Alles über Sunlight A
Sunlight A58 17 Bilder Zoom

Sunlight A 58 im Test: Immer der Nase nach

Sunlight im Dauertest – wie steht es um die Qualität des günstigen Dethleffs-Ablegers im strapaziösen Langzeiteinsatz?

Es gibt sie noch - die günstigen Reisemobile.Dem Sunlight A 58 verzeiht man angesichts des Einstiegspreises von 37 000 Euro auch sein eher schlichtes Auftreten, dass ihn ein wenig altmodisch erscheinen lässt. Doch es handelt sich beim Sunlight A 58 um ein aktuelles Modell. Sunlight, das ist die kleine Dethleffs-Tochter, die von früheren Grundrissen und Konstruktionen der renommierten Mutter profitiert.

In der Praxis ist es egal, ob ein Fahrzeugkonzept nun brand-neu ist oder schon ganzen Generationen von Reisemobilurlaubern diente - Hauptsache es passt zu den persönlichen Ansprüchen, inklusive Geldbeutel. Grundrissklassiker sparen eben auch Entwicklungskosten. Das hilft, wenn man wie Sunlight in Deutschland produziert und trotzdem kräftig im Niedrigpreis-Segment mitzumischen gedenkt. Die Eigenschaften des A 58 beleuchtete bereits ein Test (siehe
promobil 4/2010). Doch welche Qualität beweist das Schnäppchen made in Germany auf lange Sicht?

 Gleich zu Beginn  seiner promobil-Laufbahn wurde der A 58 beim Test von Traktionshilfen auf Schnee und Eis hart rangenommen. Die Reiserecherchen führten in Wintersportgebiete - ein Terrain, das dem Sunlight von Hause aus nicht besonders liegt. Die traditionelle Aufbaukonstruktion mit Styropor-Isolierung und vorgehängten Fens-tern bietet nur mäßigen Kälteschutz. Trotzdem wärmt die  kräftige Gas-Gebläseheizung Truma C 6002 den offenen Wohnraum bis in den Alkoven hinein zügig auf.

Zu den guten Dethleffs-Genen gehören auch hinterlüftete Schränke und Winterrückenlehnen. Die heiklen Punkte im Winterbetrieb lagen woanders: So froren die Pushlockverschlüsse der Außenklappen ein - und vereiteln damit vielleicht den Wechsel der Gasflaschen.  Auf der Innenseite der nicht optimal eingepassten Aufbau-tür bildete sich Tauwasser und Eis. Salzwasser drang durch die großen Lüftungsöffnungen in den Gaskasten. Prompt korrodierten die Spannschlösser der Befestigungsgurte, waren teils nicht mehr funktionsfähig.

Davon abgesehen erntet die Gasanlage Lob, denn sie profitiert von Dethleffs-Standards, wie dem tief angesetzten Gaskasten mit breiter Türe für einen einfachen Flaschenwechsel oder dem gut erreichbaren Verteilerblock an der Küchenfront.

Die übrige Bordtechnik gefiel durch unauffällige Dienstbarkeit. Die bemerkenswert potente AGM-Bordbatterie ließ sich von der Halogenbeleuchtung nicht sonderlich beeindrucken. Unachtsamkeit sorgte dafür, dass eine frostige Frühlingsnacht der Tauchpumpe den Garaus machte und sie getauscht werden musste.

 Ein großer Vorzug  des knuffigen Alkovenmobils ist seine großzügige Sitzgruppe. Sie verwandelt den Sunlight gar in einen Kleinbus - mit den optionalen Gurten auf der Bank gegen die Fahrtrichtung. Rund um den verlängerbaren Tisch können vier bis fünf Personen bequem essen und bis zu sieben feiern. Der Polsterschaum zeigte allerdings frühzeitig nachlassende Spannkraft.

Andererseits sind die Bezüge, teils aus heller Mikrofaser,  erfreulich -unempfindlich gegen Schmutz. Zum Schlafen steht in erster Linie der Alkoven bereit. Liegemaße, Kopffreiheit, Matratzen, Unterbau und Belüftung bewährten sich. Ebenso die Klappmöglichkeit, die den engen Durchgang ins Fahrerhaus erweitert.

 Zum Charme dieses Grundrisses gehört auch die Längsbank, aus der flugs eine Mittagsschlaf-gelegenheit gezaubert werden kann. Noch geschickter wäre es, ginge auch die Verbreiterung leicht von der Hand. Als umständlich und im Ergebnis nicht zufriedenstellend entpuppte sich zudem der Umbau der kompletten Sitzgruppe in ein großes Bett. Die Nutzung als Vier-Personen- Mobil ist deshalb auf Dauer mühsam. Der routiniert gefertigte Möbelbau begegnete den Strapazen überwiegend mit Gelassenheit. Einige wenige Verschraubungen rissen aus, etwa an der Ecke der Sitztruhe mangels Materialstärke.

Die einfachen Kunststoffmöbel im Bad schienen den Schmutz geradezu anzuziehen. Immerhin ist die Einrichtung leicht zu putzen. An den Stellen, wo der Kunststoff oft bewegt wird, bildeten sich erste Risse. Die Kücheneinrichtung verrichtete zuverlässig ihren Dienst. Nur die Gasflamme des Kühlschranks erlosch während der Fahrt hin und wieder.

 Etwas mehr Ärger  verursachten Komponenten am Aufbau. Die elektrische Trittstufe bewegte sich speziell im Winter nur widerwillig. Der Schließbolzen der Aufbautür kam mit dem Dichtgummi am Rahmen ins Gehege und musste mehrfach justiert werden. Darüber hinaus drückte der Fahrtwind die Verdunkelungen der Dachhauben immer wieder nach innen. Sie ließen sich zunehmend schwerer zurück in ihre Führungen bugsieren. Das Außendekor des Sunlight löste sich nach und nach in Wohlgefallen auf, sichtbar besonders am Fahrerhaus.

Ohne Panne zog sich der Fiat Ducato ganz ordentlich aus der Affäre. Ein lästiges sirrendes Geräusch identifizierte die Fiat-Werkstatt als Ventil der Abgasrückführung und setzte es kurzerhand um (siehe promobil 6/2010, Seite 24). Warum keines der beiden Antennenkabel im Radioschacht passablen Empfang bot, machte den Werkstattmeister dagegen ratlos. Gegen Testende wurde schließlich ein Quietschen an der Hinterachse immer vernehmlicher. Offenbar wollte auch der Ducato - passend zum konservativen Sunlight - einige nostalgische Töne beisteuern.

Nachgerüstetes Zubehör

Drainpower heißt eine spannende Zubehöridee, die das Entleeren der Wasseranlage erleichtern soll. Mit Hilfe einer kleinen Membranpumpe und dem Heizungsboiler als Luftspeicher lassen sich damit die Leitungen leer pusten. Das kleine Gerät erwies sich als echte Hilfe - immer wieder verwunderlich, wie viel Restwasser die Hähne damit noch ausspucken (siehe promobil 3/2010).

Als Wohltat für den Rücken gerade auf langen Autobahnetappen machte sich das Massagesitzsystem Comfort-Drive bei den Fahrern beliebt. Mit beeindruckender Kraft und Präzision kneten die fünf orthopädisch geformten Luftkissen in der Sitzlehne die Rückenmuskulatur durch. Einziger Wermutstropfen: der hohe, der Ausführung aber angemessene Preis von 295 Euro (siehe promobil 8/2010).

Den Schlafkomfort auf der umgebauten Sitzgruppe verbessert die Viskoschaumauflage Travel Comfort von BB Walder spürbar. Der Bettenbau wird dadurch allerdings noch umständlicher und  auch das mühsame Verstauen der maßgefertigten Matratze tagsüber trübt die Freude etwas (siehe promobil 4/2010).

Auf einen  Blick

Sunlight A58

Preis: ab 36.999 Euro

Basis: Fiat Ducato, Leiterrahmen, Frontantrieb, 96 kW/130 PS

Gesamtgewicht: 3495 kg

Länge/Breite/Höhe: 5950/2330/3100 mm

Empfohlene Personenzahl: 2 - 5    

Baureihe: Es gibt vier Alkovenmodelle. A 68 und A 69 sind rund sieben Meter lang und setzen auf Stockbetten. Der A 70 ist ein großzügiger Garagengrundriss.

Info: Telefon 0 75 62/98 78 33, www.sunlight-caravaning.de

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Tschovikov, Regenscheit

Datum

31. Mai 2011
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