Alles über Eura Mobil Terrestra
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Eura Mobil Terrestra T 710 HB im Test: Euras Silberpfeil auf Herz und Nieren geprüft

Spannung liegt in der Luft: Trifft der neue Terrestra T 710 HB von Eura Mobil bei den Fans sportlicher teilintegrierter Wohnmobile ins Schwarze? promobil testete den flotten Silberling auf Herz und Nieren.

Schlank und voller Energie – die Dachhaube kess in die Stirn gezogen, wirkt das Wohnmobil Terrestra T 710 HB richtig schnittig. Eura Mobil gab ihm einige neue Details mit auf den Weg, die neugierig machten. promobil ging darum mit dem ersten Exemplar des Modelljahres 2010 auf Testtour.

Ein solides, hochwertiges Reisemobil – in dem meist nur ein Paar reisen wird. Dafür wirkt das Verhältnis zwischen dem nur durchschnittlich großen Heckbett und der riesigen Dinette unausgewogen. Ein halber Meter weniger wäre hier mehr. Davon würde die Zuladung und der Böschungswinkel profitieren.

Fahren

Der Eura Mobil Terrestra T 710 HB bietet eine solide Basis für lange stressfreie Wohnmobil-Touren. Der Alko-Tiefrahmen bietet mit dem Ducato den Komfort, den sich Vielfahrer wünschen. Dazu der 157-PS-Motor – das passt. Auf kurvenreichen Landstraßen wie auf der Autobahn überzeugt das Duo darüber hinaus mit einer angenehmen Stabilität. Nur die leichte Seitenwindempfindlichkeit trübt etwas den positiven Eindruck des Wohnmobils. Doch das fällt kaum ins Gewicht.

Für die Praxis entscheidender ist die Tatsache, dass das Wohnmobil selbst bei Tempo 140 so ruhig bleibt, dass man sich unterhalten oder Radio hören kann. Zum einen en­t­wickelt der Aufbau kaum Eigengeräusche. Zum anderen zeigt sich das Dachfenster über dem Cockpit – doppelwandiges Echtglas – vom heranbrausenden Fahrtwind unbeeindruckt. An den geringen Windgeräu­schen hat aber sicher auch die Dachform ihren Anteil.

Beim Rangieren in engen Gassen verflüchtigt sich das beschwingte Fahrgefühl allerdings. Durch den verhältnismäßig kurzen Radstand wirkt das Wohnmobil zwar einigermaßen wendig. Der Hecküberhang von 240 Zentimetern schwenkt jedoch deutlich aus und verlangt sowohl nach einer erhöhten Umsicht wie auch nach mehr Platz. Gleichzeitig reduziert der Überstand den Böschungswinkel kräftig. So können Fährrampen oder steilere Hofeinfahrten zu unüberwindbaren Hindernissen werden.

Der Fahrersitz bietet den gewohnten Komfort, und auch auf der Rückbank reist man bequem. Hier bieten die beiden Gurte keinen Anlass zur Kritik. Zum Schutz der Passagiere bei einem Unfall lässt sich der Tisch allerdings nur absenken, was den Komfort einschränkt.

Nichts zu meckern gibt es an der Übersicht: Da das Cockpit durch einen sauber geführten Vorhang verdunkelt wird, genießt man das Original-Fiat-Sichtfeld. An den Vorhanghälf­ten vermisst man allerdings etwas, um sie zuverlässig miteinander zu verbinden.

Wohnen, kochen, duschen und schlafen

Die Sitzgruppe dominiert den Innenraum des teilintegrierten Wohnmobils. Eura Mobil ist sich bei der Aufteilung der Wohnkabine für eine klare Trennung der einzelnen Wohnbereiche. Dabei beansprucht die Sitzgrup­pe auf den ersten Blick den Löwenanteil. Bis zu acht Personen finden an dem zweifach verschiebbaren, stabilen Tisch bequem Platz – für ein Paar damit mehr als genug.

Da das Fahrerhaus mit dem Aufbau nahezu auf gleicher Höhe liegt, ist das Cockpit gut in den Wohnbereich integriert. Dazu passen auch die beiden Dachfenster (Aufpreis) darüber. Sie durchfluten den gesamten vorderen Bereich des Wohnmobils mit Licht, doch sie lassen sich auch verschatten.

Im Vergleich zum üppigen Raumangebot auf den angenehm straffen Polstern fällt die Breite des Heckbetts mit 129 bis 150 Zentimetern etwas zurück. Zumal man das Bett täglich, die vielen Plätze in der Sitzgruppe aber sicher nur gelegentlich beansprucht.
Mit einem Lattenrost und recht straffen Matratzen bietet das Heckbett einen klassenüblichen Liegekomfort. Dabei erreicht man die um 15 Zentimeter anhebbare Liegefläche gut über zwei stabile Stufen. Bei angehobener Liegefläche vergrößert sich die Heckgarage darunter.

Der Umbau ist allerdings etwas hemdsärmelig: Per Hand hebt man den Lattenrost von der Heckgarage aus nach- einander an seinen Ecken an und legt ihn auf eingeklappte Holzbrettchen auf. Sicher keine Übung für den täglichen Umbau, aber zur Lösung von Transportproblemen eine einfache, effiziente und zugleich leichte Konstruktion. Auch bei angehobenem Lattenrost reicht der Abstand bis zur Decke noch, um auf dem Bett zu sitzen, und unter den Hängeschränken verbleiben dann 53 Zentimeter Kopffreiheit.

Die Belüftungsmöglichkei­ten rund um das Heckbett des Wohnmobils genügen auch für schwülheiße Sommernächte, und bei Frost sorgen zwei Warmluftausströmer in der Heckgarage für angenehme Temperaturen. Die Leselampen am Kopfende sind mit Leuchtdioden bestückt, was Verbrennungen beim unbeabsichtigten Berühren vermeidet. Für die Nachtlektüre oder die Brille fehlt allerdings eine Ablage.

Durch Absenken des Tisches und nach dem Umsortieren der Polster lässt sich auch die Sitzgruppe als Doppelbett nutzen. Der Liegekomfort auf den Einzelpolstern ist ausreichend.

Das Bad führt die strikte Raumaufteilung konsequent fort. Die separate Duschkabine bietet eine stabile und zugleich elegante Bodenwanne aus hochwertigem Mineralwerkstoff. Und wer regelmäßig die Brausekabine nutzt, wird sich über die beiden Bodenabläufe freuen. Sauber verfugt, mit einer gut schließenden Tür und einer robusten Armatur versehen – die Auslegung zum regelmäßigen Gebrauch ist ganz offensichtlich. Durch den Radkasten ist die Stehfläche allerdings etwas eingeschränkt, doch mit diesem Handicap lässt es sich leben.

Zum schnellen Lüften nach dem Brausen steht neben einer Dachluke gegen Aufpreis auch ein Seitenfenster zur Verfügung. Das aus einem Kunststoff-Formteil bestehende Waschbecken ist ausreichend groß, doch das darüber montierte Zahnputzglas versperrt etwas den Zugang. Mit einem kleinen Hängeschrank und einem Unterschrank orientiert sich das Stauraumangebot am Bedarf von zwei Bewohnern. Dafür reicht der Platz.

Richtig viel Stauraum bietet dagegen die Winkelküche des Wohnmobils. In den fünf Schubladen sind die Kochutensilien und Vorräte gut zugänglich verstaut. Mächtig viel Volumen bietet auch der 168 Liter fassende Kühl-/Gefrierschrank. Die übrige Küchenausstattung ist eher durchschnittlich, denn der Herd bietet keine Piezo-Zündung, und einen Dunstabzug sucht man vergeblich. Dafür erhellt eine sparsame Leuchtstoffröhre die knappe Arbeitsfläche. Hier ist ein kleiner Mülleimer integriert. Und für den großen Abwasch bietet das Spülbecken genügend Tiefe.

Beladen

Viel Platz, knappe Zuladung – der Eura Mobil Terrestra T 710 HB teils das Los der meisten 3,5-Tonnen-Wohnmobile. Die zentrale Frage heißt beim T 710 HB nicht „Wohin mit dem Gepäck?“, sondern „Reicht die Zuladung?“. Das Testfahrzeug enthielt rund 170 Kilogramm Zubehör. Gepaart mit dem Eigengewicht des stattlichen Wohnmobils schrumpften die Zuladungsreserven des 3,5-Tonners auf 280 Kilogramm.

Eura Mobil versieht den Wassertank deshalb mit einem Ablass, um den Frischwasservorrat von 150 auf 50 Liter zu reduzieren. Doch das ist nicht jedermanns Sache. Wer die unbeschränkte Dynamik eines 3,5-Tonners genießen möchte, sollte sich deshalb in Zurückhaltung üben – entweder bei den Extras oder dem Gepäck. Am ehesten lässt sich Gewicht beim Motor einsparen, denn der 50 Kilogramm leichtere 130-PS-Antrieb reicht für den durchschnittlichen Einsatz aus.

Wer die Möglichkeiten der gut zugänglichen Heckgarage des Wohnmobils ausschöpfen möchte, der sollte dennoch besser das Maxi-Chassis mit 4000 Kilo zulässigem Gesamtgewicht wählen.

Beim Gepäckverstauen löst der T 710 HB mit seiner großen Heckgarage fast jedes Transportproblem, denn der Doppelboden bietet zusätzliche Möglichkeiten. Und im Wohnbereich gibt es jede Menge gut erreichbarer Schränke und Fächer. Die Drucktasten der Klappengriffe wollen aber recht tief eingedrückt werden, ehe sie freigeben. Das stört etwas.

Die Bordtechnik

Die Bordtechnik des Wohnmobils Eura Mobil Terrestra T 710 HB wirkt wie für den strapaziösen Vermietalltag gebaut. Solide – die Aufbauqualität des Terrestras lässt sich kaum kür­zer umschreiben. So bietet Eura Mobil einen rundum holzfreien Aufbau, und die Einzelflächen der Wohnkabine sind mit einem aufwendigen Klebeverfahren miteinander ver­bun­den. Schrauben, welche die Außenhaut durchdringen, gibt es hier nicht.

Die sauberen Übergänge sind ohne Tadel, und die gute Laune wird auch nicht bei einem Blick unter das Fahrzeug getrübt. Lediglich die Seitenschürzen und aufgesetzten Heckteile aus einfachen Tiefziehteilen trüben das Bild des Wohnmobils ein wenig. Dafür bietet die Rückwand und das Dach serienmäßig je zwei stabile Alu-Schienen, um hierin Fahrradträger oder Dachboxen ganz ohne riskante Bohrarbeiten an der Außenhaut zu fixieren.

Auch bei der Bordtechnik trifft der Silberpfeil ins Schwarze: Kräftige Druckwasserpumpe, ordentliche Elektro- und Wasserinstallation – prima. Die 6000 Watt starke Heizung sitzt übrigens gleich hinter dem Beifahrersitz und damit nahe am naturgemäß kühleren Fahrerhaus – und weit weg vom geräuschsensiblen Schlafbereich. Auf der Wunschliste bleibt einzig der Austausch der stromfressenden Halogen-Leuchten gegen Hochleistungs-LEDs.

Die Kosten

Das Eura Mobil Terrestra T 710 HB gibt's zu einem - für holzfreie Doppelboden-Wohnmobile - attraktiven Preis. Bei einem Blick auf den Grundpreis sollte man die Preisliste fürs Zubehör im Auge behalten. Denn kaum jemand wird den T 710 HB ohne die beiden aufpreispflichtigen Dachfenster haben wollen.

Die Extras korrigieren den Preis zwar nach oben, doch der Gegenwert bleibt reell: Ein solider Aufbau mit Doppelboden hat eben seinen Preis. Und was man bei der Entscheidung für den 130-PS-Motor spart, sollte man gleich in eine Rückfahrkamera investieren. Beim Rangieren wird man sich mit Sicherheit jedes Mal darüber freuen.

Hochwertig aufgebaute Fahrzeuge der Mittelklasse. Fünf Alkoven und sechs Teilintegrierte mit Doppelboden in allen gängigen Grundriss- und Bettvarianten lieferbar. Hier getestet: ein teilintegrierte Variante.

Typ: Teilintegrierte
Schlafplätze: 2
Preis: 60.000 bis 70.000 €
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Autor

Foto

Foto: Konstantin Tschovikov

Datum

6. Oktober 2009
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