Alles über Carthago chic c-line
Supercheck: Carthago Chic C-Line I 4.9 25 Bilder Video Zoom

Supercheck Carthago Chic C-Line I 4.9: Sichere Bank

Mehr als eintausend Chic C-Line bringt Carthago im Jahr an den Mann oder an die Frau. Zur Saison 2014 hat der Hersteller seinen Bestseller weiterentwickelt. Was das bringt, zeigt der Supercheck des Einzelbetten-Modells I 4.9.

Der Chic C-Line markiert 2009 den Aufbruch von Carthago in populärere Segmente. Die Kerntugenden der Marke – hochwertige Aufbautechnik und schickes Design – verkörpert er gleichwohl. Heute mehr als jeder andere Integrierte aus dem reichen Carthago-Angebot. Auch die Einführung des günstigeren C-Tourer hat an seinem Status nichts geändert. Der in Slowenien produzierte C-Line I ist das meistverkaufte Modell im Programm und für Carthago also eine sichere Bank. Doch ist er das auch für Käufer?

Obwohl äußerlich nahezu unverändert, kann der neue C-Line im Detail mit vielen Optimierungen und weit besserer Serienausstattung aufwarten. Wie schlägt sich der 7,40 Meter lange I 4.9 mit Einzelbetten und Raumbad im Supercheck?

Sitzen und Schlafen

Der Carthago Chic C-Line I 4.9 kommt sofort auf den Punkt. Wer einsteigt, steht gleich mitten im Wohnzimmer. Ohne Stufe führt der Wohnraumboden von vorn nach hinten. Nicht opulent, doch gemütlich kuschelt sich die Sitzgruppe in den Bug. Zwar finden bis zu fünf Menschen einen Platz, aber noch besser genießt man das Ganze zu zweit. Für zwei Mitfahrer wird es auf der Rückbank ohnehin eng, denn der Längsschenkel der L-Bank lässt sich nicht komplett wegräumen. Auch der Tisch lässt sich nicht abbauen, was für die Sicherheit von Passagieren wünschenswert wäre. Ist man zu zweit unterwegs, fällt kaum ins Gewicht, dass sich der Tisch zwar schnell in die richtige Position schieben, aber nicht vergrößern lässt. Die helle, raue Oberfläche erweist sich als etwas schmutzempfindlich.

Zu den hellen Stoffen, die nicht jeder gleichermaßen für praktisch hält, gibt es Alternativen. Bequem geformte Polster laden ein, beim Frühstück oder vor dem Zubettgehen ein bisschen länger sitzen zu bleiben. Die dimmbare LED-Beleuchtung passt sich der jeweiligen Stimmung an.  Zu späterer Stunde locken komfortable, zonierte Matratzen in die Betten. Punktelastische Tellerfedern sorgen beim neuen C-Line für ausgezeichneten Schlafkomfort – da gibt’s nichts zu monieren. Einzig das linke Bett ist recht kurz, auch das rechte erreicht nicht ganz zwei Meter. Dafür sind beide breit und lassen sich fix in ein großes Doppelbett verwandeln.

Zum Aufstieg dient dann eine Leiter. Kommoder gelingt der Einstieg, wenn die beiden Betten separiert bleiben. Zwei Stufen gibt es, die aber etwas größer sein dürften. Die Kopffreiheit im Schlafzimmer reicht gut, um aufrecht zu sitzen. Sechs Hängeschränke rundum und mehrere Ablagen bieten sich für Kleidung, Brille oder Bettlektüre an. Die zwei hellen Lesespots lassen sich individuell einstellen. Die Schalter für die übrige Schlafzimmerbeleuchtung befinden sich am Fußende. Wände und Decke sind wie im ganzen Wohnraum angenehm mit Stoff verkleidet. Für ausreichend Licht und Luft sorgen eine kleine Dachhaube und zwei Seitenfenster.

Mehr als ein nur notdürftiges Ausweichquartier ist das Hubbett. Nachdem die Sitzlehnen umgelegt und die Arretierung an der Decke entriegelt ist, senkt sich das Bett ohne viel Kraftaufwand herab und ruht dann stabil auf zwei festen Auflagepunkten. Über den Seitensitz entert man die Koje; die niedrige Einsiegshöhe macht eine Leiter überflüssig und sorgt zugleich für ein luftiges Raumgefühl. Im vorderen Bereich ist die Kopffreiheit jedoch spürbar eingeschränkt. Bei gut 1,55 Meter Breite und knapp 1,95 Meter Länge werden’s die meisten verschmerzen können.

Merklich straffer als im Heck ist der Liegekomfort auf der Hubettmatratze, deren Bezug (wie hinten) abnehm- und waschbar ist. Vorhänge schaffen bei Bedarf mehr Intimsphäre. In Griffnähe befinden sich mehrere Ablagen. Schade nur, dass sich die beiden Leselampen weder getrennt anschalten noch ausrichten lassen.

Bad und Küche

„Das Auge isst mit.“ Das Motto hat sich Carthago zu Herzen genommen. Doch nicht nur das neue „Yacht-One“-Design samt cremeweißen Hochglanzfronten zeichnet die Küche aus, sondern auch habhafte praktische Vorzüge. Die geschwungene Arbeitsplatte bietet an vielen Stellen Abstellmöglichkeiten, zumal sich bei Bedarf auch die Spülenabdeckung bündig in die Fläche einfügt. Viele, gut zugängliche Schubladen erlauben eine übersichtliche Belegung, und endlich gönnt Carthago ihnen auch gedämpfte Endeinzüge. Wasser und Wein, Essig und Öl stehen sicher im Apothekerauszug gegenüber, gleich neben dem serienmäßigen 160-Liter-Kühlschrank, der in Griffhöhe eingebaut ist.

Obendrein ist sowohl für einen Küchenrollenhalter und zwei Mülleimer als auch – optional – eine geschickt versteckte Kaffeemaschine gesorgt. Mancher empfindet die Eieruhr als nette Dreingabe, doch ihr leises, aber ständiges Klingeln während der Fahrt nervt ein bisschen. Kritikwürdig: die nachlässige Befestigung der hohen, sonst praktischen Auftischarmatur. Auch die Abdichtung um die Arbeitsplatte dürfte gründlicher ausfallen.

Raumbad heißt das Zauberwort, das auch im C-Line I 4.9 gehobenen Sanitärkomfort verspricht. Besonders wenn die Waschraumtür über den Gang hinweg geöffnet wird, ist die Bewegungsfreiheit höchst zufriedenstellend. Sitzungen, bei denen man lieber ungestört bleibt, lassen sich aber auch bei geschlossener Tür verrichten.

Der Kunststoff-Waschtisch sieht hochwertiger aus als er sich anfühlt, doch das Handwaschbecken ist erfreulich groß. Der wuchtig einsetzende Wasserdruck verlangt Feingefühl beim Bedienen der Mischbatterie. In Spiegelschränken finden die nötigsten Kosmetika Platz. Im Unterschrank steht ein Drahtkorb – eigentlich klasse für Schmutzwäsche, eine Befestigung fehlt aber. Dafür gibt es Zahnputzbecher, Seifenspender, Handtuchhaken und reichlich Ablagefläche.

Die separate Dusche gegenüber nimmt viel Grundfläche ein, vor allem im Einstieg muss man sich jedoch schmal machen. Außerdem schränkt der flache Radkastenüberbau die Standfläche merklich ein, obwohl er teilweise im Doppelboden verschwindet. Die Stehhöhe ist allerdings überdurchschnittlich. Zu den Pluspunkten zählen ebenso wasserfeste Kunststoff-Wände, zwei Abläufe in der Duschtasse und zwei zuverlässig zueinander findende Schiebetürsegmente.

Stauraum und Zuladung

Bestens lässt sich die Morgentoilette mit dem Anziehen verbinden. Viele Schränke liegen unmittelbar in Griffnähe. Trotz der tiefen Einbauposition lässt vor allem der Kleiderschrank unter dem rechten Bett in Größe und Zugänglichkeit kaum Wünsche offen. Hochklappbare Bettenden helfen beim Beladen. Licht kommt von mehreren Deckenlampen. An Hängeschränken herrscht ebenfalls kein Mangel, allerdings vor allem im hinteren Bereich. Der Möbelbau ist solide verschraubt und verzapft, zeigt teilweise aber auch recht ungleichmäßige Spaltmaße.

Zwei unter den Rahmen abgesenkte, isolierte Bodenwannen bunkern Schuhe, Getränkekisten und mehr. Von außen ist der Doppelboden unter der Sitzgruppe durch zwei Klappen zugänglich. Stauraum satt offeriert auch die Heckgarage. 1,19 Meter Höhe reichen für die meisten Fahrräder, die Breite sowieso. Zwei große Türen und der niedrige Boden erleichtern das Beladen, Zurrschienen und -ösen das Verstauen. Die Beschränkung des Türöffnungswinkels auf etwa 90 Grad ist aber manchmal ein echtes Hindernis. Klasse Idee: die Expander an der Rückwand, die sich zum Befestigen von Campingmöbel anbieten. Ein oder zwei zusätzliche Fächer für Kleinteile könnte man gut gebrauchen.

Die Zuladung des serienmäßigen 3,5-Tonnen-Chassis stößt schnell an Grenzen. Gewagt, den I 4.9 so überhaupt anzubieten, denn allein die schiere Größe des 7,40 Meter langen Integrierten drückt auf die Waage. Einzig logische Konsequenz: das Maxi-Chassis für 1380 Euro Aufpreis.

Aufbau und Bordtechnik

Die Verbesserungen an der hochwertigen Karosserie fallen nicht sofort ins Auge, zumal das Design nahezu unverändert blieb. Die in die Klappenund Türrahmen integrierten Scharniere sind optisch ein Fortschritt und funktional kein Rückschritt. Doch noch schöner wäre es, wenn auch die äußeren Klappendichtungen überall gleichmäßig anliegen würden.

Die hochwertig gedämmten Wände sind stabil über Alu-Profile miteinander verbunden. Da auch die Innenseite mit Aluminium beplankt ist, entsteht bei dieser Konstruktion an der Verbindung von Wand und Boden normalerweise eine Wärmebrücke. Damit Kälte hier nicht mehr ins Fahrzeug eindringen kann, ist die Innenwand beim C-Line im unteren Bereich aus weniger wärmeleitfähigem GfK. Ohnehin empfiehlt sich der Carthago Chic C-Line I für Wintercamper – dank Doppelboden und auch ohne doppeltverglaste Seitenscheiben im Fahrerhaus. Die gibt es solo oder im Paket mit einer Warmwasserheizung gegen Aufpreis.

Serienmäßig verteilt die Truma Combi 6 Wärme gleichmäßig über zahlreiche Ausströmer bis ins Fahrerhaus zur Frontscheibe. Auch der beheizte Doppelboden trägt zum Wohlfühlklima bei und schützt die darin installierten Wassertanks vor Frost. Der Frischwasservorrat ist jedoch nur durchschnittlich. Der Gasverbrauch hält sich in Grenzen. Ansonsten macht ein breiter Gaskasten den Flaschenwechsel leicht. Nur die Drehknebelklappenschlösser sind etwas fummelig.  Im Wohnraum fällt die auch dank vieler Deckenlampen gleichmäßige LED-Beleuchtung positiv auf. Sie sind teils dimm- und von verschiedenen Stellen aus schaltbar. Die sparsame Technik beansprucht den überdurchschnittlich großen Bordstromvorrat kaum. Zwei zyklenfeste Gel-Batterien bürgen mit 160 Ah Kapazität für lange Unabhängigkeit. Ladegerät und Sicherungskasten sind in der Heckgarage bestens erreichbar.

Fahren und Sicherheit

Trotz stattlicher Länge fährt sich der Carthago Chic C-Line handlich, auch weil der Blick vor das Mobil vom weit nach unten gezogenen Armaturenbrett profitiert. Das fordert jedoch Kompromisse beim Motorzugang: Kühlflüssigkeit lässt sich praktisch nicht nachfüllen. Ölpeilstab und -einfüllstutzen sind gut erreichbar, da Carthago die Original-Querstrebe des Ducato durch eine Eigenkonstruktion ersetzt. Ebenfalls top ist der Blick nach hinten; große Spiegelflächen erleichtern das Manövrieren. Die aufpreispflichtigen Busspiegel, deren langer Arm als praktische Regenrinne über der Fahrertür dient, behindern die Sicht in Kurven allerdings nicht unwesentlich. Und sie vibrieren bei höheren Geschwindigkeiten heftig.

Beinahe spielerisch geht der optionale Multijet 150 mit dem schweren C-Line zu Werke. Wer sich die 1285 Euro Mehrkosten sparen will, dürfte mit 130 PS ebenfalls zurechtkommen, hat aber weniger Spaß. Die Freude am Fahren des Testwagens litt indes unter Nebengeräuschen. Die hauptverantwortliche Hubbett-Mechanik will Carthago nochmals überprüfen. Die Serienausstattung wurde deutlich aufgestockt. Beide Airbags als auch der Schleuderschutz ESP samt Berganfahrhilfe sind Serie.

Ausstattung und Preise

Trotz deutlich erweiterter Ausstattung sagt der Grundpreis nur die halbe Wahrheit. Einige Pakete werden so zusammengefasst, dass man letztlich doch beim über 4000 Euro teuren Superpaket landet. Dennoch steht der C-Line im Wettbewerb ordentlich und nur wenig teurer da als die Konkurrenz.

Lichtcheck (angelehnt an DIN EN 12464-1)

Im Schnitt 96 Lux hell strahlen die Lampen an der Sitzgruppe – respektabel. Nachteil: die nicht ausrichtbaren Lesespots.  Für Küchenarbeiten sind 139 Lux eben ausreichend – ideal wären 200 bis 300.  Der Waschraum ist ansprechend hell: rund 160 Lux. In der Dusche gegenüber bleibt es eher finster.  Im Schlafzimmer reichen 86 Lux gut aus. Die hellen Lesespots (500 Lux) lassen sich ausrichten.

Die Baureihe Carthago Chic C-Line I im Überblick

Preise: 77.990–97.850 Euro
Basis: Fiat Ducato
Länge: 6,25–8,35 m
Gesamtgewicht: 3500–5000 kg
Modelle: Die vielfältige Chic C-Line-Baureihe reicht vom kurzen I 3.7 bis zu den zwei dreiachsigen XL-Modellen I 5.5 und I 5.8 mit serienmäßiger Warmwasserheizung. Fast alle gängigen Grundriss-Varianten sind unter den zehn Modellen vertreten; allein vier Varianten verfügen über Einzelbetten, drei über Quer- und zwei über Queensbetten.

Das fiel uns auf

+ Aufgeräumt installiert und bestens zugänglich sind Ladegerät und Sicherungen in der Garage.
+ Punktelastische Tellerfedern und hochwertige Matratzen sorgen für exzellenten Schlafkomfort.
+ Der sehr praktische Apothekerauszug liegt gegenüber der Küche neben dem Kühlschrank.
- Die Verarbeitung beim Möbelbau weist teils recht ungleichmäßige Spaltmaße auf.
- Beim ersten Schließen verbog sich der Türdämpfer. Immerhin ist das Teil schnell ausgetauscht.

Supercheck: Concorde Carver 791 L

Foto

Beate Jeske

Datum

17. Dezember 2013
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