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Dethleffs Summer Edition Van: Sonne im Herzen

Frühlingstour mit dem Summer Edition Van von Dethleffs: Wie attraktiv ist der neue Kompakte, der schon zu Preisen um 35.000 Euro an den Start geht?

Es ist ein bisschen wie die Frage nach der Henne und dem Ei. Was war zuerst da? Zog das wachsende Angebot von Reisemobilen auf Ford-Basis die erwiesen hohe Marktakzeptanz des Transit nach sich? Oder führte doch die Nachfrage zu dem fast markenübergreifend starken Angebot?

Tatsache ist, dass der Ford Transit mit Frontantrieb das Reisemobilfahren billiger gemacht hat. Freiheitsliebende Kunden mit geringerem Budget freut’s. Und auch die Hersteller, die mit günstigen Angeboten dem Konkurrenzdruck begegnen und Interessenten zu den Händlern locken können.

Ein solches Angebot ist der Summer Edition Van von Dethleffs. Als Wachablösung des früheren Globevan bedient er den Trend zu kompakten Teilintegrierten. Sein Grundpreis von 33.999 Euro für die kurzen Varianten lässt aufhorchen. Selbst das getestete längere Modell 11 gibt es ab gut 35.000 Euro.

Schnäppchenjäger aufgepasst: Der Dethleffs Summer Edition Van ist unter dem Strich nicht ganz so günstig, wie es sein Grundpreis glauben machen will. Ohne in übertriebenen Luxus zu investieren, kann man für sinnvolle Extras noch einmal gut und gerne 10 000 Euro hinzurechnen. Wer diese Tatsache akzeptiert, bekommt ein unkompliziertes und schickes Kompaktmobil für zwei. Zum Coupé fehlt zwar die Sportlichkeit, doch an Komfort fehlt‘s nicht: Zu bequemen Sitzen und einem breiten Bett kommt ein großer Heckstauraum.

Basisfahrzeug

In der Gewichtsklasse bis 3,5 Tonnen üblich ist die frontgetriebene Variante mit Flachbodenchassis. Mit ihrem geringen Grundgewicht beschert sie kompakten Reisemobilen in der Regel reichliche Zuladungsreserven.

Der 6,16 Meter lange Summer Edition Van 11 bringt es auf reichliche 680 Kilo. Da wäre durchaus noch Luft für ein vollwertiges Ersatzrad statt des eigentlich reiseuntauglichen, da nur in den wenigsten Fällen hilfreichen Reifenpannensets.

Die Anhängelast fällt mit 1000 Kilo bescheiden aus. Doch das ist vermutlich auch besser so. Mit der Traktion des Transit steht es nicht zum Besten. Schon leicht verregnete Bahnen bringen den Fronttriebler beim Beschleunigen aus dem Konzept. Da kann die berühmte feuchte Wiese zum Alptraum werden. Zudem machen sich Antriebseinflüsse in der Lenkung bemerkbar. Das gibt Abzug in der Handling-Wertung.

Gutmütig und kom­fortabel, aber auch indirekt und schwammig benimmt sich das Fahrwerk. Man schaukelt gemächlich durch die Lande. Sportlich geht anders. Auch wenn die Isri-Pilotensitze mit gutem Seitenhalt da schon mitspielen würden. Mit deren Nachrüstung hat Dethleffs immerhin die im Ford Transit oft etwas merkwürdige Sitzposition verbessert.

Den Nutzen der besseren Sicht durch die tiefere Sitzfläche macht jedoch die Führung der Faltverdunkelung am oberen Rand der Windschutzscheibe wieder zunichte.

An dem in die Jahre gekommenen Grundkonzept des Ford nagt langsam der Zahn der Zeit: Doch letztlich bringt auch der Transit eine Reisemobilbesatzung gut ans Urlaubsziel. Sinnvoll investiert ist der Aufpreis für den sparsamen 130-PS-Turbodiesel. Künftig hat er 140 PS und sechs Gänge. Auch das Cockpit mit seinen vielen Ablagen passt zur großen Reise.

Der Aufbau

Ein attraktives Äußeres gilt als Dethleffs-Spezialität. Da macht der SE Van keine Ausnahme.

Doch gratis gibt’s den Spaß nicht. Die Metallic-Lackierung ist wie der hohe Heckleuchtenträger, das große Dach­fenster vorne, die Trittschweller oder der eingefärbte Stoßfänger Teil eines 6000 Euro teuren Pakets. Es macht den Summer Edition eigentlich erst zu einem echten Dethleffs.

Technisch ist der schlanke Aufbau konventionell gestrickt. Ein mit Styropor ausgefachtes Lattengerippe stützt Aufbauwände und Dach. Außen sind beide mit Alu beplankt, innen mit dünnem Sperrholz. Sichtbare Verschraubun­gen an Radläufen und am Übergang zum Fahrerhaus können in der Preisklasse kaum über­raschen. Dass sich am Testwagen nach 5600 Kilometern bereits Dichtfugen zu lösen beginnen, verwundert allerdings schon.

Doch der Kleine trägt durchaus auch höherwertige Insignien: breite Kantenleisten, Metallschürzen, Rahmenfenster. Und eine oben halbrund geformte Tür, die viele Ablagefächer innen und eine praktische Moskitotür auszeichnen.

Innenausbau und -beleuchtung

Die elektrische Trittstufe, die eine Einstiegshöhe von immerhin 65 Zentimetern überbrückt, ist auch eines der Paket-Extras. Gratis gibt es dafür den stabilen Bügelgriff am Küchenblock. Der Schalter für das Innenlicht befindet sich genau an der richtigen Stelle.

Nach vorn öffnet sich der nur 1,90 Meter hohe Raum zur großen Sitzgruppe. Am Ziel lassen sich fix die Vordersitze drehen. Die gemütliche, verstellbare Heckbank (Paket) gibt einen breiten Einzelsitz ab. Die Seitenbank dürfte in der Praxis eher als Ablage dienen. Karten und Stellplatzführer kommen auch in den offenen Ablagen über dem Fahrerhaus unter.

Mit wenig Aufwand hat Dethleffs dem SE Van ein stabiles, fast klapperfreies Mobiliar implantiert. Dass viele der Gepäckfächer statt Klappen nur hohe Rüttelkanten haben, muss ihrer Nutzung keinen Abbruch tun. Scharfkantige Folien­um­lei­mer und helle Plastikapplikatio­nen wirken jedoch wenig edel. Die Führung der Rollotür am Kleiderschrank dürfte exakter sein. Angsichts der tiefen Einbauposition würde auch eine Beleuchtung nicht schaden.

Die gibt es, und zwar in Form einer hellen Transistorlampe, in der Heckgarage. Zugang gewährt nur die rechte Tür, aber nutzbar ist das große Abteil dennoch gut. Nicht zuletzt dank der (optionalen) Zurrschienen und -ösen.

Wo solche Extras nicht für Ausgleich sorgen, merkt man den Rotstift dann doch. So auch an den dün­nen Matratzen im Heckbett. Umso erstaunlicher, dass der Komfort darunter kaum leidet. Der Lattenrost ist ein Grund dafür. Ein anderer die für einen Van bequeme Breite von 1,50 Meter. Allzu sehr strecken kann man sich aber weder in die Länge noch zur Decke. Der SE Van ist nichts für sehr großgewachsene Leute.

Ablagen für Lesestoff und -brille gibt es reichlich. Auch bei der Absturzsicherung wurde nicht gespart. Spendabel war Dethleffs bei der Schlafzimmerbeleuchtung: Leselampen an Fuß- und Kopfende geben die nötige Freiheit bei der Wahl der Liegerichtung.

Küche

Dass die Matratze nur ein niedriger Spritzschutz vom Kocher trennt, ist auch den kompakten Maßen geschuldet. Immerhin bleibt in der Küche Platz für drei Flammen und eine auch sonst komplette Ausstattung in­klu­si­ve Dunstabzugshaube.

Den Arbeitsplatz leuchten vier Halogenlam­pen gut aus. Die Vorräte von zwei Essern bekommt man unter. Gut gefällt die große, sinnvoll eingeteilte Besteckschublade, weniger die flache Spüle mit der simplen Plastikarmatur.

Sanitärraum

Die räumlichen Grenzen von Vans zwingen zu kreativen Lösungen. Richtig clever hat sich Dethleffs im Sanitärraum angestellt.

Schwenkt man die Spiegelwand samt Wasch­becken zur Sei­te, entsteht trotz der kleinen Grundfläche eine separate Dusche – verkleidet mit wasserfesten, doch nicht verfugten Kunststoffwänden. Die Standfläche der Duschtasse ist allerdings ziemlich klein.

Durch zwei Abläufe fließt das Wasser auch bei Schrägstellung ab. Nicht ganz so schnell zieht der Dunst durch die kleine Dachhaube.

Dreht man die Wand in ihre Ausgangsposition, kommen Toi­lette, Wasch­becken und ein kleiner Eckschrank trocken wie­der zum Vorschein. Klorollenhalter und Handtuchhaken haben ebenfalls nichts abgekriegt.

Bordtechnik

Wie im Bad ist auch im Wohnraum die Beleuchtung nicht üppig, aber akzeptabel. Versorgt werden die gelblich schimmernden Halogenlampen und andere elektrische Verbraucher von einer 80-Ah-Batterie. Sie versteckt sich – mäßig zugänglich – in der Fahrersitzkonsole.

Der durchschnittlich große Frischwasservorrat lagert in ei­nem Tank in der Sitztruhe. Behaglichkeit an kälteren Tagen verbreitet eine Combi-Heizung von Truma.

Der Name Summer Edition legt es nahe: Für den Winterurlaub ist der Van nicht gedacht. Das Fahrerhaus ist nur durch ein Faltrollo isoliert. Abwassertank und Ablasshahn hängen unterflur an der frischen Luft.

Immerhin gibt’s eine Isolation des Grau­wasserreservoirs als Extra. Sie gehört übrigens nicht zum Summer-Edition-Paket. Dethleffs beherrscht nicht nur die Kunst günstiger Angebote, sondern auch die umfangreicher Aufpreislisten.

Preis: 30.000 bis 40.000 €
Typ: Teilintegrierte
Schlafplätze: 2
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Autor

Foto

Foto: Uli Regenscheit

Datum

18. März 2008
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