Alles über Carado T
Supercheck: Carado T 448 26 Bilder Video Zoom

Supercheck Carado T 448: Preis & Wert

Für viel Geld lässt sich ein gutes Wohnmobil bauen - für wenig nur ein schlechtes? Hymer zeigt mit dem neuen Carado, dass Reisemobile mit vernünftiger Qualität auch zu moderaten Preisen möglich sind.

Wie machen die das nur? Für weniger als 40.000 Euro liefert Carado reisefertige Reisemobile. Das Rezept für die günstigen Preise ist einfach. Die Marke konzentriert sich auf ein kleines Sortiment gängiger Modelle, die zudem unter mehreren Namen angeboten werden. Die Mobile gibt es auch als Sunlight, Orange Camp, Glücks Mobil und sogar Peugeot. Hohe Stückzahlen machen die Fertigung wirtschaftlicher, ebenso eine reduzierte Auswahl an Extras, ein günstiger Produktionsstandort und eine kleine Prise Verwaltungs- und Marketingkosten.

Doch kommt dabei wirklich ein schmackhaftes Menü heraus? Auch die Carado-Macher mussten erst ihren Weg finden. Doch nach gut sechs Jahren zeigt sich das Carado-Angebot als attraktive Palette. promobil wählte für den Supercheck aus dem Teilintegrierten-Programm das neue Topmodell T 448 mit Einzelbetten und Hubbett vorn.

Sitzen & Schlafen im Carado T 448

Das Auge isst mit! Diese Volksweisheit sollte nicht nur beherzigen, wer Essen an den Mann bringen möchte, sondern auch Reisemobile. Nicht dass der Carado-Ausbau darum übermäßig Chic versprühen würde, aber die zweifarbigen Hängeschrankklappen mit kessem Knick bringen schon etwas Pepp ins Interieur.

Schade nur, dass die beiden Hängeschränke unten am Hubbett aus dieser Linie gleich wieder ausscheren.

Angemerkt sei auch, dass ein paar der adretten Details, wie etwa der Stoffspiegel mit Garderobenhaken und der Holzrost in der Dusche, zum aufpreispflichtigen, kaum umgänglichen Basic-Paket gehören. Aber das kennt man ja. Insgesamt kann man sich im Carado also wohlfühlen. Allzu karge Stellen oder krasse Stilbrüche finden sich nicht.

Die Sitzgruppe als Zentrum des mobilen Lebens bietet mit Halbdinette, gedrehten Fahrerhaussitzen und einer Zweier-Seitenbank genügend Platz für die Vier-Personen-Besatzung - und auch noch für Gäste. Ein optionaler, auf die Seitenbank aufsetzbarer Zusatzsitz mit Gurt macht den Carado sogar zum regelkonformen Fünfsitzer. Zum Schlafen sollte dann neben dem Hubbett aber auch noch einer der beiden Umbausätze für die Einzelbetten oder die Sitzgruppe mitgeordert werden. Die 299 Euro für den Umbau der Einzelbetten im Heck lohnen sich aber so oder so, denn der Satz aus Auszugsbrett, Zusatzpolster und Leiter funktioniert gut und macht ei-ne variable Nutzung der Heckbetten möglich.

Lattenroste und Kaltschaummatratzen sorgen hier für angemessenen Schlafkomfort. Die Liegelängen dürften jedoch nicht jedem genügen. Eher knapp erscheint auch die Kopffreiheit unter den Hängeschränken, zudem sind die Klappenunterkanten unangenehm scharf ausgeführt.

Gemütlicher wäre die Koje außerdem, wenn die Wand am Kopfende etwa mit einem Stoffspiegel verkleidet wäre. Reichlich Ablagemöglichkeiten für Brille und Bettlektüre gibt es auf den Bords an den Seitenwänden. Während der Fahrt sind diese Flächen aber kaum nutzbar, weil es neben Rüttelkanten keine zusätzliche Sicherungsmöglichkeit gibt. Für entspanntes Lesen reicht die Helligkeit der Halogenspots über den Betten nicht aus.

1349 Euro Aufpreis verlangt Carado für das mechanisch absenkbare Hubbett über der Sitzgruppe. Wer darauf verzichtet, schwelgt in einem entsprechend luftigen Raumgefühl, insbesondere durch die üppige Stehhöhe. Ein herausnehmbares Podestteil lässt dem Nutzer hier zudem die Wahl, ob die Sitzgruppe auf einer Ebene liegen soll, oder im Durchgang die Stehhöhe unter dem Hubbett um rund 10 Zentimeter auf 1,90 Meter wächst.

Die abgesenkte Liegefläche lässt sich über eine Alu-Einhängeleiter erklimmen. Drei Absturznetze machen sie auch für unruhige Schläfer tauglich. Die 80 Millimeter dicke Matratze liegt auf einem Lattenrost, erreicht aber nur im Hüftbereich die maximale Breite von 1,40 Meter - am Fußende sind es knapp ein Meter. Für zwei Erwachsene kann es da schon etwas eng werden.

Bad & Küche

Dank geschickter Einteilung bietet der kompakte Küchenblock genügend Reserven für die Familienverköstigung. Es gibt nicht nur die nötige Arbeits- und Abstellfläche, auch große Töpfe und Pfannen passen, zumindest auf die mittlere der drei Kochflammen – eine Elektrozündung wäre hier allerdings noch eine angenehme Ergänzung.

Und auch zum Reinigen lassen sie sich gut in der relativ großen, runden Edelstahlspüle versenken. Ein Schneidebrett aus Kunststoff dient als Abdeckung.Seine gefrästen Kanten hätten aber noch eine Entschärfung nötig.

Das gespülte Kochgeschirr lässt sich anschließend auch wieder relativ leicht verstauen, da sich im Unterschrank mit drei Schubladen und zwei großen Fächern reichlich Platz findet.

Ein Grund dafür ist der ausgelagerte Kühlschrank nebenan mit serienmäßig 113 Liter oder optional wie im Testwagen 141 Liter Fassungsvermögen. Hier kommt auf Wunsch auch noch ein Backofen unter, der aber nochmals etwas Stauraum kostet. Bleiben noch die beiden Hängeschränke, die für kleinere Küchengeister ein wenig hoch hängen. Leicht zugänglich – für Kinder zu leicht – sind dagegen die offen an der Küchenblockfront angebrachten Gasabsperrhähne.

Ein funktionales Klinkenschloss öffnet die Tür ins Bad, in das man eine Stufe hinaufsteigen muss. Durch geschickte Raumaufteilung findet sich genügend Platz zum Duschen, Händewaschen und den Toilettengang – allerdings nicht für zwei Personen parallel, was bei einem Familienmobil schon mal nützlich sein kann.

Die Duschkabine wird aus zwei gebogenen Schiebetüren gebaut. Zwei Druckknöpfe halten sie in Fahrstellung an Ort und Stelle – simpel, aber effektiv.

Unter dem netten Holzrost kümmern sich zwei Abläufe um den angemessenen Abgang des Duschwassers. Die Bewegungsfreiheit beim Einseifen und Abduschen ist recht gut, nur der Fußbereich wird durch den überbauten Radkasten spürbar eingeschränkt. Die Entlüftung durch eine kleine Hubdachhaube ist eher knapp ausgelegt. Hängemöglichkeiten zum Trocknen nasser Kleidung sind dagegen gar nicht vorgesehen. Insgesamt fehlt es an Kleiderhaken oder Stangen im Bad. Lediglich zwei Metallbügel innen an der Tür dienen sich als Handtuchhalter an.

Aufbau & Bordtechnik 

Herkömmliche Sandwichtechnik in sauberer Verarbeitung kann dem Carado-Aufbau attestiert werden. Die Seitenschürzen sind aus solidem Aluminium, der Heckleuchtenträger ist dreiteilig, die meistgefährdeten Eckteile lassen sich so separat tauschen. Die Aufbau- und Garagentüren tun sich durch Doppeldichtungen hervor, eine solide Fliegengittertür gibt es ebenfalls.

Jüngste Neuerung: Das Dach wird aus Hagelschutzgründen mit GfK beplankt – serienmäßig.

Der Kabinenboden besteht dagegen – wie in dieser Klasse üblich – aus verrottungsempfindlichem Holz mit Schutzanstrich. Aufpreis bezahlt man für das lohnende Fenster in der Haube über dem Fahrerhaus und den Tausch der einfachen Dachhauben gegen Mini-Hekis, die ebenfalls für mehr Licht im Ausbau sorgen. Aus Siebdruckplatten ist die Heckabsenkung der Garage aufgebaut – robust, aber ohne Dämmwirkung.

Ohne Fehl und Tadel präsentiert sich jedoch der Gaskasten – normgerecht und leicht zugänglich. Frisch- und Abwassertanks haben übliche Größen, Letzterer wird aber erst gegen Aufpreis frostgeschützt geliefert. Die stärkere Truma-Combi-Heizung ist dagegen schon serienmäßig hinten unter dem linken Einzelbett eingebaut. Sie beheizt das Schlafzimmer allerdings eher einseitig, und auch die Wärmeauslieferung an der Sitzgruppe und im Bad sollte üppiger sein.

Das 18-A-Ladegerät in der Fahrer- und die 95-Ah-AGMBatterie in der Beifahrersitzkonsole brauchen sich dagegen nicht zu verstecken und sind beileibe kein Grund für die insgesamt eher kärgliche Beleuchtungsausstattung.

Stauraum & Zuladung

Finster bleibt es auch im relativ großen Kleiderschrank unter dem rechten und dem üppigen Staufach unter dem linken Fußende der Einzelbetten. Automatisch schaltende LEDLämpchen sind zwar eingebaut, sie sind aber zu schwach, um Orientierung zu bieten. Zusammen mit den drei Hängeschränken im Heck, den beiden unten am Hubbett, einer etwa zur Hälfte freien Längsbanktruhe sowie den offenen Ablagen über dem Cockpit finden vier Reisende ein noch angemessenes Stauraumangebot.

Zumal wenn man die geräumige Heckgarage mit Kleinteilfächern und Verzurrmöglichkeiten mit einkalkuliert, in der man gegebenenfalls auch leicht noch eine Kiste mit Ersatzkleidung unterbekommt.

Schneller knapp wird es bei der Zuladung. Für zwei Personen reicht es gut, aber bei regelmäßiger Vier- oder gar Fünf-Personen-Nutzung ist die Auflastung auf 3,85 Tonnen angeraten. Das rundum tragfähigere Maxi-Chassis enthält Carado dagegen seinen Kunden vor.

Fahren & Sicherheit

Mit 7,43 Meter Länge ist der Carado T 448 schon ein recht stattlicher Bursche. 2,45 Meter Hecküberhang und ein entsprechend kleiner Böschungswinkel mahnen nicht nur auf Fährenrampen zu erhöhter Umsicht. Auf der Autobahn begabt ihn der lange Radtand und die stabile Straßenlage zum Langstreckenläufer.

Die Geräuschkulisse reiht sich auf eher niedrigem Durchschnittsniveau ein. Das Hubbett kann bei geeigneter Anregung ein wenig ins Quietschen kommen.

Über den serienmäßigen 115-PS-Motor sollte man besser gar nicht erst nachdenken, schon um einen möglichen Wiederverkauf nicht in die Länge zu ziehen. Mit dem 130er ist man gut, mit dem 148er noch entspannter unterwegs.

In puncto Sicherheit liegt der Carado im guten Klassenschnitt. Der Fahrer-Airbag ist Serie, der Beifahrer-Schutz kommt mit dem Chassispaket, ESP gibt es gegen Aufpreis – so ist es überwiegend Usus. Der Gurtbock an der Querbank ist abgepolstert, am Hubbett gibt es Schutznetze, den Landstromanschluss sichert ein Fehlerstromschutzschalter (FI).

Unangenehm scharfe Kanten bekommt man zu spüren an den Rändern der Zugriffsöffnungen zur Heizung und zum Frostwächter in der Garage. Beim obligatorischen Bremsentest hätte der Carado vermutlich noch etwas besser abgeschnitten, wäre die Fahrbahn komplett abgetrocknet gewesen und mit Sommer- statt Winterreifen auf den Felgen.

Ausstattung & Preise im Carado T 448

Den 130-PS-Motor, das Chassis- und das Basic-Paket für zusammen 4227 Euro muss man schon noch mit einrechnen, um zu einem realistischen Kaufpreis für den T 448 zu kommen. Familien brauchen darüber hinaus noch das Hubbett und die Auflastung auf 3,85 Tonnen, dann kann es für rund 47.000 Euro losgehen.

Verglichen mit konkurrierenden ausländischen Angeboten sind die Nebenkosten beim Carado relativ niedrig, das egalisiert so manchen vermeintlichen Preisvorteil. Und auch beim Wiederverkauf kann sich das „Made in Germany“ gewinnbringend bemerkbar machen, zumal mit der für diese Klasse durchaus bemerkenswerten, auf fünf Jahre verlängerten Dichtigkeitsgarantie, als Teil des Basic-Pakets.

Summa summarum liefert der Carado einfach wenig triftige Gründe, warum man ihn zu diesem Preis eigentlich nicht kaufen sollte.

Lichtcheck im Carado T 448

(angelehnt an DIN EN 12464-1)

  • Mit 70 Lux im Schnitt und gut 150 Lux an der hellsten Stelle bleibt die Sitzgruppe eher düster.
  • Die Küche zeigt mit 120 Lux im Schnitt und gut 260 Lux an der hellsten Stelle noch die besten Werte.
  • Das Gesicht im Badspiegel wird mit lediglich 95 Lux und nur ungleichmäßig beleuchtet - zu wenig für die Körperpflege.
  • 65 und 90 Lux unter den Halogenspots an den Betten - wenig zum Lesen. Farbabstimmung auf zirka 4000 Kelvin.

Die Baureihe: Carado T 448

Preise: 36.999-40.799 Euro
Basis: Fiat Ducato
Länge: 5,98-7,43 m
Gesamtgewicht: 3500 kg
Modelle: Die Baureihe umfasst neun teilintegrierte Modelle, drei davon sind gegen Aufpreis mit einem Hubbett ausgestattet. Neben dem getesteten T 448 sind es die Grundrisse T 348 mit Doppellängsbett und der nur 5,98 Meter lange T 138 mit dem Hubbett als einziger fester Liegefläche über der relativ großen Sitzgruppe vorn.

Das fiel uns auf im Carado T 448

+ Aufgeräumter Gaskasten mit niedriger Schwelle und freiem Zugang zu beiden Flaschen.

+ Großes Spülbecken, das auch Familientöpfe und -pfannen fasst. Abdeckung mit Schneidebrett.

+ Herausnehmbares Podest für mehr Stehhöhe oder eine Sitzgruppe ohne Stolperstufe.

- Zugang zu Heizung und Frostwächter nur durch scharfkantige Lochausschnitte.

- Kopffreiheit unter Hängeschränken weniger üppig und Klappenunterkante relativ scharf.

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Uli Regenscheit

Datum

26. April 2013
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