Alles über Dethleffs Trend
Supercheck: Dethleffs Trend T 6777 24 Bilder Video Zoom

Dethleffs Trend T 6777: Retro-Trend

Zurück zu alter Stärke? Mit dem Trend, den Dethleffs gezielt in der populären Günstig-Klasse platziert, ist die Marke auf einem guten Weg. Wie gut der Teilintegrierte ist, klärt der Supercheck.

Eine bodenständige Modellpolitik und moderate Grundpreise machten Dethleffs zu einem der erfolgreichsten Wohnmobilhersteller in Deutschland. Lange schwamm die Marke auf einer Welle des Erfolgs. Doch zwischenzeitlich hatte sich Dethleffs von diesem Weg und mit ihm auch vom Einsteigersegment mehr und mehr entfernt. Mit der Ausstattung stiegen auch die Preise der Modelle. Wirklich günstige Brot-und-Butter-Mobile waren im Angebot kaum noch zu finden. Wie man damit Erfolg hat, machte einstweilen die Tochtermarke Sunlight vor.

Der neue Trend führt Dethleffs nun in das Segment zurück, in dem die Marke einst zu Hause war. Preiswerte Einsteigermobile sind heute gefragt. Entsprechend gut gewählt ist der Name der Baureihe. So schlägt der Trend die Brücke zwischen Tradition und Moderne der Marke, gibt sich einerseits ganz trendbewusst und andererseits auch retro. Ob der Spagat gelingt,zeigt der Supercheck des Querbett-Modells Trend T 6777.

Sitzen & Schlafen

An integrierte Fahrerhäuser mit drehbaren Sitzen hat man sich so gewöhnt, dass die klassische Gegensitzgruppe des Dethleffs Trend T 6777 auf den ersten Blick fast altbacken anmutet. Indes hat die Dinette auch ihre Vorzüge. Das Drehen der Vordersitze entfällt. Zudem können vier weitere Passagiere gurtgesichert mitreisen; die beiden Beckengurte gegen die Fahrtrichtung kosten extra. Die dazugehörigen Kopfstützen auf diesen Plätzen sind mustergültig stabil, die gegenüberliegenden dagegen nur mit etwas provisorisch wirkenden Klettverschlüssen befestigt. Zu guter Letzt klappt schließlich der Umbau zum Bett leichter als bei einer Halbdinette und ergibt eine rechteckige, 1,80 Meter lange und 1,01 Meter breite Liegefläche. 

Zwei bis vier Menschen tafeln im Dethleffs Trend T 6777 vor neugierigen Blicken selbst dann einigermaßen gut geschützt, wenn die Fahrerhaus-Rollos offen bleiben. Für sechs Reisende reicht der Platz hier indes nicht, weil die Bänke nicht verbreiterbar sind. Und natürlich kostet die zusätzliche Bank Platz; so ist das Testmodell mit knapp sieben Meter Länge auch nicht sonderlich kurz. Übrigens ist die Anmutung mit dem optionalen Polsterdekorpaket variabel, denn die bunten Überbezüge lassen sich – ganz trendbewusst – einfach austauschen.

Dem Querbett im Heck kommt das Format des Trend zugute. Von Wand zu Wand ist in der Länge ohnehin viel Platz, doch auch die Breite ist mit fast 1,60 Meter bemerkenswert großzügig. Das niedrig liegende Bett des Testwagens kommt müden Reisenden mit einem bequemeren Einstieg und viel Kopffreiheit entgegen. Trotz einfacher Schaumstoffmatratzen liegt man bequem – nicht zuletzt dank anschmiegsamer Bezüge, die sich zum Waschen abziehen lassen. Allerdings kann in der kälteren Jahreszeit das Gebläsegeräusch der Heizung unter dem Kopfende auf Dauer stören. Ausgestattet ist die Koje ein wenig karg,  abgemildert durch eine Stoffblende an der Rückwand. Über den Fenstern an Fuß- und Kopfende gibt es große Ablagen für allerhand Kleinkram. Die Beleuchtung besteht aus zwei dreh- und verschiebbaren Halogenspots, die aber unter dem Gebrauch als Mietmobil in Diensten der Dethleffs-Tocher McRent offenbar schon etwas gelitten haben.

Bad & Küche

Wer mit dem Modellprogramm von Dethleffs vertraut ist, kennt den Sanitärraum des Trend T 6777 auch aus anderen aureihen. Damit setzte Dethleffs schon vor einigen Jahren einen Trend; andere Hersteller implantieren mittlerweile ähnliche Systeme in ihre Modelle. Für die Ganzkörperhygiene schwenkt man die Spiegelwand samt Waschbecken nach rechts über die Toilette; ein weiterer Kunststoff-Paravent verbindet sie mit der Badtür: So entsteht eine relativ große und rundum wasserfeste Duschkabine mit eigener Armatur und in der Höhe verstellbarer Brause. Lediglich die Stehhöhe kann Menschen über 1,85 Meter zum Hindernis werden.

Alle wesentlichen Funktionalitäten sind hier auf kleiner Grundfläche untergebracht. Mit der Bewegungsfreiheit kann man sich arrangieren. Einzig der wuchtige Radkasten schränkt den Bewegungsraum im Fußbereich stark ein, was aber nur beim Duschen zum Tragen kommt. Die Benutzung von Waschbecken und Toilette bleibt davon unberührt. Die Ausgestaltung mag mit den weißen Hartplastikwänden nüchtern wirken, praktisch und abwaschbar ist sie jedoch allemal. Große  Spiegelflächen an den Wänden gibt es ebenso. In einem kleinen Eckschränkchen bringt man die nötigsten Kosmetika unter. An Ablagen herrscht aber etwas Mangel.

Dies wiederum kann man der Küche im Dethleffs Trend T 6777 nicht vorhalten. Neben dem  Kocher mit komfortabler Elektrozündung und der recht flachen Spüle erstreckt sich ein großer Arbeitsbereich. Nur selten findet man in einem Wohnmobil so viel Platz für Kochvorbereitungen, zum Ablegen von Küchenutensilien oder Geschirr. Auch der Stauraum für Vorräte lässt das Herz jedes Kochs höherschlagen. Im Verhältnis dazu wirkt der Kühlschrank fast klein, doch objektiv kommt man mit 110 Liter Volumen über die Runden. Die mäßige Zugänglichkeit tief unten im Küchenblock wird von weniger beweglichen Menschen schon eher Kritik ernten. Aus demselben Grund wären Schubladen im rechten Unterschrank auch sinnvoller als die große Tür.

Aufbau & Bordtechnik

Das Dach mit GfK zu beplanken, ist selbst in der Einsteigerklasse fast schon Usus – zumindest gegen Aufpreis. Beim Trend besteht das Dach serienmäßig aus dem hagelresistenten Kunststoff. Beim Boden indes setzt Dethleffs wie bei Kantenleisten und Wandverstärkungen noch immer auf Holz. In den Wänden steckt eine Dämmschicht aus konventionellem EPS-Schaum, landläufig Styropor genannt. Die einfacheren vorgesetzten Fenster zählen in dieser Klasse zum Standard, da macht auch der Trend keine Ausnahme. Kaum ein Trend T dürfte außerdem ohne das 2.699 Euro teure Family-Paket in Kundenhand landen: Es enthält neben der Verdunkelung im Fahrerhaus allein drei Dachhauben und eine elektrische Einstiegsstufe, ohne die der Einstieg in den Aufbau fast zur Kletterpartie mutiert. Die Verarbeitung darf zu großen Teilen als ordentlich gelten. Allerdings quillt unter den Kantenleisten, mit denen Wände und Dach verbunden sind, an einigen Stellen unschön sichtbar die Dichtmasse hervor. Da sind hässliche Regenstreifen programmiert. Unten schließt der Aufbau mit soliden Alu-Schürzen ab. Optisch aufpeppen lässt sich der Trend mit einem graumetallic-farbenen Fahrerhaus für 620 Euro.

Keine Experimente macht Dethleffs bei der Bordtechnik. Die Ausstattung ist konventionell und in manchen Bereichen sogar ein wenig retro. Während anderswo mehr und mehr sparsame LED-Technik in den Lampenfassungen Einzug gehalten hat, setzt Dethleffs großenteils Halogenleuchten ein; das funktioniert ebenso, nimmt die 95-Ah-AGM-Batterie jedoch mehr in Anspruch. Bereits serienmäßig sorgt die große Combi-Heizung für angenehme Temperaturen und Warmwasser. Für 129 Euro extra macht ein isolierter Abwassertank den Trend wintertauglicher. Anlass zu Kritik gibt die Verlegung der partiell ungeschützt am Wagenboden verlaufenden Leitungen. Achtgeben sollte man außerdem auf die offen installierten Stromkabel, Heizungsschläuche oder Wasserleitungen im rechten Küchenunterschrank sowie in der vorderen Sitztruhe.

Stauraum & Zuladung

Auch über die praktische Truhe hinaus geizt der Dethleffs Trend T 6777 nicht mit Stauraum. Deutlich wird das besonders am deckenhohen, beleuchteten und bestens zugänglichen Kleiderschrank. Sechs Hängeschränke gibt es zusätzlich, gerade um das Heckbett herum wäre Platz für ein paar weitere. Horizontale Unterteilungen würden die Belegung zudem übersichtlicher machen. Über dem Fahrerhaus gibt es zwei kleine offene Ablagen. Für Paare reicht der  Gepäckraum locker, vier Personen kommen – etwas weniger lang – ebenso klar. Bei niedrig liegendem Bett wie im Testwagen führt für den Zweiradtransport kein Weg an einem Heckträger vorbei. Im voluminösen Bettkasten, der durch Einbauten wie Heizungs- oder Gaskasten jedoch etwas zerklüftet ist, bekommt man Campingmöbel, Keile, Kabeltrommel und Wasserschlauch gut unter. Wer sich für 1.218 Euro Aufpreis für ein hoch eingebautes Heckbett entscheidet, kann auf eine echte Heckgarage zurückgreifen. Fahrradtaugliche Höhe erreicht sie mit Hilfe einer Heckabsenkung des Rahmens; die Höhe der Zugangstür  rechts wächst in diesem Zug auf 1,10 Meter Höhe. Keine Blöße gibt sich der Trend beim Thema Zuladung. Trotz seiner Länge von knapp sieben Metern darf der Dethleffs Trend T 6777 mit 2.780 Kilo Leermasse sogar als regelrechtes Leichtgewicht gelten. Das wird vor allem auch Besitzer von B- Führerscheinen freuen, denn mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht kommt man hier sehr gut zurecht.

Fahren & Sicherheit

Als hätte es eines weiteren Beweises bedurft, dass der Fiat Ducato ein überaus passables Basisfahrzeug ist. Er macht selbst ein Sieben-Meter-Mobil vergleichsweise handlich im Umgang. Der Wendekreis ist zwar beachtlich, doch die Lenkung ist angenehm direkt, das Spiel mit Gas und Kupplung klappt prima, und wer 1.400 Euro in den 130-PS-Diesel investiert, kann damit rundum glücklich sein. Ganz oben auf dem Wunschzettel: eine komfortablere Federung und eine geringere Geräuschkulisse. Auf- und Ausbau knarzen vernehmlich. Sitzposition und Sichtverhältnisse passen, doch wie üblich, wenn die typischen Faltrollos zur Frontscheibenverdunkelung eingebaut sind, macht deren obere Führungsschiene die Sonnenblenden fast unbrauchbar.

Bemerkenswert aufmerksam nimmt sich Dethleffs der Sicherheit an: ESP vereitelt kritische Fahrsituationen bereits serienmäßig. Nur der Airbag für den Beifahrer kostet Aufpreis. Gut zugänglich im Kleiderschrank liegt zudem der FI-Stromschutzschalter.

Ausstattung & Preise

Seit langer Zeit hat Dethleffs wieder eine Baureihe im unteren Preissegment, die sich preislich mit anderen Vertretern der Günstig-Klasse durchaus messen kann. Noch günstiger kann’s nur die Tochtermarke Sunlight. Obwohl Dethleffs bei der Sicherheitsausstattung nicht spart, ist der Grundpreis nur die halbe Wahrheit. Allerdings ist das durchaus in allen Preisklassen üblich, nicht nur bei einem Einsteigermodell.

Mindestens das Chassis-Paket mit Klimaanlage und Beifahrer-Airbag, das Family-Paket und den stärkeren Motor sollte man zum Grundpreis von 41.999 Euro gleich hinzu addieren, wenn eine wirklich reisetaugliche Ausstattung mit in den ersten Urlaub fahren soll.

Der Preis des auch optisch etwas schickeren, aber nicht mit Ausstattung überfrachtet wirkenden Testwagens summiert sich letztlich auf 54.712 Euro. Selbst das ist noch ein attraktiver Preis für ein funktionales, urlaubsreifes Wohnmobil. Damit passt der Trend genau in die Zeit, und Dethleffs steht er allemal gut zu Gesicht – schon aus Tradition. 

Lichtcheck (angelehnt an din EN 12464-1)

  • Trotz fehlender Deckenlampe erreicht die Helligkeit an der Sitzgruppe ausreichende 77 Lux. Zum Lesen sollten die zwei Spots etwas heller sein.
  • In der Mitte sehr hell, über der Arbeitsfläche aber etwas dunkler ist die Küche ausgeleuchtet.
  • Auf durchschnittlich 204 Lux kommt das Bad – ein guter Wert.
  • Die Spots am Kopfende des Heckbetts sind zum Lesen etwas dunkel.

Die Baureihe Dethleffs Trend T

Preise: alle 41.999 Euro
Basis: Fiat Ducato
Länge: 6,93–6,98 m
Gesamtgewicht: 3.499 kg Modelle: In drei gängigen Grundrissvarianten bietet Dethleffs den günstigen Trend-Teilintegrierten an. Der T 6617 mit Längs-Einzelbetten, der T 6857 mit Mittelbett und der T 6777 mit Querbett im Heck decken die wichtigsten Kundenbedürfnisse ab. Alle drei T-Modelle sind nahezu gleich lang.

Das fiel uns auf

+ Die vordere Sitztruhe bleibt komplett frei fürs Reisegepäck. Auf die Heizungsrohre aufpassen!
+ Der FI-Schutzschalter liegt gut zugänglich, von einer Abdeckung geschützt, im Kleiderschrank.
+ Austauschbare Überzüge sorgen auf Wunsch für Abwechslung. Aufpreis: 149 Euro.
+ Unter den oberen Kantenleisten quillt Dichtmasse in hässlichen, dicken Streifen hervor.
+ Das Mobiliar ist eher einfacher Machart: offene Ablagen statt Hängeschränken am Bett.

Supercheck: Concorde Carver 791 L

Foto

Michael Hahn

Datum

2. April 2014
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