Rapido 643 F 16 Bilder Zoom

SC Rapido Serie 6 im Test: Der kompakte Teilintegrierte Rapido 643 F

Runter mit dem Preis, rauf mit der Qualität des Bads: Rapido geht mit den beiden Teilintegrierten der neuen Serie 6 in die Offensive. Die zwei billigsten Rapido-Reisemobile eint der großzügige Sanitärbereich. In Kombination mit dem quer angeordneten Heckbett und der schlanken Garage darunter bietet der 643 F jene Mischung, die vor allem reisefreudige Paare anspricht.

Elegante und zugleich praxisorientierte Inneneinrichtung. Der 643 F bietet ein klar gegliedertes Raumkonzept. So ist der vordere Teil der Sitzgruppe vorbehalten. In der Runde um den zentralen, klapp- und verschiebbaren Tisch finden vier Personen bequem Platz, doch der Tisch ist stets etwas im Weg. Durch die beiden Längssitzbänke rechts und links wirkt dieser Bereich angenehm luftig, was die beiden Dachfenster noch unterstützen. Mit einer Doppelsitzbank quer zur Fahrtrichtung wäre ein solches Raumgefühl nicht möglich. Abends lässt sich die Sitzgruppe zu einem passablen Bett für eine Person umbauen. An die Sitzgruppe schließt sich nach hinten eine kompakte Winkelküche an. Hier ordnet Rapido den Dreiflammherd etwas in der Ecke an, um mit Hilfe der geteilten Glasabdeckung die knappe Arbeitsfläche zu vergrößern. Darüber ein Dunstabzug samt Beleuchtung – das passt. Die in einem Zweipersonenhaushalt üblichen Kochutensilien lassen sich hier gut erreichbar ober- und unterhalb der Arbeitsfläche verstauen. Dabei ist die 150 Liter fassende Kühl-/Gefrierkombination für ein Paar sehr reichlich dimensioniert. Die robuste Wasserarmatur gefällt. Am Übergang von der Arbeitsfläche zur Wand fehlt jedoch eine Silikonfuge als Feuchteschutz. Auf dem Weg in den hinteren Wohnbereich folgt auf die Küche die zweigeteilte Hygieneabteilung – das eigentliche Schmankerl des 643 F. Die Tür der Duschkabine schwenkt weit auf, so dass sich damit der Schlaf- und Sanitärbereich vom Küchen- und Wohnbereich abteilen lässt. So entsteht mit einem Griff ein echtes Raumbad, in dem man sich blickgeschützt frei bewegen kann. Auch der schmale Kleiderschrank befindet sich dann innerhalb dieses Separees. Eine platzsparende und praktische Lösung ist die Schiebetür am Toilettenraum. Beide Räume bieten nur eine eingeschränkte Stehhöhe.

Davon abgesehen ist die Bewegungsfreiheit in beiden Fällen gut. Um die Belüftung des Raumbads kümmern sich zwei Pilzlüfter in der Decke. Das ist zum schnellen Weglüften der Feuchte nach dem Duschen zu wenig. Eine Dachhaube wäre die bessere Lösung, zumal so auch Tageslicht in diesen Bereich dringen könnte. Diesseits und jenseits des Gangs gibt es im Raumbad eine einfache Armatur. Beim Testmobil passten die Übergänge der Duschwandelemente nicht so recht zueinander. Im Verhältnis zum guten Raumangebot im Sanitärbereich bietet das Heckbett mit maximal 135 Zentimeter Breite spürbar weniger Komfort, zumal sich die Fläche am Fußende auf 117 Zentimeter verjüngt. Etwas knapp geht es hier auch unter den Hängeschränken zu. Die Kopffreiheit von nur 42 Zentimetern reicht zum Liegen zwar aus, dennoch fühlt man sich dadurch mitunter eingeengt. »
Angemessener Stauraum und üppige Zuladung – das passt. Für ein Paar bietet der Wohnbereich genügend Möglichkeiten zum Gepäckverstauen. Positiv fielen in diesem Zusammenhang die Beschläge der Hängeschränke auf: Sie lassen sich sehr einfach bedienen und verriegeln automatisch beim Schließen. Federbelastete Stifte hindern die Fronten am Klappern. Durch den relativ leichten Aufbau verbleiben mit dem serienmäßigen 3,5-Tonnen- Fahrwerk 750 Kilogramm Nutzlast für die Fahrgäste und deren Hab und Gut. Das reicht auch für ausgedehnte Touren aus. Da lässt es sich verschmerzen, dass ein Maxi-Chassis nicht lieferbar ist. Trotz der moderaten Gesamtlänge von 6,49 Metern verzichtet der Franzose nicht auf eine Heckgarage. Die fällt zwar verhältnismäßig schmal aus, doch durch die beiden Zugänge links und rechts lässt sie sich gut beladen, und der Inhalt ist stets gut erreichbar.

Mit etwas Geschick lassen sich hier zwei Fahrräder verstauen. Zurrösen zur Sicherung der Ladung sind bereits serienmäßig vorhanden. » FAHREN Dynamisch und angenehm souverän unterwegs. Bereits ab Werk startet der 643 F mit 130 PS durch. Eine passende Wahl, das bestätigt die Testrunde über Land und auf der Autobahn. Dabei produziert der Aufbau zwar eine gewisse Geräuschkulisse, diese liegt jedoch auf klassenüblichem Niveau: Deutlich wahrnehmbar, aber in den meisten Situationen nicht störend. Bei den Windgeräuschen hält sich der Rapido ebenfalls diskret zurück. Beim Fahrverhalten macht das Fiat- Flachboden-Chassis eine gute Figur und überzeugt durch solide Kurvenstabilität und tadellosen Geradeauslauf. Die Sicht nach vorne ist auch für Große problemlos, denn die Verdunkelung des Cockpits übernimmt ein tagsüber an der Seite geparkter Vorhang. So reduziert nichts die serienmäßige Ducato-Aussicht. Auch beim Sitzkomfort im Fahrerhaus kann der Fiat einmal mehr überzeugen. Doch was ist, wenn man zu dritt oder zu viert fährt? Dann kann man die beiden kurzen Längsbänke mit wenigen Handgriffen und einer Einstecklehne in zwei Einzelplätze in Fahrtrichtung verwandeln. Auch dort sorgen Dreipunktgurte für die nötige Sicherheit der Passagiere. Der Sitzkomfort ist hier jedoch nur mit Einschränkungen für lange Strecken geeignet, und die Rückenlehne steht zu steil. »

Solider Standard mit leichten Verarbeitungsschwächen. Bei einem kritischen Blick auf die technische Ausstattung und Verarbeitung des Rapido stellt man an der ein oder anderen Ecke schon gewisse Abstriche im Vergleich zur gewohnten Qualität der Franzosen fest. So hinterlässt der günstigere Preis seine Spuren zum Beispiel in Form von einfach verarbeiteten Möbelkanten. Bei den Installationen gibt man sich jedoch keine Blöße. Sowohl die Elektro- als auch die Wasserleitungen sind sauber verlegt. Während die Wasser- und Gasreserven großzügig sind, fällt der Energiespeicher, eine 75-Ah-Nassbatterie, knapp aus. Den Gaskasten erreicht man über den Zugang der Heckgarage. Der Kabinenbau mit Holzverstärkungen entspricht dem Standard der Preisklasse. » KOSTEN Preiswert im Wortsinn, da weitgehend reisefertig. Der Rapido ist kein Schnäppchen. Dennoch ist sein Preis attraktiv, denn er bietet serienmäßig einen guten Ausstattungsstandard. So kommt man mit einer übersichtlichen Liste an optionalem Zubehör aus, was die Kalkulation erleichtert. Den Kauf des Beifahrer-Airbags (330 Euro) und einer Rückfahrkamera (490 Euro) sollte man gleich mit einplanen. Über den Luxus der serienmäßigen zentralen Funkfernbedienung für die Türen des Cockpits und der Wohnkabine wird man sich im Reisealltag sicher freuen. Damit trifft Rapido erneut den Nerv reisefreudiger Paare.

Autor

Foto

Konstantin Tschovikov

Datum

1. Juni 2010
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