilen wird aus den Einzelbetten bei Bedarf ein Querdoppel- oder ein Riesenbett. Geschickt ist dabei auch die Aufteilung der Hängemöbel in kleinere und größere Schränke sowie offene Ablagen.    

Küche und Bad

Die Arbeitsfläche in der Küche besteht aus einer anthrazitfarbenen, eleganten Kunststoffplatte, die durch ein LED-Leuchtband effektvoll in Szene gesetzt wird. Neben dem Drei­flammkocher mit Elektrozündung sind zwei identisch große Edelstahlspülbecken eingesenkt. Daneben bleibt nicht mehr allzu viel echte Arbeitsfläche übrig, aber zumindest eine der beiden großen Spülen kann man meist abgedeckt lassen und darauf werkeln.

Ansonsten lassen sich die Abdeckbrettchen geschickt in Halterungen an der Zwischenwand zur Sitzbank einstecken als zusätzliche Abstellfläche. In griffgünstiger Höhe links daneben ist gleich der 160-Liter-Kühlschrank eingebaut. Darüber findet sich noch ein Fach für sperrige Küchengeräte oder optional einen Backofen. In zwei Hängeschränken, drei Schubladen und einem großen Drahtkorb­auszug sollten die meisten Kochutensilien und Vorräte unterkommen.

Nicht ganz zum guten Stil passen die teils etwas rumpelig laufenden Schubladenauszüge.
Der Sanitärraum wölbt sich direkt gegenüber in den Gang hinein und lässt am hervorspringenden Schenkel der Winkelküche eine echte Engstelle entstehen. Dieses Manko hat man auch bei Laika erkannt und will an der Küche in der Serie noch sechs Zentimeter einsparen. Eine solide Tür führt ins Bad. Eine echte separate Duschkabine wie bei manchen Konkurrenzmodellen gibt es hier nicht – der Laika setzt andere Prioritäten. Dafür bedarf es nur weniger Handgriffe, um die geräumige Duschecke aufzubauen – und im Notfall bleiben Toilette und Waschbecken für schlanke Personen so gerade eben noch nutzbar.

Ist die Brause zur Seite geräumt, genießt man dafür viel Bewegungsfreiheit vor dem Waschtisch. Die Ausstattung ist praktisch lückenlos. Fenster (Option), Handtuchstange und Seifenspender sind ebenso vorhanden wie reichlich Spiegel und relativ viel Stauraum in zwei Hänge- und einem Unterschrank. An der Decke gibt es einen klappbaren Metallbügel zum Aufhängen feuchter Kleidung. Einzig mit den offenen Ablagen geht Laika im ganzen Bad etwas zu sparsam um.

Stauraum und Zuladung

Zwei geräumige Kleiderschränke unter den Fußenden der Einzelbetten warten auf Blusen, Hemden und Jacken. Die Hanghöhe ist dabei nicht so üppig. Eingezogene Zwischenböden trennen allzu großzügige Installationsräume für Leitungen und Schläuche ab. Gut, dass neben einer Tür jeweils eine automatische Beleuchtung und ein aufstellbarer Bettrost den Zugriff erleichtern. Noch besser wäre es, wenn über den Türen nicht jeweils noch ein Quersteg stehen bleiben würde. Vorteile beim Zugang könnte man auch den beiden Truhenfächern an der Sitzgruppe noch verschaffen. Die Frontklappen machen zwar das Wegräumen der Polster unnötig. Um an den Inhalt dranzukommen, muss man sich aber weit hinunterbücken. Schubladen könnten hier zudem die teils offen verlegten Installationen besser schützen. Zwei flache Staufächer offeriert zudem der Teildoppelboden. Die Beladung muss insbesondere beim vorderen Fach mit Bedacht erfolgen, weil darin auch der Abwassertank samt Ablassschieber installiert ist.

Für alles Sperrige steht die große Heckgarage parat. Mit drei Zugängen und einem soliden Verzurrsystem sind die Vor­aussetzungen für die Beladung untadelig. Was man von der Zuladungssituation nicht behaupten kann. Das 3,5-Tonnen-Chassis kommt mit dem stattlichen Einzelbettenmodell schnell an seine Grenzen. Realistischerweise sollte man besser mit der 4,25-Tonnen-Version – und 4,4 Tonnen beim Top-Motor – kalkulieren. 

Fahren und Sicherheit

Der Ecovip 709 fährt sich kaum anders als das Gros der Mittelklasse-Integrierten. Die Cockpitverglasung und die hängenden Spiegel mit Weitwinkelteil vermitteln eine gute Übersicht. Die Fahrertür ist Serie, eine Beifahrertür gibt es auch nicht gegen Aufpreis. Anders als bei bisherigen Laika-Inte­grierten folgt man hier erstmals der üblichen Vorgehenweise in dieser Klasse. Ähnliches gilt für die Materialien und Qualitätsanmutung im Fahrerhaus. Großzügiger sollte man bei der Bestückung mit Ablagen und insbesondere Flaschen- und Becherhaltern sein. Gut, dass an der Sicherheitsausstattung nicht gespart wird: Weder Airbags noch ESP kosten Aufpreis. Auch ein FI-Stromschutzschalter und ein wirksamer Herausfallschutz am Hubbett sind vorhanden. Lediglich die ein oder andere Möbelkante sollte noch entschärft werden. 

Aausstattung und Preise

Rund 77.600 Euro Grundpreis mit Nebenkosten sind kein Pappenstiel. Dafür kommt der Ecovip aber auch mit reichlich Serienausstattung, die nicht erst über zahlreiche Pakete dazugebucht werden muss.

Außer dem Maxi-Chassis fehlt nichts Nötiges. Zum großen Bruder Kreos hält er gebührenden Abstand, dennoch könnte er ihm mit seinem dynamischeren Auftritt durchaus  Käufer abjagen. Auf den Geschmack vom süßen Reisemobilleben kann man jedenfalls auch im Ecovip kommen.

Lichtcheck (angelehnt an DIN EN 12464-1)

Dass man eine Sitzgruppe stimmungsvoll und auch hell beleuchten kann, zeigt der Ecovip mit 339 Lux im Durchschnitt. Umso mehr enttäuschen die mageren 80 Lux im Schnitt auf der Küchenarbeitsplatte.

Auch im Bad wirken 65 Lux im Mittel und 110 Lux auf dem Gesicht im Spiegel nicht gerade erhellend. Besser sieht’s bei den Lesespots (rund 400 Lux) an den Heckbetten aus.

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Ingolf Pompe

Datum

5. November 2014
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