Supercheck: Laika Ecovip 309 29 Bilder Zoom

Laika Ecovip 309 im Test: Urlaub auf Italienisch

La Dolce Vita - das süße Leben in der Reisemobil-Mittelklasse wird 2014 um ein T-Modell reicher. Laika bietet erstmals auch Ecovip-Teilintegrierte an. promobil hat das Modell 309 bereits getestet.

Manche Landschaften scheinen dem Betrachter förmlich zu schmeicheln. Die Toskana ist so eine, und ob Sies glauben oder nicht - auch um Stuttgart herum gibt es Gegenden, die erinnern entfernt an die italienische Traumregion, wenn man sich die Zypressen und den Mohn dazudenkt. Wie passend, sie mit einem Reisemobil zu durchstreifen, das aus dem Herzen Italiens stammt. In Tavarnelle Val di Pesa zwischen Florenz und Siena entstehen die Modelle der Traditionsmarke Laika.

Der neu entwickelte Ecovip-Teilintegrierte komplettiert zur Saison 2014 Laikas Mittelklasse, die bislang nur Alkovenmobile bot. Gleich acht Modelle legt der Hersteller zum Start auf. Ob sie ihre Besitzer tatsächlich wie VIPs behandeln, wie es der Name suggeriert, klärt der ausführliche Test des nur knapp sieben Meter langen Einzelbetten-Modells 309.

Sitzen & Schlafen

Gleich beim Einsteigen überkommt Passagiere ein luftiges Raumgefühl mit so viel Kopffreiheit, dass man ihm die für Teilintegrierte ungewöhnliche, etwas unelegant wirkende Außenhöhe sofort verzeiht. Ohne Stufe gehen die Wohnbereiche ineinander über. Nur zwischen Fahrerhaus und Wohnraumboden ist ein kleiner Versatz, der zur Folge hat, dass die Vordersitze in Wohnstellung nur für besonders langbeinige Zeitgenossen nicht zu hoch liegen. Immerhin lassen sie sich leicht drehen. Insgesamt finden vier Personen bequem an der Sitzgruppe Platz - dank einem breiten Seitensitz und einer gemütlichen L-Bank, deren schmaler Längsschenkel nur zur Not als fünfter Sitzplatz taugt. Durch ein Seitenfenster (optional zwei) und die kleine, aufpreispflichtige Dachhaube vorn dringt Tageslicht. Der nicht ganz lichtdichte Vorhang zur Verdunkelung des Fahrerhauses wirkt etwas antiquiert. Denkbar einfach und mit nur einem Handgriff lässt sich der große Tisch in die gewünschte Position bugsieren. Schwergewichte sollten sich jedoch nicht so kräftig auf das längere Ende der Tafel aufstützen. Das etwas kompliziertere Absenken beim Umbau zum Bett kann man sich meist sparen.

Vor allem dann, wenn ein Hubbett an Bord ist, das so geschickt in die Decke integriert ist, dass man zunächst kaum Notiz davon nimmt. Laika bietet es optional für alle Teilintegrierten an. Auf Knopfdruck schwebt die Liege an Gurten geführt senkrecht von der Decke. Wenn die Elektrik streikt, wie gelegentlich beim Testwagen, ist ziemlich langwieriges Kurbeln angesagt.

Die Führung an den Längsseiten des Betts macht einen Scherenmechanismus an Fuß- und Kopfende überflüssig. So bleibt dort Platz für Ablagen und zwei Leselampen. Mehr Länge als in anderen Hubbett-TI holt Laika mit der Konstruktion allerdings nicht heraus. Die Matratzenmaße von 1,90 auf 1,20 Meter passen am besten für einen Erwachsenen oder zwei Kinder. Dass das Bett gleichmäßig breit ist, sich also nicht verjüngt, ist prinzipiell positiv; allerdings blockiert es so auch die Eingangstür fast komplett. Der Komfort der nicht unterfederten Matratze ist für eine gelegentliche Nutzung angemessen.

Ganz anders die beiden bequemen separaten Heckbetten. Mit hervorragender Zugänglichkeit, gutem Liegekomfort und reichlich Kopffreiheit bieten sie Reisenden ein angenehmes Refugium für die Nacht, das sich mit einer Schiebetür vom Wohnraum abtrennen lässt. Reichlich Ablagen und eine vielfältige Beleuchtung tun ein Übriges. Wer möchte, kann beide Liegen auch einfach verbinden, was den Aufstieg aber erschwert.

Bad & Küche

Während sie sich der Morgentoilette widmet, macht er Frühstück. Beim Kaffeekochen assistiert ein Dreiflammkocher mit Elektrozündung, beim Abwasch eine große Spüle. Ein elektrischer Abzug leitet Dünste nach draußen. Da die Küche, um Länge zu sparen, sehr kompakt geraten ist, kommt der Stauraum trotz großem Hängeschrank etwas zu kurz. Wer mehr Platz braucht, sollte auf den Gasbackofen verzichten, der ohnehin unbequem tief eingebaut ist. Die Option eines Kühlschranks, der mehr als 100 Liter fasst, gibt es beim Ecovip 309 nicht. Dafür jedoch ein einfach auf- und einklappbares Brett, das etwas Arbeitsfläche schafft. Zwei Mülleimer für die sorgfältige Abfalltrennung finden sich in der Aufbautürverkleidung.

Schmuck beleuchtet und mit Bedacht aufgeteilt, hat das Bad mehr Platz zu bieten. Drei Schränke dienen sich als Stauraum für alles Wichtige an. Durch zwei mehrteilige Plexisglastüren abgeteilt, bildet die Dusche eine stabile Röhre mit ausreichend Ellenbogenfreiheit. Da Laika die Kabine von der Seitenwand weggerückt hat, beeinträchtigt auch der Radkasten nicht – wie oft üblich – die Standfläche in der flachen Duschwanne. Eine Parallelnutzung der übrigen Einrichtung ist beim Duschen nicht mehr möglich.

Da die Dachhaube unpraktischerweise kein Tageslicht durchlässt, empfiehlt sich unbedingt das optionale Seitenfenster. Aufgepeppt hat Laika das Bad mit nützlichen Accessoires wie Haken, Seifenspender, Zahnbürstenbecher, Handtuch- und Kleiderstange. Das Kunststoff-Waschbecken besitzt einen praktischen Push-Open-Ablauf, ist allerdings etwas klein. Selbst Reisemobilisten mit Gardemaß freuen sich über die, trotz kleiner Stufe, insgesamt üppige Kopffreiheit.

Aufbau & Bordtechnik

Diese verdankt der Ecovip seinem hoch aufgeschossenen Aufbau. Der ist nicht direkt mit dem Fiat-Flachrahmen verklebt, sondern über eine Hilfsrahmenkonstruktion mit dem Chassis verbunden. Ungewöhnlich, dass Laika nicht gleich zum höheren Leiterrahmen greift. Der würde den kleinen Höhenunterschied zwischen Fahrerhaus- und Wohnraumboden komplett überflüssig machen. Wuchtig wirkt der 309, obwohl die Länge mit knapp sieben Meter im Rahmen bleibt – zumal für ein Modell mit Einzelbetten. Das Dach ist mit GfK gegen Hagel geschützt, der Boden auf dieselbe Weise gegen Spritzwasser – nur im Bereich der Trittstufe findet sich noch Sperrholz. Die Wände hüllen sich in glänzend lackiertes Alu-Blech.

Die Verstärkungen in den holzfreien Sandwich-Platten bestehen aus PU-Kunststoff, die dicke Dämmung besorgt hochwertiges Styrofoam. Alle Anbauteile wie auch die mehrteilige, steil ansteigende Haube über dem Fahrerhaus sind geklebt und sauber verfugt. So finden sich kaum offene Verschraubungen. Einzig die labilen Kunststoff-Schürzen trüben den sonst positiven Eindruck, den die solide Aufbautür mit Zwei-Punkt-Verriegelung, Rahmenfenster, doppelt abgedichtete Klappen mit stabilen Griffen vortrefflich unterstreichen.

Eine solide Vorstellung liefert auch die Bordtechnik ab. Die Gasheizung verteilt die Wärme etwas hecklastig. Sogar die Haube über dem Fahrerhaus wird von Warmluft durchströmt. Wer das Ecovip-Paket bestellt, bekommt unter anderem einen kleinen Zuheizer unter dem Fahrersitz, der während der Fahrt Wärme in den Wohnraum bläst, und einen isolierten Abwassertank. Mager: 100 Liter Frischwasser sind schnell aufgebraucht.

Die Gelbatterie hat indes eine ordentliche Kapazität von 100 Amperestunden. Praktisch die Möglichkeit, sie über einen mechanischen Trennschalter komplett vom Bordnetz abzukoppeln. Die wichtigen Sicherungen sind hinter dem Beifahrersitz etwas versteckt, aber doch gut zugänglich.

Viel Mühe hat Laika in eine ansprechende Beleuchtung gesteckt, die konsequent auf sparsame LED-Technik setzt. Von sachlich bis romantisch lässt sich das Licht stufenweise den jeweiligen Ansprüchen anpassen. Kompliment ans Retrodesign: Die guten, alten Schwanenhalsleuchten, die Laika als Leselampen in den Betten und an der Sitzgruppe einsetzt, lassen sich immer noch am flexibelsten ausrichten. Trotz Chromschmuck nerven allerdings die fummelig kleinen und überall verstreut platzierten Lichtschalter.

Stauraum & Zuladung

Beleuchtet sind übrigens auch die wichtigsten Stauräume. An den Kleiderschrank kommt man trotz tiefer Einbauposition gut heran, am besten von oben bei aufgestelltem Lattenrost. Auf zwei Kleiderstangen passt alles, was man unterwegs an Hemden, Blusen oder Jacken braucht. Die hohen, aber wenig tiefen Hängeschränke um das Heckbett wären mit einem Zwischenboden besser nutzund übersichtlicher belegbar. Auch für Schuhe findet sich Platz, zum Beispiel in der Seitensitztruhe beim Eingang; bei geschlossener Tür blockiert allerdings der Mülleimer die Klappe. Offene Ablagen gibt es reichlich. Die Möbel sind solide gemacht, teilweise mit Alu-Profilen und durchgehend mit Kunststoff-Umleimern verstärkt. Die Schubladenbeschläge an der Küche enttäuschen aber.

Fahrräder lassen sich in der Heckgarage verstauen, dank niedriger Ladekante, vier Zurrösen und einer zweiten serienmäßigen Tür links gelingt das Beladen problemlos.

Größtes Manko: Die einteilige Bodenwanne ist nicht isoliert. So kann sich Schwitzwasser bilden – unangenehm, aber folgenlos, da der Boden komplett aus Kunststoff besteht.

Mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht bewegt sich das Sieben-Meter-Modell an der Zuladungsgrenze. Wer sich für die 3,65-Tonnen-Variante entscheidet, ist aus dem Gröbsten raus.

Fahren & Sicherheit

Den Respekt vor dem groß wirkenden Auto verliert man beim Fahren schnell. Grund sind die moderate Außenlänge und der mittellange Radstand von 3,80 Meter, der den Wendebedarf in Grenzen hält. Den langen Hecküberhang sollte man stets im Auge behalten. Der Fiat Ducato macht erwartungsgemäß unspektakulär seinen Job – was als Lob zu verstehen ist. Damit der Spaß nicht auf der Strecke beziehungsweise an einer deftigen Autobahnsteigung hängen bleibt, sollte man mindestens in den 130-PS-Motor investieren. 115 PS zum Grundpreis wirken etwas knausrig.

Früher als erwartet werden sich Ecovip-Fahrer zum nächsten Tankstopp genötigt fühlen, was nicht an einem ungebührlichen Verbrauch liegt, sondern am kleinen 60-Liter-Dieseltank. Ein paar zusätzliche Euro für ein größeres Kraftstoffreservoir auszugeben, sorgt auf Reisen für mehr Entspannung.

Für die Passagiersicherheit sorgt Laika mit einem serienmäßigen Fahrer-Airbag. Der Luftsack für den Beifahrer kostet wie das ESP Aufpreis.

Ausstattung & Preise

Klassenüblich ist auch die übrige Serienausstattung. Zumindest das lohnende Ecovip-Paket für 2570 Euro werden die meisten Käufer für unverzichtbar halten.

Dafür gibt’s eine Klimaanlage, eine Fliegengittertür, Tempomat, den isolierten Abwassertank sowie ein Fahrerhaus in schickem Silbermetallic und einige andere nützliche Extras. Das hebt den Preis, dafür lässt es sich entspannter urlauben. Egal ob nun in der Toskana, dem Kraichgau oder Dänemark. Ein großes Stück Italien fährt im Laika Ecovip immer mit.

Lichtcheck im Laika Ecovip 309

(angelehnt an din EN 12464-1)

  • Bei bis zu 120 Lux ist es an der Sitzgruppe nachts angenehm hell. Der Lesespot auf dem Seitensitz bringt es auf 144 Lux.
  • Die Küche ist zwar gleichmäßig, aber dunkel ausgeleuchtet (ø 53 Lux).
  • Im Bad reichen 81 Lux aus. Ein Fenster für Tageslicht gibt es nur optional.
  • Trotz zweiter Deckenlampe herrschen nur 48 Lux im Schlafzimmer. Angemessen hell sind die Lesespots (rund 300 Lux).

Die Baureihe: Laika Ecovip

Preise: stehen noch nicht fest
Basis: Fiat Ducato
Länge: 6,00-7,49 m
Gesamtgewicht: 3500 kg
Modelle: Acht Modelle des teilintegrierten Ecovip bringt Laika zum Caravan-Salon an den Start. Sie bieten die gängigen Heckaufteilungen mit Quer-, Queens- oder Einzelbetten. Alle Grundrisse sind optional mit Hubbett erhältlich. Damit dann darunter noch ausreichende Kopffreiheit bleibt, ragt der Aufbau weit in die Höhe.

Das fiel uns auf im Laika Ecovip 309

+ Der Garagenboden besteht aus einer einteiligen Kunststoff-Wanne mit Ablauf für Schwitzwasser.
+ Die anschmiegsamen Matratzenbezüge sind für die Waschmaschinenwäsche abnehmbar.
+ Mit nur einem Handgriff lässt sich der Tisch entriegeln und in die passende Position schieben.
- Die Gasflaschen stehen nebeneinander, lassen sich wegen der kleinen Tür aber nur nacheinander entnehmen.
- Wenn sich das Hubbett in der unteren Schlafposition befindet, blockiert es den Ausstieg nahezu komplett - dickes Minus.

Supercheck: Concorde Carver 791 L

Foto

Ingolf Pompe

Datum

12. Juli 2013
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